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Ein Schrankgarten

unter Leuchtstofflicht



Die folgenden Informationen stellen lediglich (ausserhalb des Geltungsbereichs des BtMG erworbene) Erfahrungen dar und sollen keinesfalls als Aufforderung zum unerlaubten Anbau von Betäubungsmitteln missverstanden werden! Diese Informationen sind zum Gebrauch in Ländern bestimmt in denen der Anbau und Besitz von Cannabis legal sind oder für Patienten im Geltungsbereich des BtMG mit einer ordnungsgemässen Cannabisgenehmigung von der Bundesopiumstelle.

Schrankgarten mit offener Tür Der Gärtner von dem diese Bilder stammen hatte einen unbenutzten Einbauschrank der 90 cm tief, 90 cm hoch und 180 cm breit war. Die Hälfte davon, ein Würfel mit 729 Liter, würde 300-450g Blüten pro Jahr liefern, mehr als genug für eine Person.

Der Garten sollte mit einfach erhältlichen Teilen aus Baumärkten, Elektro- und Heimwerkerläden ausgestattet werden. Wegen der geringen verfügbaren Höhe fiel die Wahl der Lichtquelle auf Leuchtstofflampen.

Die Lampen wurden mit dünnem Stahldraht an einem Gerüst aus 2 cm dicken Holzlatten aufgehängt das im Schrank aufgestellte wurde. Vier Küchenlampen mit je 62 Watt lieferten ausreichend Licht (siehe auch hier).

Sieben Töpfe mit je 20 cm Durchmesser wurden mit einem Gemisch aus Erde und Vermikulit gefüllt. Der Schrank wurde innen mit Alurolle ausgekleidet um möglichst viel Licht auf die Pflanzen zu reflektieren. Ein kleiner Lüfter aus einem Elektronikladen der an der Decke hing saugte warme und feuchte Luft aus dem Schrank heraus und sorgte dadurch für frisches CO2.

Die kleinen 200 ml Pappbecher in diesem Bild dienen zum Keimen von neuen Samen, für die nächste Ernte drei Monate später. Für diese nächste Ernte wählte der Gärtner Northern Lights.
Leuchtstoffröhren
Für gute Blüten braucht man nicht
unbedingt eine Natriumdampflampe

Viele Gärtner verwenden deswegen HID-Lampen (Natriumhochdruckdampf, HPS oder Metallhalid, MH/HPI) um drinnen anzubauen weil diese Lampen die grösste Lichtmenge pro kWh verbrauchter Elektrizität produzieren. HID-Lampen produzieren etwa 6mal soviel Licht pro Watt als normale Glühbirnen und Halogenstrahler die für den Innenanbau zu wenig Licht liefern (Siehe dazu drei Berichte zum Anbau unter Natriumdampf, 430W und 600W im Winter / Sommer.

Allerdings sind auch überall leicht erhältliche Leuchtstoffröhren recht wirkungsvoll und der Abstand in der Ausbeute ist im Vergleich zu HID nicht mehr so gross. In vielen Fällen lassen sich kleine Räume für den Anbau mit Leuchtstoff nutzen die für HID schon zu klein wären. Ausserdem sind sie in der Anschaffung unverdächtig. Die Pflanzen können bis auf wenige Zentimeter an die Lampen heranwachsen während bei HPS Sicherheitsabstände von 30-60 cm nötig sind um Verbrennungen zu vermeiden und um sicherzustellen dass sich das Licht von der relativ kompakten Natriumdampfbirne über den ganzen Garten ausbreiten kann.

Jede der vier Lampen bestand aus zwei kreisrunden konzentrischen Röhren mit 4300 Lumen pro Lampe, also ingesamt 17.200 Lumen. Das ist ein wenig mehr als eine 175W Metallhalid (HPI) Lampe mit 15.000 Lumen oder eine 150W Natriumdampflampe (16.000 Lumen) gebracht hätte, bei etwa 60% mehr Stromverbrauch. Diese Lampen wurden in einem Elektromarkt als Deckenlampen verkauft und konnten leicht für diesen Zweck umgebaut werden (Verkabelung). Ein einfacher Reflektor aus Stahldraht und Alufolie sorgte dafür dass möglichst viel Licht nach unten reflektiert wurde. Die Lampen kosteten je etwa DM 30 und waren das teuerste am ganzen Garten. Sie wurden an eine Mehrfachsteckdose angeschlossen die wiederum an einer Zeitschaltuhr hing mit der die Lampen und der Lüfter regelmaessig ein- und ausgeschaltet wurden.

Eine 400W HID kostet etwa DM 300-400 und würde dreimal soviel Licht produzieren, aber dafür wäre im Garten einen Höhe von mindestens 140 cm erforderlich statt der 90 cm in diesem Wandschrank.



Zweig mit mehreren Colas

Heruntergebundene Zweige entwickeln mehrere Colas

Weil in dieser Anlage so wenig lichte Höhe war wurden die langen Zweige mit Drahtstücken oder Fäden heruntergebunden oder beschnitten um Seitenwachstum zu erzwingen. Wenn der Haupttrieb heruntergebunden oder beschnitten wird dann treiben Seitenzweige stärker aus und mehrere kleine Colas treiben daraus senkrecht dem Licht entgegen.


Buds turning purple

Blüten färben sich violet

Die Pflanzen keimten Mitte Januar unter Dauerlicht aus Samen. Zuerst wurde nur eine einzige Lampe eingesetzt aber innerhalb eines Monats kamen mehr dazu. Sieben Töpfe mit 20 cm Durchmesser passten in den Schrank. Sie wurden fast täglich von Hand gegossen. Nach 8-9 Wochen waren die Pflanzen gross genug um in Blüte geschickt zu werden. Ab diesem Zeitpunkt regelte eine Zeitschaltuhr die Lampen, mit 13 Stunden Licht und 11 Stunden ununterbrochener Dunkelheit. Bei anderen Sorten ist 12/12 zu empfehlen. Diese Aufnahme entstand 5 Wochen später.

Weil diese Sorte aus den Tropen kommt (Jamaika / Kolumbien) wo die Tageslänge nicht stark variiert kann es vorkommen dass die Pflanzen blühen bevor noch die Nacht verlängert wird. Das gilt sowohl für tropische Sorten (Kolombien, Kongo, Thailand) als auch für nördliche Faserlandrassen (Ruderalis).



Reifende Cola

Gesunde dunkelgüne Pflanze mit Blüten

Die Pflanzen wurden zuerst nur mit Leitungswasser gegossen. Als die grüne Farbe anfing zu verblassen wurde wasserlöslicher Kunstdünger (14-14-14 NPK) etwa im Verhältnis 1:1000 ins Giesswasser gemischt. Das war ein Filmkanister voll Dünger auf 18 Liter Giesswasser. Die Farbe der Blätter wechselte bald wieder zu einem kräftig dunklen Grün.

Glücklicherweise waren alle 8 Pflanzen weiblich!



Reifende Cola

Der Hauptstamm

Dieser Hauptstamm wurde bogenförmig heruntergebogen damit er nicht an die Lampe stösst. Als Folge davon treiben überall kleine Colas aus, nicht nur am oberen Ende. Links unten sieht man den Stahldraht der den Stamm herunterhält.


Dichte Pflanze

Dicht gewachsene Pflanze Die Pflanzen wurden beschnitten und ihre Zweige füllten den verfügbaren Raum komplett aus. Die kräftigsten Blüten bildeten sich oben wo das Licht am stärksten war.

Mit "Chive Jamaica", einer Sativa-Sorte mit relativ niedrigem Ertrag und langer Blütezeit kam dieser Gärtner auf 140 Gramm reine Blüten. Mit einer schnellreifenden Indicasorte wäre der Ertrag höher ausgefallen aber dieser Gärtner bevorzugt den hellen Sativa-turn.

Die Pflanzen wurden sieben Wochen nach diesen Aufnahmen geerntet, nach insgesamt 12 Wochen Blüte und einer gesamten Wachstumzeit von 6 Monaten. Der durchschnittliche Ertrag bei relativ kleinen Töpfen war 20 Gramm trockene Blüten pro Pflanze. Ein Topf hatte zwei Pflanzen aber der Gesamtertrag aus dem Topf war der selbe weil der beschränkende Faktor das einfallende Licht war.

Gärten unter Kunstlicht:
600 Watt #2: Silver Pearl im Sommer
600 Watt #1: Chive Jamaica im Winter
430 Watt Natriumdampflampe
Anbau mit einem Dochtsystem
Cannabissorten

Gärten unter Sonnenlicht:
Ein Treibhaus östlich von Paris
Ein Silver Pearl Garten


Cannabislegalisierung in Deutschland!
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