BMW R 80 GS Paris-Dakar

Letztes Update 27.10.2003

Das Original:

Na ja mit den berühmten Münchner HPN Rally-Bikes gefahren vom kleinen grossen Helden Gaston Rahier hat dieses hässliche Entlein fast nichts gemeinsam. Aber nun mal ganz von vorn. Im Mai 2002 haben wir uns entschieden, mit einer BMW Enduro die Reise von den USA nach Chile im Laufe des Jahres 2004 zu unternehmen. Die Pluspunkte der BMW sind ganz klar ihre einfache, servicefreundliche Technik und der pflegeleichte Kardanantrieb. Leider wurden in der Schweiz die BMW R 100 GS Modelle nicht verkauft, sondern nur die erheblich leistungsschwächeren 800er.

Noch nie im Leben ist es mir aber so schwer gefallen, mein Geld für ein derart hässliches Motorrad auszugeben. Im Juni 2002 habe ich dann nach mehreren Anläufen bei verschiedenen Händlern schliesslich doch eine gekauft. Eine BMW R 80 GS Paris-Dakar in Rot-Weiss mit Jahrgang 1996 und hier ist sie:

 

 

 

 

Ein 236 Kilogramm schwerer Brocken, angetrieben von einem luftgekühltem Boxermotor mit 797 Kubik Hubraum und gerade mal 50 PS. Bei der serienmässige "Brems"-Anlage auch sicherlich auch vernünftiger. Sagen wir es mal so, die erste Probefahrt hat mich nicht gerade aus den Socken gehauen. Null Sound, null Beschleunigung, null Bremsleistung, null Emotionen, aber sie hat ein tolles Handling und von Kardanreaktionen ist nichts zu merken. Nach dem Kauf habe ich sie auf einem ausgewaschenem Waldweg gefahren, wo ich nun doch das Drehmoment und den tiefen Schwerpunkt lobend erwähnen muss. Die weiteren Fahrten haben dann aber nicht dazu beigetragen meine Begeisterung für BMW zu steigern. Nicht mal 200 Km und schon ein defekter Starter und ein defektes Zündschloss. Meine neue BMW-Garage am Greifensee hat es geschafft, 2 x einen falschen Zündschlüssel und 1 x ein falsches Zündschloss zu bestellen. BMW olé! Aber jetzt weiss ich wenigstens warum sie serienmässig über einen Pannenblinker verfügt – clevere Kerlchen diese Herren BMW-Ingenieure. Hätte sie von Beginn weg richtig funktioniert, hätte ich alles was hier steht vermutlich nie gemacht:

 

 

Der Umbau:

Motor / Oelkühler / Federung / Gepäck / Reifen

Also hab ich mich mal im Internet schlau gemacht und mir bei der Firma Touratech im Juli 2002 gleich mal ein Satz anständige Handschützer, einen hochgelegten HPN-Bremsschlüssel und hochgelegtes Schutzblech vorne und ein verbreiteteres Schutzblech hinten gekauft. Bei der Firma Zach habe ich mir ein Y-Verbindungsrohr für die Auspuffanlage bestellt, damit ich mir den hässlichen Sammler vor dem Hinterrad ersparen kann. Soundmässig ein wenig besser und erst noch ein leichter sieht die BMW auch besser aus. Auf diesem Foto aber noch mit original Sammler (der Blechklumpen vor dem Hinterrad):

 

 

Der September 2002

Von der Firma Wunderlich kam dann im September 2002 noch einen Mittelverlegungssatz für den Ölkühler inkl. ein paar stahlummantelte Schläuche hinzu. Leider passt der serienmässige Ölkühlerschutz nun nicht mehr, also einen Neuen bestellen. Der Kühler ist aber durch den hohen Kotflügel und die Gabel stark abgedeckt. Das Schutzblech ist zwar eingeschnitten, aber ob das für die Wüste in Mexiko reicht?

Deshalb habe ich mir noch einen Zwischenring für die Ölwanne gekauft, damit hat meine BMW 1.3 Liter mehr Ölvolumen, was bei einer solchen Reise sicher nicht schaden kann. Leider verringert sich dadurch die Bodenfreiheit der Oelwanne erheblich. Es kann aber auch sein, dass der Motor in der kalten Jahreszeit nun gar nicht mehr richtig auf Betriebs-Temperatur kommt. Fragen über Fragen, was ist richtig, was ist falsch?

 

 

 

Der Oktober 2002

Im Oktober habe ich mir für die viel zu weichen Serienfeder der Vorderradgabel noch einen White-Power Federsatz inkl. Gabelöl und Teflon-Zusatz gekauft. Durch die progressive Wicklung sollte sich das starke Bremsnicken verringern und das Durchschlagen der Gabel im Gelände verhindert werden. Bin mal gespannt ob’s auch wirklich so gut funktioniert wie im Prospekt beschrieben.

Der Umbau ist keine grosse Sache, das Vorderrad ist ruckzuck ausgebaut, die Bremszange abgeschraubt, die Imbusschrauben an der Gabelbrücke gelöst und die Gabel unten herausgezogen. Die Gabelrohre eingespannt, Schrauben gelöst und das alte Gabelöl abgelassen. Vorspannhülsen und die alte Gabelfedern herausgenommen. Die Gabel habe ich dann komplett gereinigt. Die White-Power-Feder ist um einiges länger als die ursprünglichen Federn, so dass die Vorspannhülsen weggelassen werden können. Ralph hat mir dann aber beim Austauschen der Simmerringe geholfen. Ist eigentlich keine grosse Sache. Er hat‘s mir einmal gezeigt, den Zweiten habe ich dann selbst gewechselt. Der Zusammenbau geht zu zwei auch einfacher, da die Feder doch ordentlich zusammengeschoben werden muss, um die Gabel wieder zu zuschrauben. Der Einbau im Töff ist aber dann wieder schnell erledigt.

 

 

Der November 2002

Nun wird es langsam ein wenig Interessanter. Bei der Q-Tech habe ich mir nun im November 2002 eine Doppelzündung bestellt. Leider bin ich eine völlige Flasche im schrauben. Zum Glück gibt mir Ralph ab und zu einen Tipp, sonst hätte die Zylinderzerlegungsaktion einiges länger gedauert. Aber nur durch selber schrauben lern ich dazu. Komm ich gar nicht mehr weiter, steht er mir immer hilfreich zur Seite. Wenn ich die unzähligen Schrauben, Muttern und Einzelteile meiner BMW sehe wird mir manchmal Angst und Bange. Wird dieses Mistding jemals wieder laufen und wenn ja wann???

Die Doppelzündung ist ja eigentlich nicht zwingend notwendig, aber da ich im Winter meine BMW mit dem Zylinder/Kolbensatz von Touratech auf 1000 Kubik bringen möchte, hab ich mir gedacht das eine verbesserte Verbrennung bei den grösseren Kolbendurchmesser sicher nichts schaden kann. Vor allem da die Oktanzahl des Benzins in Süd- und Mittelamerika sicher nicht immer so gut sein wird. Ausserdem scheinen mir die originalen Zündkerzendeckel von BMW nicht gerade das Gelbe vom Ei zu sein. Da können ein paar modernere und wasserdichte Teile nichts schaden.

 

Was macht Ralph eigentlich in der Zwischenzeit?

Im Unterschied zu mir sieht hier die Sache ganz anders aus. Ralph ist seit seiner Moto-Guzzi ein absoluter Kardan-Fan und weiss die Vorzüge unserer beiden BMW natürlich zu schätzen. In der Zwischenzeit hat er seine blauweisse 1990er BMW komplett zerlegt, seinen Rahmen selber verstärkt und extern pulvern lassen. Im Unterscheid zu mir hat seine BMW bereits einen tausender Motor und ein Oelins-Federbein, aber auch schon 40‘000km mehr auf dem Tacho. Aus diesem Grund hat er seinen Motor und den Antrieb zerlegt und ersetzt alle ausgeleierten Teile. Da sein Modell keine feste Verkleidung hat, ist das Motorrad doch um fast 30 Kilo leichter. Um Gewicht zu sparen hat er sich eine eigene lenkerfeste Verkleidung aus einer Glasfasermischung erstellt. Zusätzlich ist sie mit einer leichteren Einzelsitzbank ausgerüstet und um weiter Gewicht zu sparen wurde das Heck verkürzt. Batteriekasten erleichtert und alles Überflüssige wie z.B. die Blinker wird weggelassen.

Der Link zum UMBAU

Sein Ziel liegt bei etwa 180 Kg ohne Gepäcksystem. Auch er hat eine Doppelzündung bei Q-Tech bestellt. Die bestehenden Kolben tauscht er gegen leichtere Sportkolben. Für die bessere Motorkühlung hat er mein tiefes Schutzblech übernommen. Beim Tank vertraut er auf die Qualitätsarbeit von HPN bzw. Acerbis und montiert den 43lt. Tank. Ich bin schon jetzt gespannt auf die Vergleichsfahrt mit unseren beiden BMW’s, aber bei 50 Kg Gewichtsvorteil für Ralph brauchen wir nicht zu raten, wer das handlichere und schnellere Teil haben wird...

 

Der Dezember 2002

Denn 1‘000ccm-Satz habe ich mir im Dezember 2002 bei Touratech bestellt und kostet 660.00 Euro. Der Satz kommt von Siebenrock und besteht im wesentlich aus vergrösserten Kolben, Kolbenringen sowie den entsprechenden Zylindern. Dichtungen und die vier Stösselstangenschutzrohre müssen separat bestellt werden. Die Vorteile des Umbaus liegen in erster Linie im um 1 Liter verringerten Verbrauch, was wiederum die Reichweite meiner BMW entsprechend vergrössert, des um 30% gesteigerten Drehmomentes und ca. 10 PS Mehrleistung.

Bei Vollgas im 5ten Gang dreht die BMW wegen der kurzen 800er Übersetzung zu hoch. Daher wäre ein um 5% verlängerte Endübersetzung ideal. Das Getriebe lasse ich aus Kostengründen aber vorerst unverändert, da hier in der Schweiz eh nur 120 Km/h auf den Autobahnen gefahren werden darf ;-) und in Amerika die Strassen auch keine allzu hohen Geschwindigkeiten zulassen.

 

 

Die Lackierung

Eigentlich wollte ich nur noch die Cockpitverkleidung des Instrumententrägers schwarz lackieren, da mich das Weiss bei entsprechenden Sonneneinstrahlung extrem blendete. Da hab ich mal mit schleifen begonnen. Ich habe natürlich kein Profi-Equipment, da geht das nicht so hopla-hop. Ist ne schweisstreibende Angelegenheit, und trotzdem na ja, da hast Du ein Teil in den Fingern, da....

 

 

 

Auf dem Foto sind die noch nicht fertig verschliffenen Seitenteile, Lampenverkleidung und der fette 35 Liter Tank zu sehen (ca. 500km Reichweite/Strassenbetrieb). Gerne hätte ich den seitlich tiefergezogenen 43-Liter HPN-Tank gekauft, aber der ist mir im Moment noch zu teuer. Ohne Moos is nix los. Der HPN-Tank wird von Acerbis hergestellt und ist sogar noch ca. 5 Kg leichter als mein PD-Tank. Durch den tiefern Schwerpunkt soll das Handling spürbar besser sein. Aber ich lass meinen original Tank mal drauf. Im Januar 2003 soll meine dicke Lady ganz in Schwarz-Rot gekleidet wieder vor mir stehen.

Meine Armaturenverkleidung und die beiden Seitenteile sind Ende November fertig lackiert. Sieht schon besser aus, auch wenn der schwarze Lack für eine Südamerikareise eigentlich viel zu heikel ist. Es handelt sich hierbei um den Lack Code 197 von Mercedes-Benz (liess sich aus Preisgründen nicht vermeiden). Der Tank habe ich nun am 18. Dezember 2002 lackiert zurückerhalten. Sieht cool aus, aber ich habe so kleine Bedenken, dass die Lackierung nicht mehr lange so schön glänzen wird. An dieser Stelle noch ein ganz herzliches Dankeschön an die Lackiererei in Schlieren.

 

Das Gepäck

Die Alukoffer inkl. stabilem 18mm Haltesatz, Koffertaschen und Schlosssatz von Touratech habe ich mir auch Anfangs Dezember 2002 gekauft. Den Original 16mm Träger habe ich gleich entsorgt. Es ist aber nicht nur der Durchmesser der den Unterschied ausmacht, der Touratech-Kofferhalter ist allen wichtigen Punkten verstärkt. Irgendwie seltsam wie BMW für eine Enduro solch mickrige Original-Träger anbauen kann... Eigentlich kann ich es mir immer noch nicht so ganz vorstellen, wie ich für ein Jahr aus diesen beiden Koffern mit 35 und 41 Liter Inhalt leben soll – wird schon gehen...muss ja... Als Bürogummi finde ich es ziemlich erstaunlich, wie leicht und trotzdem stabil die beiden Koffer sind. Aus Gewichtsgründen möchten wir auf den Tankrucksack verzichten, auch wenn’s vom Schwerpunkt her sicher vorteilhaft wäre. Ein kleiner wasserdichter Rucksack kommt aber mit, schliesslich werden wir nicht ausschliesslich mit den Bikes unterwegs sein, sondern sicher auch die eine oder andere Wanderung und Ausflug unternehmen..

 

Klein aber Fein

Nicht zu vergessen, die 35mm Lenkererhöhung, die vor- und tiefergelegte Fussrasten, der verkürzten Schalthebel mit Rollenumbau, Schwimmerkammersicherungen für die Vergaser (wieder alles von Q-Tech), Stahlflex-Bremsleitung, Benzinfilter etc. Wenn ich noch ein wenig Münz übrig habe werde ich mir noch eine 320mm Bremsscheibe für die Vordergabel leisten. Ich darf gar nicht denken was mir der Umbau so alles gekostet hat, dafür hätte ich mir glatt ne schöne neue KTM kaufen können.

 

 

Der 3. Januar 2003

Ein Grund zum Feiern. Um 17.10 Uhr gibt die BMW die ersten Lebenszeichen von sich. Den ganzen Tag haben Ralph und ich sie wieder zusammengebaut. So gefällt Sie mir schon einiges besser:

Wie auf den Fotos gut zu erkennen ist, fehlt leider noch immer die Doppelzündung. Die Köpfe mit den beiden Kerzenlöchern sind zwar montiert, es fehlen aber noch die Zündkabel die leider auf den Postweg verlorengegangen sind. Das selbe gilt für die Lenkererhöhung und die Fussrasten.

Hier noch eine Aufnahme des Cockpits. Schön zu erkennen, die BMW-typischen farbigen Schalter. Alleine für den Blinker gibt es drei Schalter, einer Links, einer Rechts und einer für die Neutralstellung – man sollte den Ingenieuren mal einen Tritt in den Hintern geben. Aber die Heizgriffe sind cool bzw. HOT!

9. Januar 2003 sind nun endlich die fehlenden Teile gekommen. Mit einem breitem Grinsen im Gesicht habe ich mein Paket auf der Poststelle in Empfang genommen. Nächsten Samstag folgt nun also die Montage der Fussrasten, Lenkererhöhung, Bremsschlauch vorne, Schwimmerkammersicherungen und am wichtigsten: die Doppelzündung. Anschliessend wird die alles sauber eingestellt und dann geht’s ab auf die erste Probefahrt. Im Moment siehts wettermässig aber übel aus. –8 Grad und Schneefall. Na wir werden sehen.

Ein spannender Moment, aber die BMW gibt sich keine Blösse und springt sofort an. Der Sound ist dumpfer und durch den fehlenden Vorschalldämpfer ein wenig lauter geworden. Die Zündung ist schnell eingestellt und bald läuft der Boxermotor sauber und ohne zu schütteln. Schnell ist eine erste Probefahrt um den Block herum gemacht. Einwandfrei. Kurzer Check, dann geht’s kurz hinauf auf die Waldegg. Musste ich vorher immer ein wenig Orgeln, bis die Fuhre startete ist dies dank der Doppelzündung kein Thema mehr. Die Hubraumvergrösserung macht sich auch sofort bemerkbar, mit einem deutlichen Plus an Kraft stürmt die BMW den Hügel hinauf. Leider ist die Lenkerheizung rechts ausgefallen. Naja, irgendwas musste ja sein.

Inzwischen hat sie bereits 200 km Pannenfrei überstanden – verblüffend. Wir werden ja sehen was die Zukunft noch bringen wird. Im Juni geht’s aber auf jeden Fall noch nach Mugello zum GP-Grandprix. Bin ja mal gespannt wie sie über die Alpen mit den Ducatis und den Kawasakis mithalten kann. Eventuell nehme ich sie diesen Sommer noch mit auf die Reise nach Berlin und Amsterdam, aber das plane ich kurzfristig.

 

 

Februar 2003

Mein Leiden geht weiter. Samstag, 8. Februar 2003. Eigentlich wollte ich nur noch meinen Koffersatz montieren, aber was sieht mein Äuglein da? Ein Plattfuss! Verdammte Scheisse ist noch die netteste Äusserung die da über meine Lippen huscht. Nettes Detail am Rande ist: die Reifen sind schlauchlos, müssten aber einen Schlauch drin haben. Da hat mein lieber BMW-Händler vom Greifensee wohl mehr als nur ein bisschen geschlafen, dass er mir die BMW so verkauft hat. Ein Glück, dass es mir nicht beim Fahren passiert ist. 6 Stunden später bin ich aber wieder in Zürich unterwegs und werde beinahe von einen 5er BMW – PW überfahren. Toller Tag!

Zur Sicherheit habe ich dann später auch noch den vorderen Reifen angeschaut, na toll es wird immer besser, der Schlauch fehlt ebenso. Ausserdem ist der ganze Reifen mit einem verschleimten verklebtem Pannenmittel gefüllt. Die Reinigung der Felge hat mich ne ganze Stunde gekostet, ich bin langsam soweit, dass ich nur schon beim hören des BMW-Händlernamens Müller & Jussel AG einen Wutanfall bekomme – was für eine riesen Scheissladen! Es erstaunt mich wirklich das ein derartig protzig aufgemachtes Geschäft eine derartig miese Werkstatt hat. Aber für mich ist diese BMW die letzte BMW und eine Auto der gleichen Marke werde ich mir nie kaufen, da halte ich meinem Audi auf jeden Fall die Treue!!!

Inzwischen ist auch auch die 320mm Bremsscheibe von HE-Bremstechnik eingetroffen. Sie ist doch einiges grösser als die serienmässige 285er Scheibe. Nach meinen beiden Bremsausfällen mit der Cagiva, bin ich hier auf sicher gegangen. Die grössere Bremsscheibenoberfläche soll ein Überhitzen der Scheibe verhindern. Am liebsten hätte ich mir noch ne neue 4-Kolben Zange bestellt, aber auf meinem Bankkonto herrscht derzeit Ebbe. Die neue Bremsscheibe wird erst Ende Monat montiert, denn mir fehlen noch die Sintermetall-Beläge und ich muss mir auch noch ne längere Stahlflex-Bremsleitung organisieren.

 

 

März 2003

Monatsanfang - bin endlich mal ein wenig zum Fahren gekommen. War zwar nur ein kurzer Ritt um den Zürichsee von etwa 150 km aber immerhin. Richtig Spass hat’s mir nicht gemacht. Eigentlich kann ich’s gar nicht geniessen, denn ich erwarte jede Minute die nächste Panne.

Wegen den tieferen und dadurch auch vorverlegten Fussrasten kann ich kaum noch die Hinterradbremse betätigen. Schuhgrösse 46 und Endurostiefel.... Da muss ich mir noch was einfallen lassen. Die Lenkererhöhung von 35 mm ist dagegen sehr gut. Der Lenker liegt jetzt wirklich optimös in der Hand.

Zum Motor: Die Doppelzündung ist genial beim Starten. Ich muss den Startknopf nur sanft streicheln und die Kiste spring sofort an. Das Getriebe ist immer noch Bockmist, der Schalthebelumbau hat nicht soviel gebracht wie erhofft. Der Siebenrock-Kit macht hingegen sehr viel Spass, denn er bringt doch mehr Bums über das gesamte Drehzahlband. Die Oeltemperatur steigt beim kleinsten Halt aber sofort auf 120 Grad. Auf meinen Thermometer muss ich dieses Jahr ein Äuglein haben.

Das Fahrwerk: Das Handling ist super, die BMW fällt in jede Kurve und zieht einen sauberen Strich. Die Gabel spricht auch sauber an und ist jetzt auch nicht mehr so weich. Beim Anbremsen taucht die PD nicht mehr so tief ein.

Monatsende - Ralph hat mir schnell das Oehlins-Federbein eingebaut. Bin aber nicht grossartig zum fahren gekommen und konnte das Federbein auch noch nicht auf mein Gewicht einstellen.

Ende März, endlich mal einen Tag Zeit und tolles Wetter. Bin ich gleich mal drauflos gefahren. Erst mal dem Rhein entlang, dann um Winterthur herum und ab in den Wald in Richtung Thurbenthal. Ein paar wunderschöne unbefestigte Wege, dann weiter Richtung Liechtenstein und schliesslich über das Appenzell und den Bodensee wieder nach Hause. Es war kaum zu Glauben 400 Pannenfreie Kilometer – gibt’s denn sowas. Vor allem das straffere Oehlins-Federbein ist deutlich zu spüren, hier muss ich mal ein paar Einstellungen ausprobieren. Ich bevorzuge eher eine weiche Abstimmung. Das Feeling unter meinem Hintern passt noch nicht perfekt und irgendwie fehlt mir noch das Vertrauen um wirklich zügig fahren zu können...

 

 

 

 

April 2003

Hier endlich mal ein Bild von beiden BMW R 80 GS. Der Stand ist von Anfang April. Wir (naja ehrlich gesagt nur Ralph...) sind gerade dabei die Vergaser/Zündung einzustellen.

Verglichen mit Ralph’s weissem Umbau sieht meine Paris-Dakar ziemlich gewöhnlich aus. Aber dafür habe ich nach unserer Rückkehr weniger Aufwand beim Vorführen des Motorrades im Kantonalen Strassenverkehrsamt Zürich.

Oehlins: Das Federbein war ab Werk völlig überdämpft. Habe also erst mal die Zug- und die Druckstufe völlig geöffnet. Na also, Federwirkung perfekt und wippt beim fahren schön nach. Bei jeder Runde ums Haus das Federbein um einen Klick abgeändert. Habe es aber sehr weich eingestellt, so wie ich‘s mag. Schliesslich fahre ich hier keine Ducati Monster sondern ne alte Oma. Dann hab ich meine GS gleich mal im leichten Gelände ausprobiert. Erst mal über nen Schotterweg, dann mal Querbeet über ein paar deftige Rillen. Mein Hintern schwebte gleich mal ein paar cm über der Sitzbank aber meine GS lässt sich nicht beirren und pflügt mit ihren vollgetankten 260 Kilogramm unbeirrt durch den Dreck. Nö der Umbau auf WP vorne und Oehlins hinten hat sich vollauf gelohnt. Alles spricht sauber an und solange es keine Sprünge gibt schlägt auch nix durch. Amerika pass auf, wir sind beinahe bereit!

Mitte April. Endlich wieder ein schöner Tag, also gleich mit Freunden auf ner Pizza nach Locarno im italienischem Teil der Schweiz gefahren. Hin und zurück mit kleinen Umwegen durch die schönen schweizer Alpen sind da gleich mal 600 km an einem Tag zusammengekommen. Musste die GS ganz schöne hart rannehmen um mit den mehr als doppelt so starken Kawas, Susis und Ducatis mithalten zu können. Fazit des Tages: meine GS hält, aber sie ist absolut langweilig zum fahren. Absolut gleichmässige Leistungsentfaltung und nirgends ein Leistungsknick. Am meisten stört mich noch immer der fehlende Sound. Ob ich nun mit 3'000 oder mit 7'000 fahre spielt keine Rolle. Sie klingt immer gleich...

 

 

Mai 2003

Derzeit nütze ich das prachtvolle schweizer Frühlingswetter vor allem um meine Kondition mit Mountainbike und Läufe über die Fita-Parcours-Bahn im Wald auf Vordermann zu bringen. Genug Winterspeck habe ich ja noch. Oh shit, meine 97 Kg bringen mich ordentlich ins Schwitzen... keuch...

Zu berichten gibt es derzeit nicht viel. Bei mir hat sich die Halterung für die Federbeinvorspannung los vibriert und der Leerlauf musste ich noch neu einstellen. Zwischendurch tritt ein ziemlich unangenehmer Effekt auf. Die Vergaserschieber gehen manchmal zu langsam zurück, was bei den tollen Bremsen nicht ganz so geil ist. Hätte ich doch beinahe einen Fussgängerin mit auf mein Motorrad genommen...

Ralph war inzwischen mit seiner GS in Nizza. Auf einer Fahrt durch die französischen Alpen hat sich seine Kuh bewährt. Mit seinem Umbauten ist Ralph sehr zufrieden. Nur die zusätzlichen Lufteinlass-Stutzen musste er wieder entfernen. Lief sie damit auf der Autobahn ab 120 Km/h doch viel zu mager. Aber GS sieht toll aus und erregt wo immer sie hinkommt viel Aufsehen. Leider ist Ralph kein grosser Schreiberling und hat mir seinen Umbaubericht noch immer nicht gegeben. Na vielleicht kann er sich doch mal überwinden. Ein Eintrag im Gästebuch oder ein Mail ist da vielleicht eine Hilfe!

 

 

Juni 2003

Hallo BMW-Freude, nein nein keine Angst. Meine GS läuft noch immer. Von Pannen bin ich bis jetzt verschont geblieben. All zu viele Kilometer habe ich aber auch nicht abgespult. Noch immer nicht zufrieden bin ich aber mit den Vibrationen bei 3'000 – 4‘000 U/min. Auch der Leerlauf ist noch immer nicht perfekt. Ralph hat aber noch ein paar Ideen auf Lager. Na mal sehen. Ich werde darüber noch berichten.

Nach seiner Tour nach Südfrankreich, war Ralph mit seiner Kuh nun auch in Italien. Hochzufrieden ist er wieder nach Hause gekommen. Innert kurzer Zeit hat so über 3'000 Kilometer pannenfrei abgespult.

Im Juni habe ich meine Kuh tagtäglich für den Weg zur Arbeit gebraucht. Ist weit, nur gerade +/- 18 km. Der Verbrauch ist aber deftig, nach 400 km muss ich schon auf die Reserve umschalten – der Verbrauch liegt also bei 7.5 Liter, was eindeutig viel zu viel ist.

 

 

Juli 2003

Seit ich die Fussrasten tiefergelegt habe, ist es mir mit meiner Schuhgrösse 46 fast nicht möglich die Fussbremse zu betätigen. Mit meinen Business-Latschen oder Turnschuhen zwar kein Problem, aber mit den Cross-Stiefeln geht’s einfach nicht. Daher habe ich mir noch eine Bremshebelvergrösserung rangeschraubt. Nun passt’s endlich wieder. Bremsen mit Stiefel – null problemo!

 

August 2003

Jeden Tag ist die BMW im Einsatz und keine Pannen (abgesehen von einer gebrochenen Endschaldämpferhalterung). Es ist einfach nicht zu glauben. Dabei bewegen sich die Ausstentemperaturen in einem bereich von 32-37 Grad. Das scheint für mein holländisches Blut doch einiges Ungesünder zu sein als für das Motorenöl meiner Kuh. Ihre Temparatur kletterte nicht ein einziges Mal über die 120 Grad. Ich habe noch die Köpfe heruntergenommen, musste noch eine gerissene Dichtung (von der letzten Demontage) ersetzen, gleich das Ventilspiel kontrolliert, ist aber alles im grünen Bereich. Ralph hat mir noch die Vergaser synchronisiert und nochmals eingestellt. Der Verbrauch ist wieder auf 6.6 Liter gesunken. Liegt aber sicherlich auch an den geringeren Staus in der Stadt Zürich.

Grinsen musste ich allerdings als ich letzthin bei einem alten BMW-Haudegen, alias Lukas Meier, vorbeigefahren bin. Er ist fast ausgeflippt als er mein Motorrad gesehen hat und natürlich hat er gleich eine Probefahrt mit Ihr gemacht. Seinerzeit ist er bei jedem Wetter eine R 80 G/S gefahren, ausgerüstet mit White-Power Federelemten und einem HPN 43 Litertank. Der Verbrauch seiner BMW lag damals immer zwischen 7.5 und 8 Liter. Von der Probefahrt ist er völlig begeistert zurückgekommen. Na wenn das kein schlechtes Zeichen ist...

Im September habe ich endlich Ferien, dann kommt der erste Langstrecken-Test für meine GS. Kann es kaum erwarten, Ferienbericht folgt selbstverständlich!

 

 

September 2003

Endlich mal wieder Ferien. Die Isle of Man Reise im Mai 2002 waren ja meine letzten Ferien. Auch in diesen Ferien geht es in Richtung Norden. Selbstverständlich auf dem Motorrad. Gilt es doch endlich mal eine lange Testfahrt mit meiner Q zu machen. Zuerst nach Berlin, dann zu meiner Familie nach Holland und wieder zurück in die Schweiz. Sollten also so 2'300 Km zusammenkommen. Der Reisebericht folgt sobald ich zurück bin. Hier schon mal der Link:

Berlin 2003

 

3'000 KM OHNE DEN KLEINSTEN DEFEKT!!!!!!!!!!!

Schon schlimm, dass man sich über so was freuen kann ;-) Na aber es war schon ein Aufsteller, dass meine umgebaute Kuh die Autobahntortour so gut überstanden hat. Mein Hintern hat da einiges mehr gelitten, habe wohl noch nicht genug Hornhaut am Allerwertesten! Aber das Fazit der Kurzferien – AMERIKA ICH KOMME!!!!!

 

 

Oktober 2003 - Die Reifenwahl

Noch schnell zur Bereifung: Ich werde für die Reise in Amerika die grobstolligen Conti TKC 80 mit verstärkten Innenschläuchen verwenden. Vorne gibt’s einen 90/90 – 21 Zoll und hinten einen 130/80 – 17 Zoll. 2 Sätze wurden im Juni bestellt. Der erste Satze wollte ich eigentlich Ende November montieren, aber der derzeit aufgezogenen englische Avon-Reifen war schon früher als gedacht am Ende. Der Zweite TKC 80 kommt mit auf die Reise, auch wenn mich das extra Gewicht doch stört.

Ralph tendiert vor allem wegen der langen Strecke in Nordamerika/Mexiko zu seinen jetzt montierten und eher strassenorientierten Metzeler Enduro 4.

An meiner BMW habe ich noch den Luftfilter, den Oelfilter und das Oel gewechselt. Die ersten Kilometer mit den Contis haben mich dann aber doch überrascht. Zu beginn fühlen sie sich etwas kipplig an, aber die Bodenhaftung bei den derzeitigen Temperaturen von +/- 0 Grad ist überaus gut. Auf Schotter halten sie verglichen mit den Avons sensationell. Bei Autobahntempo 140 beginnt sich das Motorrad leicht aufzuschaukeln aber für sowas habe ich sie auch nicht montiert.

 

 

Die Lieferanten.

Die meisten Lieferanten findet Ihr auf meiner Link-Seite. Es ist meistens am günstigsten die Teile jeweils direkt in Deutschland zu ordern. Leider gibt es in der Schweiz keinen BMW-Händler, der über alles Bescheid weiss, also habe ich mir meine Informationen hauptsächlich aus der Fachliteratur, dem HPN-Forum und dem Internet geholt.

 

... und vergesst nicht, mir die Daumen zu drücken damit alles hält...

 

Umrüstung BMW R 80 GS

Stand 03.07.2003

Bestellung bei www.touratech.de

Hoher Kotflügel vorne, schwarz

Nr. 01-040-0221-0

Euro

29.00

Gekauft 07.2002

Breiter Kotflügel hinten, schwarz

Nr. 01-040-0231-0

Euro

100.00

Gekauft 07.2002

Handprotektoren schwarz

Nr. 01-040-0540-0

Euro

96.00

Gekauft 07.2002

1'000 ccm Satz

Nr. 01-040-0900-0

Euro

660.00

Gekauft 12.2002

Dichtungssatz

Nr. 01-040-0902-0

Euro

30.00

Gekauft 12.2002

Schutz Stösselstangen

Nr. 01-040-0903-0

Euro

52.00

Gekauft 12.2002

Koffersystem inkl. Anbausatz

Nr. 01-052-0020-0

Euro

590.00

Gekauft 12.2002

Schlosssatz

Nr. 01-055-0040-0

Euro

31.00

Gekauft 12.2002

2 Zega-Innentaschen

Nr. 01-055-0010-0

Euro

82.00

Gekauft 12.2002

Distanzscheiben Hinterrad

Nr. 01-040-0258-0

Euro

16.00

Gekauft 04.2003

Hochgelegte Hinterradbremse

Nr. 01-040-0254-0

Euro

80.00

Gekauft 07.2002

Bestellung bei www.zach.de

Auspuffverbindungsstück

kein

Euro

220.00

Gekauft 07.2002

Bestellung bei www.he-motorradtechnik.de

Bremsscheibe 320 mm

kein

Euro

225.00

Gekauft 02.2003

Bestellung bei

www.q-tech.de

Doppelzündung

Nr. 124

Euro

429.50

Gekauft 11.2002

Fussrasten 3cm tiefer

Nr. 740

Euro

102.00

Gekauft 11.2002

Schwimmkammernfangseil

Nr. 741

Euro

20.00

Gekauft 11.2002

Lenkererhöhung 35mm

Nr. 755

Euro

30.00

Gekauft 11.2002

Bestellung bei www.wunderlich.de

Ölkühlerkit Mitte komplett

Euro

75.00

Gekauft 09.2002

Ölkühlerschutz

Euro

45.00

Gekauft 10.2002

Gabelfedern White Power

Euro

100.00

Gekauft 10.2002

Gabelöl

Euro

15.00

Gekauft 10.2002

Teflon Zusatz für Gabel

Euro

20.00

Gekauft 10.2002

Kupplungsscheibe Lucas verstärkt

Euro

72.00

Verstärke Schläuche für Reifen

Euro

100.00

Benzinfilter 2 Stück Metall

Euro

30.00

Gekauft 02.2003

Benzinschlauch-Schnellverbinder

Euro

19.50

Spannungsverteiler

Euro

30.00

Gekauft 02.2003

Ölwannenzwischenring inkl. 2 Dichtungssätze

Euro

100.00

Gekauft 09.2002

Diverse Lieferanten:

Federbein Hinten Oehlins

Arrigoni AG

Zürich

Euro

580.00

Gekauft 01.2003

Reifen vo + hi Conti TKC 80

Rikag AG

Zürich

Euro

165.00

Gekauft 07.2003

Reifen vo + hi Conti TKC 80

Euro

165.00

Gekauft 07.2003

1 Satz Kupplungs + Bremshebel inkl. Kabel

Wunderlich

Euro

100.00

Gekauft 07.2003

Pannenset Reifen

Touratech

Euro

80.00

Euro

4'489.00

sFr.

7'182.40

 

 

 

 

 

Reiseseite Bekleidung Ralph’s BMW Links

 

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