September
Neu: Ihr koennt diesen (oben) Link benutzen, um zum letzten Eintrag auf dieser Seite zu springen. So kommt ihr sofort zu den neusten Infos und ich kann diese Struktur beibehalten, weil ich, wie gesagt, das von unten nach oben aufgebaue nicht mag. Das find ich naemlich total nervig, wenn man mal mehr als einen Artikel in chronologischer Reihenfolge lesen will ...
01/09/2004     Arbeit, die erste
Es ist 1:00 und ich muss morgen um 7:00 aufstehen, aber ich will wenigstens meinen ersten Septembereintrag fertigkriegen. Wie bereits erwaehnt war heute mein erster Arbeitstag. Helmut hat mich auf der Hinfahrt begleitet, damit ich mit dem Bus nicht verlorengehe. Um 9:00 war ich dann am Institut und Vinicus, der ein sehr gutes englisch spricht, hat mich erstmal allen vorgestellt und mir einiges ueber die Firma erzaehlt. Es scheint sehr renomiert zu sein, sie haben ein paar echt interessante und innovative Sachen entwicklet, bzw. sind dabei. Leider sprechen nur sehr wenige in der Firma englisch und ich verstehe immer noch so gut wie kein Portugiesisch. Na gut nach 4 Tagen vielleicht etwas viel verlangt ... Danach wurde ich in das Projekt eingefuehrt, an dem ich arbeiten werde und morgen gehts dann an die Details. Dazu werde ich ein andermal mehr schreiben und euch mit informatischen Details oder so langweilen ;-) Aber wie immer waren alle sehr nett in der Firma. Mitlerweile glaube ich das ist so eine Art Krankheit hier. Aber noch interessanter als mein erstere Arbeitstag war der Abend, ich hab mich bestimmt 1 - 1 1/2 Stunden mit Nicole ueber die verschiedensten Dinge unterhalten: Brasilien, Deutschland, USA, die Unterschiede, die Gesellschaft ... bis ich mich nicht mal mehr ein die einfachsten englischen Woerter errinern konnte: wie kann man nur so etwas wie care vergessen???
02/09/2004     Gol
Ich frage mich grade, ob ich meine Eintraege umsortieren sollte, sprich die neusten nach oben?! Macht das Sinn? Wenn man alle anderen kennt ist es natuerlich am besten wenn das neuste oben steht, dann sieht man es gleich. Andererseits hasse ich es von unten nach oben und oben nach unten zu lesen, das ewige gescrolle nervt. Ich glaube ich werde hier einfach mal mit allen Konventionen brechen und alles von oben nach unten schreiben, muss man halt scrollen um zu sehen ob es neues gibt. Oder ist die Mehrheit hier dagegen? Soviel dazu ...
Sag mal Witty wusstest du, dass VW LKWs baut? Machen die das in Deutschland auch? Hier tun sie es auf jeden Fall. Ach und es gibt hier ein Auto von VW, dass es in DE definitiv nicht gibt: Den Gol! Sieht ein bisschen aus wie ein Golf, ist aber keiner, den gibt es naemlich auch. Gol=Tor, aber VW hat es ja mit diesen Sportbegriffen. Die LKWs heisen vermutlich Schwergewichtsboxer oder Sumoringer. Ach und wusstet ihr, dass ich ja eigentlich Chevrolet fahre? Damit ist mein Auto an coolness doch wohl kaum durch die Golfuebermacht in PB zu uebertreffen. Ab sofort wird mein Auto bitte nur noch mit Chevy angesprochen *g*
Ach ja gearbeitet hab ich heute auch und bin ganz alleine mit dem Bus hin und zurueck *stoz-wie-oskar-sei* Naja meinen Anschlussbus heute morgen hab ich gleich mal verpasst und bin 15 min zu speat gekommen, interessiert aber irgendwie niemanden. Arbeite mich grad durch portugiesischen Quellcode und ich kann euch sagen, dass macht keinen Spass! Code-Analyse ist ja schon so reichlich aetzend (ich darf an das Sopra erinnern), aber auf portugiesisch erst recht ... Meine erste Aufgabe wird uebrigens eine CVS anbindung fuer ein Projektmanagementsystem sein, das dort entwickelt wurde. D.h. ich darf mich mal wieder mit CVS rumschlagen. Und mittlerweile hasse ich diesen Open Source Quatsch. Ich trete bestimmt einigen auf die Fuesse, aber mit Dokumentation fuer Benutzer haben die es irgendwie nicht. Sowas von kompiziert und undurchsichtig aufgebaut ... oder hab ich bissher nur Pech gehabt? War beim Tomcat damals auch so, wenn man bestimmte Details wissen will sucht man sich dumm und dusselig. Immerhin ist das Projekt komplett in Java bzw. JSP weil das ganze auf ner Weboberflaeche lauft. Das gefaellt mir natuerlich gut, das ist ja nicht so ganz neu fuer mich. Ich weiss nicht, vermutlich interessieren euch die Details nicht so darum lasse ich die mal weg. Viellleicht ein anderes Mal, wenn ich weiter bin. Vou para a cama. Boa noite!
03/09/2004     Per-Kilo-Restaurant
Ein besonderer Gruss geht heute an meinen Onkel Dieter, der nun 50 Jahre alt ist: Herzlichen Glueckwunsch!! ich hoffe ihr habt eine schoene Feier (gehabt).
Thema heute: Essen. Waehrend der Mittagspause sind wir die letzten drei Tage jedesmal in ein Self-Service Restaurant gegangen. Das Prinzip ist das gleiche wie bei uns in der Mensa, man nimmt sich was man will und zahlt nach Gewicht. Natuerlich ist das ganze nicht subventioniert. Aber fuer 8-10 Reals (ca. 3 Euro) bekommt man einen ordentlichen Teller und etwas zu Trinken. Ich finds OK. Vor allem ist das Essen echt lecker hier. Gar nicht sooo viel anders als bei uns. Es gibt versch. Arten Fleisch, Gemuese, Salat und Beilagen. In dem Restaurant am 1. Tag gab es sogar etwas Sushi :-) Apropos: Morgen wollen wir in eine Sushi Bar an der Lagoa da Conceicao auf der Insel. Dort gibt es angeblich das beste Sushi ever! Ich werde euch berichten. Ausserdem gibts dann vielleicht mal wieder ein paar Fotos, wenn ich meine Kamera nicht vergesse.
Aber wisst ihr, was bisher das beste an Brasilien ist? Die Menschen hier! Jedenfalls die, die ich kennegelernt habe. Sie sind total offen und freundlich. In Deutschland wird Fremden gegenueber ja immer viel Distanz gewahrt, selbst wenn jemand einen Ausstauschstudenten mit zu Freunden bringt oder so. Hier ist es das absolute Gegenteil, selbst wenn sie nur ein paar Brocken englisch sprechen, versuchen sie sich mit mir zu unterhalten, stellen Fragen usw. Und das wirkt in keiner Weise aufgesetzt, die sind hier einfach so. Das ist wirklich was besonderes. Der ein oder andere mag nun vielleicht denken: So schlimm sind wir Deutschen aber doch gar nicht. Doch sind wir! Hier wird es mir sehr deutlich, ich kenne nur wenige in Deutschland, die jemandem wie mir in der selben Situation so viel Aufmerksamkeit schenken wuerden. Ich denke wir Deutschen meinen das nichtmal unbedingt boese, wir halten halt eher Abstand zu Fremden und brauchen mehr Zeit. Hier sieht man dich zum ersten mal und nimmt dich gleich in dem Arm, stellt Fragen, whatever ... Bitte mindestens 4-5 Scheiben abschneiden Deutschland, ich hoffe weingstens ich werde mich diesbezueglich etwas aendern (ich bin selber sicher einer der schlimmsten Faelle in diesem Zusammenhang). Wie ich darauf komme: heute waren mal wieder ein paar Freunde da, die ich noch nicht kannte (ich lerne hier jeden Tag bestimmt 2 neue Gesichter kennen) und alle verhalten sich gleichermassen freundlich.
04/09/2004     Sushi Yama
Wir waren Sushi essen im Sushi Yama, wirklich sehr gut! Aehnlich gut wie Edoki! Ich glaube die haben hier aber einen Tick mehr Fuellung gehabt, dass muss ich jedoch in 5 Monaten nochmal verifizieren. Habe eins mit Tintefischtentakel obenauf probiert, aber nur einmal. Es schmeckte zwar gut aber der Anblick ... son ganzer kleiner Arm O_o Es gab auch Sushi mit Fruechten (Erdbeeren und Mangos), mal was anderes und auch sehr lecker. Ausserdem suesses Sushi, quasi als Nachtisch in einer art Honigsauce: Daumen nach oben!
Heute hab ich mal wieder 2 neue Freunde kennengelernt: Alexandra und Gabriella. Nett. Ja irgendwann gibts auch mal Fotos, ich sammle noch ;-) Auf jeden Fall haben die mir heute Nachmittag kurz Downtown gezeigt. Ist gar nicht weit weg, muss ich demnaechst mal zu Fuss hingehen. Hab auch schon einen Blick auf die beruehmte Haengebruecke werfen koennen. Leider war es heute den ganzen Tag bewoelkt (damit war es wettermaessig der schlechteste Tag hier seit meiner Ankunft) darum sieht das Foto davon nicht so doll aus, ich warte auf bessere Bedingungen. Gleich neban gabs aber ein Denkmal von Hercilio Luz, der war hier mal Gouverneur; naeheres muss ich noch herausfinden. Immerhin hat man den Flughafen und besagte Bruecke nach ihm benannt. Jedenfalls gibts davon jetzt mal nen Foto:

05/09/2004     Churrasco
Bin um 11:00 aufgestanden, draussen super Wetter und Ricardo hat uns zum churrasco (Barbeque) eingeladen. Also Fruehstueck sausen gelassen und auf zur Lagoa da Conceicao, wo Rica (Spitzname) sein Haus hat. Um dahin zu kommen muss man ueber einen kleinen Berg. Dort haben wir oben angehalten um ein paar Fotos zu machen. Ausnahmsweise bekommt ihr davon jetzt mal ein Foto wo ich auch drauf bin, damit ihr auch seht, dass es mich tatsaechlich noch gibt ;-)

Aber nun zum Wesentlichen: Churrasco bei Rica! Er hat ein wirklich schoenes kleines Haus am Berg mit einer tollen Aussicht auf die Lagoa da Conceicao. Churrasco ist im Prinzip Grillen auf brasilianisch. Sehr wuerziges Fleisch und teilweise riesen Brocken. Fast jeder hat so eine Grillvorrichtung im oder am Haus (siehe Foto). Insgesamt war es wirklich schoen und ich habe wieder ein paar nette neue Leute kenngelernt. Leider endete der Nachmittag damit, dass Igor (Nicoles Hund) von zwei Feindhunden gebissen wurde. Es geht im aber wieder ganz gut. Aber nun lass ich mal Bilder sprechen: Das 1. zeigt Rica beim grillen. Die naechsten beiden sind in seinem Garten aufgenommen und letztendlich Nr 4: der Blick von seinem Balkon auf die Lagune. Schoen, oder?




06/09/2004     Cachorro-quente
Meine Arbeitszeit hat sich geaendert: Ich arbeite nun von ca. 12:30 bis 20:30. Ich weiss noch nicht ob das gut ist!? Einerseits bin ich natuerlich echt spaet zu hause und dann geht nix mehr, andererseits hab ich so morgens Zeit zum ausschlafen und kann noch was machen, downtown gehen oder so. Mal sehen wies so wird. Die Sache ist, dass sie dort echt Platzprobleme haben und sich einige Leute Arbeitsplaetze teilen muessen. Darum zieht die Firma auch Ende dieses oder Anfang naechsten Jahres in neue Bueros bzw. ein neues Gebaeude um. Zur Zeit arbeiten in einem Raum immer ca. 6-8 Leute zusammen. Ich arbeite an einem Laptop, bekomme aber Mittwoch einen Desktop PC mit englischem Windows (juchuu). Aber mit einem portugiesischen Windows zu arbeiten ist sehr lustig: Also an der Stelle muesste eigentlich Kopieren sein .. und Einfuegen hier ...!!! Aber es geht, den Quellcode checke ich mitlerweile auch. Ausgestattet sind die dort recht gut, das Institut ist sehr angesehen in Brasilien: Der Leiter, Roberto Pacheco, trifft morgen den Praesidenten von Brasilien (soviel dazu). Ach ja, morgen ist Independence Day, das heisst relaxen *ggg*
Letzter Punkt fuer heute: mal wieder Essen :-) Habe heute sehr leckere Pasta zum Mittag gehabt: Stroganoff. Jam-Jam (Witty-Sprech). Heute abend hat mich Tiago (Arbeitskollege und mein Betreuer) auf einen cachorro-quente (Hot Dog) an der Bushaltestelle vorm Trindade Shopping Center (da sind auch die Bueros) eingeladen. Ziemliches Geraet und lecker, aber anders als bei uns. Die haben eine Sosse mit echten Tomatenstuecken und machen zudem Erbsen und Mais mit drauf. Lecker! Und wenn ich Tiago richtig verstanden habe, kostet das ganze nur 1,50 R$ (0,50 EURO) oder so. *begeistert sei*
By the way: *rofl*
Mafia,
Quitscheentchen and my favourite:
Hagel Ich weiss, mein Humor ist strange, aber wenigstens die PBler werden mich verstehen ...
07/09/2004     Independence Day
Keine besonderen Vorkomnisse heute. Es war ein ruhiger Tag. Mittags zur Lagoa gefahren zum Essen. Das Restaurant liegt direkt an einem Auslaeufer der Lagune (Foto rechts), danach kurz bei Rica vorbei. Der Independence Day wird hier offenbar nicht besonders gefeiert. Die Unabhaengigkeitserklaerung damals war aber auch recht unspektakulaer. Der Sohn (oder so) vom portugiesischen Koenig hat Brasilien fuer unabhaengig erklaert und der portugiesische Koenig hat gesagt: Macht doch was ihr wollt! Naja so oder so aehnlich.
Bald sind hier uebringens Wahlen (lokale) und man sieht in den letzten Tagen staendig propagandierende Menschen mit Fahnen usw. durch die Strassen gehen/fahren, bemueht dabei moeglichst viel Getoese zu machen. Ich gehe davon aus, dass die Party gewinnt, die den Leuten am meisten auf die Nerven gegangen ist ...
08/09/2004     1-1
Hier heisst es Deutschland hat Glueck gehabt. Ein Unentschieden sei das beste was Deutschland gegen Brasilien erreichen koennte ... Ich halt mich da raus :-) Ich habe das Spiel auch nicht gesehen, ich muss zu der Zeit naemlich arbeiten, jaja. Uebringens wird es hier immer waermer. Heute Mittag hatten wir hier schon 25 Grad. Und sowas nennt sich Winter. Ich sehe dem Sommer mit ein wenig Sorge entgegen ...
Heute lief Die Liga der aussergewoehlichen Gentelmen im Pay TV (auf englisch natuerlich). Ich glaub ich mag den Film nicht! Nachdem sie in Paris diesen moechtegern King-Kong gefangen haben, hab ichs nicht mehr ausgehalten. Wir haben dann Pirates of the Caribean geguckt. Kannte ich zwar schon, aber den kann man gut nochmal gucken (Johnny Depp spielt so cool). Oh, da ich ja nun erst um 12:00 los muss habe ich heute mal meine Kochkuenste unter Beweis gestellt und Pasta mit einer improvisierten Spinat-Rindfleisch-Sosse gebastelt. Ich glaube man war zufrieden mit mir :-)
09/09/2004     Die Siedler von Catan
Heute morgen habe ich die Waschsaison eingelaeutet. Und ich darf stolz berichten, dass keinerlei Verluste zu beklagen sind :-) Aber dass nur nebenbei. Kurz nachdem ich heute Mittag auf der Arbeit aufgeschlagen bin, kam jemand vom Nachbarbuero (seinen Namen weiss ich leider nicht) rein und zeigte mir stolz die Seefahrer von Catan (deutsche Version). Er erzaehlte mir dass er das Spiel (und die anderen Versionen) sehr oft mit Freunden spielt. Zum Beweis hat er mir die Spielkarten gezeigt: Ich habe noch nie (hier bitte Mittermeierbetonung vorstellen) ein derartig zerschundenes Spiel gesehen! Die muessen suechtig danach sein. Ich habe ihm gleich von Carcassonne berichtet und wir wollen bei Gelegenheit mal zusammen spielen. Was fuer ein Glueck, dass ich Carcassonne meiner Gastfamilie hier als Geschenk mitgebracht habe ... Er hat mir aber auch erzaehlt, dass Brettspiele in Brasilien eher ungewoehnlich sind. Das ist natuerlich definitv ein Minuspunkt fuer die Brasilianer im allgemeinen;-)
Die Arbeit war nervig heute. Habe mich den ganzen Tag duch Dokus und Newsgroups gelesen um herauszufinden, wie ich CVS am einfachsten fuer die bevorstehende Entwicklung verwenden kann. Ergebnis: Einfach geht ueberhaupt nix, es muss kompliziert gemacht werden. CVS ist leider fuer unser Vorhaben nicht ausgelegt, aber die Kunden wollen CVS verwenden also machen wir das auch. Naja, Herausforderungen haben ja auch was fuer sich :-/ Aber immerhin endete der Tag noch recht positiv, als Tiago mir sagte, dass Salm, der Projekt-Coordinator, zufrieden mit meinen Fortschritten ist. Ich habe heute mein Klassendiagramm zum Refactoring und der CVS-Erweiterung vorgelegt und es gab keine Einwaende, kann ich so machen. Juchu! :-) Gestern hat mir Tiago uebrigens noch das neue Gebaeude gezeigt in das Stela irgendwann umziehen wird, sieht sehr schoen aus von aussen. Damit sind dann die Platzprobleme erledigt, fragt sich nur, ob ich dass noch miterlebe.
Wieder zu Hause bekam ich die erfreuliche Nachricht, dass noch Pasta uebrig ist und ich mir Beef aus dem Kuehlschrank nehmen und braten kann. Ohh ich bin satt! :-) Reichlich lecker, eine sehr interessante Marinade, in der das Beef eingelegt war. (radikaler Themenwechsel) Igor stinkt zur Zeit ganz schoen vor sich hin, weil man ihn wegen der Wunden nicht waschen kann. Der wird echt boese wenn man es doch versucht, der mag baden ja so schon nicht ...
Update: Hab die Info Seite ueberarbeitet. Ist noch lange nicht vollstaendig, aber dort werden nun die globalen Informationen zu meiner Gastfamilie, Freunden, meinem Arbeitgeber etc. hineingestellt. Lohnt sich also gelegentlich mal reinzuschauen ob es was neues gibt, wenn ihr daran interessiert seid.
10/09/2004     Cambio und arabisches Essen
Heute morgen bin ich etwas eher aus dem Haus um Geld zu wechseln. Ganz alleine :-) Hat gut geklappt. Die nette Frau vom Tourist Office (in das ich faelschlicherweise erstmal reingerannt bin) hat mir gesagt, dass ich durch die vergitterte Tuer muss, da wo cambio steht. Nach ein bisschen gebrochenem Portugiesisch (vorher extra auswendig gelernt ;-) und englisch hab ich dann meine R$ bekommen. Nun weiss ich auch warum man US$ mit nach Brasilien nehmen soll und nicht Real: ich habe hier fuer Dollar den gleichen Wechselkurs gekriegt, wie in Deutschland fuer Euro, naemlich 1:3. Das heisst man wird in Deutschland ganz schoen abgezogen, wenn man dort schon in Real wechselt. Also zweimal: erst in Dollar und dann hier in Real. Hier mit Dollar direkt zu bezahlen sollte man jedoch tunlichst vermeiden! Ist zwar durchaus moeglich wie man mir sagte, jedoch zahlt man dann ordentlich drauf!
Dann aber zur Arbeit. Grossartigerweise habe ich heute erstmal festgestellt, dass der Sourcecode, den ich umstrukturieren und darauf dann die Erweiterung aufbauen soll, fehlerhaft ist. Nun muss ich erstmal die Bugs entfernen bevor ich mit der eigentlichen Arbeit beginnen kann. But thats the way it is, dafuer studiere ich immerhin diesen Quatsch. Und mitlerweile sehe ich auch durch und es macht Spass.
Heute Abend war mal wieder ein(e) kleine(s) Party/Zusammentreffen: Das letzte Wochenede ohne Eltern muss schliesslich ausgenutzt werden :-) Angeblich laeuft das hier alles ganz anders wenn der Vater des Hauses erstmal wieder da ist. Ich bin gespannt ...
Auf jeden Fall haben wir heute abend (10:00) arabisches Essen kommen lassen (das war dann meine 3. warme Mahlzeit heute, es braucht sich also keiner um mein essensbezogenes Wohlergehen zu sorgen). Da muss man erst nach Brasilien fahren um arabisch zu Essen ... Aber ich muss sagen, sehr interessant: es gab so eine Art zapfenfoermige Frikadelle und eine Art Mett. Beides schmeckte sehr ungewohnt, irgendwie ein wenig nach Lebkuchen, ich weiss auch nicht, schwer zu beschreiben. Dazu Fladenbrot und irgendeine Paste. Insgesammt muss ich sagen: sollte man mal probiert haben, muss ich aber nicht allzu oft haben, dafuer ist es zu ungewoehnlich. Vielleicht wissen ja diejenigen unter euch, die schonmal in der (arabischen) Gegend waren, wovon ich spreche (Hendrik?!?). Soviel zu heute, eigentlich ist es gar nicht mehr heute sondern morgen, und zwar 3:25. Boa noite.
Nachtrag voellig aus dem Zusammenhang: Ich habe heute ein bisschen mit den Leuten ueber deren Vorstellungen von Europa bzw. Deutschland gesprochen. Zusammenfassend kann man sagen: so wie wir Brasilien zu negativ sehen (Stichwort Gewalt) so sehen hier viele Deutschland zu positiv. Aber was man mal sagen muss: Die Leute beneiden uns hier um unser politisches System: nicht so korrupte Politiker, das Geld fliesst auch tatsaechlich mal dahin wo es gebraucht wird, Krankenversorgung fuer jeden, Arbeitslose bekommen genug Geld um wenigstens eine Grundversorgung zu gewaehrleisten, ... Wenn du hier arbeitslos bis kriegst du keinen Cent, nix, nada!!! Wenn ich da an die ploetzlich so populaeren Montagsdemos gegen Hartz IV denke, die anscheinend leider immer noch nicht aufgehoert haben, kommt mir, und man moege mir den Ausdruck verzeihen, das kalte Kotzen! Da regen sich die Leute auf, weil irgendwer sie davon ins BILD gesetzt hat, dass sie nun 12 EURO weniger im Monat kriegen und vielleicht nen 1 EURO Job machen muessen. Dass Hartz auch positive Seiten hat, dass ich glaube z.B. Familien besser gestellt sind und dass irgendwoher auch das Geld fuer die Arbeitslosen- und Sozialhilfe kommen muss, daran denkt natuerlich keiner. Stattdessen wird verteufelt und mit billigen Parolen umhergefuchtelt und zu guter Letzt auch noch (im Prinzip!) die Partei gewahlt, die vor ueber 15 Jahren alles in die Scheisse geritten hatte. Aber wir hatten alle Jobs heisst es dann, aber dass damals Wertschoepfung ein Fremdwort war, interessiert keinen. Ich befuerchte ja, dass der Durschnitts-IQ bei diesen Demos um die 60 liegt und der Lafontaine scheint mir auch eine Gehirnhaelfte abgegeben zu haben, der war doch nicht schon immer so verstrahlt, oder? Also bitte, loescht RTL2 und Co aus dem Fernseher, verbrennt die BILD Zeitung und fangt an zu denken und euch darueber klar zu werden dass wir es in Deutschland in dieser Hinsicht wirklich gut haben! Hier in Brasilien gibt es Leute mit Arbeit, die leben in weniger Wohlstand als die Arbeitslosen in Deutschland.
Ich weiss, die Leser meiner Site werden eher nicht zu den oben beschrieben Wesen gehoeren, da ich im Augenblick die meisten von euch kenne und weiss dass ihr ueber so etwas wie Weitsicht verfuegt. Und versteht mich nicht falsch, ich wuensche jedem Arbeitslosen dass er einen Job findet und dass sich die Gesamtsituation diesbezueglich bessert, aber man muss auch als Betrofener versuchen ueber seinen beschraenkten Horizont hinwegzusehen. Ich musste das nur einfach mal loswerden. Sollte ich damit jemandem vor den Kopf gestossen haben, bin ich fuer eine Eroerterung per Mail durchaus offen. In diesem Sinne, keep your mind open ...
11/09/2004     Maniok
Weiss hier jemand, was Maniok, oder auch Kassave ist? Nein?! Ich wusste es auch nicht, bis ich es hier gegessen habe. Maniok waechst im tropischen Regenwald und wird hier u.a. zur Staerkegewinnung angebaut. Was man von dieser Pflanze nun erntet ist die Wurzel und die kann man dann auch essen. Vorher muss man nur irgendwie zusehen, dass man die Giftstoffe neutralisiert: Erhitzen hilft da ungemein. Naja wie auch immer, man isst das hier im Prinzip wie Kartoffeln (die kennt man hier natuerlich auch). Und von der Konsistenz und der Farbe her sind sie der Kartoffel gar nicht mal so unaehnlich (wenn sie gekocht wurden). Von der Struktur her erinnern sie aber eher ein wenig an riesige Karotten: Wurzeln halt. Die koennen uebrigens bis zu 80-90 cm lang werden. Schmecken auf jeden Fall gut, im Augenblick praeferiere ich sie fritiert :-)
Heute war mal wieder Churrasco angesagt, das scheint hier wirklich sehr beliebt zu sein. Jedoch wieder in einer anderen location, naemlich im Haus der Eltern von Ricas Freundin Broggi (Nickname). Sehr nette Leute (und mal wieder sehr lecker, diesmal sogar mit Schweinefleisch :-), man wundert sich jedoch immer noch, dass ich als Deutscher kein Bier trinke und ueberhaupt Alkohol eher skeptisch gegenueberstehe. Tatsaechlich sprach dort sogar einer ein paar Brocken deutsch, aber wirklich nur ein paar ... ausserdem durfte ich das Etikett auf der Jaegermeisterflasche uebersetzen (Papa hatte Recht, die assimilieren die ganze Welt). Ach ja, die Hunde waren irre: ein riesen Rotweiler und dazwischen flitzt ein kleines etwas wie bescheuert durch die Gegend: der Begriff Kompakthund waere da echt noch geschmeichelt, leider habe ich kein Foto von den beiden. Dafuer gibts aber eins von dem kleinen Zusammentreffen hier gestern. Zu sehen sind Everto (der Typ ist echt reichlich in Ordnung), seine Freundin und Nicole.

12/09/2004     Regen
Heute hat es doch tatsaechlich geregnet! Das erste mal seit 2 Wochen. Ansonsten war heute ein voellig unspektakulaerer Tag, wer keine Zeit vergeuden will sollte jetzt aufhoeren zu lesen ;-)
Wir haben gestern Abend Big Fish gesehen, kennt den jemand? Also mir hat er gut gefallen (vor allem weil ich das englisch quasi komplett verstanden habe, ganz im Gegensatz zu Tomb Raider II letztens, aber der war insgesamt sowieso reichlich mies). Ich glaube in dem Film steckt viel mehr als man oberflaechlich sieht - man muss schon ein wenig drueber nachdenken ... und ein toller Song im Abspann (hab ich mir gleich 2 Mal angeguckt :-) - Man of the Hour von Pearl Jam. Die Nacht war irgendwie bloed, hab schlecht geschlafen und dann ging um 7:00 oder 8:00 draussen ploetzlich ein Getoese los. Ein Typ hat ununterbrochen ueber Lautsprecher gesprochen, direkt vor unserem Haus, und dass bestimmt 3 Stunden lang. Erst dachte ich ja, die verrueckten Wahlwerbefuzzis sind nun voellig durchgedreht, aber als ich mich dann doch irgendwann mal zum Fenster geschleppt habe, musste ich feststellen, dass vor unserer Haustuer ein Marathon stattfand. Und angeblich hat dieser Brasilianer, der bei den Olympischen Spielen die Marathon Bronze Medallie gewonnen hat (der den son Bekloppter von der Strecke gedraengt hat) den Preis ueberreicht. Haette ich das vorher gewusst, waer ich ja mal runter und haette nen Foto gemacht. Aber einen Schnappschuss aus meinem Fenster gibt es immerhin.

13/09/2004     Unspektakulaer
Die Ueberschrift trifft es eigentlich. Es gibt heute wirklich nichts interessantes zu berichten. Auf der Arbeit komme ich zur Zeit vorran, auch wenn CVS es mir immer noch nicht leicht macht. Aber ich kann ja mal was von den Leuten auf der Arbeit erzaehlen. Tiago neigt glaube ich dazu die Leute zu aergern. Wir haben da einen, der einen deutschen Namen traegt: Rudger. Der wird jetzt nur noch als der false german bezeichnet und ausserdem fuer jeden von mir gefundenen Fehler im Code verantwortlich gemacht. Natuerlich nicht ernstgemeint. Mittlerweile laeuft glaub ich auch alles und ich kann nun an der Erweiterung arbeiten. Dann ist da noch der USA-Hasser (oder hab ich den schon erwaehnt). Ein junger, offenbar recht intelligenter Spund, der alles was mit USA zu tun hat ablehnt. Das bedeutet er ist der einziger der Linux benutzt, er geht nicht zu McDoof und co und traegt T-Shirts mit durchgestrichener USA Flagge und Brasilien-Patriotismus ... irgendwie witzig. Sein einziges englisch besteht aus Schimpfwoertern, die er Tiago an den Kopf wirft, wenn er mal ihn als Opfer auserkoren hat :-) Insgesammt alles recht witzig, leider nicht immer understandable fuer mich weil portugiesisch. Sorry, wie gesagt, interessantes gibts heute nicht ...
14/09/2004     Vater
Heute ist Nicoles Vater von seiner Griechenlandreise zurueckgekommen und auch ihre Mutter ist wieder da. Das beduetet die Partyzeit ist vorrueber, man merkt deutlich, dass es hier jetzt ruhiger zugeht. Ich habe ihn aber nur kurz heute morgen getroffen, nachdem er angekommen war. Er musste gleich zur Arbeit und ich ja auch. Er ist Arzt und arbeitet in der Klinik, in der auch Nicole arbeitet. Naja das ist nicht ganz richtig, er ist zudem Eigentuemer (mit 2 weiteren Personen) dieser Klinik. Als ich um 9 von der Arbeit kam lag er schon im Bett, Jetlag auskurieren.
Ich habe endlich das Ueberschwemmungsmysterium in meinem Badezimmer aufgeklaert. Es war immer das gleiche: ca. 3 Tage nachdem die Haushaelterin (Lucia) da war, sammelte sich Wasser auf dem Boden und ich konnte nicht feststellen woher das kam. Nachdem Lucia da war, hatte sich das immer fuer diese drei Tage erledigt. Im Schrank unter dem Waschbecken war auch alles ok, bis ich das Handtuch, das dort lag und bei dem ich mir nie etwas gedacht habe, hochgehoben habe: klattschnass. Das hatte sie offenbar als Schwamm verwand und jedesmal ausgewechselt. Nach drei Tagen war es dann wohl vollgesogen und das Wasser tropfte runter. Aber man ist ja pfiffig: ratz fatz hab ich den Zahnputzbecher als Auffangbehaelter missbraucht und ich denke das Problem ist damit erledigt ... Ich glaube ein bisschen deutscher Pragmatismus wuerde den Brasilianern gut tun ;-)
Ja ich weiss ich schreib viel und sage wenig ... Aber ich stehe jeden Morgen um 9 oder so auf (das ist tasaechlich sehr angenehm :-), Fruehstuecke, relaxe nochn bisschen und fahre gegen 11:30-11:45 zur Arbeit und bin meist gegen 21:00 zurueck. Da geht abends nicht mehr viel und ergo gibts auch nicht viel neues, ich bin ja nicht zum Vergnuegen hier ;-) (wie Alex richtig erkannt hat :-) Aber der Schrei nach Fotos wird wieder lauter, darum wenigstens heute ein Foto: Blick aus meinem Fenster, diesmal nach rechts Richtung Stadt (das Meer links kennt ihr ja schon und die Hotelbaustelle gegnueber ist wirklich nicht sooo interessant). Leider ist das Wetter noch nicht besser, heute Abend (quasi jetzt) gewittert es grad, darum ist es eh schlecht mit Fotos. Wenn dann sollen die ja auch gut aussehen. *g*
15/09/2004     morgens, halb 10 in Floripa
Ich bin heute morgen aufgewacht und im Bad erstmal blind geworden. Ja genau, die Sonne scheint wieder und zwar ordentlich :-) Da hab ich gleich mal an euch gedacht und bin nur fuer euch raus und hab ein paar Fotos gemacht ... jaja, so bin ich ;-) Die Fotos sind von der Strasse vor unserem Haus aus aufgenommen. Auf dem ersten seht ihr das Gebaeude in dem ich wohne (das linke, im vierten Stock), das zweite zeigt zwei weitere Gebaude, nicht weit weg von uns. Ich hab natuerlich die schoensten rausgesucht. Hab zwar noch mehr Fotos, aber die gibts dann morgen oder so, man muss euch ja bei Laune halten.

Ansonsten ist es mal wieder Zeit ueber die Fahrgewohnheiten der Brasilianer zu berichten. Das mit den Auto- und Motorradfahrern hatten wir ja schon geklaert. Nicht weniger interessant sind die Busfahrer, denen ich ja nun jeden Tag ein bis zweimal mein Leben anvertraue. Von Vorsicht bzw. Ruecksicht auf die Fahrgaeste (wie man das aus Deutschland kennt) hat man hier definitiv noch nix gehoert! Ich bin davon ueberzeugt, dass man hier keinen extra Personenbefoerderungsschein machen muss, um Busfahrer zu werden. Wenn doch, dann haette ich mal gerne ein paar Woertchen mit den Ausbildern gesprochen! Das lauft hier ungefaehr so: ist der letzte potentielle Fahrgast grade so im Bus, werden die Tueren geschlossen und los gehts und zwar mit Feuer! Das Drehkreuz beim Kassierer (ja richtig verstanden, die haben einen Fahrer und einen Kassierer in jedem Bus) muss man eigentlich gar nicht druecken, man wird von der Traegheit des eigenen Koerpers beim Beschleunigen schon von alleine durchgedruekt. Schwieriger ist es da schon 1. nicht den Halt zu verlieren und 2. dem Kassierer das Geld nicht sonstwohin zu pfeffern. Kurven sind offenbar da um zu beweisen, dass der Bus auch bei 30° Schraeglage nicht umkippt. Zu guter letzt habe ich den Verdacht, dass die Bremsen genau zwei Modi kennen: den nicht-bremsen-Modus und den dann-wollen-wir-doch-mal-sehen-ob-alle-festen-halt-gefunden-haben-Modus. Insgesamt ist es eine gute Idee sich so schnell wie moeglich einen Sitzplatz zu suchen, was in volleren Bussen aber auch nicht so leicht ist, weil die hier anscheinend gerne im Pulk um den Ausgang rumhaengen, waehrend hinten noch ein paar Plaetze frei sind ...
Morgen berichte ich dann (hoffentlich) von meiner Registrierung bei der Federal Police (der Akt hat gestern begonnen) und irgendwann auch mal von den nicht vorhandenen Einparkfaehigkeiten der Brasilianer ;-)

Ach und wo Eva (was, ihr wisst nicht wer Eva ist? Ab auf meine Link Seite: 4. Link! Jeder nur einen ;-) von den Brot und Obstproblemen in Kanada (was, ihr wisst nicht, dass Eva in Kanada ist? Nun aber wirklich mal auf meine Link Seite!) berichtet, muss ich meinen Senf auch mal dazu geben: Das mit dem Brot ist hier aehnlich bescheiden. Alles etwas labberig. Da wuenscht man sich tatsaechlich mal ne Scheibe ordentliches Graubrot oder so (ich haette nicht gedacht, dass ich das mal sage). Aber ich muss die Moeglichkeiten hier nochmal genauer erforschen. Obst ist hier natuerlich ziemlich genial: Hier gibt es Obst, das gibt es gar nicht! (jedenfalls nicht in Deutschland ;-) Und aufgrund der vielen Fruchtsaefte vermisse ich auch meine Apfelschorle nicht so sehr. Das coolste ist, dass man hier auch gerne frisch gepresst trink. Hab z.B. frischen Mango-, Maracuja- und Orangensaft getrunken und hey: Der Dittmeyertyp kann sagen was er will. Nichts schmeckt genauso gut wie frisch gepresst!
16/09/2004     Rueckflug und Fingerabdruecke
Ahhh, so eine riesen Scheisse ... Was passiert ist? Der Rueckflug! Aber lasst mich von vorne beginnen: Hendrik (manch einer wird ihn kennen) hatte vor mich um Weihnachten hier zu besuchen und wir wollten 3 Wochen durch die Gegend reisen, worauf ich mich ehrlich gesagt sehr gefreut habe!!! Wir haben nun mit der Flugplanung begonnen, wobei er mir schon mitteilte, dass er nur einen Rueckflug im Januar, am 15. bekommen kann. Das hat mich ja schon etwas stutzig gemacht. Um meinen Rueckflug mit ihm abzustimmen, bin ich heute morgen ins Reisebuero. Dazu sollte man wissen, ich habe in Deutschland ein Ticket mit offenem Rueckflug gekauft, das bedeutet, ich habe schon Hin- und Rueckflug bezahlt, das Datum fuer den Rueckflug steht aber noch aus. Sowas kann man nur als Student. Was ich nun nicht wusste ist, dass diese Studentenplaetze begrenzt sind! Hier koennte man nun schon ahnen was kommt ... Ich bin also heute morgen in das Reisebuero meines Vertrauens wegen einem Rueckflug im Januar. Der nette Mann musste mir dann leider mitteilen, dass es keine Plaetze mehr gibt im Januar. Dreck! Alles was ich machen koennte um doch im Januar zu fliegen, ist mein Ticket auf ein regulaeres Ticket upzudaten. Das wurede aber bedeuten, dass ich nur fuer den Rueckflug nochmal mindestens 800 EURO zusaetzlich zahlen muesste! Dass das fuer einen armen Studenten eher unguenstig ist, duerfte wohl allen klar sein.
Er hat mir dann empfohlen, direkt bei Varig (meine Fluggesellschaft) vorbeizugehen, die haetten den besseren Datenbestand (iss ja klar). Deren Gebaeude ist zum Glueck nur einen Block entfernt gewesen, darum bin ich da gleich mal vorbei. Die gute Frau sagte mir aber das gleiche: im Januar geht gar nix! Nach Februar hab ich gar nicht erst gefragt. Die so gesehen letzte Moeglichkeit zu fliegen ist nun Ende Dezember, da ist noch was frei. Das heisst: 1. Hendrik kann nicht kommen (fuer 8 Tage lohnt sich das nun echt nicht) 2. Ich habe nur knapp 2 Wochen um nach meiner Arbeit noch etwas Urlaub hier zu machen :-( Andererseits habe ich wahrscheinlich eh nicht so viel Lust alleine 3-4 Wochen hier zu reisen ... Ich muss mir nun ueberlegen, ob ich den Flug im Dezember nehme, 800 EURO drauf zahle oder bis Februar bleibe (wenn es denn da nen Flug gibt). Kommentare und Ratschlaege bitte bis morgen 14:00 deutscher Zeit per E-Mail. Tja, das mit dem offenen Rueckflug ist also nen zweischneidiges Schwert. Auf jeden Fall nicht so guenstig, wenn man weiss, dass man irgendwann waehrend der Hauptsaison zurueck will. Was mich eigentlich als einziges aergert, ist dass Hendrik nun nicht kommen kann, man ich glaube wir haetten echt Spass gehabt ...
Aber wie versprochen gibt es heute noch die Story von dem Registrierungsakt bei der Bundespolizei. Kommt man naemlich mit einem Arbeitsvisum nach Brasilien, muss man sich innerhalb von 30 Tagen dort registrieren lassen, sonst gibts Mecka bei der Ausreise. Dienstag ging es dann los, die Kopien von meinem Pass mussten von einem Notar beglaubigt werden. Tiago hat mich netterweise durch die ganze Prozedur begleitet (bis heute, very nice von ihm!!!) sonst waere ich ohne Portugiesisch echt aufgeschmissen gewesen. Naja gestern sind wir dann zur Polizei fuer die Registrierung. Zunaechst musste ich dem Laden 105 R$ ueberweisen. Gar nicht so einfach, da die Banco do Brasil grade im Streik ist, weil die Regierung sie nicht bezahlt! Super! Tiago hat fuer mich dann die Ueberweisung an einem Automaten gemacht und ich hab ihm das Geld gegeben. Wie gesagt, ohne ihn waere ich verloren gewesen. Ich denke ich werd ihn demnaecht mal zum Essen einladen oder so. Weiter im Text: bloederweise habe ich genau an diesem Tag zum ersten mal meinen Zettel mit Adresse und Tel. Nummer meiner Gastfamilie hier vergessen. Die brauchte ich natuerlich. Shit! My fault. Also heute nochmal hin. Soweit war dann alles in Ordnung, aber ich musste noch auf nen Typen warten, der mir die Fingerabdruecke abnimmt. Echt, dass muss man hier machen! However, ich kann euch sagen, wer sich jemals ueber die Langsamkeit in deutschen Behoerden aufgeregt hat, hat noch nie auf einer brasilianischen Behoerde gewartet! Irgendwann kam dann der Typ und wir dachten alle da passiert sonstwas, aber alles was er gemacht hat, ist tasaechlich die Fingerabdruecke zu nehmen!!! Braucht man dafuer ne spezielle Ausbildung? In dem Laden haben die Leute so gut wie nix gemacht, nen echt lauer Job, und da kann mir nichtmal einer von denen die Fingebdruecke nehmen. Braucht man dafuer nen Fingerabdruckspezialisten??? Muss ich nicht verstehen! Aber ich bin nun durch mit der Registrierung und insgesamt lief es doch ganz gut (man sollte das Geschriebene jetzt nicht zu negativ verstehen, jede Behoerde hat halt so ihre Macken, aber immerhin sind die Leute hier alle super freundlich!).
Ansonsten hatte ich heute noch eine very nice (nen bischen mit Anglizismen nerv ;-) Unterhaltung mit zwei Mitarbeiterinnen, die recht gut englisch sprechen (Tatiana und Isabella). Isabella sagte mir sie sei sehr interessiert an Deutschland und haette lauter Fragen, mit denen sie mich irgendwann mal loechern moechte. Na von mir aus ...
Eben haben wir (Sofia, Helmut, ich) noch Torque (Hart am Limit) in Sofias Zimmer gesehen. Aehm, naja, Alex muesste das mal verifizieren, aber ich glaube sowas geht mit Motorraedern dann doch nicht. Mindestens die haelfte der Stunt Szenen waren computeranimiert. Dass es dem Film ein wenig an Logik und Story mangelt, brauch ich wohl nicht erwaehnen. Aber immerhin guckt Ice Cube immer schoen boese und spricht Gangsta-englisch. So, enough for today dudes, see you tomorrow.

17/09/2004     Alles wird gut
Zunaechst einmal vielen Dank fuer die ermunternden Mails (Alex und Anne), Mamas Anruf (that helped a lot!) und Hendriks Ehrgeiz und Hoffnung es doch noch irgendwie hinzubekommen. So bin ich dann naemlich heute morgen zur Varig um mich nach einem Flug im Februar zu erkundigen. Die 3-4 Wochen alleine haette ich auch noch rumgekriegt und wenigstens koennte Hendrik kommen. Aber unglaublich, die gute Frau hat mir einen Flug am 23.01 anbieten koennen! Keine Ahnung woher der ploetzlich kam, moeglicherweise hat jemand seinen Flug gecancelt!?!? However, das ist grad mal eine Woche laenger, als ich urspruenglich (hoechstens) bleiben wollte. Super! Manchmal muss man wohl den Frust raus in die Welt lassen und dann hat die Welt ein Nachsehen :-) Ein riesen Dankeschoen auch an Marco vom Brasilienportal (siehe auch Link-Seite) fuer die sofort angebotene Hilfe, die ich ja nun nicht in Anspruch nehmen musste!
Ansonsten moechte ich mich kurz fassen, es ist 4:00 und ich bin soo muede! Heute abend waren wir (Nicole, Helmut und co.) raus zu einer Samba Party. Irgendwie war das ganze etwas seltsam. Es fand in einem grossen Haus statt, dass vom Aufbau eher wie ein Wohnhaus aussah. Es waren auch nur ca. 80 Leute da und 3 Leute haben Live Musik gemacht (das ganze war aber ne oeffentliche Angelegenheit). Nach einer Eingewoehnungsphase von 2 Stunden und einigen alkoholischen Getreaenken ging die Party dann richtig los und die meisten haben getanzt. Nun, man muss den Brasilianern lassen, dass sie wirklich Spass am feiern haben. Jedoch musss ich gestehen, dass Samba einfach ueberhaupt nicht mein Fall ist. Und wer mein Tanzverhalten zu "normaler" Musik kennt, weiss wie gerne ich zu Musik tanze, die ich nicht so mag ... Es war aber auf jeden Fall eine interessante Erfahrung (sollte man wohl mind. einmal gemacht haben, wenn man nach Brasilien kommt), nur ob ich das nochmal haben muss weiss ich nicht. Ich meine, mein Musikgeschmack ist fuer deutsche Verhaeltnisse ja schon nicht ganz soooo normal, das wird hier nicht besser ;-) Hoere zur "Beruhigung" grad Hurt in der Cash Version :-) (hab ich extra beim Packen dran gedacht :-) (das versteht jetzt bestimmt nur einer). Nach der Sambageschichte waren wir noch nen Sandwich essen. Hab nen Chicken Sandwich fuer 7 R$ (gut 2 EURO) probiert. Ich kann euch sagen, das Teil lehrt den Subway Sandwiches das fuerchten! Ich hatte echte Probleme von dem Ding abzubeissen!!! So nun fallen mir aber die Augen zu, machts gut ...
18/09/2004     Laut
Ich habe in einem Buch schon davon gelesen, dass Brasilianer resistent gegen Laerm sind. Es stimmt tatsaechlich, obwohl es hier im Haus echt leise ist (was die Nachbarn betrifft). Aber draussen ist hier manchmal ganz schoen was los. Da wird gefeiert bei voller Lautstaerke. Und es stoert anscheinend niemanden. Man, in Deutschland waere das undenkbar. Ratzfatz waeren die Cops auf dem Plan. Hier sieht man das alles viel lockerer, nach dem Motto, wer nicht schlafen kann, kann gerne mitfeiern. Die Fenster sind z.B. auch nicht doppelt verglast und eher laessig gedaemmt. Klar mit Kaelte hat mir hier weniger Probleme, andererseits kommt der Laerm von draussen auch leichter rein. Ein bisschen gewoehnungsbeduerftig ist das ja schon fuer mich Stilleverwoehnten Europaer, aber meistens bin ich so muede, dass ich schnell einschlafe und sonst geht es auch ... komisch in Deutschland wurde ich manchmal schon irre wenn am Badesee mal wieder Beachparty war. Vielleicht komme ich ja etwas gelassener diesbezueglich zurueck. Ueberhaupt ist es eine gute Idee sich ein wenig Gelassenheit in manchen Dingen von den Brasilianern abzugucken, natuerlich nicht zu viel ;-)
Ach ja, mein Tag war heute sehr relaxt, hab ewig geschlafen, Lord of the Rings gelesen und heute abend Hardball und Minority Report geguckt, nachdem ich Nicole davon ueberzeugt habe, dass ich heute keine Lust hab rauszugehen. Das ganze Haus fuer mich, die Eltern sind naemlich auf einer Hochzeit :-) Oh es gab ein Feuerwerk an dem kleinen Pier um die Ecke, keine Ahnung warum ... Da wird oefter mal auf nem Schiff gefeiert. Hmm, bin schreibfaul heute ...
19/09/2004     Apartment
Willkommen zum Sonntagseintrag! Heute bin ich mal wieder etwas rausgekommen. Gegen Mittag fiel hier naemlich spontan die Entscheidung, im Norden der Insel essen zu gehen. Das bedeutet, ich habe einen neuen Teil der Insel kennengelernt. Der Ort heisst Santo Antonio de Lisbon und scheint sehr nett zu sein. Er gibt einem so ein bisschen das Gefuehl, als verstreiche die Zeit dort langsamer. Hier und da stehen offenbar alte (historische?) Gebaude und es gibt eine schoene Kirche dort. Leider sind wir an der nur vorbeigefahren, so schnell hatte ich meine Kamera nicht zur Hand. Gegessen haben wir dann im Bate Ponto, das direkt am Meer liegt (siehe Foto, von meinem Sitzplatz aufgenommen). Es gab Shrimps, kleine fritierte Fischstueckchen, Austern und Scholle. Wirklich gut, kann man empfehlen! Irgendwann tauchten dort auch 2 Typen auf und haben Musik gemacht, waehrend eine Frau versucht hat CDs zu verkaufen. Das war irgend so ne christliche Geschichte, wie ich hoechstselbst auf dem (natuerlich portugiesischen) Flyer entziffert habe, jaja. *stolzsei* Das ist auch so ne Sache die es in Deutschland nicht gibt. Ich glaube man kriegt ordentlich Aerger, wenn man bei uns in nen Restaurant maschiert, unaufgefordert Musik macht und den Leuten was verkaufen will. Ich meine die Musik welche die beiden gemacht haben konnte man sich wirklich anhoeren, aber (nennt mich bieder) wenn das staendig passiert, faend ich das glaub ich irgendwann nicht mehr schoen. Wenn ich in Ruhe essen gehen will, moechte ich mir nicht immer irgendwelche Leute, die mir was verkaufen wollen, vom Hals halten muessen ... Da faellt mir eine andere Geschichte ein. Als wir ganz am Anfag mal essen waren, hat uns so'n Betrunkener angequatscht und wollte uns nicht in Ruhe lassen. Warum tun die Kellner hier nichts? Es muss doch in ihrem Intresse liegen, dass die Gaeste sich wohl fuehlen? Musik ist eine Sache, betrunkene A....geigen ne andere ...

Anschliessend sind wir dann noch zum Praia Brava. Da hat sich die Familie grad ein Apartment gekauft, was dann an den Sommerwochenenden zum Ausspannen aufgesucht wird. Es befindet sich aber noch im Bau und soll im November fertiggestellt werden. Ist ne ziemliche grosse Anlage, aber angeblich eine der nicesten Gegenden hier. Die Wohnung verspricht auf jeden Fall sehr schoen und geraeumig zu werden und der groesste Vorteil: Der Strand ist in unmittelbarer Naehe!

20/09/2004     Fruehling
Es ist soweit, morgen beginnt der Fruehling. Man hat mir versprochen, dass sich dass Wetter innerhalb einer Woche drastisch aendern wird, ich bin gespannt ob das stimmt. Im Augenblick ist es warm, aber noch sehr ertraeglich. Hab mir am Wochenede sogar leichte Halsschmerzen eingefangen, moechte mal wissen wie das passieren konnte. Ist aber schon wieder vorbei. Angeblich ist der Fruehling an manchen Tagen sogar heisser als der Sommer ...
Habe ich schon erwaehnt, dass der Praktikant aus Polen am Freitag eingetroffen ist? Er heisst uebrigens Michal (richtig, ohne "e"). Habe ihn bisher zwar nur bei der Vorstellung getroffen, aber ich denke ich werde nochmal Gelegenheit haben ein paar Worte mit ihm zu wechseln.
Mir ist aufgefallen, dass gestern kein guter Foto Tag war. Irgendwie ist es leicht diesig gewesen und bei den letzten 3-4 Fotos hab ich vergessen, die Belichtungszeit zu aendern bzw. auf Auto zu stellen, darum sind die Fotos von einem schoenen Gebaeude am Praia Brava voellig ueberbelichtet. So ein Mist!
Was mir in den letzten Tagen auf meinen Heimfahrten aufgefallen ist: Die Leute fahren hier nachts teilweise (immerhin unter 10% wuerde ich schaetzen) nur mit Standlicht. Gerne auch nur eins, weil das andere inne Dutten is. Raffsch net! Dafuer fahren die Cops nachts anscheinend gerne mit voller Kampfbeleuchtung, was jedoch niemanden interessiert. Nur wenn auch die Sirene heult, bemuehen sich die anderen Autofahrer Platz zu machen, natuerlich nur, wenn es nicht all zu viele Umstaende macht ;-) Ich vermute die wollen mit dem Rotlicht (nicht Blau wie bei uns, oder gemixt wie in USA) den umgebenden Autofahrern nur sagen: Hey, wir sind in der Naehe, also macht keinen Scheiss, es ist spaet, wir wollen unsere Ruhe.
21/09/2004     Deutsch
Heute war ein echt guter Tag. Zunaechst bin ich heute tatsaechlich mal frueh aus dem Bett gekommen um in die Innenstadt zu gehen. Es sind wirklich nur 5-10 Minuten und man ist mitten in den Menschenmengen. Ziemlich viele Studenten sind dort unterwegs, weil wohl einige Kurse Downtown stattfinden. Ich habe bei weitem noch nicht alles gesehen, es gibt noch viel zu erkunden, aber ich habe ja auch noch genug Zeit. Ich bin heute nur mal so durch die Strassen geschlendert, bin zum Public Market und am Praca 15 de Novembo vorbei. Alles sehr interessant, ich muss da dann unbedingt noch mal mit ner Kamera hin, damit ihr auch was davon habt :-) Ich habe auch noch nen Bekannten getroffen, der mir bei einer Suche helfen konnte. Davon und von meinem ersten erfolgreichen Einkauf Downtown gibts bei Gelegenheit mehr, aber heute ist noch so viel passiert ...
Zum Mittagessen habe ich mich mit Tatiana und ihrer Deutschlehrerin Saskia getroffen. Das war echt cool und Saskia spricht wirklich gut deutsch, besser als englisch behauptet sie. Ausserdem spricht sie franzoesisch und spanisch, aber deutsch beherscht sie am besten. Sie hat mir erzaehlt, dass sie schon als Kind von der Sprache fasziniert war und sie unbedingt lernen wollte. Mit 7 Jahren hat sie dann auch tatsaechlich damit angefangen, hier auf einer Walldorfschule! Wirklich beeindruckend! Es war schon total seltsam, sich auf deutsch zu unterhalten. Ich bin wohl so ans englischsprechen gewoehnt, da kam mir deutsch schon irgendwie fremd vor ... War auf jeden Fall schoen und ich hoffe, ich treffe sie nochmal wieder.
Dann kam heute abend noch Michal, der Student aus Polen bei mir im Buero vorbei und wir haben uns etwas unterhalten. Er wohnt in Campeche auf der Ostseite der Insel mit 2 brasilianischen Studenten zusammen. Vorteil: er hat es nur 300 Meter bis zum Strand, Nachteil: er ist echt weit weg von der Arbeit und noch weiter weg von Downtown. Er faehrt wohl jeden morgen 1 Stunde mit dem Bus, ich brauch grad mal 20 Minuten. Aber er wirkte wirklich nett. Er studiert auch Informatik und steht kurz vor seinem Master Abschluss. Er bleibt hier insgesamt nur 3 Monate, d.h. er brauchte z.B. kein Visum beantragen und er verlaesst uns um den 4. (oder 14. ???) Dezember. Nach der Arbeit fliegt er fuer 4-5 Tage nach Rio und dann wieder nach Hause. Das heisst, er hat sich nicht viel Zeit fuer Urlaub hier genommen. Darum ist er auch erpicht, an den Wochenenden ein bisschen rumzukommen und wir haben mal so grob geplant, uns fuer ein WE nen Auto zu mieten und in Ruhe die Insel zu erkunden. Wuerde mich freuen wenn das klappt, zu zweit macht dass sicher Spass. Bin aber froh, dass ich noch 5 Wochen nach Ende meiner Arbeitszeit hab, um rumzureisen und kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich die Wochenenden etwas relaxter angehe; das entspricht meinem Wesen auch viel eher ;-) (ich brauche einfach meinen Schlaf *g*)
22/09/2004     Backup
Ui ui, als ich heute auf der Arbeit ankam, war die Stimmung nicht so gut. Aufgrund eines Programmfehlers in ISFactory (das Projectmanagementsystem) wurde statt nur einem Projekt das gesamte VSS-Repository, also alle Projekte darin geloescht. Das war reichlich unschoen und die beiden Verantwortlichen liefen den ganzen Tag mit bedroeppeltem Gesicht rum. Aber das Backup hat sie gerettet. Zum Glueck hatte mein Teil der Arbeit damit ueberhaupt nichts zu tun, trotzdem lief heute nich alles so glatt. Im Netzwerk sind mir via CVS immer wieder Dateien abhanden gekommen *grummel* Aber ich glaube ich habs gefixt. Morgen testen wir, obs auch auf Linux laeuft. Ich befuerchte schlimmstes. Wir beide (Linux und ich) moegen uns ja nicht so! ;-)
Ansonsten gibts nichts neues. Ich lese mich zur Zeit durch den Lonely Planet und meine favourisierten Webseiten um Vorschlaege fuer Hendriks und meine Rundreise zu sammeln. Also Foz do Iguacu inkl. Vogelpark und Itaipu Staudamm bin ich auf jeden Fall fuer. Ausserdem las ich von einem Train Ride von Curitiba nach Paranagua der ziemlich spektakulaer sein soll. Das passt gut, Joinville und Curitiba wollte ich eh sehen. Wenn jemand Brasilienerfahrener Tips oder Ideen hat (bevorzugt hier im Sueden), immer her damit.
23/09/2004     Wochenendplanung
Arbeit war bloed heute. Erst hab ich rumgesessen und gewartet, dass ich ne Linux Freigabe krieg, dann getestet, dann wieder auf jemanden gewartet (ueber ne Stunde) und dann lief alles schief. Hab den ganzen abend dran gesessen, war um 10:30 zu Hause und habe entsprechend wenig Lust hier viel zu schreiben, sorry. Hab aber nen paar Plaene fuer das Wochende: Paulo von der Arbeit will mich am Samstag mit zu einer Uni auf dem Kontinent nehmen, an der er lehrt, ca 100km weg von hier. Dann sehe ich mal ein bisschen mehr von de Gegend, darum halte ich das fuer ne gute Idee. Am Sonntag gibts nen Churrasco, auch bei jemandem von der Arbeit. Michal (Praktikant aus Polen) wird auch dabei sein, ich muss das ganze morgen nur noch bestaetiegen. Hab heute mal wieder mit Michal gesprochen, seine praeferierte Musikrichtung ist uebrigens Metal :-) Ich bin ja ein bisschen ruhiger geworden mit dem Alter ;-), aber ich bin sicher ich habe da groessere Schnittmengen mit ihm als mit den meisten hier (remembering Samba ;-). Vielleicht mit ihm mal ein bisschen in Jugenderinnerungen schwelgen ;-) So genug Smileys fuer heute, ich bin muede ...
24/09/2004     Pamonha
Oh man, endlich ist die Woche vorbei, die letzten beiden Tage auf der Arbeit waren stressig. Ich freue mich schon darauf, wenn ich den CVS Schrott hinter mir hab und an meine neue Aufgabe darf. Habe heute Pamonha probiert, den mir Tatiana mitgebracht hat. Das ist ein Maiskuchen. Also so ganz mein Fall war es nicht, da es relativ trocken war. Hat aber nen witzigen Geschmack. Sie selbst sagt, sie mag es nicht soo gerne, aber es sei etwas typisches fuer die Gegend aus der sie kommt. Das Wochenende steht nun, morgen um 5:00 stehe ich auf um mit Paulo nach "Shark-City" zu fahren. Der Name der Stadt bedeutet angeblich "Hai". Ich bin gespannt, ich hoffe es wird nicht zu langweilig ;-) Ich muss jetzt unbedingt schlafen, ich denke morgen gibts mehr zu berichten ...
25/09/2004     Tubarao
Ohh, ich bin muede. Ich musste heute um 5:00 aufstehen, weil Paulo mich um 6:00 abholen wollte (es wurde dann 6:30). Damit war ich absolut gesehen vermutlich eher auf, als ein paar von euch. Dabei bin ich erst um 1:00 ins Bett (ich kann einfach nicht anders) und konnte nicht richtig schlafen ... Dafuer hat der Tag heute aber entschaedigt, der war naemlich wirklich schoen. Ich bin zum ersten Mal so richtig aus Floripa und der Insel rausgekommen und es war echt interessant. Es sieht alles so anders aus hier: Die Natur, die Landschaft ... es wirkt alles irgendwie "urwuechsig", nicht so geordnet und "kultiviert" wie bei uns. Die Pflanzen wachsen wild vor sich hin, hier und da wird was angebaut oder Kuehe weiden auf Flaechen, die nicht ganz so voller Baeume und Buesche stehen. Abseits von der Hauptstrasse gibt es so gut wie keine befestigten Wege (ausser man kommt wieder in eine kleine Stadt) und immer wieder sieht man vereinzelte Haeuser oder kleine Doerfer. Hier merkt man dann deutlich den Unterschied: Viele der Haeuser sind sehr klein und einfach, manchmal nicht mehr als Huetten und sie stehen teilweise "wild" verteilt, jedenfalls fuer mich als europaeischen Betrachter, der eher eine "aufgeraeumte" Bebauung gewohnt ist :-) Ich habe die 2 Stunden Fahrt jedenfalls nur aus dem Fenster geschaut. Hier gibts auch gleich mal ein Foto von der Strasse nahe einer Bruecke ueber den ebenfalls abgebildeten (und ziemlich grossen) See.

Gegen 8:20 sind wir dann in Tubarao an der Universidade do Sul angekommen, an der Paulo unterrichtet. Den 1. Teil habe ich mir sogar angehoert (JSP und Servlets waren das Thema) und durfte den Studenten helfen, Fehler im Code zu beseitigen. War aber auf Dauer eher langweilig (zumal die Studis anscheinend kein Wort englisch sprachen (und das auf einer privat Uni!!!)) darum bin ich dann raus und hab mir ein bisschen das Uni Gelaende angeschaut. An sich recht unspektakular, bis auf einige nette Graffitis und einen kleinen Huegel, auf den eine Strasse fuehrt. Da bin ich natuelich entdeckungsfreudig wie ich bin gleich mal hoch, nur um festzustellen, dass am ende des Weges ausser Gestruepp nix ist!?!? Das Foto zeigt den Weg nach oben. An der Stelle sah das alles noch vielversprechend aus (findet ihr nicht ;-)

Zum Mittagessen haben wir uns wieder getroffen (Paulo, seine Freundin und ich). Danach hat er mich bei einem Arbeitskollegen von uns abgesetzt, dessen Eltern in Tubarao wohnen. Marcello ist mit uns morgens auch mitgekommen um eben seine Eltern zu besuchen. Und (ich weiss, ist nix neues) die Famile war sooo nett (obwohl keiner ausser Marcello englisch spricht). Wirklich, da haette ich locker bleiben koennen (ich habe meine ersten vernuenftigen Broettchen hier dort zum Abendessen bekommen, wahrscheinlich darum :-). Auf jeden Fall hat mich Marcello zu einer kleinen Kunstausstellung gebracht, die wirklich sehr schoen war. Es gab eine Fotoreihe zu einer Flut die vor 30 Jahren den Ort heimgesucht hat und eine Ausstellung von einem besonderen Kuenstler, der Bilder zu vielen (historischen) Ereignissen gemalt hat. Also mir haben die Bilder sehr gefallen. Das meiste war von Geschichte aus der Gegend inspiriert und Marcello konnte mir einiges dazu erzaehlen, was wirklich sehr spannend war. Unter anderem hat dieser Kuenstler jedoch auch ein Bild zum Fall der Berliner Mauer gemalt und dass will ich euch natuerlich nicht vorenthalten ...

... Anschliessend hat er mich noch durch seine Stadt gefuehrt. Wir haben die Kirche dort besucht und sind an einigen schoenen Wohnhaeusern vorbeigekommen (siehe Foto). Es hat mir total Spass gemacht, mit ihm einfach durch die Stadt zu wandern und mir alles anzugucken. Nicole und co. hier sind fuer sowas ja eher nicht zu begeistern, da muss alles etwas schneller (Auto) gehen oder interessanter sein. Marcello ist da wohl eher auf meiner Wellenlaenge. Wir habe nebenbei ueber Filme, Comics, Buecher und Brasilien gesprochen, war wirklich toll! Auf dem Reuckweg sind wir dann noch kurz in Laguna vorbeigefahren, eine schoene Stadt, mit historischen portugiesischen Gebaueden. Leider war es da schon dunkel, also schlecht fuer Fotos.

Ich muss hier aber einfach nochmal betonen: Brasilianer sind beschissene Autofahrer! Das kann man trotz einiger Aussnahmen (z.B. Helmut) jetzt einfach mal pauschalisieren. Und Paulo ist sicher einer der schlimmsten (hoffe ich). Sowas von unruhig: gas, ausscheren, feststellen: es kommt was von vorne, bremsen, einscheren, ruck nach links, ruck nach rechts und das die ganze Zeit. Da wird staendig versucht den LKW vor einem zu ueberholen und manchmal klappt es dann auch beim 10. Versuch (natuerlich auf den letzted Druecker) nur um dann weitere 20 (kein Witz) LKWs vor sich zu haben. Egal weiter gehts, ich waere fast irre geworden! Und er ist nicht der einzige, der das so macht. Sorry, aber das ist doch einfach nur noch dumm! Da koennen mir irgendwelche Autoren von eigentlich guten Buechern ruhig erzaehlen "aber sie haben die Reflexe, um das zu meistern": das hat nix mit Reflexen zu tun, ich habe auch Reflexe, ich versuche nur sie moeglichst selten gebrauchen zu muessen. Wo ist bitteschoen beim Autofahren die beruehmte brasilianische Relaxtheit hin???
So, ich hoffe ich habe euch mit diesem Eintrag fuer die Ebbe der letzten Tage entschaedigt. Morgen gibts Churrasco bei Lima, mal sehen was da so geht ...
26/09/2004     Jurere
Tja, leider kommt der Sonntagseintrag etwas sehr spaet. Dummerweise hat die Maus am Rechner zu Hause die Fuesse gestreckt, darum kann ich erst jetzt auf der Arbeit etwas schreiben. Es ist naemlich praktisch unmoeglich im Netz ohne Maus zu surfen. Aus diesem Grund gibt es auch keine Fotos, ich hoffe ich kann die in ein paar Tagen nachtragen. Nun aber zum Sonntag ...
Wie gesagt wollten wir uns bei Lima zum Churrasco treffen. Das erste Problem war, dass ich ca. 40 Minuten auf einen Bus gewartet habe (Sonntags ist das Busystem echt fuern Ar..., unter der Woche fahren die Busse vor meiner Haustuer alle 10 Minuten). Naja also erstmal gepflegt 30 Minuten zu spaet zum Treffpunkt gekommen. Von dort sind wir dann mir 2 Autos und vielen neuen Bekanntschaften in den Norden der Insel nach Jurere gefahren. Man hat mir erzaehlt, das dieser Ort der reichste Teil der Insel ist und als wir dort ankamen konnte man sich davon mit eigenen Augen ueberzeugen: Eine Luxusbude nach der anderen. Nicht riesig gross, aber sehr individuelle schoene Hauser, gepflegte Gaerten und ueberhaupt alles sehr schick! Die Hauser sind auch ueberhaupt nicht eingezaeunt oder sonst irgendwie abgeschirmt wie die wolhabenderen Apartmenthochhaeuser in der Stadt. Dafuer hat man dort wohl einen privaten Sicherheitsdienst, der durch die Strassen faehrt. Hab davon aber auch nur einen gesehen. Insgesamt sehr angenehm und ruhig dort. Und das ganze hat sich in den letzten paar Jahren entwickelt. Man muss sich das mal reinziehen: Als Lima bzw. seine Eltern das Grundstueck dort 1999 gekauft haben, haben sie 33.000 R$ bezahlt. Heute, 5 Jahre spaeter, zahlt man fuer das selbe Stueck Land 650.000 R$. Krass, oder? Da haette man mal vor 5 Jahren in ein bischen Land investieren sollen ...
Nach dem Churrasco sind wir noch zu einem alten portugiesischen Fort ganz in der Naehe. Das wurde ca. 1740 erbaut um die Meerenge zwischen Insel und Festland zu beschuetzen. Es ist unglaublich schoen dort: man geht um das Fort herum zum Eingang entlang einer Art Steilkueste, unter Palmen und sonstigen Exotischen Baeumen. Super schoen! Und im Fort selbst hat man eine grossartige Aussicht ueber die Baia Norte, den Atlantik ein paar kleine Inseln ... oh man. Und das Wetter war cool: sehr windig, bewoelkt, recht kuehl ... fast wie Herbst :-) nicht perfekt fuer Fotos, aber gut fuer mich *g*
Hier sind sie nun, die langersehnten Bilder zum Sonntag ;-) Hendrik, dort muessen wir unbedingt hin, ich glaube es wuerde dir gefallen ...



27/09/2004     Maus
Juhuu, wir haben wieder eine funktionierende Maus und da heute nichts interessantes passsiert ist: schnell mal nen Eintrag nach oben gescrollt und die nun hinzugefuegten Bilder betrachtet, aber flott :-)
28/09/2004     Die Leiden des jungen Programmierers
Dieser Absatz ist wohl nur fuer die Informatik|er (~interessierten) unter euch interessant, womoeglich aber nichteinmal fuer die, ich muss das trotzdem mal loswerden. Alternativ koennt ihr euch ja nochmal die Fotos angucken, oder den Absatz ueberspringen. Auf jeden Fall: Das Testen meiner Klassen geht mir langsam echt auf den Keks. Ich sitze da nun seit ca. einer Woche dran und habe ganze 2 Fehler in meinem Code gefunden, dafuer aber ca. 15-20 Bugs in anderen Programmteilen mit denen ich nix zu tun hab, die ledgilich mit meinen Klassen interagieren (oder auch nicht). Suuuper! Das heisst fuer mich, jedesmal: Ich leg mit dem Testen los und bevor die Ausfuehrung zu meinem Code kommt, passiert irgendwo anders was schreckliches. Dann muss ich erstmal warten bis das gefixt ist und kann weitermachen nur um dann gleich wieder sonstwo auf einen Fehler zu stossen. Ich bin ja schon froh, wenn ich mal meinen Code in Ausfuehrung sehe, gerne mal mit falschen Parametern aus den anderen Teilen, die dann natuerlich erstmal wieder gefixt werden muessen. Ich sehe dass schon kommen: Am Ende hab ich 3 Fehler in meinem Code gefunden, aber 30 in dem Teil, der eigentlich schon released (produktiv) ist ... Naja, so ist das halt als Programmierer :-(
Sowas sorgt in diesen Zwangspausen dann jedoch wieder fuer einen Moment der Erheiterung. Danke argh!
Tja, der Spass auf der Arbeit ging dann so weiter, aber genug davon. Erstmal an dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Lars, fuer die Karte aus Oestereich, die mich heute in meinem Zimmer erwartet hat. Das hat den Arbeitstag gleich vergessen gemacht ;-) Damit darfst du dich nun ruehmen, der erste zu sein, vom dem ich in Brasilien Post erhalten habe :-)
Fuer die Augen gibts nun auch noch was, naemlich ein weiteres Bild des Kuenstlers "Zumblick", wieder mit einem Motiv, dass sich auf Deutschland, oder sagen wir lieber auf gewisse (sued-) deutsche Traditionen bezieht, die hier in der Gegend (Blumenau) moeglicherweise auch praktiziert werden ... mehr oder weniger ... Immerhin ist hier bald Oktoberfest (oder hat es schon begonnen) in Blumenau und zwar (fuer alle die das noch nicht wussten) das zweitgroesste der Welt (Preisfrage: wo ist das groesste? ;-).

29/09/2004     Ein Monat
Heute ist es nun genau einen Monat her, dass ich in Florianopolis gelandet bin. Ein Monat Brasilien. Ein Monat in dem die Sonne Mittags im Norden steht und es selbst im Winter nicht so richtig kalt ist. Ein Monat in einem fremden Land, ganz schoen weit weg von zu Hause und all den Menschen die ich lieb habe ...
Zeit fuer einen Rueckblick ...
Kam sie mir nun lang vor, die Zeit bisher? Immerhin war ich noch nie in meinem Leben mehr als 4 Wochen am Stueck raus aus Deutschland und schon gar nicht allein. Eigentlich habe ich bisher nicht das Gefuehl, dass die Zeit hier langsam vergeht, was sicher daran liegt, dass ich so viel neues erlebt und gesehen habe. Ich ertappe mich noch immer dabei, wie ich mit grossen Augen durch die Stadt gehe/fahre und versuche das alles in mich aufzunehmen, ganz zu schweigen davon, wenn ich mal rauskomme in neue Gegenden. Aber auch die Menschen hier haben einen grossen Anteil daran, das mir die Zeit hier so angenehm vorkommt. Neben Nicole und co. habe ich auch auf der Arbeit einige Leute kennengelernt, mit denen ich mich fast jeden Tag unterhalte und mit denen ich was unternehmen kann (siehe letztes WE). Heute bin ich z.B. mit Tatiana zum Water Polo gegangen (was nebenbei ganz schoen heftig war, hab mich noch nie so verausgabt wie bei dem Training, ich werde einen schrecklichen Muskelkater haben). Aber ich schweife ab. Auf der anderen Seite kommen mir meine letzten Tage in Deutschland ewig lange her vor. Aber durch eure E-Mails und gelegentliche ICQ Chats bringt ihr mir ja immer mal wieder ein Stueck Heimat ins ferne Brasilien. Darum an dieser Stelle einen ganz lieben Dank an alle fleissigen Schreiberlinge :-)
Es gibt jedoch ein paar Dinge, die ich hier vermisse (jetzt mal abgesehen von euch zu Hause ;-), darum an dieser Stelle eine der beruehmten Top 5 Listen (wer das jetzt nicht versteht, sollte aber ganz schleunigst in den naechsten Buchladen und sich High Fidelity ziehen!)
Top 5 Dinge, die ich in Brasilien vermisse
1. Frische Vollmilch
2. Herbst
3. Reimers richtig gute Broetchen
4. Six Feet Under gucken
5. Mein Auto
Der aufmerksame Leser und mich-Kenner wird in dieser Liste sicher eine Sache vermissen! Die Aufloesung dazu gibt es in den naechsten Tagen, sonst hoert dieser Eintrag nie auf. Mir ist letztens beim im-Bett-vor-dem-einschlafen-Musikhoeren noch eine Liste eingefallen:
Top 5 Alben, die man auf keinen Fall vergessen sollte, wenn man 5 Monate nach Brasilien faehrt
1. Nine Inch Nails - And all that could have been
2. Nine Inch Nails - The Downward Spiral
3. Nine Inch Nails - The Fragile
4. Wenigstens eine Dreadful Shadows Platte
5. Und etwas von The Gathering
Ich koennte mich ja so'n bisschen Aufregen, dass ich da tatsaechlich nicht dran gedacht habe ... Aber ansonsten bin ich Musiktechnisch ganz gut ausgestattet: Zur Zeit laufen regelmaessig die letzte Zeraphine und Johny Cash Platte rauf und runter. Nirvana unplugged hab ich sogar schon der Oeffentlichkeit aufgezwungen :-)
Tja, das wars mit dem Jubilaeumseintrag, morgen gibts (vielleicht ;-) wieder nen ganz normalen Erlebniseintrag. Alles gute an euch zu Hause und wo ihr sonst so alle seid. Und ganz viel Spass wuensche ich Eva fuer ihren letzten Monat in Kanada (ich will Fotos von dem Cottage und Umgebung sehen wenn ich wieder da bin :-) ...
30/09/2004     Monatsende
Tja, das wars nun, mit diesem Eintrag vollende ich die Septemberseite. Habe mich grad mal ca. 2 1/2 Stunden mit Nicole unterhalten, habe ihr ein bisschen deutsch beigebracht und ueber lauter Sachen gesprochen, ihre Mutter wollte z.B. wissen, was fuer mich an der Familie hier anders ist als in Deutschland und ueberhaupt welche Unterschiede ich in Brasilien bemerkt habe. Und diese Fragen sind gar nicht so leicht zu beantworten. Im Prinzip ist naemlich echt alles anders, aber es sind eher viele viele kleine Unterschiede. Ich meine die haben hier auch Strassen, Ampeln, Geschaefte, die Leute essen, gehen aus, feiern ... es ist aber eben irgendwie anders: die Strassen sehen anders aus, die Ampeln funktionieren teilweise anders (Das ist wie bei der Formel Eins: Ein Rotes Licht wandert runter und dann wird es gruen, total cool), die Geschaefte sehen etwas anders aus, ueberhaupt die ganze Art wie die Stadt gebaut ist sieht anders aus. Irgendwie unaufgeraeumter, weniger geplant und geordnet als in Deutschland. Und ueber die Menschen habe ich ja schon geschrieben. Nicole hat mich z.B. auch gefragt, ob es wirklich so ist, wie man hier manchmal hoert, dass die Leute in Deutschland weniger fruendlich sind (z.B. in Geschaeften, Restaurants, etc.) Und da musste ich sie leider bekraeftigen. Das ist mir damals in Kanada schon aufgefallen und hier ist es genauso. Im Servicebereich ist man einfach immer freundlich und hilfsbereit zu den Kunden und wenn sie tausend Fragen haben. Eigentlich sollte das selbstverstaendlich sein, ist aber leider bei uns daheim nicht so und das ist sehr traurig! Dazu kommt das die Leute hier im Privatleben ebenso freundlich und sehr offen sind. Habe ihr aber erklaert, dass wir im privaten auch sehr nett sind, wir (zumindest viele) brauchen nur mehr Zeit um einander kennenzulernen. Ich denke, dass ist es u.A. was einen solchen Auslandsaufenthalt so wertvoll macht. Im Umgang mit den Menschen hier, lernt man seine eigenen Verhaltensweisen aus einer anderen Perspektive zu betrachten, sein Land aus einer anderen Perspektive zu betrachten, was einem einfach sonst nicht gelingen kann, und mit etwas Glueck nehme ich einige positive Aspekte mit nach Deutschland ... ich hoffe es.
Hehe, aber heute gibts mal wieder nen Buseintrag, darauf freue ich mich schon seit Tagen. Also: Ich habe festgestellt, das auch hier die seltsame Angewohnheit besteht, dass die Leute sicherheitshalber schonmal 500m vor der Bushaltestelle aufstehen, wenn sie dann rauswollen (und ich finde hier ist es noch extremer als bei uns). Als ob das irgendwas bringt, ausser dass man ob der etwas forscheren Fahrweise hier sein Gleichgewichtssinn trainieren kann. Ich lasse mich davon natuerlich nicht beeindrucken und stehe erst dann auf, wenn der Bus auf die Haltestelle zubremst (also ca. 10m vorher ;-). Das ist viel schlauer, weil man ueberhaupt keine Kraft dafuer benoetigt, da die enormen Verzoegerungswerte einen ohnehin in eine aufrechte Position draengen. Man muss dann nur noch seine Fuesse leicht anheben und man bewegt sich quasi automatisch vorwaerts ... cool :-)
Was man als Autofahrer hier niemals nicht machen sollte ist vor einem Bus langsamer fahren, als das Speedlimit von dem Ding erlaubt. Obwohl es sicherlich ein sehr beeindruckendes Bild ist, wenn man nur noch den Kuehler des Busses hinter sich im Rueckspiegel sieht ... Ich schaetze den Abstand des Busses zu dem Vordermann gestern auf ca. 50cm, eher weniger, bei ca. 80 km/h ... Spass!
Sehr lustig auch die Aktion von Nicole heute als so ne Pfeife sie eingeparkt hat (der Wagen stand original und ohne Scheiss hoechstens 5cm von ihrer Stosstange entfernt hinter ihr). Auf meine Frage, was wir nun machen und ob ich ausssteigen soll um sie rauszuwinken sagte sie nur "I'm so sorry Michael", legte den Rueckwaertsgang ein und fuhr an ...
So das wars nun, ich freue mich auf einen neuen Monat. Nicole hat gesagt, im Sommer werde ich leiden (wg. der Hitze), ich hoffe der Fruehling gibt mir noch ein paar angenehme Tage die letzten waren echt toll! Oh, mein Ruf nach Bildern vom Cottage wurde ja sogar erhoert ;-) (wenn auch vermutlich unbeabsichtigt). Ich wuensche euch daheim alles Gute. Liebe Gruesse an meine Familie (besonders Mom, die langsam zur Computerexpertin wird :-) und Ines (mach dir ne schoene Zeit in Clausthal). Ausserdem viel Erfolg fuer Hendrik, alle die in kennen (und die anderen auch) druecken am Montag bitte die Daumen, die letzte Pruefung vor der Abschlussarbeit steht an! (aber ich mache mir da keine Sorgen, Hendrik :-)
Auf speziellen Wunsch nun ein Link nach oben, na wenn das kein customer service ist ;-)