Unser
Besuch in der Kindertagesstätte Flöha
Am
Freitagmorgen starteten wir gegen 8 Uhr von Hamburg aus Richtung Leipzig.
Nach einer ungefähr sechsstündigen Busfahrt erreichten wir
unsere erste Station: Die Kindertagesstätte Flöha, die wir
mit einem Teil unserer Spendengelder unterstützt hatten. Flöha
hat 12 000 Einwohner und die Kindertagesstätte besuchen insgesamt
180 Kinder. 30 davon sind im Alter von 1-3 Jahren. Für sie beginnt
die Kinderkrippe ab 6 Uhr. Die anderen Kinder sind Grundschüler,
die nach der Schule in diese Einrichtung kommen. Die Kinder können
sogar in der Krippe übernachten und bekommen jeden Mittag eine
warme Mahlzeit. Diese Kindertagesstätte ist daher für viele
Kinder und deren Eltern eine wichtige Einrichtung. Da Flöha eigentlich
nicht im Hochwassergebiet liegt, ging
man davon aus, dass keine große Gefahr für dieses Gebiet
besteht. Doch die Ausmaße der
Flut hatte man unterschätzt. Am 12. August 2002 drangen die Wassermassen
des ansonsten kleinen Flusses Flöha in das Gebäude ein, zerstörten
alle Möbel des Erdgeschosses und beschädigten auch einen Teil
der ersten Etage. Die riesigen
Wassermassen trafen sowohl die Erzieher als auch die Kinder der Tagesstätte
völlig überraschend und es brach Panik aus. Sie flüchteten
teilweise in die nahegelegene Mittelschule, wo kurze Zeit später
die alarmierte Feuerwehr eintraf und die unter Schock stehenden Personen
rettete. Erst nachdem das Wasser wieder zurückgegangen war, wurde
das ganze Ausmaß
der Schäden sichtbar. In den Räumen des Erdgeschosses blieb
eine 15-20 cm hohe Schlammschicht zurück. Das größte
Problem war jedoch, dass sich die Wände des relativ
alten Gebäudes mit Wasser vollgesogen hatten und nur sehr schwer
wieder trocken zu legen
waren. Die untere Etage musste also von Grund auf erneuert werden. Der
entstandene
Bauschaden betrug insgesamt 500.000 Euro. Die Kinder und ihre Erzieher
zogen als Übergangslösung in ein anderes Gebäude, da
die obere Etage nicht genug Raum für alle bot.
Unsere Spendengelder in Höhe von 12.000 Euro kamen da natürlich
gerade recht und kurz
vor Weihnachten konnten dann endlich ein Teil der dringend benötigten
Räume wieder bezogen
werden.Als wir am Freitagnachmittag in der Kindertagesstätte Flöha
ankamen, war das
Sommerfest schon in vollem Gange. Die Kinder hatten kleine Darbietungen
einstudiert
und es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Die Leiterin, Frau Fröbe,
empfing
uns sehr freundlich und machte mit uns einen Rundgang durch das Gebäude.
Man konnte
die Reste der Flutschäden zwar noch sehen, aber die Räume
waren überwiegend schon fertig.
Wir waren sehr überrascht, dass für uns extra ein kleines
Buffet bereitet worden war. Im
Anschluss an den kleinen Imbiss führte uns Frau Fröbe in einen
liebevoll eingerichteten
Raum, den man auf den Namen "Buckhorn" getauft hatte, da er
mit unseren
Spendengeldern neu eingerichtet worden war. Hier konnten wir mit eigenen
Augen sehen, wie
sinnvoll unsere Spendengelder verwendet wurden. Nachdem wir das ganze
Gebäude besichtigt hatten, führte uns der Bürgermeister
von Flöha durch seine Stadt. Besonders beeindruckend
fanden wir das Gymnasium, das relativ neu und sehr modern ist. Auf dem
Rückweg kamen wir an einem komplett zerstörten Sportplatz
vorbei, von dem eigentlichnur noch mehrere Erdhügel vorhanden waren.
Nun mussten wir uns beeilen, um rechtzeitig
zum Bus zu kommen, der uns in unser Hotel nach Leipzig bringen sollte.
Dort angekommen
bezogen wir erst einmal unsere Zimmer. Später gingen die Mitglieder
des Lions Clubs,
Herr Paulsen und Frau Dr. Weikenmeier ins Kabarett. Wir Schüler
und Herr Dr. Rinklake
gingen erst einmal in Ruhe schwimmen und anschließend in der Innenstadt
von Leipzig
noch etwas essen. Nach diesem anstrengenden Tag fielen wir alle sehr
müde ins Bett.
Annika
Henke
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