Knorpel
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Knorpel gehört zu den geformten Bindegeweben,ist druck- und biegungselastisch und begünstigt als Gelenkfläche das Gleiten der Skelettteile.
 

1. Knorpelbildung
 

1.1 Entwicklung

Sie fängt an mit dem Zusammenrücken von Mesenchymzellen, die beginnen, Tropokollagen und proteoglycanhaltige Matrix (–› Wassereinlagerung) zu bilden – von da ab heißen die Mesenchymzellen Chondroblasten – und diese (die extracellulären Substanzen) nach allen Seiten abzugeben (–› die Zellen mauern sich ein). Innerhalb ihrer "Höhlen" teilen sich sie Chondroblasten (interstitielles Wachstum; findet ausschließlich während der Entwicklung statt).
Im reifen Knorpel liegen die Knorpelzellen, Chondrozyten, zu mehreren als isogene Gruppe (isos – gleich; also aus einem Chondroblasten hervorgegangen, quasi Tochterzellen) in einer Knorpelhöhle, die von einem Knorpelhof (= verdichtete Interzellularsubstanz) umgeben wird. Die Höhlenwand wird als Knorpelkapsel bezeichnet, alles zusammen bildet ein Territorium (= Chondron; also quasi eine Familie).
Die Chondrozyten in den Höhlen synthetisieren Fasern und Interzellularsubstanz (Typ-II-Kollagen) hormongesteuert.
 
 

1.2 Perichondrium

Knorpel wird von einem gefäß- und nervenreichen Bindegewebe, dem Perichondrium, umgeben. Es ist an der Oberfläche sehr zellreich (–› Knorpelneubildung bzw. Regeneration. Im Gegensatz zum Wachstum in der Entwicklung, interstitielles Wachstum, spricht man hier von apositionellem Wachstum), weiter außen ist es faserreich.
Es fehlt am Gelenkknorpel (!), daher ist keine Regeneration möglich.
Die Ernährung des Knorpels erfolgt ausschließlich durch Diffusion (Knorpel ist gefäßfrei), bei Gelenkknorpel aus der Synovia (= Gelenkschmiere, vgl. Anatomie). Also kann Knorpel nur einen geringen Stoffwechsel haben und ist bradytroph.
 

2. Knorpelarten
 

2.1 Hyaliner Knorpel
 
Lichtmikroskopisch zu erkennen sind
  • bis zu 10 Chondrozyten je isogene Gruppe (in Vivo ist die Knorpelhöle vollständig ausgefüllt)
  • extracelluläre Matrix in H.E.-Färbung blaßblau (=basophil) bis violett, in Azan hellblau.
  • Kollagene Fasern sind aufgrund des gleichen Brechnungsindex nicht zu sehen (=maskiert); ist der Knorpel jedoch älter und hat an extracellulärem Wasser verloren, tritt der Effekt des gleichen Brechungsindex in den Hintergrung und es kommt zur Asbestfaserung
Vorkommen: Häufigste Knorpelart. Beim Embryo teilweise skelettbildend (–› Chondrale Ossifikation), später zunächst an den Epiphysenfugen der Knochen erhalten (–› Längenwachstum).
hyaliner Knorpel

2.2 Elastischer Knorpel

Ähnelt dem hyalinen Knorpel, ist jedoch weniger empfindlich gegen degenerative Veränderungen. Im LM

Vorkommen: Er ist selten, z. B. Ohrmuschel, äußerer Gehörgang, Epiglottis (!) sowie kleine Kehlkopfknorpel (Cartilago cuneiformis & corniculata)
 

2.3 Faserknorpel

Lichtmikroskopisch zu erkennen

Vorkommen: Z. B.Disci intervertebrales, Symphysis pubica

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