Home    News    Kost�mgeschichte    Filmkost�me    Schnittmuster   Werkstatt   
B�cher    Flohmarkt    Forum    Umfrage     Links     Sitemap     Glossar     Impressum



Renaissance ca.1425 � 1600


Kleidung des Mannes in Deutschland

Zur Oberbekleidung des Mannes geh�rte der "Rock", ein strapazierf�higes Kleidungsst�ck f�r den t�glichen Gebrauch. Typische Farben waren schwarz, grau und lederfarben. Der einfache Rock war mit woll- oder Leinenstoffen abgef�ttert. Die �rmel des Rockes waren mit l�ngs- und kreuzweisen Einschnitten versehen, die, von Zierborten umrahmt, das Pelzfutter sichtbar werden lie�en. Diese �rmeleinschnitte dienten als Durchgriff f�r die Arme und vereinfachten die Handhabung der schweren, weiten und oft �berlangen Rock�rmel.

"Schaube" und "Husecke" waren ebenfalls zeitgen�ssische Bezeichnungen f�r den Rock. Die Schaube ist jedoch eher als hochwertiger, f�rstlicher Rock anzusehen. Charakteristisch f�r die Schaube waren die breiten Pelzaufschl�ge, der moirierte Stoff, sowie die H�nge�rmel, die �ber dem Querschlitz gepufft waren. Samtverbr�mungen waren wie bei der Frauenhusecke typisch. Gegen�ber dem Mantel besa� die Husecke �rmel. Dunkle Grau- und Rott�ne, sowie Schwarz wurden mit Vorliebe verwendet.
Der wie ein Mantel umgeh�ngte "Gestaltrock" war schenkelkurz und sein Pelzfutter wurde breit nach aussen umgeschlagen.

Das typische Merkmal des "Leibrockes", "Plattrockes" oder auch "Wappenrockes" war seine auf den K�rper zugeschnittene Passform. Durch seinen Vorderverschluss, seine Taillenlinie und das zwischen H�fte und Taille variierende Scho�teil l�sst er sich mit einem Wams vergleichen, wobei das Wams jedoch stets unter dem Leibrock getragen wurde. Das k�rpernahe Oberteil war mit oder ohne �rmel gefertigt. Sowohl am Hals- wie auch am �rmelausschnitt befanden sich die charakteristischen Roll- bzw. Bandschlaufen. Der Rockscho� war in zahlreichen Falten gelegt. Meist war der Leibrock aus schwarzem oder lederfarbenem Leinen oder Wolltuch gefertigt und mit Fellen oder Wollstoffen gef�ttert.
Die einteiligen Beinkleider, die wie eine �Strumpfhose� gearbeitet waren, waren oft in grellen und bunten Farben gehalten. Verwegene Schlitzungen waren sehr beliebt. Fu�lose Hosen wurden mit einem Haltesteg versehen, wohingegen weite Beinkleider mittels Schn�rungen zusammengefasst wurden. Bei weniger anschmiegsameren Materialien sorgten r�ckw�rtige Beinn�hte und Ges��zwickel f�r die gew�nschte Passform. �bliche Materialien waren Leder, Wolltuche, aber auch Seide oder Samt, Leinen wurde seltener verwendet. Typisch f�r die M�nnermode der Renaissance war eine gro�e Farbenvielfalt. Rote, gelbe, blaue, braune, wei�e und schwarze Hosen sind neben gr�nen und hautfarbenen Hosen in zahlreichen zeitgen�ssischen Darstellungen abgebildet. Mehrfarbige �geteilte Hosen�, auch bekannt als �Mi-Parti�, geh�rten zur Kleidung der Vasallen, Diener, Spielleute, Henker, Schergen, Narren und Landsknechte. Diese Hosen waren aus zwei- oder mehreren verschiedenfarbigen Teilen zusammengesetzt.

Die Dekorationsschlitze waren f�r die Hosenmode des 16.Jahrhunderts charakteristisch. Die "Pluderhosen", deren Oberstoff mit Einschnitten versehen war, lie�en das darunterliegende Futter gebauscht hervortreten. Ebenso typisch wie die Schlitze der Pluderhose, war die auff�llige Betonung des m�nnlichen Geschlechts durch die �Schamkapsel�, die mit Puffen und Schleifen verziert war.

Das ges��kurze, k�rpernahe "Wams" bestimmte zusammen mit der �Strumpfhose� die Mode des sp�ten Mittelalters. Neben Materialien wie Leinen, Wolltuche und Seidenstoffen, waren auch hochwertiger Samt, Damast, Atlas, leichte Taftseiden und Leder beliebt. Die �rmel waren h�ufig aus anderem Material gefertigt und aufwendig ausgearbeitet. Oft geh�rten mehrere �rmelpaare zu einem �Leib� und konnten �ber Schn�rl�cher und H�kchen eingesetzt werden. Zahlreiche Kn�pfe dienten als Voderverschluss des M�nnerwamses. Die zus�tzlichen H�nge�rmel wurden als �Fl�gel� bezeichnet. Zierborten, versteifte Kragen, Sch��e und �rmelw�lste geh�rten zum typischen Erscheinungsbild des Wamses im sp�ten 16.Jahrhundert.

Der �Goller� ist als �rmelloses �berwams zu verstehen. Er wurde entweder zum Anzug aus Wams und Hose oder und dem Rock als Weste getragen. Der Ledergoller war wattiert, gesteppt und gepanzert. Es gab aber auch hochwertige, textile Goller, die in der zweiten H�lfte des 16.Jahrhunderts zunahmen.

Das "Mannshemd" war ein wichtiger Bestandteil der M�nnerkleidung. Es gab wei�e Leinenhemden und rote, schwarze oder gestreifte Wollhemden. Unter den farbigen Wollhemden wurde stets ein wei�es Leinenhemd getragen. Wie in der Frauenmode wurde das halsferne Hemd um 1500 vom hochgeschlossenen Hemd mit Stehkragen abgel�st. Aus diesem Stehkragen entwickleten sich sp�ter die Halskrausen. Die Weite des Hemdes wurde durch Smokarbeiten am mit Borten, Stickereien und Ornamenten verzierten Kragen eingehalten.

Hemd um 1498, Renaissance Hemd um 1520, Renaissance Hemd um 1525, Renaissance
um 1498 um 1520 um 1525

Die flachen, absatzlosen Schuhe hatten durch ihre leichten Materialien wie Leder, Samt oder Filz einen hohen Verschleiss zur Folge. Oft wurden in einem Jahr mehr als zwanzig paar Schuhe verbraucht. Besonders typisch f�r diese Zeit war der �Kuhmaulschuh�,auch �Ochsenmaul� oder �B�rentatze� genannt, ein flacher und weitausgeschnittener Lederschuh, der sehr breit wirkte. Zum Teil wurde er durch einen Riemen gehalten. Auch er hatte die modischen Schlitzverzierungen.

Das "Barret" bzw. die �Schlappe� gab es, ebenfalls wie das Frauenbarret, in den verschiedensten Formen. Auff�llige Abf�tterungen, Durchz�ge, Kn�pfe, Federn, Schmuckst�cke und Medaillen dienten der Verzierung. Flache, ausladende Formen, sogenannte �Tellerbarrets� waren im fr�hen 16.Jahrhundert h�ufig zu sehen. Gestrickte Barrets wurden haupts�chlich von der Mittel- und Unterschicht getragen. Als Farben waren schwarz, rot, lederfarben , gelb, blau, grau und gr�n beliebt.

  


Originalkost�me

Jahr Kleidungsst�ck Quelle
1600 Hemd, Detail Bayrisches Nationalmuseum, M�nchen

Modische Accessoires

Jahr Accesoire Quelle
c1550 Barett Manchester City Gallery, Manchester

2004-2005 � Copyright by Anja Krombholz
Hosted by www.Geocities.ws

1