![[John Lloyd Stephens 1854]](stephenstop.jpg)

![[Labná in den 1840er Jahren]](stephenslabna.jpg)
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*Diese Bücher machen Stephens freilich noch nicht zum "Entdecker" oder "Erforscher". Es sind interessante und z.T. recht amüsante Werke - die zahlreiche Neuauflagen und Übersetzungen erleben; aber hätte Stephens sonst nichts geschrieben, dann hätte ihn Dikigoros allenfalls in seine Sammlung von Reiseschriftstellern aufgenommen. Übrigens unterliegen seine Bücher keinem Urheberrechtsschutz mehr und können kostenlos beim Project Gutenberg gelesen und/oder herunter geladen werden - mit allen Abbildungen, von denen Dikigoros hier aus Platzgründen nur eine kleine Auswahl vorgestellt hat. (Sie stammen allerdings nicht aus den Büchern, sondern durchweg von den Litografien, die Catherwood anhand seiner Zeichnungen separat anfertigte und verkaufte.) **Nach dem Zusammenbruch der spanischen Kolonialherrschaft in Lateinamerika in den Jahren 1810-21 entstanden zunächst überall größere Staaten - u.a. anno 1823 besagte Zentralamerikanische Republik.
Lange Dauer war ihnen indes nirgendwo beschieden. Warum nicht? Schwer zu sagen. Es ist wohl zu einfach, den Grund allein in Einmischungen der "imperialistischen" USA zu sehen. Letztere waren gewiß nicht immer ganz unschuldig; aber die tieferen Ursachen dürften eher "hausgemacht" sein. Außerdem gab es im 19. Jahrhundert noch eine andere Großmacht, die weltweit Leichenfledderei betrieb. So wurde Belize nebst Umland anno 1862 zur Kolonie "British Honduras" und blieb es bis 1973.
***Die Daguerreotypie -
****Dikigoros hält am Wort "entdecken" fest. Er hat es zwar schon an anderer Stelle geschrieben, aber er wiederholt sich gerne: Es mag Leute geben, welche die eine oder andere Stätte früher besucht haben; aber wer solche Besuche für sich behält oder bloß irgendwelchen Aufzeichnungen im stillen Kämmerlein anvertraut, die erst Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte später veröffentlicht werden, so daß ihnen kein lebender Zeitgenosse mehr nachgehen kann, zählt für ihn nicht. Archäologie ist kein Selbstzweck, sondern soll - wie jede echte Wissenschaft - Wissen schaffen. Sie soll den Menschen ihre Vergangenheit näher bringen, damit sie ihre Gegenwart besser verstehen können. Stephens hat seine Entdeckungen immer zeitnah publik gemacht. *****Darüber könnte man eine Menge schreiben; und obwohl Stephens seine Meinung später änderte, will Dikigoros diesem Gedanken wenigstens eine etwas längere Fußnote widmen. Schon Jean Frédéric Waldeck - dessen Werke Stephens ebenfalls vorab gelesen haben soll - meinte, daß die Maya-Kultur von den Chaldäern oder Föniziern gegründet wurde. Das mag man für abwegig halten; aber an sich ist die Theorie, daß die "prä-kolumbianischen" Monumente in Amerika von Weißen erbaut wurden - warum nicht vom "Kennewick-man"? -, auch nicht abwegiger als die, daß sie von außerirdischen Astronauten ("Göttern") geschaffen wurden, wie Erich v. Däniken behauptete - was ihm viele seiner Zeitgenossen bereitwillig abkauften, im wahrsten Sinne des Wortes, denn seine Bücher wurden zu Millionen-sellern. Aber man kann die Sache auch ganz nüchtern sehen - wie es ein Leser von Dikigoros' Webseiten mit entwaffnender Offenheit getan hat: Es war Dikigoros, als sei er aus einem Traum erwacht, der ihn mehr als ein halbes Leben lang genarrt hatte. Der Leser hatte ja Recht! Und er fragte sich, wie er selber als junger Mensch der Faszination der alt-amerikanischen Kulturen erliegen konnte. Die Antworten sind vielfältig: Die europäische Kultur nahm er für selbstverständlich - die meisten Kirchen, Schlösser und Paläste standen ja noch -; und die ägyptischen Pyramiden im öden Wüstensand wirken halt weniger beeindruckend als die amerikanischen inmitten immergrünen Regenwalds.
Außerdem hatte er noch nicht allzu viel gesehen von der Welt. Und last not least hatte er noch nicht verlernt, Größe mit Bedeutung zu verwechseln: Bloß weil eine Anlage weit ausgedehnt ist, heißt das ja nicht, daß sie auch großartig sein muß.
Gestehen wir also den Maya ruhig zu, daß sie ihre Tempel und Pyramiden selber erbaut haben - bzw. ihre Vorfahren. Und daß die Nachkommen dazu heute vielleicht nicht mehr in der Lage wären, wollen wir lieber nicht thematisieren; es soll ja auch "weiße" Völker geben, die degeneriert sind und viele Fähigkeiten ihrer Vorfahren haben verkümmern lassen zugunsten von vermeintlich "Fortschrittlicherem", auch und gerade auf dem Gebiet der Architektur. (Dikigoros schreibt darüber an anderer Stelle ausführlicher.)
******Malaria heilt nie ganz aus, sondern kehrt in Schüben immer wieder. Letztlich ist sie tödlich. Wirksame Medizin dagegen gab und gibt es bis heute nicht - auch die so genannte "Malaria-Profylaxe" ist in Wahrheit bloß Geldschneiderei. Dikigoros hat seine Reisen in Malaria-verseuchte Gebiete - nicht nur in Lateinamerika - überlebt, weil er von seiner Mutter die glückliche Eigenschaft geerbt hat, von Moskitos nicht gestochen zu werden. (Dennoch haßt er die Biester, da ihr Surren seinen Schlaf stört, und er hat schon in jungen Jahren gelernt, sie in der Luft zu fangen und zu zerquetschen :-) Es könnte ihm also persönlich egal sein, daß das
Berliner Verbrecherregime - und andere Staaten des
"Wertewestens"
- ohne Rücksicht auf die einheimischen Bauern (denen sie längst mehr oder weniger offen
den Krieg erklärt haben) wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen, die einst in mühsamer, z.T. Jahrzehnte langer Arbeit Sümpfen und Mooren abgerungen wurden - z.B. das Schönwolder Moor in Meckenburg -, im Namen eines falsch verstandenen Naturschutzes - Stichwort "Erhaltung der Artenvielfalt" - wieder in ihren "ursprünglichen" Zustand zurück versetzen läßt, damit Mücken u.a. Ungeziefer, das man ebenso mühsam beinahe ausgerottet hatte, wieder
*******Die Panamá-Eisenbahn erlangte nie die gleiche Bedeutung wie der später gebaute Panamá-Kanal - sonst hätte Dikigoros nicht hier, sondern hier ausführlicher darüber geschrieben. An dieser Stelle muß eine kurze Fußnote genügen: Die Panamá-Eisenbahn wurde 2001 abgerissen und neu gebaut. An ihrer Zweitrangigkeit gegenüber dem Kanal änderte das freilich nichts. (Spektakulär war sie allein als Touristen-Attraktion; aber die Personenbeförderung wurde anno 2021 eingestellt :-( ********Seit 2017 wird die Archäologie durch die Einführung neuer Technologien - vor allem des "Lidar"-Verfahrens aus der Luft - revolutioniert, die alle bisherigen Erkenntnisse über die prä-kolumbianischen Kulturen in México, insbesondere die der Maya, in Frage stellen. Für den Reisenden am Boden ist von jenen neuen Entdeckungen freilich kaum etwas zu sehen. Überdies wird die Archäologie immer mehr zu politischen Zwecken mißbraucht. Dikigoros - der darüber an anderer Stelle mehr schreibt - hat jedenfalls nun, da er zu alt geworden ist, um selber solche Reisen zu machen, das beruhigende Gefühl, nichts zu versäumen. weiter zu Henry Rawlinson zurück zu Archäologen und Überrestesucher heim zu Von der Wiege bis zur Bahre |