Besuch
beim Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. in Tanndorf
Nach
der Besichtigung von Grimma und der "Fürstenschule" fuhren
wir zum "Bildungs- und Sozialwerk Muldental" nach Tanndorf,
um damit die erste der vom "Lions- Club" ausgewählten
förderungsbedürftigen Einrichtungen zu besuchen und die feierliche
Geldübergabe am 16. bis 18. Mai zu organisieren. Dieser Hilfsgemeinschaft
wurde vom Hochwasser übel mitgespielt. Insgesamt stehen hier 14
soziale Einrichtungen, die Bedürftigen helfen wollen sich sowohl
im sozialen wie auch im beruflichen Umfeld besser zurechtzufinden, den
Menschen im Raum Muldental zur Verfügung. Bei sechs dieser Hilfsstätten
hat das Wasser alles in allem einen Schaden von insgesamt € 800.000
angerichtet, so dass unsere Spende von € 8000 hier ganz dringend
benötigt wird. Doch bevor ich anfange über unseren Besuch
dort zu berichten, möchte ich noch kurz ein paar Worte über
dieses "Bildungs- und Sozialwerk", verlieren.
Die Hilfseinrichtung entstand 1990 aus einem Tonbetrieb, der nach der
deutschen Einheit zusammenbrach und viele jugendliche Lehrlinge hinterließ,
die ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen hatten. Um diesen eine
Perspektive zu bieten funktionierte man den Betrieb um und so wuchs
mit der Zeit das Bildungs- und Sozialwerk Muldental. In erster Linie
wird hier Jugendlichen, die es nicht geschafft haben, einen Schulabschluss
mit Zugang auf eine Lehrstelle zu erreichen, einen erneute Chance geboten
eine solide Schulbildung zu erhalten und einen Beruf zu erlernen. Die
angebotenen Berufsfelder bestehen aus der Bau-, der Farb-, der Holz-,
der Metalltechnik, der Hauswirtschaft, der Gastronomie, dem Bereich
für Wirtschaft und Verwaltung und dem Gartenbau, für den auch
unser Geld verwendet werden soll. Sobald diese Jugendlichen ihre zweijährige
Ausbildungszeit, in der auch zahlreiche Praktika vorgesehen sind, erfolgreich
überstanden haben, wird etwa ein Drittel aller Absolventen sofort
von unterschiedlichen Firmen übernommen, die Übrigen müssen
sich beim Arbeitsamt melden und wie so viele andere in Deutschland hoffen
und warten. Als man uns diese Zahlen mitteilte, schien es uns recht
wenig zu sein, zumal gerade solche Berufe auf Teilzeit in vielen Regionen
händeringend gesucht werden. Doch man erklärte uns, dass erstens
ein Drittel von denen, die sonst überhaupt keine Chance gehabt
hätten nun auf Anhieb einen Arbeitsplatz finden, dass zweitens
nicht besonders viele Absolventen bereit seien weiter weg in andere
Bundesländer zu gehen und dass man drittens annehme, dass noch
etliche nach einer gewissen Zeit Arbeit fänden, man aber dies nicht
mehr konsequent verfolge.Doch nun genug der Informationen über
diese Einrichtungen! Ich möchte nun mehr über den Besuch vor
Ort berichten, damit ihr verstehen könnt wie sehr sich die Menschen
in dieser Region über das Geld gefreut haben. Als wir in Tanndorf
eintrafen, warteten schon Diplom-Pädagogin Leota Strickrodt, die
Geschäftsführerin, Dr. Bernhard Weigel, der Vorstandsvorsitzende
und Herr Lory, der seit 38 Jahren als Ausbildungsleiter tätig ist,
auf uns. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung wurden wir
zu Tisch gebeten und auf das Beste bewirtet. Die Lehrlinge des Gastronomiebereiches
machten von allen Mitteln der Kunst Gebrauch. An dieser Stelle möchte
ich noch einmal besonders ihre Leistung herausheben, sie haben uns wirklich
gezeigt, dass ihre Ausbildung eine sehr gute ist. Trotz einer großen
Anzahl an weiteren Terminen nahmen wir uns die Zeit unsere Fragen zu
stellen, um uns besser in die Lage hinein versetzen zu können.
Ein lebhaftes Gespräch entstand. So erfuhren wir z.B. noch, dass
neben der Benachteiligtenförderung für Berufsvorbereitung
und Berufsausbildung auch noch die Verbundausbildung, ein Angebot von
einzelnen Ausbildungsmodulen in den Grundlagen oder Spezialbildung für
die oben genannten Berufsfelder, der Bereich der Erwachsenförderung,
das betreute Wohnen und Internatfunktionen sowie ein Schullandheim zu
den Leistungen des Bildungs- und Sozialwerkes zählen. Es entstand
jedoch nicht der Eindruck für uns, dass das Hochwasser ein kraftraubendes
und entmutigendes Ereignis war.
Friedrich
Möckel 10d
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