Gralsbewegung,
während des 1. Weltkrieges auf dem Vomperberg bei Schaz (Österreich)
gegründete esoterische Bewegung. Zu diesem Zeitpunkt verkündete
der 1875 geborene Schriftsteller und Kaufmann Oskar Ernst Bernhardt (1875-1941)
die Gralsbotschaft.
Diese deutete den Kosmos als Ausfluss eines Schöpfergottes und
behauptete, das Universum bestehe aus verschiedenen, von mythischen Gestalten
bewohnten Stufen.
Dort befinde sich u. a. auch die Gralsburg, die die Schale des Heiligen
Grals berge. Aus ihr ströme jedes Jahr einmal Gottes Liebe über
die gesamte Schöpfung und erfülle sie mit neuem Leben.
Bernhardt bezeichnete sich selbst als Abd-ru-shin, den von Gott gesandten
Menschensohn, der der Welt die Gralsbotschaft überbringen und in der
nahenden Endzeit Gericht über sie halten sollte.
1928 baute Bernhardt auf dem Vomperberg in Tirol eine Siedlung auf,
die die Nationalsozialisten nach ihrem Einmarsch in Österreich besetzten.
Bernhardt wurde 1938 verhaftet und starb drei Jahre später.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges machten die verbliebenen Mitglieder
der Gralsbewegung den Ort wieder zu ihrem Hauptsitz.
In Erwartung des baldigen Weltendes und der damit verbundenen Wiederkehr
ihres Meisters richten die heute insgesamt rund 1500 Anhänger Leben
und Glauben nach der Gralsbotschaft aus, die für sie einen höheren
Stellenwert
einnimmt als die Bibel.
Verfasst von:
Marion Pausch
"Gralsbewegung," Microsoft® Encarta® Enzyklopädie
2000. © 1993-1999 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |