Cagiva Elefant 750
Letzter Update 07.07.2003
Meine Cagiva Elefant 750 war eine Internet-Bekanntschaft. Gekauft habe ich Sie von einem Händler in Basel. Schon Jahre vorher habe ich bei der Rally Paris-Dakar u.a. mit Eddy Orioli mitgefiebert. Natürlich lässt sich mein Bike nicht mit den Rally-Motorrädern vergleichen, aber mir hat‘s gereicht.
Die Cagiva Elefant 750 ist eine richtige Reiseenduro. Der Motor kommt von Ducati. Ist ein traditioneller 2-Ventiler-Desmodromik Motor mit Luft- / Oelkühlung und gerade mal 63 PS. Die hatten mit den 230 Kg der Maschine ordentlich was zu tun. An den Pässen hätte ich gerne ein bischen mehr Drehmoment gehabt. Auch ne zweite Bremsscheibe wäre nicht schlecht gewesen, hatte ich doch zwei mal wegen Überhitzung einen Totalausfall der Vorderradbremse. Im Gegensatz zur 900er Ausführung hatte meine Cagiva ein 5-Gang Getriebe und eine Nasskupplung. Aber Soundmässig und vom Fahrverhalten war meine Cagiva einfach eine Wucht. Ab 2500 hat sie laut geschnorchelt und bei 9000 ihren Duc-Sound in die Welt geschriehen. Ich habe sie einfach geliebt! Egal ob verwinkelte Strassen, Autobahnen oder holprige Wege, die Elefant war überall zu Hause.
Wer ein bisschen mehr über die Cagiva Elefant wissen will kann sich gerne hier informieren:
Elefant Rider Club Switzerland oder beim Deutschen Elefanten-Fan Alex Fischer.Auch wenn Sie leider nicht mehr gebaut werden, zum alten Eisen gehören die Bikes nicht. Bei der Rally El Chott 2002 konnte
Sebastian die 2-Zylinderklasse für sich entscheiden. Herzliche Gratulation! Auch bei der Pharaonen Rally 2002 waren zwei private Rally-Elefanten dabei. Bei dieser Rally war das komplette Werksteam von KTM vertreten, trotzdem ist einer der beiden Cagivas unter den ersten 15 ins Ziel gekommen! Die Rally-Cagivas waren in den 90gern die einzigen Maschinen die meiner Meinung nach käuflich zu erwerben waren. Für DM 40'000 konnten man die von Azzalin in Italien aufgebauten Maschinen übernehmen. Bei diesen Modellen wurde der Federweg vorn und hinten auf fast 300 mm erhöht. Der komplette Heckrahmen wurde durch einen selbsttragenden Hecktank ersetzt, der den Tankinhalt somit auf 51 Liter erhöhte. Eine Fahrt auf so einem Ding wäre schon mal cool....Technische Beschreibung:
Azzalin Cagiva 900 MarathonHier ein Foto von der
Isle of Man im Mai 2002. War trotz der Sonne ordentlich kalt, darum sitz ich auch auf dem Mauer als ob ich mir in die Hose gepinkelt hätte. Ausserdem ist Heidi in pink noch dabei. Sie ist Sandros Frau (der Kerli mit der gelben Jacke). Heidi gehört die gelbe 600er Monster, Sandro die neu 900er S4 mit Einspritzung und offener Racing Anlage. Oh mann, in den engen Gassen und hinter ihm fahrend hatte ich manchmal das Gefühl, mir würde das Trommelfell platzen. Geiler Sound ist ja schon cool, aber das war doch ein bischen zu viel für meine Geschmack. Ganz links steht noch die Gilara Northwest von Heidis Bruder. Hat uns bei der Rückfahrt in Frankreich dann mit Oel geduscht. Na das Ding ist halt nicht für lange Autobahnfahrt gemacht.
So ganz serienmässig ist sie auf den Fotos aber nicht mehr. Für die Reise zur Isle of Man bekam sie ein höheres Windschild und eine Stahlflexleitung für die Vorderbremse. Leider ist die Nissin-Einscheibenbremse nicht gerade das Gelbe vom Ei und lässt in Sachen Druckpunkt und Bremsleistung doch zu wünschen übrig. Bei etwas sportlicherer Fahrweise überhitzt die Anlage schon gerne mal. Eine Einzelscheibe im Vorderrad für 230 Kg Fahrzeuggewicht eigentlich zu wenig. Vom hohen Windschild habe ich mir doch eigentlich weniger Geräusche und Turbulenzen als beim Original erhofft. Leider hat’s bei meiner Körpergrösse von 189 cm nicht geholfen, aber der Windschutz war jetzt schon fast perfekt. Bis zum Topspeed von über 185 Km/h nach Tacho (eff. wohl eher 165 Km/h) ein sehr gute Entlastung des Oberkörpers). Das Nachfolgemodell mit 900ccm, bestückt mit einem Koffersatz, war weder im Beschleunigen noch im Topspeed schneller – einfach geil!!! Mir hat eine kleiner Rucksack und ein Seesack für 3 Wochen Ferien in den Benelux-Ländern und der Isle of Man gereicht. Jedem das Seine!

Der Corbin-Sattel war schon drauf, als ich sie gekauft habe. Eigentlich zu niedrig für mich. Bretterhart aber durch die breite Sitzfläche auf Langstrecken sehr bequem. Den Tankschutzbügel habe ich noch nachträglich montiert. Hat sich gelohnt, hat’s mich doch am 31. Juli 2001 ordentlich auf die Fresse gelegt (selbst schuld – mach dini Auge uf du Depp). Naja immer noch besser ein wenig über den Asphalt zu schleifen als unter ein Auto zu kommen. Aber ich werde mich hüten, bei 34 Grad wieder ohne Schutzbekleidung zu fahren – es hat weh getan!


Aber vor allem auf der Isle of Man haben mich so einige "schnelle" Streetfighter nur aus dieser Perspektive gesehen. Auf schlechten Strassen und in engen Kurven gab’s für diese Nasenbohrer kaum ein Vorbeikommen. Eigenlob stinkt so schön ;-). In Italien habe ich mal eine 900er Elefant mit einer rechtsseitigen Doppelrohrauspuffanlage gesehen. Die hätte mir auch noch gefallen...

Hier bei einer der leider viel zu seltenen Ausfahrten ins Tessin irgendwann im Juni 2002:

Rolli mit der Kawa ZX-9R hat das Foto gemacht, Sandro auf Ducati S4 in der gelben Jacke, und meine Kleinigkeit mit hochgereckten Armen. Ralph fehlt – Angschtbrünneli auf der Toiletteria. Die 1100er Suzuki ist von seinem Kollegen, seine BMW ist leider nicht durch die MfK gekommen. Eigentlich wollten wir ja über 7 Pässe ins Tessin fahren, aber nach deren 4 haben wir dann aufgegeben. Einfach viel zu viel Verkehr. Leider glauben einige Biker aus dem In- und Ausland immer noch, dass man in jeder Kurve überholen muss und entgegenkommende Fahrzeug schon irgendwie bremsen werden. Naja, viel Vergnügen beim Harfe-spielen! Aber Spass gemacht hat’s trotzdem – ab 2003 einfach auf meiner BMW R 80 GS PD.
Somit habe ich mit meiner Cagiva Elefant 750 pannenfrei die Schweiz, Deutschland, Italien, Holland, Belgien, England und Frankreich durchfahren. Im Oktober 2002 hab ich sie dann schweren Herzens verkauft L
Technische Daten:
Modell: Cagiva Elefant E 750
Lackierung: Lucky Strike
Modelljahr: 1996
Motor: Luft-Oelgekühlter Ducati V2 aus der Pantha - Baureihe
Hubraum: 748ccm
Ventile: 2 pro Brennraum
Leistung: 63 PS bei 6500 U/min
Gänge: 5
Endantrieb: Kette
Tankinhalt: 22 Liter
Trockengewicht: 185 Kg
Bremse vorne: Einzelscheibe
Bremse hinten: Einzelscheibe
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