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Ägypten 2700 - 1200 v.u.Z.

Kleidung der Dame

Oberteile
Ursprünglich wurde ein einfaches Leinentuch um den Unterkörper getragen, das in der Taille zusammengeknotet war, der Oberkörper blieb unbedeckt. Das typische Kleidungsstück war die "Kalasiris", sie konnte vielseitig getragen werden, war entweder waden- oder knöchellang, ließ die Brust knapp bedeckt oder unbedeckt und wurde von einem Schulterband oder breiten Trägern gehalten. In Hemdform reichte die Kalasiris bis zum Hals und hatte verschiedene Ausschnitte, war mit oder ohne Ärmel gestaltet, lose oder gegürtet, war durchsichtig und fein plissiert. Die arbeitende Bevölkerung trug die Kalasiris etwas kürzer, um sich besser bewegen zu können. Die Säume verzierte man mit bunten Borten und Kanten. Ein breites Stoffstück von doppelter Gewandlänge wurde als Mantel getragen und hatte Knopf und Knopfloch.

Stoffe und Farben
Aufgrund des vorherrschenden Klimas in Ägypten sind zahlreiche Textilien erhalten geblieben, die genaueren Aufschluss über die Art der verwendeten Stoffe geben können. Die Kleidung wurde überwiegend aus leichter Baumwolle, Flachs und Leinen gefertigt und mit feinen Goldfäden durchwirkt. Um 3000 v.u.Z. kamen erste Seidenstoffe als Handelsware aus China. Sie war jedoch nur den Pharaonen, dessen Familie, Priestern und Beamten vorbehalten. Weiß wurde für Kleidungsstücke der höheren Schichten bevorzugt verwendet. Erdfarben, wie Ocker, ermöglichten es, die Stoffe einzufärben. Später benutzte man bestimmte Pflanzen um Farben wie Indigo, Rot, oder Gelb zu erzielen. Die Stoffe wurden mit eingewebten Borten oder Figuren, Stickereien, Bemalungen, Bänder und Applikationen verziert. Die Verwendung von Perlen, ob im Stoff eingewebt, als Perlenstickerei oder als Perlenfransen war ebenfalls sehr beliebt, was einige Grabfunde belegen.

Frisuren und Kopfbedeckungen
Anfangs trug die Ägypterinnen ihre Haare lang und offen oder aber auch zusammengebunden. Später wurden die Haare kurz geschnitten oder abrasiert. Zu festlichen Anlässen trugen höher gestellte Damen eine Perücke. Besonders ausladende Perücken waren hierbei sehr beliebt, da sie als erotisch galten und ein Statussymbol waren. Im neuen Reich wurden die Haare zu kleinen Zöpfen geflochten oder gekräuselt. Ein viereckiges Tuch, das mit Hilfe eines Stirnbandes aus dem Gesicht gebunden wurde, über Nacken und Seiten fiel, diente als Kopfbedeckung. Mit Blumen, Edelsteinen oder Bänder verzierte Haarreifen und Diademe dienten als Kopfschmuck. Perlen, Golddrähte, Metallringe Kämme und Haarnadeln- und Kämme schmückten ebenfalls die Perücke der Frau. Neben Schwarz als überwiegende Haarfarbe, färbte man die Perücken aber auch mit Henna oder Färberwaid rot oder blau. Der Königin blieb es vorbehalten eine kappenartige Kopfbedeckung in Form eines Kegels zu tragen. Gelegentlich war die Perücke der Königin auch ganz mit Schmuck bedeckt.

Accessoires/ Schmuck
Breite "Schulterkragen", eine Hüftschnur und Ringe aus Metall, alles verziert mit Edelsteinen, Perlen, dienten als Schmuck. Anfangs wurde der Schulterkragen aus Blumen und Blättern gefertigt. Gold war das beliebteste Material für Schmuck, Silber wurde hingegen weniger verwendet. Auf de Perücken trug man verzierte Diademe, Perlen und Goldschnüre wurden in die kleinen Zöpfe eingeflochten. Sehr beliebt bei den Ägypterinnen waren Oberarmreife, Fußreife, Ohrschmuck, Fingerringe, Ketten und Anhänger.

Schuhwerk
Das gewöhnliche Volk ging barfuss, höhere Schichte hingegen trugen Sandalen.

Kosmetik
In ägyptischen Gräbern fand man Hinweise auf die ältesten Kosmetikprodukte. So fanden Forscher heraus, dass die in Salbengefäßen enthaltenen Kosmetika der Faltenmilderung, der Beseitigung von Narben, der Förderung des Haarwuchses und der Reinigung des Körpers dienten. Die Frauen schminkten sich heller als die Männer, die Augen wurden mittels schwarzer Farbe stark betont. Wie man später herausfand hatte das Augen-Make Up nicht nur einen verschönernden Charakter sondern diente vorrangig zu medizinischen Zwecken, da es eine desinfizierende Wirkung hatte und Augenleiden mildern sollte. Anfangs verwendeten die Frauen jedoch grüne Augenfarbe aus zerriebenem Malachit, die auf das untere Augenlid aufgetragen wurde. Das Oberlid, Wimpern und Brauen färbte man mittels einer Bleierz-Mischung schwarz oder dunkelgrau. Die Lippen und die Wangen wurden mit roter Farbe betont. Sowohl die Frauen, als auch die Männer bemalten sich ihre Finger- und Fußnägel mit rötlicher Henna. Die Ägypter legten großen Wert auf Reinlichkeit und Wohlgeruch. So putzten sie sich bereits regelmäßig die Zähne und badeten täglich. Salben, Öle und Parfums sorgten für einen angenehmen Geruch.
Das Haar wurde mit duftenden und pflegenden Ölen nach dem Waschen eingerieben, um es so vor der Hitze und der Trockenheit zu schützen. Körperbehaarung war unerwünscht und so dienten Pinzetten, Rasierklingen und Schleifsteine, die in Gräbern gefunden wurden, als Hilfsmittel. Im Mittleren Reich schmückten Tänzerinnen und Prostituierte ihren Körper mit Tätowierungen und ihren erotischen Reiz zu erhöhen.

Kleidung im alten Ägypten, Schulterkragen     Kalasiris, Sennefer

Herrenmode im Alten Ägypten

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