Azzalin - Cagiva Elefant 900 Marathon

Letzter Update 03.02.2003

Angaben aus dem On’rout Magazin Heft 1.1998 – heisst jetzt MotorradAbenteuer – ein Kauf lohnt sich, für mich das beste Biker-Magazin mit tollen Reisefotos

(das Layout und der Name sind meiner Meinung nach jetzt zwar Schrott, aber der Inhalt meistens Top!)

Herausgeber: Moto Media GmbH Fon 08031-35497-0 oder im www.motorrad-abenteuer.de

 

 

Hersteller:

C.H. Racing

Fabricio Azzalin

Via delle Cerelle 4

21041 Albizatte

Fax 0039-331-992362

 

Bericht:

Leider habe ich über den Autor keine Angaben.

Seit 1995 baut die Rennabteilung des Cagiva-Konzerns ein profesionelles und – das ist das Besondere – ein frei verkäufliches Rallyemotorrad. Basis ist die altbekannte Cagiva Elefant 900. Als "Marathon" Version ist sie mit allem ausgestattet, was man zwischen Paris und Dakar braucht, um gut dabei zu sein. Am besten eben in der Marathon-Wertung, denn für die ist das Motorrad als Ableger der Serien-Elefant homologiert.

Ca. DM 40'000.00 kostet das edle Stück – auf den ersten Blick ein stolzer Preis, aber berechtigt, wenn man bedenkt was alles getan wurde um dem Privatier gute Chancen bei der Dakar einzuräumen. Und das mit dem Know-How und der Fertigungsqualität der Cagiva-Rennabteilung unter der Leitung des Konstrukteurs Fabricio Azzalin. Ein Besuch in der Produktionshalle von C.H. Racing – dies sei nur nebenbei bemerkt – hat schon manchem Edelbastler die Augen übergehen lassen.

Herausragendes Detail des Motorrades ist der Hecktank. Der aus sich überlappenden Blechen geschweisste Behälter ist hochstabil und vibrationsfest. Als selbsttragende Konstruktion, aufgebaut wie ein aus überdimensionalen Rohrquerschnitten bestehendes Rahmenheck, benötigt er keinen Halterahmen und ist sehr platzsparend. Sein Fassungsvermögen von immerhin 28 Litern ist ihm kaum anzusehen.

Eine Magnum-Teleskopgabel von Marzocchi, ein Öhlins Federbein mit separatem Ausgleichsbehälter, schliesslich eine für die 97er Cagiva "Marathon" neu entwickelte, besonders progressive Federbeinanlenkung sorgen für die erforderliche enorme Belastbarkeit der Federung – und das bei nicht unkomfortabler Gesamtabstimmung. Der im Serienzustand schon sehr stabile Vierkant-Stahlrohr-Rahmen wurde von Azzalin mehrfach verstärkt und pulverbeschichtet. Ein extra lange Kastenschwinge in der Elefant-üblichen, üppigen Dimensionierung sorgt für eine gegenüber dem bereits langen Serienradstand um neun Zentimenter vergrösserten Achsabstand. Dies ergibt Rekordverdächtige 1.64 Meter. Der nicht aus der Ruhe zu bringende Geradeauslauf der immerhin 75 PS starken und bis zu 190 Km/h schnellen "Marathon" ist für den Fahrer Konditionssparend und Fahrsicherheit bringender Voteil. Mit der Handlichkeit in engen Passagen, insbesondere in nah beinander stehenden Dünen sieht es zwangsläufig nicht so gut aus. Doch Fabricio Azzalin setzte Prioritäten "Die Cagiva ist ein Motorrad für schnelle und lange Rallyes wie die Dakar. Für alles andere empfehle ich einen Einzylinder".

Auch motorisch wurde vieles getan, um dem Serien-Elefanten die für Extremeinsätze erforderliche absolute Zuverlässigkeit anzuerziehen. Die hydraulisch betätigte Trockenkupplung wurde verstärkt, statt des 6-Gang Getriebes wurde ein mit breiteren Zahnrädern ausgestattetes Fünfganggetriebe eingebaut. Um Überhitzung auch unter Höchsttemperaturen zu vermeiden, wurde dem Ducati-Motor ein extra grosser Öhlkühler verpasst. Ein Trockenluftfilter sorgt schliesslich für die staubfreie Beatmung der beiden 38mm Vergaser.

Auch das Spezialzubehör zeugt von der grossen Erfahrung des Erbauers: Womit viele Eigenbau-Rally-Cockpits ihre Fahrer im wieder zur Verzweiflung bringen – die zu wenig funktionssichere oder unergonomische Anbringung von Roadbook-Leser und Tripcomputer, das wurde von Fabrizio Azzalin perfekt gelöst. Nur das Satelliten-Navigationsgerät muss man noch selbst anbringen, findet dafür aber im Cockpit genügen Platz, um es blickgünstig an dem rahmenfesten stabilen Rallye-Vorbau zu befestigen.

Schliesslich gibt es noch einen gewaltigen Motorschutz aus dickem Leichtmetalblech und mit seitlichen Behältern für Wasser und Werkzeug.

 

 

 

 

Technik:

Motorenbauart:

Luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, längs eingebaut

Bohrung / Hub:

92 / 68mm

Hubraum:

904 cm3

Max. Leistung:

55 KW (75PS) bei 7'500 U/min

Max. Drehmoment:

70 Nm / 5'500 U/min

Einlass:

2 Mikuni Unterdruckvergaser 38mm

Auslass:

leistungsoptimierte Zweirohrauspuffanlage aus Edelstahl

Luftfilter:

Trockenluftfilter

Elektrik:

elektronische kontaktlose Zündung

Anlasser:

Elektrisch

Kraftübertragung:

primär Zahnräder, sekundär O-Ring-Kette, verstärkte hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Trockenkupplung, verstärktes 5-Gang-Getriebe

Rahmenbauart:

Doppelschleifenrahmen aus Vierkant-Stahlrohr mit Leichtmetall-Zweiarmschwinge (verstärkt)

Rahmengeomietrie:

Radstand 1640 mm, Vorderradnachlauf 114mm

Federung:

Teleskopgabel Maczocchi Magnum mit 50 mm Gabelrohr und 280 mm Federweg, hinten direkt angelenktes Federbein von Oehlins mit 270 mm Federweg. Ein- und ausfederdämpfung vorne und hinten, Federvorspannung hinten einstellbar

Räder/Reifen:

Leichtmetallfelgen Takasago Excel mit Stahlspeichen, Bereifung Michelin Desert 90/90-21 und 140/90-18 Zoll.

Bremsen:

vorne 300 mm Scheibe, schwimend gelagert mit Doppelkolbensattel, hinten 240 mm Scheibe schwimmend gelagert mit Einkolbensattel

 

 

Messwerte:

Tankinhalt:

51.0 Liter

Gewicht leer:

189 kg

Gewich voll:

225 kg

Topspeed:

ca. 190 km/h (gemessen mit 12 Kanal GPS)

Sitzhöhe:

940 mm

Preis:

ca. DM 40'000.--

 

 

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Mit der Cagiva auf der Isle of Man

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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