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*Politisch-korrekte Geschichts-Klitterer behaupten gerne, Ley sei wegen seines Antisemitismus und/oder Alkoholismus von Bayer gekündigt worden. Das ist jedoch wenig glaubhaft: Antisemitismus war damals weder bei Bayer noch sonst irgendwo ein Kündigungsgrund - es herrschte insoweit Gedankenfreiheit. Leys viel zitierter Alkoholismus dürfte damals noch nicht so kraß gewesen sein wie ab 1933, als er im Volksmund zum "Reichstrunkenbold" avancierte (in der Karikatur der acht vermeintlich wichtigsten Männer des "Dritten Reichs" 2. von rechts zwischen
Himmler,
Ribbentrop und
Rosenberg).
Insbesondere dürfte Leys Alkoholismus entgegen diverser Vermutungen nicht schon bis auf die Gefangenschaft im Ersten Weltkrieg zurück gehen: In französischen Gefangenenlagern wurde kein Alkohol ausgeschenkt, geschweige denn in solchen Mengen, daß man davon abhängig wurde. Leys Handschrift ist in den 1920er Jahren jedenfalls alles andere als die eines Alkoholikers. Wahrscheinlich ist vielmehr, daß er bei Bayer kündigte, um hauptamtlicher NS-Funktionär zu werden. Außerdem war es damals nicht üblich, daß sich Landtags- und Reichstags-Abgeordnete "nebenbei" gegen Gehalt in der Farma-Industrie betätigten - obwohl Bayer gerade solchen einflußreichen Leuten schwerlich von sich aus gekündigt hätte. ("Beraterverträge" für Parlamentarier gab es noch nicht :-)
**Über dieses Projekt ist im Nachhinein ungeheuer viel "politisch korrekter" Unfug geschrieben worden, etwa: Die Autobahnen wurden nur gebaut, damit darauf Panzer rollen konnten; das VW-Werk wurde nur gebaut, damit man dort Kriegsgüter produzieren konnte; die Konten, auf denen "Volksgenossen" monatlich 20.- Reichsmark ansparen sollten, um später einen VW zugeteilt zu bekommen, waren von Anfang an darauf ausgelegt, ihnen in betrügerischer Art und Weise das Geld aus der Tasche zu ziehen, d.h. "Kaufkraft abzuschöpfen", usw.
Ein Treppenwitz ist, daß die Besatzer nur deshalb die Wiederaufnahme der Produktion schon im Juli 1945 - also zwei Monate nach der Kapitulation - gestatteten (während überall sonst in Deutschland die nicht vollständig durch alliierte Bombardements zerstörten Werke demontiert und nach England geschafft wurden - noch bis 1951), weil sie den "VW", verglichen mit britischen Automobilen, für "minderwertig" hielten - so etwas konnte man den Deutschen ruhig lassen. Ein noch größerer Witz ist, daß die Arbeitersiedlung bei Fallersleben ebenfalls im Juli 1945 in "Wolfsburg" umbenannt wurde, nach Hitlers privatem Spitznamen "Wolf". (Eine "Wolfschanze" gab es ja nun nicht mehr :-) ***Wiewohl der Mörder - ein gewisser David Frankfurter - ein Jude war, der aus Haß auf Deutschland im allgemeinen und den National-Sozialismus im besonderen gehandelt hatte, tat die Reichsregierung alles, um spontane Ausschreitungen gegen Juden in Deutschland zu verhindern bzw. schon im Keim zu ersticken. Die Tat wurde von dem Schweizer Juden Schlemil Cohn - der unter dem Falschnamen "Emil Ludwig" publizierte - auf besonders widerwärtige Art und Weise verherrlicht ("wie David den Goliath erschlug"), was noch nicht vergessen war, als zweieinhalb Jahre später ein polnischer Jude einen deutschen Diplomaten in Frankreich ermordete; im Anschluß daran kam es zur "Reichskristallnacht". ****Die Jahreszahl "1937" auf dem verlinkten Videoclip ist falsch. Die Tradition wurde 6 Jahre nach Kriegsende in Neustadt/Holstein wieder aufgenommen, auf Anregung von Menschen, die - wie Dikigoros' Großeltern väterlicherseits - dem alliierten Bombenterror aus Hamburg dorthin entflohen waren. Statt fand die Veranstaltung in den 1950er Jahren alljährlich, in den 1960er Jahren als Biennale und seit den 1970er Jahren nur noch alle drei Jahre in der ersten Augustwoche. (Sie hieß zunächst "Deutsche Trachtenwoche", seit 1952 "Europäische Trachtenwoche", im Volksmund einfach "Trachtenwoche"; im 21. Jahrhundert wurde sie durch ein neumodisches "Folklore-Festival" ersetzt). Dikigoros, der als Kind die Sommerschulferien stets dort verbrachte, denkt immer gerne daran zurück.
Angesichts des letzten Plakats kann sich Dikigoros den Hinweis nicht verkneifen, daß vor Ort niemand auf die Schnaps-Idee gekommen wäre, die Neustädter Bucht nach einer Stadt zu benennen, die gar nicht an derselben liegt, sondern viele Kilometer landeinwärts. (Man sagt ja auch nicht "Travemünder Bucht", obwohl das wenigstens dort liegt :-)
*****Über die genaue Zahl der Todesopfer wird bis heute ein müßiger Streit geführt; es dürften ca. 9.000 gewesen sein. Marinesko wurde nach dem Krieg unehrenhaft aus der Roten Marine entlassen, da er den schweren Kreuzer "Admiral Hipper", der ihm wenige Minuten nach der "Wilhelm Gustloff" vor die Rohre kam, unbehelligt entwischen ließ. (Er hatte sich verschossen, d.h. alle Torpedos an die W.G. verschwendet. Eine Woche später versenkte er, neu munitioniert, auch das Flüchtlingsschiff "Steuben".) Erst 1990 wurde er auf Veranlassung von
Michail Gorbatschow
posthum rehabilitiert und zum "Helden der Sowjet-Union" ernannt; ferner wurde ihm in
******Noch weiter als die Erfindungsgabe der Drehbuchautoren von 1959 reicht die des BRDDR-Staatssenders ZDF, der 2015 in der Überzeugung, daß 70 Jahre nach dem Untergang kein Überlebender mehr die Wahrheit kennt, ein Machwerk ausstrahlt, wonach die "Wilhelm Gustloff" nicht etwa Flüchtlinge transportierte, sondern vielmehr "Bedienungsmannschaften für V-Waffen", mit denen die bösen Nazis die Welt erobern wollten. Die Sowjets hätten davon gewußt und das Schiff daher bevorzugt angegriffen. (Dikigoros erinnert das stark an die Verdrehung der historischen Tatsachen im Falle der "Cap Arcona", die wenig später von alliierten Terror-Bombern versenkt wurde.) weiter zu Ernst Röhm zurück zu Politiker des 20. Jahrhunderts heim zu Von der Wiege bis zur Bahre |