Waelder

 

 

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Ursprüngliche Wälder

Als noch keine Menschen in Europa lebten, war dieser Kontinent fast vollständig von ursprünglichen Urwäldern bedeckt, in denen unzählige Tiere eine Heimat hatten.

Was wir heute als Wald betrachten, lässt sich kaum mehr mit den Wäldern, die ehemals Europa bedeckten, vergleichen.

Dies waren wahre Urwälder, in denen ein natürlicher Prozess des Werden und Vergehen stattfand. Riesige, uralte Baumriesen, umgestürzte und tote Bäume, sowie nachwachsende Bäume machten den Wald lebendig und urig. Es gibt tatsächlich noch kleine Überbleibsel dieser Wälder. Das größte "Urwaldgebiet" Europas befindet sich in Polen, nahe an der weißrussischen Grenze. Von Russland bis Skandinavien erstrecken sich teilweise auch noch unberührte Wälder.

Ein kleines Stück von ursprünglichem Wald finden wir im Nationalpark "Bayerischer Wald" und im angrenzenden "Böhmerwald" auf tschechischer Seite. In deren Kerngebiet findet man auch heute noch Wildnis, wie sie ehemals ganz Europa bedeckte. Dort wird kein Baum mehr gefällt und kein toter Stamm mehr aus dem Wald geschafft. Das Ergebnis ist eine atemberaubend schöne Naturlandschaft. Und wenn man durch solche Wälder streift, ergreift jeden ein Gefühl der Bescheidenheit und Ehrfurcht.

alte Buche       Mischwald© Fotos: WWF

Leider wurden die ursprünglichen Wälder fast alle abgeholzt oder in Wirtschaftswald umgewandelt. Die oft scheinbar grüne Waldnatur täuscht. Allein in Bayern ist mittlerweile jeder vierte Baum schwer geschädigt. - Eine erschreckende Zahl.

Betritt man den Wald, ist er oft sehr artenarm und zudem sehr instabil. Früher waren auch große Teile des Bayerischen Waldes Wirtschaftswald. Diese konnten dem Borkenkäfer und den Umweltgiften in der Luft nicht standhalten und starben ab. Doch nun entwickelt sich ohne Anpflanzung ein neuer Wald, der robust, widerstandsfähig, abwechslungsreich und ökologisch wertvoll ist.

Auch Totholz spielt eine wichtige Rolle in einem naturnahen Wald. Es ist Grundlage für neues Leben, macht den Wald lebendig und bietet unzähligen Tieren einen Lebensraum. Spechte bauen ihre Höhlen in tote Stämme, die dann wiederum anderen Vogelarten als Nistplatz dienen. Außerdem leben im Totholz viele Insekten, die für viele Tiere eine Nahrungsgrundlage bilden.

Ursprüngliche, vom Menschen unbeeinflusste Wälder, bieten natürlich auch zahlreichen Tieren geeignete Lebensräume. In monotonen "Bretterplantagen", die dem wirtschaftlichen Profit dienen, ist der Wald fast tot. Auf dem Boden wächst nichts, es rührt sich nichts und schnurgerade Baumreihen bieten keinen Wildtieren einen Lebensraum.

In den europäischen Urwäldern waren einst Wisente, Braunbären, Wölfe, Luchse, Auerhühner, Schwarzstörche und viele andere Tierarten heimisch.

In Polen, im Nationapark Bialowieza, gibt es wieder freilebende Wisente und Urwildpferde (Tarpane).

Braunbären erobern ihre einstige Heimat auch in Österreich wieder. Luchse, Auerhühner und Schwarzstörche, die nur in dichten und intakten Wäldern vorkommen, haben auch im Bayerischen Wald wieder eine Heimat gefunden. Das Bild vom "bösen Wolf" wurde im 15. bis 16. Jahrhundert geprägt, als sich Wölfe hin und wieder über Weidevieh hermachten. In dieser Zeit entstanden auch die Märchen vom "bösen Wolf". Sie wurden daher gnadenlos verfolgt und fast in ganz Europa ausgerottet. Leider sitzt der Gedanke von dem gefährlichen Wolf noch heute in vielen Köpfen. Dabei verhalten sich Wölfe, genauso wie europäische Braunbären, dem Menschen gegenüber sehr scheu. Bevor man einen Wolf oder einen Bären zu Gesicht bekommt, hat dieser einem schon lange gerochen und flüchtet. Es gibt bis heute noch keinen einzigen Beweis dafür, dass ein Wolf einen Menschen anfiel. Auch der europäische Braunbär tat noch keinem Menschen etwas zu Leide. Lediglich Grizzlys in Nordamerika griffen schon Wilderer an, die sich unbemerkt heranschlichen und den Bären in Todesangst versetzten.

Wölfe tauchen heute im Böhmerwald wieder vereinzelt auf und ebenso in Brandenburg.

Luchs Braunbär Wolf

Es kommt auf uns an:

Gewähren wir den seltenen Tieren ursprüngliche Wälder, die ungenutzt bleiben, so haben sie eine Chance wieder eine Heimat zu finden.
Akzeptieren wir auch die einst heimischen Tiere wie Wolf und Bär, so werden unsere Wälder wieder um ein gutes Stück reicher.

Auch in Deutschland sollte viel mehr Wald naturnah bewirtschaftet werden, um ihn von seiner Krankheit zu heilen und damit vielen Tieren wieder eine Heimat geben. Schließlich darf man nicht vergessen, dass der Wald uns den Sauerstoff zum Atmen gibt. - Als kleines Dankeschön sollte der Mensch etwas sorgsamer und nicht so profitgierig mit ihm umgehen!!!

Mehr zum Thema "Wälder" (auch Wälder weltweit und Waldtypen) lesen Sie auf den Seiten unseres Waldlehrpades !

Jede Nation hat die Pflicht, ihr Naturerbe zu erhalten, die natürlichen Lebensgemeinschaften um ihrer selbst willen zu schützen - als Ort der Begegnung von Mensch und Natur.

Das Motto: Natur Natur sein lassen

 

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