Heterogenes Gewebe, zahlreiche Aufgaben: Formgebung und Stabilisierung
der Organe, Stoffaustausch, Speicherung von Fett und Wasser sowie Immunabwehr.
Besondere Fähigkeit zur Regeneration.
Kommt nur embryonal vor, alle Binde- und Stützgewebe
sowie der überwiegende Teil an glatter
Muskulatur gehen auf das Mesenchym zurück.
Es besteht aus verzweigten, fortsatzreichen Zellen,
die ein lockeres 3-D-Netzwerk mit großen Mengen amorpher solartiger
Intercellularsubstanz dazwischen bilden .
2.1 Ortsständige Bindegewebszellen
...
Fibroblasten (aktive Form) bzw. Fibrozyten (sysnthetisch
inaktive Form, aber reaktivierbar, z. B. Wundheilung) dienen der Faserbildung
und der Synthese amorpher Intercellularsubstanzen (Grundsubstanz).
|
|
2.2 Freie Bindegewebszellen
Haben zumindest zeitweise die Fähigkeit,
ihre Lage zu verändern und bilden keine Intercellularsubstanz (insbesondere
keine Fasern), sondern stehen mehr oder weniger im Dienste der Immunabwehr.
| Leukozyten
werden häufig im Bindegewebe gefunden, kommen i. a. aus dem Blut über die Kapillarwand ins Bindegewebe. Dies ist ein kontinuierlicher, bei Entzündungsreaktionen stark zunehmender Vorgang. Am häufigsten sind eosinophile und basophile Granulozyten sowie Lymphozyten. Diese Leukozyten werden auch "Mikrophagen" genannt. ... |
|
| Plasmazellen
Überall im Bindegewebe in geringer Zahl, zahlreich dort, wo Bakterien oder körperfremde Proteine in den Organismus eindrinen können (z. B. Darmschleimhaut). In der Regel nicht im Blut, da sie die Fähigkeit zu wandern verloren haben. Im LM signifikant
... |
|
| Makrophagen
gehen aus Monozyten hervor, nachdem diese die Blutbahn verlassen haben und ins Bindegewebe gelangt sind. Sie haben erhöhte Fähigkeit zur Pinozytose und Phagozytose. Man unterscheidet: Ortsständige Makrophagen kommen zahlreich in Organen vor und haben dort jeweils einen eigenen Namen (z. B. "Histiozyten" im lockeren Bindegewebe)..... |
|
| Mastzellen
Weit verbreitet im lockeren Bindegewebe und stammen aus basophile Granulozyten.
)* in H.E.-Färbung nicht zu sehen, färben sie sich mit Toluidinblau nicht blau, sondern rötlich bis lila an. Diese Farbänderung nennt man Metachromasie, sie ist stoffabhängig. |
|
| Kollagenfasern
Häufigste Faserart des Bindegewebes. Sie färben sich rot in H.E., blau in Azan, grün in Masson-Goldner, ungefärbt in Orcein (Elasticafärbung), gelbgrün in Eisenhämatoxylin und hellbraun in der Versilberungsreaktion. Nomenklatur: Beim Kochen von kollagenen Fasern tritt kolla (gr. Leim) aus. Sie liegen selten allein, meist Bildung von größeren oder kleineren Bündeln, die im Bindegewebe gewellt vorliegen, jedoch unverzweigt. Länge wird wesentlich vom Spannungszustand beeinflußt (ist mit der Zeit veränderbar: z. B. Verkürzung bei längerer Ruhigstellung). Die Zugfestigkeit ist größer als die von Stahl, eine 5%ige Dehnungsfähigkeit schafft eine einzigartige Flexibilität und Zugfestigkeit. Kollagen-Typ-I in Sehnen, Knochen, Haut und Cornea Kollagen-Typ-II in Knorpel und Glaskörper Kollagen-Typ-III im lockeren Bindegewebe (= retikuläre Fasern) weitere Kollagentypen, z. B. für Basalmembranen Anordnung meist in Kombination mit elastischen Fasern in einem Scherengitter, damit das Bindegewebe seine Form verändern kann. Fibrillogenese
... |
|
| Retikuläre Fasern
sind Fasern vom Kollagen-Typ-III, die sich nur mit speziellen Färbungen sichbar machen lassen. Schwarz in der Versilberungsreation, stärker positiv als kollagen in der PAS-Reaktion. Jedoch entspricht die chemische Zusammensetzung und die TEM-Morpologie der Kollagenfaser. Vorkommen: Vor allem im retikulären Bindegewebe, wo sie eigene feine Netzt bilden, z. B. Lymphknoten, Milz, rotes Knochenmark sowie um die zugehörigen Parenchymzellen von Leber, Niere und endokrinen Drüsen. Außerdem sind sie Bestandteil der Arterien- und Darmwand sowie von Basalmembranen. ... |
|
| Elastische Fasern
sind verzweigt und bilden 3-D-Netzwerke. Im LM sehen sie homogen aus (bestehen jedoch [TEM] aus einzelnen Elastinmolekülen, die durch Querbrücken verknüpft sind; im entspannten Zustand ein Knäul). Sie werden jedoch nur durch spezielle Färbemethoden sichtbar: Violett bis schwarz in Resorceinfuchsin ; braunrot in Orcein (= spezielle Elasticafärbung). Elastische Fasern sind auf das 2,5 fache ihrer Länge dehnbar (–› wesentlicher Beitrag zur kontinuierlichen Strömung in den peripheren Arterien). Vorkommen: In der Regel kommen sie zusammen mit Kollagenfasern vor, viele elastische Fasern besitzt die Lunge (sehr selten bilden sie Bänder, die dann eine gelb Eigenfarbe haben, z. B. Lig. flavum über den Wirbelkörpern) ... |
|
Überwiegend Grundsubstanz, einige Kollagenfaserbündel
(–› Scherengitter!), wenig retikuläre und elastische Fasern.
Überwigend sind Fibrozyten und Makrophagen (hier = "Histiozyten")
vorhanden, alle Bindegewebszellen jedoch enthalten. Es ist leicht verformbar,
nicht in der Lage, seine Form zu halten.
Funktion: Verschiebeschicht, Wasserspeicher, Abwehr- und Regenerationsvorgänge.
eit verbreitet, füllt Lücken, verbindet
organspezifische Anteile eines Organs (= Stroma), stützt Epithelgewebe,
Subkutis der Haut sowie wichtigster Anteil der serösen Häute.
4.2 Straffes Bindegewebe
Mechanisch widerstandsfähiges Gewebe, wenig Grundsubstanz, wenig
freie Bindegewebszellen, dafür viele Kollagenfasern.
Vorkommen: Organkapseln,
Sehnen, Bänder
4.2.1 Geflechtartig straffes Bindegewebe
mit richtunsgslosem 3-D-Kollagenfasernetzwerk für Organkapseln
etc.
4.2.2 Parallelfaseriges (straffes) Bindegewebe
für Sehnen und Bänder: In Sehnen kommen Fibrozyten
(= "Sehnenzellen", "Flügelzellen") vor, die in H.E.-Färbung aufgrund
geringer Farbunterschiede schwer zu erkennen sind. Kollagene Fasern sind
im entspannten Zustand leicht gewellt.
Vorhanden sind Retikulumzellen (= Fibroblasten)
und histiozytäre Retikulumzellen (=Makrophagen)
sowie retikuläre
Fasern, die sich den Retikulumzellen anlagern. Zur Immunüberwachung
gibt es schließlich dendritische Zellen (Name aufgrund langer Zellausläufe).
Vorkommen: für
Lymphatische Organe und Knochenmark charakteristisch
4.4 Gallertartiges Bindegewebe
Vorkommen ausschließlich in Nabelschnur
[und Pulpa junger Zähne]. Es enthält langgestreckte, verzeigte
Fibrozyten
(d. h. keine weitere Differenzierung möglich) sowie einige locker
gebündelte Kollagenfasern und retikuläre Fasern (beide in H.E.-Färbung
nur als Grundsubstanz erkennbar).
Sonderform des Bindegewebe. Fett liegt
im Zytoplasma der Fettzelle. Aufgaben: Energiereservoir, thermische Isolierung,
wasserbindend, mechanische Aufgaben und Östrogensynthese.
Obacht: Bei üblicher histologischer Einbettung
(Parafin, Alkohol) wird der Fettropfen durch Alkohol herausgelößt
und die Siegelringform des Zytoplasmasaumes zerreißt häufig,
der Kern erscheint als Lochkern. Verwechslungsgefahr mit mukösen
Drüsen, jedoch sind letztere etwas regelmäßiger angeordnet.
4.6 Knorpel
siehe Knorpel
Ohne Gewähr. Irrtümer, Fehler sowie Unvollständigkeit
vorbehalten.
www.j-seegers.de