Woher kommt die Klimawandel-Angst?

von Wolfgang Meins (Die Achse des Guten, 13. August 2024)

Anmerkungen & ergänzende Links: Nikolas Dikigoros

Welche Persönlichkeitsstrukturen haben eigentlich Umweltaktivisten? Sind sie wirklich so selbstlos und besorgt um die Zukunft der Erde, oder haben sie in Wahrheit andere Beweggründe?

[...] Ausgangspunkt meiner aktuellen Recherche war eine Meldung, in der es um die aktuelle Jugendstudie der Barmer Ersatzkasse ging. Dort hatte man offensichtlich eher unerwartete Ergebnisse zutage befördert: Das Thema Klimawandel habe unter Jugendlichen an Relevanz eingebüßt - im Vergleich zu den Barmer-Studien 2021 und 2022. (Anm. Dikigoros: Das ist wie mit dem "unerwarteten Ergebnis" der von den Karlsruher Purpuräffchen eröffneten Möglichkeit, als sein juristisches Geschlecht "divers" zu wählen, von der anno 2022 in der BRDDR ganze 959 [neunhundertneunundsechzig] Personen Gebrauch machten :-) Interessant! Was also hat diese Studie genau zu bieten?

Befragt wurden im Herbst letzten Jahres insgesamt 2.003 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, wobei diejenigen mit einem - bereits erfolgten oder angestrebten - höheren Schulabschluss deutlich überrepräsentiert waren. "Sehr wichtig" ist das Thema Klimawandel demnach nur noch für 47% der Befragten, 2022 waren es dagegen 59%. "Große Angst" vor dem Klimawandel kreuzten aber immer noch 36% an. Hier kam es im Vergleich zu 2022 lediglich zu einem Rückgang von 3 Prozent. Die Furcht vor klimawandelbedingter Migration stieg dagegen auf 20%, was im Vergleich zu 2022 nahezu einer Verdoppelung entspricht. (Anm. Dikigoros: "Klimaschutz und Migration" ist eines der Lieblingsthemen von W.M. - vielleicht haben seine Artikel sogar etwas zu dieser Fast-Verdoppelung beigetragen?!? :-)

Aber es gibt natürlich auch eher putzige Ergebnisse. So steht für die Jugendlichen - bei insgesamt elf vorgegebenen gesundheitlichen Folgen des Klimawandels - die Sorge vor tropischen Erkrankungen in Deutschland ganz oben. Immerhin 25% der Befragten treibt diese Furcht um. Aus einer rationalen medizinischen Sicht ist das unbegründet. Aber wahrscheinlich gibt es eindrucksvolle und propagandistisch gut gemachte Unterrichtsmaterialien - Stichwort: Tigermücke -, die besonders, aber nicht nur, bei medizinisch Unbedarften verfangen. Als Gegenmittel könnte vielleicht eine Unterrichtseinheit z.B. zu folgendem Thema hilfreich sein: Warum gibt es beispielsweise in der subtropischen australischen Millionenstadt Brisbane und ihrem Umland kaum sog. tropische Erkrankungen bzw. die entsprechenden Erreger, obwohl es dort im Jahresdurchschnitt doppelt so warm ist wie z.B. in Hamburg und sogar noch etwas mehr Regen fällt? Hier nur die Kurzantwort: Weil es sich bei Temperatur und Niederschlag eben nur um Teilbedingungen handelt.

Je größer das Unwissen, desto stärker die Angst?

Was lag also näher, als mal etwas genauer zum Thema Klimawandel-Angst zu recherchieren? Dabei stieß ich dann zügig auf eine gleich in mehrerer Hinsicht interessante aktuelle Studie, in der es um die Bedingungen geht, die die Entstehung von "Klimawandel-Angst" begünstigen. Die Ausgangsthese der beiden Autoren lautet: Je größer das Unwissen zum Thema Klimawandel und anderen Umweltthemen, desto stärker die Klimaangst, je informierter, desto geringer.

Untersucht wurde eine nicht ganz repräsentative Stichprobe von gut 2.000 Erwachsenen ab 18 Jahren in Deutschland, im Mittel 47 Jahre alt, damit etwas älter und zudem deutlich besser ausgebildet, als es der Repräsentativität entspricht. Die Autoren konnten ihre Hypothese zwar bestätigen - Unwissende sind tatsächlich klimaängstlicher -, aber so ganz zu überzeugen vermag dieses Ergebnis aus mehreren Gründen nicht. Abgesehen von der fehlenden Repräsentativität der Stichprobe war nämlich Angst vor dem Klimawandel für die allermeisten überhaupt kein Thema.

Bei einem Bereich der Angstskala von 1 (keine Angst) bis 7 (starke Angst) lag der Wert, der die Verteilung halbiert (Median), lediglich bei 1,6. Angst vor dem Klimawandel ist demnach bei Erwachsenen ganz überwiegend kein relevantes Thema. Der deutlich stärkste Risikofaktor für die Entstehung einer Angst vor dem Klimawandel war im Übrigen - wie auch nicht anders zu erwarten - eine Persönlichkeitsstruktur, die durch ein geringes Ausmaß an emotionaler Stabilität bzw. ein hohes Ausmaß an Neurotizismus gekennzeichnet ist. Also der Personenkreis, der ohnehin besonders empfänglich ist für Ängste jeglicher Art.

Machiavellismus und Narzissmus

Kürzlich ging es bei Achgut um die Bedeutung von Persönlichkeitsaspekten in der Politik, genauer: um die sog. dunklen Seiten der Persönlichkeit. Gemeint sind damit drei sehr spezielle, sozial unerwünschte Facetten, die in der Persönlichkeitspsychologie als "dunkle Triade" zusammengefasst werden.

Ihr gemeinsamer Kern liegt in emotionaler Kälte, also einem Mangel an Empathiefähigkeit. In einer aktuellen deutschen Studie wurde nun geprüft, ob zwei dieser dunklen Seiten - Machiavellismus und Narzissmus - eine bedeutende Rolle auch für das Engagement von Umweltaktivisten spielen.

Untersucht wurde dazu eine Teilstichprobe aus der eben besprochenen Klimawandel-Angst-Studie. Eingeschlossen wurden jetzt nur diejenigen, die einer Beschäftigung nachgingen. Das Kernergebnis belegt, dass Umweltaktivismus sich in der Tat zu einem nennenswerten Anteil, nämlich etwa zu einem Viertel, aus eben diesen beiden dunklen Persönlichkeitszügen speist. Persönlichkeitszüge wie ein (narzisstisch) überhöhtes Selbstbild oder auch arrogant-dominante Verhaltensweisen sind also unter den Umweltaktivisten ebenso überrepräsentiert wie die Neigung, andere zu manipulieren und zu belügen oder ihnen auch zu schmeicheln, um den eigenen Willen durchzusetzen. (Anm. Dikigoros: auch bezeichnet als "Tyrannei der Wehleidigen" oder - auf Germenglish Schlechtdeutsch Neudeutsch - einfach als "Wokeness".)

Lügen für die gute Sache

Vor diesem Hintergrund kann also durchaus vermutet werden, dass auch bei aktivistisch gesinnten Klimawandel-Wissenschaftlern Persönlichkeitseigenschaften aus der dunklen Triade überrepräsentiert sind, um der Sache oder auch dem eigenen Fortkommen zu dienen. Die Bühne für eine besonders erbärmliche Darbietung dieser Art bietet ausgerechnet die Helmholtz Gemeinschaft. Nach Eigenaussage handelt es sich bei dieser Gemeinschaft um eine Einrichtung der Spitzenforschung in Deutschland, mit 18 Zentren, gut 40.000 Mitarbeitern und einem Budget von beachtlichen 6 Milliarden Euro.

Diese Gemeinschaft leistet sich seit einigen Jahren auch eine Agit-Prop-Abteilung zum Thema Klimawandel - mit dem sinnigen Namen "Klimainitiative". In deren Beitrag "Ist der Klimawandel wirklich (so) schlimm?" - zuletzt aktualisiert im Dezember 2022 - geht es auch um Medizinisches. Im Kapitel Gesundheit heißt es beispielsweise:

"Wenn im Zuge der Erderwärmung die Zahl von extrem kalten Tagen zurückgeht, dürfte auch die Zahl der Kältetode sinken, vor allem in nördlichen Breiten. Doch im Gegenzug droht durch heißere Sommer eine steigende Zahl von Hitzetoten. Und deren Zunahme wird wahrscheinlich stärker ausfallen als der Rückgang der Kältetoten."

Selbst wenn sich die temperaturabhängigen Todesfälle in diese Richtung entwickeln sollten - wofür es bisher allerdings keine soliden Hinweise gibt -, dürfte sich an dem Verhältnis von Kälte- zu Hitzetoten nur wenig Substantielles ändern, denn Kältetote kommen weltweit 17-mal häufiger vor als Hitzetote, wie bereits 2015 publiziert. Für Europa ermittelte eine aktuelle Untersuchung ein Verhältnis von 10 zu 1. Natürlich kennen auch die Helmholtz-Propagandisten diese Studien, aber sie haben erkennbar keinerlei Skrupel zu suggerieren, dass Hitzetote unser Hauptproblem seien. Vielleicht sollte sich die psychologische Forschung auch einmal mit der Persönlichkeitsstruktur von Wissenschaftlern befassen, deren Karriere wesentlich vom Konstrukt des menschengemachten Klimawandels getragen wurde und wird.


Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Meins ist Neuropsychologe, Arzt für Psychiatrie und Neurologie, Geriater und apl. Professor für Psychiatrie.


LESERPOST
(ausgewählt und z.T. leicht gekürzt von Dikigoros)

Andreas Mertens (13.08.2024)
",,,, Vielleicht sollte sich die psychologische Forschung auch einmal mit der Persönlichkeitsstruktur von Wissenschaftlern befassen..."
Anderer Ansatz: "Vielleicht sollte "man" gewissen "Wissenschaftlern", die auf den ÖRF-Strich gehen, mal die "Abreibung" ihres Lebens verpassen. Sowas sorgt für einen klaren Kopf und einen schmalen Fuß. Mir fallen da sofort zwei Physiker und ein Arzt ein, die besonders aus der Masse der Weltuntergangspropheten herausragen und gegen GEZahlung jedem sich bietenden Mikrophon einen pseudo-wissenschaftlichen Blowjob geben. (Anm. Dikigoros: Nur ein Arzt? Und was heißt denn schon "Abreibung"? Es ist doch noch genügend mRNA-Plörre aus dem von Röschen Gladson für viele Millarden angeschafften EU-Vorrat übrig - und das Zeug wirkt, mehrmals gespritzt, ultimativ!)

Gabriele Klein (13.08.2024)
Zu den "Hitzetoten": Die Nummer mit den Hitzewarnungen dürfte bei den etwas Älteren nicht ziehen. Ich entsinne mich, dass an die 40° und leicht darüber in den 1970ern/1980ern nichts Außergewöhnliches waren. Damals kam man auch ohne Hitzealarm aus und wußte, was zu tun war [...]

Holger Büchert (13.08.2024)
[...] Die „dunkle Triade“ dürfte wohl bei Vertretern aller Parteien überrepräsentiert sein. Allerdings glaube ich auch, dass im Umweltaktivismus diese Portion nochmals deutlich höher sein müsste [... und daß] Frauen hier - warum auch immer - einen leichten Überhang haben [...], ein Thema, dass sicherlich einer Vertiefung bedarf. Es würde auch enorm helfen, die Umweltbewegung, da wo es nötig ist, zu diskreditieren. Es wird ohnehin mit harten Bandagen gekämpft. Zeit, die Samthandschuhe auszupacken. (Anm. Dikigoros: H.B. meint wohl, "einzupacken". Aber die Gretchenfrage ist doch eh vom Tisch, seit die arme Irre aus Skandinavien sich von ihren Hintermännern/frauen/diversen die falschen Sprüche zum Gaza-Konflikt - der so wenigstens zu etwas gut ist - hat eintrichtern lassen. Seitdem ist sie so gut wie gecancelt, und das ist ja auch gut so :-)

B.Jacobs (13.08.2024)
Da mag es sicher einige [jugendliche Schüler] geben, die sich von Hysterie anstecken lassen. Bio, Geschichte [...], schlimmere politisch ideologische Bestrahlung als in der DDR. Doch die meisten, die niemals hart arbeiten wollen, nur Spaß haben, nehmen die Werbung "kostenloser Transit und 50 Euro pro Stunde kleben" gerne an, Straßenverkehr wurde zum Klassenkampfgebiet. In einem normalen Land [...] würde man die als Schadensverursacher für die Volkswirtschaft verklagen [...] (Anm. Dikigoros: Wozu? Bei denen wäre doch eh nichts zu holen von wegen Schadenersatz. Aber man würde sie wegsperren, und zwar nicht einfach nur so für ein paar Jahre ins Gefängnis, sondern in die Klapse, bis sie geheilt sind - also ad calendas graecas!) Aber rotzfrech in den Urlaub als Umweltsünder fliegen und im Winter hinter dem warmen Ofen sitzen und meist von Sozialgeld leben. Identitätsfeststellung gibt es kaum, um diesen Schmarotzern auf den Pelz zu rücken. Manche sind auch zu doof zu begreifen, das der Bürger löhnen soll für [...] Politiker mit Vielfliegerei und der Raffgier grüner Ideologie [...]

Helmut Driesel (13.08.2024)
Ich nehme an, dass die eingewanderten Schädlinge in Land- und Forstwirtschaft alle ausstehenden Fragen des Klimawandels beantworten werden. Für Tropenkrankheiten bei Mensch und Tier haben wir ja die Tropeninstitute und auch das RKI. Wie schön. Andererseits kann man fragen, was haben die Regierungen der letzten 10 Jahre gegen die übermäßige Hitze an heißen Sommertagen unternommen? Nichts! Das war außer in den wirren Tagträumen von Minister Lauterbach kein Thema. Da kann es mit der Klimaangst auch nicht so ernst sein. Das ist eben der Gaul, der derzeit allgemein geritten wird. Ein normaler Sommer und Winter und alle haben vergessen, was Klimaangst war. (Anm.: Die milden Sommer und Winter der vergangenen Jahrzehnte waren eben nicht "normal", sondern Ausnahmen. Als Dikigoros jung war - und seine Eltern und Großeltern haben ähnliches berichtet -, waren die Winter noch eiskalt, der Schnee lag meterhoch, die kleineren Flüsse und Seen waren zugefroren. Und die Sommer waren brütend heiß, so daß man sich besser nicht im Freien aufhielt. Und man wußte, daß sich das Klima nun mal von Zeit zu Zeit "wandelt", ungeachtet menschlichen Zutuns - sonst wären die Dinosaurier ja nicht ausgestorben :-)

Thomas Szabó (13.08.2024)
[...] Wie erklären Sie den erbärmlichen Opportunismus im Wissenschaftsbetrieb? [...]
97% der Wissenschaftler weltweit bestätigen den "menschengemachten" Klimawandel. 97% der Wissenschaftler sind Experten für Klima und die restlichen 3% decken alle anderen wissenschaftlichen Fachgebiete ab? (Anm. Dikigoros: Na klar, diese 97% sind Literatur-"Wissenschaftler", Politologen, Soziologen und - was am schlimmsten ist - Juristen. Die restlichen 3% haben Ahnung von Meteorologie, aber die kommen ja nichtmal über die 5%-Hürde! Demokratie ist, wenn die Mehrheit darüber abstimmt, ob 2x2=4 ist - wie ja schon die bösen Nazis behaupteten - oder vielleicht doch eher 3 oder 5 oder 6 Millionen :-) 10.000 "Wissenschaftler" unterzeichneten einen Brandbrief betreffend "Klimanotstand". Ich schätze, wir haben nicht mehr als 100 ausgewiesene Klima-Experten weltweit. Die anderen 9.900 unterzeichnen alles, was ihnen ein Kollege für Schlangenölwissenschaften unter die Nase legt [...] (Anm. Dikigoros: Der gute T.S. unterliegt - wie so oft - einem Denkfehler, denn die 100 echten Klima-Experten hätten jenen "Brandbrief" wohl eher nicht unterschrieben :-) Woher kommt das?


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