Home    News    Kostümgeschichte    Filmkostüme    Schnittmuster   Werkstatt   
Bücher    Flohmarkt    Forum    Umfrage     Links     Sitemap     Glossar     Impressum



Ägypten 2700 - 1200 v.u.Z.

Kleidung des Mannes

Jacken und Mäntel
Ein viereckiges Tuch aus leichtem, plissierten Leinen, der so genannte "Haik", diente als Mantel. Er konnte entweder als einfaches Tuch gefertigt sein, dass man um den Körper wickelte und über einer Schulter knotet oder er wurde trapezförmig geschnitten und mit Bändern versehen, die ihn über der Schulter festhielten. Der Haik wurde hauptsächlich von den Pharaonen und Königinnen des Neuen Reiches getragen.

Oberkleidung
Außerdem trug der Mann eine hemdartige �Kalasiris� aus feinem plissiertem Leinen, der das Lendentuch durchscheinen ließ. Der Schnitt der Kalasiris konnte so unterschiedlich sein, wie seine verwendeten Materialien. Sie wurde von der Brust oder von der Hüfte, aus, als enger Rock getragen, und durch einen Träger, der über die Schulter lief gehalten. Zum Teil reichte die Kalasiris bis zum Hals, war entweder ganz ohne, oder mit kurzen oder langen Ärmeln versehen und gelegentlich mit Fransen verziert. Auch die Weite der Kalasiris variierte und so lassen sich Abbildungen finden, auf denen sie weit und faltig oder eng dargestellt ist.

Hosen/Beinkleider
Der Mann trug meist nur einen kurzen "Lendenschurz" aus Leinen oder Leder, als Hauptkleidungsstück, das so genannte �Schenti�. Er wurde oft mehrfach um den Unterkörper gewickelt und mit einem Gürtel oder einer Schärpe befestigt. Könige und hohe Beamte trugen das Schenti gefältelt und gesteift, gelegentlich verzierte man es auch mit Stickereien. Höher gestellte Männer begannen später mehrere Schurze aus durchsichtigen und fein plissierten Stoffen übereinander zu tragen, die vorn übereinander geschlagen wurden.
Der Lendenschurz war aus steifen Materialien gefertigt und stand in einer geometrischen Dreiecksform ab und wurde daher auch als �Pyramidenschurz� bezeichnet. Der Lendenschurz konnte in den verschiedensten Varianten getragen werden. So wurden entweder einige Stoffstreifen zusammengebunden, gewickelte dreieckige Tücher verwendet oder kostbare Stoffe kunstvoll gefaltet.
So genannte "Lendentücher" wurden entweder allein oder unter dem Lendenschurz von allen Männern getragen. Hierbei wickelte man zwei zusammengenähte Dreiecke um die Taille und zog sie zwischen die Beine hindurch. Ein Gurt hielt das Lendentuch.
Der "Schurz" war ein einfaches gewickeltes Gewand, das entweder nur den Unterkörper bedeckte oder aber bis von der Schulter bis zu den Knöcheln reichen konnte.

Stoffe und Farben
Die Kleidung der Männer und der Frauen bestand aus so dünnen Stoffen, dass der Körper durchschimmerte. Neben Flachs- und Leinengeweben, wurde aber auch Wolle von Schafen oder Mohair-Ziegen verwendet. Wolle wurde hauptsächlich für die Kleidung junger Männer und Arbeiter verwendet. Für die Priestergewänder und die Totenhemden verwendete man feines Leinen.

Frisuren und Kopfbedeckungen
Der Pharao trug zu festlichen Anlässen einen Kinnbart, der geflochten oder geklebt wurde. Die Haare wurden besonders gepflegt und in steife, dünne Locken gedreht. Perücken, die man auf dem rasierten Kopf trug, dienten anfangs als Schutz vor zu starker Sonnenstrahlung, entwickelten sich aber immer mehr zum Rangabzeichen. Sie wurden entweder aus natürlichen Haar, Palmfasern oder Flachs gefertigt. Im Alten Ägypten trugen die Männer ihre Haare in waagerechten Lockenreihen, später reichten die Frisuren bis auf die Schultern. Beliebt waren auch Kopftücher, die man entweder knotete oder mit einem Stirnband hielt.

Accessoires
Um den Hals trug der Mann, ebenso wie die Frau einen reich verzierten Schulterkragen. Reich verzierte Arm- und Fußreifen, Ringe und Kragen aus Gold oder Silber schmückte die Männer. Hohe Beamte trugen am linken Mittelfinger einen Skarabäus-Siegelring, der ihren hohen gesellschaftlichen Stand zeigte. Einige Grabfunde lassen darauf schließen, dass auch Männer Ohrschmuck trugen, jedoch vielmehr als eine Auszeichnung, die sie vom Pharao erhielten, denn als Zierrat. Der Schmuck dient nicht allein der Verschönerung, sondern er sollte auch vor Krankheiten und bösen Mächten schützen.

Schuhwerk
Wie die Frauen gingen alle Männer barfuss, bis auf die höheren Schichten, die Sandalen trugen. Sie sollte dem Träger Schutz vor den kalten oder heißen Boden bieten. Sie wurden aus Palmblattstreifen, Leder, Holz, oder Bastgeflecht gefertigt. Riemen aus Leder, Bast oder Papyrus dienten zur Befestigung am Fuß. Zum Teil lassen Funde erkennen, dass Sandalen mit einer vorn gebogenen Spitze getragen wurden. Später erhielten sie jedoch eine abgerundete Form.

Standesunterschiede und Rangabzeichen:



Altes Reich
Das Alte Ägypten teilte sich allmählich in zwei Reiche. So wurden Oberägypten im Niltal und Unterägypten im Nildelta von ja einem König regiert. Im Alten Reich unterschied sich die Kleidung nur durch die Kopfbedeckung. Der oberägyptische König trug eine weiße Krone mit einem Geier als Wappentier. Der unterägyptische König trug einen Stirnreif und die Mitra, eine rote, eng anliegende Haube, sowie den Uräus, die heilige Schlange, aus Gold - das Symbol des Rechts über Leben und Tod, außerdem das Zepter, einen Stab mit gebogenem Griff. Den König war es vorbehalten kostbare Stoffe zu tragen.
Die Königin trug eine Habicht- oder Geierhaube und das Zepter in Form einer Lotusblüte. Priester und Beamte waren mit farbigen Streifen, Lotusblumen oder Tiergestalten geschmückt. Sklaven durften keine Kopfbedeckung außer einer Perücke tragen. Männer und Frauen der höheren Schichten trugen einen fast kreisförmigen �Schulterkragen�, der oft reicht mit Perlen und Steinen verziert war oder aus bunt bemalten Leinen gefertigt. Der Schulterkragen reichte nie über die Achseln hinaus und war entweder ganz geschlossen oder konnte hinten gebunden werden.

Neues Reich
Im Neuen Reich fand die Vereinigung von Ober- und Unterägypten durch Menes statt. Er trug als König von Gesamtägypten eine hohe Mütze, die aus zwei ineinander geschobenen Teilen bestand, die in den Farben rot-weiß gehalten waren. Der Geier und die Kobra bildeten nun das Wappentier des vereinten Ägyptens. Mehrere Tuniken aus feinem Stoff wurden von den Pharaonen übereinander getragen. Die Königin trug wie im Alten Reich die Geierhaube oder aber eine Kegelmütze. Die Kleidung unterschied sich durch Aufwand, Vielfalt und Kostbarkeit der Stoffe und war vorgeschrieben. Bunte und gemusterte Kleidungsstücke wurden mittlerweile häufiger getragen, waren aber immer noch nicht üblich. Die Priester trugen ein Leopardenfell über der Schulter.

Kleidung im alten Ägypten


Damenmode im Alten Ägypten

zurück zur Ägypten-Übersicht

2004-2005 © Copyright by Anja Krombholz
Hosted by www.Geocities.ws

1