Hitlers MEIN KAMPF

eine Nachlese von Nikolas Dikigoros

Mein Kampf von Adolf Hitler ist das einzige Buch in Dikigoros' Online-Sammlung von Werken des 19. und 20. Jahrhunderts, das er im Text weder kommentiert noch bebildert noch sonst irgendwie verändert hat. (Er hat lediglich einige Namen, die jüngeren Lesern vielleicht nichts oder nicht mehr viel sagen, mit externen Links versehen; aber die braucht ja niemand anzuklicken.) Warum? Ganz einfach: weil er so oft schimpft, daß die seit Erlöschen des Copyrights anno 2015 herausgegebenen Fassungen durchweg tendenziös gekürzt und mit unsachlichen, dümmlichen Kommentaren garniert sind; und er selber wollte dieser Versuchung tunlichst widerstehen.

Dabei liegt Dikigoros so mancher Kommentar auf der Zunge Tastatur, denn so manches ist belanglos oder redundant; aber er hat ja auch "Der Mann Moses und die monotheistische Religion" von Sigmund Freud nicht gekürzt, obwohl im 3. Teil eigentlich nicht viel mehr steht als in den beiden ersten, lediglich ergänzt durch einige polemische Ausfälle gegen "Nazi-Deutschland", die weiß Gott Jahwe nichts zur Sache tun. (Immerhin hat Dikigoros sich verkniffen, Hitlers drittes Buch mit aufzunehmen; denn da steht nun wirklich nichts drin, was nicht schon in den ersten beiden Büchern stünde; das Thema "Tirol" wird nur noch etwas weiter ausgewalzt.)

Kritik an Mein Kampf ist billig: Hitler konnte natürlich nicht hellsehen; aber er gerierte sich gerne als Profet, und hinterher ist man halt klüger. Heute wissen wir, daß einiges von dem, was er voraus sagte, falsch war, einiges richtig; und einiges hat sich in noch viel größerem Ausmaß bewahrheitet, als Hitler es sich selbst in seinen schlimmsten Alpträumen ausgemalt hätte. Aber Kategorien wie "falsch" und "richtig" will Dikigoros hier außer Betracht lassen - das zu entscheiden maßt er sich nicht an, sondern überläßt er den Besserwessis.

Er will lieber eine Einteilung zwischen "überholt" und "aktuell" vornehmen - auch und vor allem, um der Frage auf den Grund zu gehen, warum der Verkauf der ungekürzten, unkommentierten Fassung von Mein Kampf in der BRDDR noch immer verboten ist.

Ihr meint, wegen Hitlers Ausführungen über die Juden? Ach was - über die hätte man mit einer kurzen Fußnote hinweg gehen können, etwa wie folgt: Hitler legt lang und breit dar, daß die Juden keine Religionsgemeinschaft, sondern eine Rasse seien und zieht in aller Schärfe über den "Zionismus" - das Bestreben, einen eigenen jüdischen Nationalstaat in British Palestine zu gründen - her; aber dann schließt er als so ziemlich erste Amtshandlung anno 1933 mit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland das Ha'avara-Abkommen, mit dem er zum Hauptsponsor des Zionismus wird; und anno 1935 läßt er die "Nürnberger Gesetze" verabschieden (von einigen Ignoranten immer noch als "Rassengesetze" bezeichnet), in deren Ausführungsverordnungen die Unterscheidung, ob jemand Jude oder Arier sei, daran festmacht wird, wer vier Taufscheine seiner Großeltern vorlegen kann und wer nicht. Damit führte er alles, was er zu diesen beiden Themen in Mein Kampf geschrieben hatte, nicht nur ad absurdum, sondern verkehrte es geradezu ins Gegenteil. Weiterer Kommentar überflüssig - oder?*

Auch an Hitlers eher belanglosen Ausführungen über seine Kindheit und Jugend, seine Kriegs- und Nachkriegserlebnisse einschließlich der Vor- und Frühgeschichte der NSDAP kann es schwerlich liegen; denn als Autobiografie taugt das Buch nicht - was in der Natur der Sache liegt, wenn ein Mittdreißiger so etwas in Angriff nimmt. Aber jene Passagen kürzt niemand. Nein, der Stein des Anstoßes liegt wohl vielmehr in den grundsätzlichen, zeitlosen Ausführungen zu gewissen Themen, welche die heutigen Machthaber - mit Recht - fürchten wie der Teufel das Weihwasser, denn:

Andere Themen lassen sich kaum noch vergleichen, z.B. Bildung im allgemeinen und Schule im besonderen, denn die heutigen Bildungseinrichtungen haben mit denen vor 100 Jahren ja kaum noch etwas gemeinsam.
[...]
Hitlers erklärtes Lieblingsfach war Geschichte, wobei er betonte, daß man die antike Geschichte nicht vernachlässigen solle, denn von den alten Griechen und Römern könne man eine Menge lernen. Wäre damals "The Roman Revolution" von Ronald Syme schon geschrieben gewesen, dann hätte Dikigoros ihn verdächtigt, das gelesen zu haben, denn es wäre Wasser auf seinen Mühlen gewesen. Aber sonst wüßte er nicht, was man aus antiker Geschichte lernen könnte, außer vielleicht, daß sich Bruderkriege nicht auszahlen, vor allem dann nicht, wenn es dem bösen Nachbarn gefällt, sich einzumischen.

Aber das hätte man auch aus der neueren deutschen Geschichte lernen können. Das tat Hitler aber nicht. Er haßte die Habsburger, und er bewunderte Bismarck. Was er nicht sah - oder nicht sehen wollte - war, daß jener MekPom es war, der durch die Zerstörung des Deutschen Bundes Deutsch-Österreich - einschließlich Böhmen und Mähren - aus dem Reich warf und dadurch die Habsburger dazu trieb, sich auf dem Balkan, in Galizien und Lodomerien zu engagieren und damit immer mehr zu "slawisieren" (und sich, nebenbei bemerkt, mit dem alten, gemeinsamen Verbündeten Rußland zu überwerfen). Die einzige Alternative der Habsburger, nämlich sich verstärkt dem ungleich wertvolleren Norditalien zuzuwenden, das noch länger als Böhmen und Mähren zum Reich gehörte, hatte Bismarck ihnen ja verbaut, indem er sie an den König von Sardinien verraten hatte. (Ohne diesen Verrat hätte es - um auch das noch "nebenbei" anzumerken - das "Südtirol-Problem" wohl nie gegeben.)

Das Erlernen von Fremdsprachen sah Hitler schlicht als Zeitverschwendung an. So so...
[...]
Hätte er zwei Jahrzehnte in die Zukunft sehen können, dann hätte er sich vielleicht gefragt, ob nicht die ca. 1.000 Stunden, die ein deutscher Muttersprachler mit etwas überdurchschnittlicher Sprachbegabung aufwenden muß, um z.B. perfekt Russisch zu lernen (oder umgekehrt ein russischer Muttersprachler perfekt Deutsch), gut angelegt gewesen wären, um die deutsch-sowjetischen Verträge von 1939 so zu formulieren, daß sie nicht fast zwangsläufig zu gravierenden Mißverständnissen und schließlich zu einem vierjährigen Krieg mit vielen Millionen Toten führen mußten.

Aber auch das Thema Bildung ist - jedenfalls in diesen beiden Fächern - längst nicht mehr aktuell; denn Geschichtsunterricht im herkömmlichen Sinne gibt es in der BRDDR schon seit Jahren nicht mehr; es werden bloß noch irgendwelche Themenkomplexe, ohne Sinn und Verstand aus dem Zusammenhang gerissen, abgehandelt - am liebstn natürlich der "Holocaust" -, und auch das meist unsachlich und tendenziös. Fremdsprachen außer Englisch werden kaum noch gelehrt. (Wenn man davon absieht, daß für die meisten Schüler:innend:innen Deutsch eine Fremdsprache ist; denn wie das Statistische Bundesamt ein Jahrhundert nach Erscheinen von Mein Kampf ermittelte, haben bereits 29% der derselben einen so genannten "Migrationsuhintergrund", und wenn man genau nachliest, sind es sogar 41%, denn auch wenn "nur" ein Elternteil Arabisch, Türkisch oder sonstwas als Muttersprache hat, wird das natürlich in der Familie gesprochen.) Hitler hätte also nur offene Türen eingerannt, auch das wäre kein Kürzungsgrund mehr für den Zensor. Und in Sachen Sportunterricht drückt sich Hitler ja nur ziemlich vage aus. Das Thema "Schwimmen" erwähnt er mit keinem Wort; sonst würde Dikigoros (der das für eine der wichtigsten Sportarten überhaupt hält) jetzt erwähnen, daß dies an deutschen Schulen - auf gemeinsamen Druck jüdischer und muslimischer "Pressure Groups" - so gut wie gar nicht mehr unterrichtet wird. Ergo können wir das Thema "[Schul-]Bildung" an dieser Stelle beenden.

Zwischenbemerkung: In einer Zeit, da das Berliner Verbrecherregime die Bundesregierung darauf drängt, daß Deutschland wieder kriegstüchtig werden müsse, sind Hitlers Ausführungen zu diesem Thema völlig überraschend - jedenfalls für Dikigoros - wieder hochaktuell geworden: Jawohl, der Pazifismus muß überwunden werden, sagt der Kanzlernde Oberscholz, und da befindet er sich zu 100% in Übereinstimmung mit Hitler; also dürften dessen Ergüsse zu diesem Thema in den nächsten "bearbeiteten" Ausgaben von Mein Kampf urplötzlich wieder auftauchen, zumal ja auch der Feind, den es zu bekriegen gilt - Rußland, das Reich des Bösen - wieder das selbe ist. Zwischenbemerkung Ende.

Aber einiges in Mein Kampf ist so zeitlos, daß die heutigen Machthaber unter keinen Umständen zulassen können, daß es ungekürzt veröffentlicht wird.

Da sind zunächst einmal Hitlers Ausführungen zur Parteien-Demokratie" gleich zu Beginn des zweiten Buches. (Er schreibt darüber auch schon im ersten Buch; aber er hat die unangenehme Eigenschaft, sprunghaft zu denken und ebenso zu schreiben, d.h. er verstreut seine Gedanken so chaotisch, daß ihm der Leser kaum folgen kann. Ein guter Lektor hätte da Wunder wirken können; aber - wer hat Mein Kampf gleich lektoriert? Ach so, Rudolf Heß...)

Was Hitler über den Parlamentarismus im Allgemeinen und die "Parteien-Demokratie" im Besonderen schreibt, ist so aktuell, daß es die heutigen Machthaber in Panik versetzen muß. Jedes einzelne Wort trifft den Nagel auf den Kopf; die Frage ist nur, ob das daran liegt, daß heute ebensolche Politikverbrecher am Ruder sitzen wie vor 100 Jahren, oder ob es am "System" liegt. Hitler meinte wohl letzteres - aber die Frage, ob er in diesem oder jenem Punkt "richtig" oder "falsch" lag, wollten wir ja ausklammern. In beiden Fällen blieben weitere Fragen offen, nämlich im ersteren: Wie können wir, nachdem die derzeit herrschenden Politverbrecher abgesetzt, abgeurteilt und hingerichtet worden sind, anständige Politiker finden, die bessere Nachfolger abgeben? (Wenn Dikigoros sich die "Paladine" - ein Ausdruck aus seinem alten Schulbuch für den Geschichtsunterricht -, die Hitler später für seine Entourage Regierung aussuchen sollte, so anschaut, dann kommen ihm freilich erhebliche Zweifel, ob das immer die richtige "Wahl" war... aber lassen wir das.) Und wenn man das parlamentarische System ganz abschafft - was sollte man an seine Stelle setzen? Daß Dikigoros darauf keine Antwort weiß, ist entschuldbar - denn er ist ja kein Politiker -; aber was Hitler in Mein Kampf lang und breit in leuchtenden Farben vorstellte, könnte man ja mal auf seine Machbarkeit prüfen. Er selber tat es leider nicht; jedenfalls sieht Dikigoros - ähnlich wie bei der "Judenfrage" - keinen Punkt, den Hitler nicht in der Praxis aufgegeben oder sogar ins Gegenteil verkehrt hätte.
[...]


*Wäre Dikigoros ein Hitler-fan (was er indes schon wegen seiner eigenen Familiengeschichte nicht sein kann - er schreibt darüber an anderer Stelle) würde er argumentieren, daß Hitler vielleicht seinen Irrtum einsah und erkannte, daß die beste Methode, die Juden los zu werden, die sich bei diversen Wirtsvölkern eingenistet hatten, sie aussaugten und ihre Nationalstaaten von innen heraus zerstörten - diese seine Analyse mußte ja nicht falsch sein -, indem man ihnen ihren eigenen Nationalstaat in Palästina spendierte, und sei es auch auf Kosten der deutschen Steuerzahler. (Denn die Briten ließen ja niemanden gratis dort einwandern; für das Kopfgeld, das sie "Hitlerdeutschland" für jeden einzelnen jüdischen Immigranten in Rechnung stellten - 1.000 Pfund Sterling -, mußte Dikigoros' Großvater viele Jahre lang arbeiten.) Weg mit Schaden...
Aber selbst wenn es so gewesen wäre - die Sache mit den vier Taufscheinen (Dikigoros könnte sie selber nicht vorlegen, und sein Vater konnte es erst recht nicht) ist durch nichts zu beschönigen, geschweige denn zu erklären oder gar zu rechtfertigen. Niemand, der Mein Kampf gelesen hatte, hätte mit so etwas rechnen können!


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