Blut
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1. Färbung
Die Färbung nach Pappenheim ist eine Kombination zweier Methoden:
Zuerst wird mit der Mai-Grünwald-Lösung gefärbt, sie enthält Methylenblau und Eosin.
Dann wird mit einer Giemsa-Lösung gefärbt. Die Giemsa-Lösung enthält Mai-Grünwald-Lösung (Methylenblau und Eosin) und Azur.
Im Prinzip wird also zweimal mit Mai-Grünwald-Lösung gefärbt, beim zweiten Mal ist noch Azur im Spiel.
 
basophiles färbt sich blau durch Methylenblau (basicher Farbstoff)
azurophiles färbt sich rötlich durch Azur
azidophiles =eosinophiles, färbt sich gelblich-rötlich durch Eosin (saurer Farbstoff)
neutrophiles färbt sich lachsfarben bis lila.
Obacht: Der entstehende Farbstoffkomplex ist nicht neutral (das hat man irrtümlicherweise früher angenommen, daher der Name)
durch den Farbstoffkomplex, der entsteht, wenn Eoxin, Methylenblau und Azur zusammengeschüttet werden

2. Erythrozyten
Sie machen 45% des Blutes aus, haben keinen Zellkern und keine Zellorganellen (keine Möglichkeit zur Proteinsynthese). Bikonkave Scheiben (–› Oberflächenvergrößerung, verbesserte Gasaufnahme) mit einem Durchmesser von 7,5 µm (damit lassen sich die Größen der Leukozyten, s. u., abschätzen). Ihr Hauptbestandteil ist Hämoglobin, ein basisches Protein (–› azidophiler (=eosinophiler) Farbstoff), das dem 02- und teilweise auch CO2-Transport dient (Cave: sehr feste Bindung an CO). Bei weniger als 5,0 (m) bzw. 4,6 (f) Millionen je µl Blut spricht man von Anämie.
 

3. Blutplasma
Es macht 54% des Blutes aus.
 

4. Blutplättchen
Kernlose, scheibenförmioge Zellfragmente. In Blutausstrichen werden nur Thrombozytenklumpen gesehen. Sie gliedern sich in Hyalomer (periphere, hellblau durchsichtig gefärbte Zone) und Granulomer (zentrale dichtere Zone mit azurophilen Granula). Haben Membranskelett.
 

5. Leukozyten
Sie machen 1% des Blutes aus (4000-8000 / mm³) und stehen alle mehr oder weniger im Dienste der Immunabwehr.
 
Neutrophiler Granulozyt (stabkernig)                (2-3%, 80-240)
  • junge Zelle, stabförmiger Kern (gehäuftes Auftreten heißt "Linksverschiebung")
  • kein Nukleolus
  • zartes rER, wenig Ribosomen
  • Ø ca. 12 µm ;  kleinste Granula
  • werden auch "Mikrophagen" genannt
stabkerniger (junger) neutrophiler Granulozyt

Neutrophiler Granulozyt (segmentkernig)        (55-66% ; 2200-5500)
  • 2-5 Segmente, durch Chromatinfäden verbunden (kein statischer Zustand)
  • kein Nukleolus
  • wenn 6 von 500 eine Trommelschlägel-Ausstülpung haben, stammt das Blut von einer Frau
  • phagozytieren Fremdkörper

segmentkerniger (älterer) neutrophiler Granulozyt

Eosinophiler Granulozyt                                    (2,5-3% ; 100 - 240)
  • doppelt gelappter Karn, wenig ER, Mitochondrien, Golgi
  • größer als Neutrophiler: Ø > 12µm
  • Granula ebenfalls größer als die der Neutrophilen
  • Granula enthalten modifizierte Lysosomen (mit saurer Phosphatase)

eosinophiler Granulozyt

Basophiler Granulozyt                                        (0,5-1% ;  20-80)
  • kleinste Granulozyten (Ø 10µm)
  • größte Granula (im TEM weißer Rand um sie)
  • Granula enthalten Heparin (Blutgerinnung herabsetzend) und Histamin (Permeabilität erhöht), beide zusammen werden für allergische Reaktionen verantwortlich gemacht

basophiler Granulozyt

Lymphozyt                                                          (20-36% ;  800-2900)
  • mononukleäre Zelle, keine einheitliche Population: Im LM unterscheidet man klein, groß und mittelgroß
  • viele Polyribosomen (–› basophil!), kaum Zytoplasma im LM zu erkennen
...

Monozyt                                                             (4-5% ;  160-400)
  • mononukleäre Zelle, größte Leukozyten (12-20µm)
  • Kern exzentrisch und oval, U- oder nierenförmig
  • zahlreiches rER, Ribosomen, Mitochondrien
  • Können sich im Gewebe zu Makrophagen differenzieren
Monozyt

6. TEM-Bilder
Unbedingt im Skript ansehen (Differentialdiagnose!), obwohl sie am Kurstag wahrscheinlich nicht/nur kurz besprochen werden.

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