Nachhaltiges Kaputtmachen mit Claudia Kemfert

[Die müssen sterben, wenn wir leben wollen]

von Sebastian Biehl* (Die Achse des Guten, 23. April 2024)

Bilder, Anmerkungen und ergänzende Links: Nikolas Dikigoros

Nur scheinbar zufällig wurden am selben Tag sowohl der Artikel zu Robert Habecks grünen Energievisionen für die Ukraine und von Claudia Kemfert zum Abbau der Gasnetze im Focus veröffentlicht. Beide passen wie zwei Puzzlestücke ineinander.

Der Begriff der "schöpferischen Zerstörung" kommt aus der Wirtschaftstheorie und geht auf den Ökonomen Joseph Schumpeter zurück. (Anm. Dikigoros: Nein, auf Nietzsche, und der hat es von den Shiwaïten!) Er besagt, dass jede wirtschaftliche Neuerung das Alte zerstört, und das dies auch nötig sei, um das Neue zur Entfaltung zu bringen. Vor allem der Kapitalismus lebt von der schöpferischen Zerstörung.

Ähnlich denkt es vermutlich auch in Claudia Kemfert, ihres Zeichens Professorin für Energie-Ökonomie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, als sie gemeinsam mit Jan Rosenow ein Stück zum Gasnetz-„Rückbau“ schrieb (wir hatten berichtet, das Augsburg als erste Stadt sein Gasnetz abbauen will). Etwas schulmeisterlich meinte sie, die Leute sollen sich nicht so haben mit der Zerstörung des Gasnetzes, das ist eine veraltete und bald unbrauchbare Infrastruktur. Und im Sinne der schöpferischen Zerstörung, wo sich die Zukunftstechnologie der Wärmepumpe angeblich immer mehr durchsetze, belaste der Schrott einer vergangenen Ära ja nur. Für die Verbraucher sei es sogar eine gute Nachricht, wenn die Gasnetze abgebaut werden (so wie gerade auch die letzten Atomkraftwerke), denn sonst müssten immer weniger Nutzer einer Gasheizung immer mehr aufwenden, um die Infrastruktur instandzuhalten. Ab 2045 brauche diese sowieso niemand mehr, denn dann bricht endlich die klimaneutrale Zukunft ohne Gas, Kohle, Öl (und Strom) an. Wie falsch man mit solch kategorischen Zeitplänen der Dekarbonisierung liegen kann, bewies erst kürzlich der schottische First Minister Hamza Youzaf.

Damit keiner auf die Idee käme, durch die Gasnetze könne man ja auch etwas anderes als Gas pumpen und deshalb sollten sie erhalten werden, belehrt uns Frau Professor Kemfert gleich, dies sei ein „Mythos“: für Wasserstoff seien diese nicht geeignet. Einmal sagte sie sogar etwas, was auf der Achse auch bereits geschrieben wurde, nämlich dass die Herstellung von Wasserstoff aufwändig sei, viel Strom und Wasser verbrauche und für den Einsatz im Wärmebereich ineffizient und teuer sei. Hat sie sich da mit Robert Habeck abgesprochen, der derweil von der Einfuhr grünen Wasserstoffs aus der Ukraine träumt?

Die Ukraine nimmt Deutschlands Energie-Zukunft vorweg

Habeck denkt auch in den Parametern der schöpferischen Zerstörung, diesmal nicht für Deutschland, sondern für die Ukraine, die er vor kurzem besuchte in seiner Funktion als Vizekanzler, Wirtschafts-, Klima-, Energie-, Weltrettungs- und Neben-Außenminister (ausführliche Würdigung des Besuches hier). Dort braucht es keine Claudia Kemfert, die die begriffsstutzigen Bürger überreden muss, die Infrastruktur zum Wohle der Zukunft zu opfern, hier erledigt Russland diese Arbeit. Wenn dann alles kaputt ist, dann wäre die Ukraine das ideale Versuchskaninchen für eine neue, nachhaltige Energieproduktion, nicht nur für sich selbst, sondern auch für Europa.

Während man in Deutschland nach der Methode Schienenwolf noch einiges zu zerstören hat, und Claudia Kemfert wortgewandt und natürlich immer mit der Sorge um die einkommensschwachen Haushalte im Prinzip sagt: „Macht die Infrastruktur kaputt, bevor ihr für ihre Erhaltung zahlen müsst“, erledigt in der Ukraine diese Arbeit praktischerweise Russland. Die alte Energieinfrastruktur wird kaputtgebombt und Deutschland baut dann die grüne Energiezukunft für die Ukraine mit Windrädern und Solarfarmen.

Apropos Rückbau: Vor nicht allzu langer Zeit standen in vielen ostdeutschen Städten unbenutzte Plattenbauten herum, weil die Städte massiv schrumpften. Durch systematischen Rückbau, also Vernichtung von Wohnraum, den damals keiner brauchte, wurden schöne, neue Grünanlagen geschaffen. Auch damals hatte man die Vision einer lebenswerteren Stadt mit mehr Erholungsfläche für weniger Menschen, weil man davon ausging, dass die damalige Tendenz des Wegzugs aus der Stadt und der Schrumpfung der Bevölkerung, gerade in Mittel- und Ostdeutschland, beliebig weitergehen würde. Das war noch bevor Städte ab etwa 2010 wieder richtig hipp wurden und dann ab 2015 Flüchtlinge/Neubürger/Fachkräfte ins Land strömten und seither überall nach Wohnraum gesucht wird. Plattenbauten wären jetzt viel besser zur Unterbringung geeignet als Turnhallen, Hotels, Wohncontainer und Zelte. Die Zukunft ist bekanntlich unvorhersehbar, und Zukunftsforscher liegen in etwa so oft falsch wie Astrologen und Handleser. Das heißt, auf heute bezogen, dass man keine Infrastruktur vernichtet, nur weil es aus heutiger Sicht demnächst nicht mehr gebraucht wird.


*Sebastian Biehl, Jahrgang 1974, arbeitet als Nachrichtenredakteur für die Achse des Guten und lebt, nach vielen Jahren im Ausland, seit 2019 mit seiner Familie in Berlin.


LESERPOST
(ausgewählt und z.T. leicht gekürzt von Dikigoros)

S.Buch (23.04.2020):
[...] Wir dürfen allerdings gespannt sein, wie viel von der Ukraine für den Wertewesten noch übrigbleiben wird, damit Habeck seine grünen (Alb-) Träume auch dort verwirklichen kann. Ich für meinen Teil gehe davon aus, dass Putin dort wesentlich mehr aufzubauen hat - und es werden sicher keine Solar- und Windkraftindustrie-Anlagen sein.

Manfred Pelowski (23.04.2024)
[...] Kann die "noch und nöcher"-Professorin wiklich so dumm sein? Wie kann man die alten, zuverlässigen Brunnen zuschütten, während man dabei ist, nach Stellen zu suchen, wo man neue graben könnte? Und selbst wenn diese eines Tages Wasser liefern könnten, ist schon heute sicher, dass Champagner billiger wäre. Dass Deutschland sich abschafft, hielt ich damals für eine Übertreibung Thilo Sarrazins. Heute ist es klar, "man" ist schon weit auf diesem Wege.
(Anm. Dikigoros: Nein, nicht "Deutschland" schafft sich ab, auch nicht die "Deutschen" schaffen sich ab, sondern eine kleine, verbrecherische Judenclique will Deutschland und die Deutschen [und Rußland und die Russen] abschaffen. Welchen Satz legte einst der Renegat [Jude, der keiner sein wollte, weil er sich dessen schämte] Ernst v. Salomon in "Der Fragebogen" - dem ersten deutschen Nachkriegs-Bestseller - einem US-amerikanischen Besatzungsoffizier in den Mund: "Das größte Verbrechen der Nazis war, daß sie die Juden nicht wirklich ausgerottet haten!" Selbstverständlich wurde dieser Satz inzwischen aus den Neuauflagen - die es, oh Wunder, immer noch gibt! - vom Zensor gestrichen.
PS: Putins Mutter - nach den mosaïschen Rassegesetzen zählt allein die matrilineare Abstammung - war eine geborene Salomon [russ.: "Schlomonowa"]; dieser Clan Stamm scheint nicht nur einen Renegaten hervor gebracht zu haben :-)

Gerard Doering (23.04.2024)
Danke an die Alliierten, dass sie im zweiten Weltkrieg Deutschland in Schutt und Asche legten, es war dementsprechend eine schöpferische Zerstörung. Und da Putin nicht so richtig loslegt müssen wir diese schöpferische Zerstörung im eigenen Land selbst durchführen. Dazu benötigen wir ständig Fachkräfte, die einer großen Transformation in Richtung Islam stets aufgeschlossen erfechten. Es muss ja alles keine Verschwörungstheorie sein, jedoch ist es ein Selbstläufer geworden, und wir müssen solche Leute dringend abwählen.
(Anm.: Schlechter Inhalt in ebenso schlechtem Deutsch - paßt! Eine Abwahl ist nicht möglich - Dikigoros schreibt dazu an anderer Stelle mehr, ebenso zu den daraus folgenden Konsequenzen.

S. Wietzke (23.04.2024):
"Das heißt, auf heute bezogen, dass man keine Infrastruktur vernichtet, nur weil es aus heutiger Sicht demnächst nicht mehr gebraucht wird."
Das ist im vorliegenden Fall so nicht richtig, da aus historischer Erfahrung klar ist das in der angestrebten Steinzeit keinerlei Infrastruktur benötigt wird. Genau das definiert ja erst die Steinzeit [...] und die Wählerschaft der Einheitsfront der grünen Khmer.

Sabine Ehrke (23.04.2024)
Es wird solange weitergehen, bis alles in Schutt und Asche liegt. Das sagt man übrigens auch vom anstehenden Jüngsten Tag. Wer an Rettung durch irdische Demonstrationen, Wahlen oder Alternativmedien glaubt, sei an das Bauern-Protestchen erinnert, bei welchem die Deutschen ihre Unfähigkeit zur Solidarität, Einheit und Wehrhaftigkeit großartig zur Schau gestellt haben. Vom Corona-Faschismus mit 2/3 passiven und aktiven Mitmachern ganz zu Schweigen.
(Anm. Dikigoros: Was soll diese dümmliche Verunglimpfung des Fascismus? Richtig wäre "Corona-Demokratismus"! Kein Fascist, kein Nazi und kein Kommunist hätte den Versuch gewagt, etwas auch nur annähernd so mörderisches zu errichten wie die moderne Corona-Diktatur unter dem Deckmantel der Demokratie!

Markus Knust (23.04.2024):
Ich vertrete schon länger die Theorie, dass die Grünen nicht nach den Leeren (mit Doppel-e) Maos vorgehen, sondern sich eher an Pol Pot orientieren. Dieser dürfte den meisten Lesern vor allem als Massenmörder und Despot bekannt sein. Dabei war dieser Mensch vielschichtig, was kranke Ideologien betrifft. Mao besaß zerstörerische Kreativität im Übermaß, allerdings war sein Ziel doch ein modernes und technologisch überlegenes China - ob das mit den üblichen Mitteln des Sozialismus möglich ist, steht auf einem anderen Blatt. Pol Pot hingegen präferierte ein anderes Vorgehen. Er glaubte nämlich, man müsse den einzelnen Menschen, wie das gesamte Land, zunächst auf das Existenzminimum herunter morden, inklusive der kompletten Bildungsschicht, und deindustrialisieren. Erst auf den Ruinen könne man, so Pot, den wahren Sozialismus errichten. Genauso lautet die Erzählung der Grünen, wobei man natürlich auch nicht außer Acht lassen darf, dass diese Kader noch jemandem verpflichtet sind. Ihren Lehnsherren in Washington etwa oder den Finanz-Eliten, etwa in Davos. Wirklich faszinierend finde ich die Resonanz, wenn man mit Grünen-Anhängern spricht. Es ist mir leider unbegreiflich, wie eine derart technologie,- und wissenschaftsfeindliche Partei, mit esoterischem Fundament, sich als fortschrittlich vermarkten kann. Und das bei Weitem nicht nur unter den Anhängern, die sich Sekten-ähnlich verhalten. Kratzt man auch nur ein wenig an der Oberfläche, wird man schnell gewahr, dass die Grünen z.B. bereits in den 1980ern Sturm gegen PC`s in Büroräumen liefen oder den Transrapid verhinderten. Kempfert dagegen ist ein Mietmaul, und die finden immer zufällig das heraus, was ihren Geistesgenoss*Innen dienlich ist...
(Anm. Dikigoros: Das ist schlechtes Dummdeutsch. Gutes Dummdeutsch wäre "Zeitgenießenden" oder - noch besser - "Zeitgenießend*innen" :-)

Rainald Dassel (23.04.2024):
Menschen wie Frau Kemfert gab es einige in der deutschen Geschichte. Egal welche Geschichte sie erzählen, es geht ihnen nur um sich selbst, Rechthaberei, Selbstdarstellung, Eigenlob. Unangenehm und unpassend in einer Demokratie. Jahrelang hat sie sich krampfhaft bemüht, alle Meinungen als Wissenschaft zu verkaufen [...] Kein Wunder dass viele Menschen besonders von Grünen und ihren Apologeten nicht mehr hören wollen.


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