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Die Alte Donau als Beispiel für eine erfolgreiche Gewässersanierung 1870-1875 wurde die Alte Donau im Zuge der ersten großen Donauregulierung (Hauptzweck: Schutz vor Überschwemmungen) vom Hauptstrom abgetrennt und zu einem stehenden Gewässer. (Karten) Sie ist seither nur mehr über das Grundwasser mit der Neuen Donau verbunden. Mit zirka 160 ha ist sie das größte Oberflächengewässer Wiens! Für die Bevölkerung wurde sie bald zu einem beliebten Erholungsgebiet: Freibäder, Kleingärtenanlagen u.s.w. wurden gegründet. Man verbrachte Wochenenden und Freizeit an der Alten Donau. Früher am Stadtrand gelegen, liegt sie heute durch die enorme Bautätigkeit in der Stadt. Folgen dieser Entwicklung waren intensive Badenutzung, mangelhafte Kanalisation bzw. undichte Senkgruben in den Kleingärtenanlagen, Düngung von Rasenflächen, Vögelfütterungen, Kot der Wasservögel, durch die dichte Verbauung starker Regenabfluss von den Straßen,..... Als stehendes Gewässer wurde sie nur mehr über das Grundwasser durchströmt, die Selbstreinigungskraft reichte nicht mehr aus und so wurde die Wasserqualität immer schlechter. Besonders der Phosphat-Anteil wurde zum großen Problem.(„Euthrophierung“) Die MA-45 Wasserbau begann schließlich im Frühling 1995 mit einem 2-stufigen Sanierungs-Konzept. Stufe 1: Zur Phosphatreduktion brachte man mit Booten Eisen-III-Chlorid ins Wasser ein. Der Phosphor wird gebunden und lagert sich in unschädlicher Form am Grund ab. Die Dosierung musste so gewählt werden, dass auch in den nachfolgenden Jahren die „Phosphorfalle“ funktionierte – sprich nachströmende Nährstoffe abgefangen wurden. Zur pH-Wert Regelung – speziell auch für Fische – wurde Kalkmehl in das Wasser eingebracht. Nach zirka 4 Wochen hatte sich die Sichttiefe enorm verbessert. Stufe 2 war die Schlammstabilisierung Calciumnitrat wurde eingebracht und mit Rührwerken verteilt. Dadurch wurden fäulnisfähige organische Stoffe und anorganische Komponenten wie Sulfide oxidiert und anaerobe (ohne O2) Stoffwechselprozesse mit Freisetzung von giftigen Stoffen, Nährstoffen etc. an der Wasser-Schlamm-Grenze verhindert. Als ökologisch positive Reaktion siedeln sich bald danach verschiedenste Kleinlebewesen im Schlamm an und sorgten durch ihre Lebenstätigkeiten für einen weiteren Abbau von fäulnisfähigem organischen Material. Neben der erfolgreichen Phosphatreduktion und der Sedimentbehandlung wurden noch weitere Schritte gesetzt: Die öffentliche Kanalisation wurde fertiggestellt und sämtliche private Senkgruben durch Kanalanschlüsse ersetzt. Nahe liegende Deponien wurden speziell abgesichert und Regenwasser Abflüsse von Dächern und Straßen erfasst. Hinweistafeln für ein Fütterungsverbot für Wasservögel aufgestellt. Damit soll die Gewässerverschmutzung im besten Fall verhindert oder zumindest deutlich reduziert werden. Als zusätzliche ökologische Maßnahmen wurden die seichten Uferzonen mit Schilfgewächsen bepflanzt, Ufermauern entfernt, landschaftstypische Gewächse gepflanzt, überflutbare Flächen angelegt. Durch die Verbesserung der Sichttiefe können auch Wasserpflanzen besser wachsen und dadurch Nährstoffe binden. Eine weitere Maßnahme war die Aussetzung spezieller Fischarten (z.B. Schied), die für eine intakte Nahrungstabelle von enormer Bedeutung sind. Als eine technische Maßnahme wurde am unteren Ende der Alten Donau eine Verbindung zur Neuen Donau geschaffen bzw. am oberen Ende zum linken Donausammelkanal, die zumindest ein zeitweises Durchströmen mit Donauwasser möglich machen, wenn die Wasserqualität der Neuen Donau stimmt! (Durchströmen gegen die natürliche Strömungsrichtung!) Mit all diesen Maßnahmen konnte auch die Selbstreinigungskraft der Alten Donau wieder erhöht werden. Bis zu 1 Mio. Menschen besuchen jährlich das Erholungsparadies Alte Donau. Spazieren gehen, Rad fahren, Schwimmen, Boot fahren, Fischen oder ein gemütliches Essen in einem der zahlreichen Gasthäuser am Ufer, all das wäre in bzw. an einer stinkenden Brühe nicht möglich! Ein Zukunftsprojekt ist die Vernetzung Marchfeld Kanal –Alte Donau – Lobau, damit wäre eine kontinuierliche Durchströmung der Alten Donau gegeben. Dominik und Paul
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