Info
Introducing: mein neues zu Hause
Fuer die Zeit meines Aufenthalts in Brasilien hat mich eine Familie hier aufgenommen. Der Familienname ist Vergetis. Initiiert hat das ganze die aelteste Tochter Nicole. Sie hat sich an IAESTE gewendet und eine Wohnmoeglichkeit fuer einen Ausstauschstudenten zur Verfuegung gestellt. Ihr Ziel oder ihr Wunsch war es dadurch ihr englisch zu verbessern und natuerlich auch Erfahrungen auszutauschen. Und man kann sagen, dass klappt ganz gut, wir unterhalten uns immer mal wieder ueber Deutschland und Brasilien und ihr englisch ist auch schon fluessiger geworden. Hingegen laesst mein Portugiesisch nach knapp 2 Wochen doch noch sehr zu wuenschen uebrig :-( Neben ihren Eltern (die zur Zeit beide auf Reisen sind) lebt hier noch Nicoles juengere Schwester Sofia. Ihr aelterer Bruder studiert in Sao Paulo (Staat nicht Stadt) Medizin. Das ist quasi mein Glueck, denn ich besetze nun sein Zimmer.
Update
Wie ja nun hoffentlich die meisten wissen bin ich Anfang November umgezogen. Das bedeutet ich wohne nicht mehr bei Nicole und ihrer Familie. Natuerlich sollen die Informationen erhalten bleiben, weshalb ich an den bestehenden Artikeln nichts aendern werde. Grund fuer den Umzug war (ganz profan) das IAESTE das von vorneherein so geplant hatte, mit jedoch nichts davon mittgeteilt hat, bis ca. 2 Wochen vor meinem gedachten Umzug. Minuspunkte fuer IAESTE Brasilien, muss man einfach mal so sagen, der Spass ging naemlich weiter. IAESTE sagte mir, bei meinem neuen Gastgeber koennte ich nun bis zum Ende bleiben. Er selber jedoch sagte gleich, dass er Anfang Dezember weg muss und das IAESTE auch mitgeteilt hat. Nunja, ich habe das mit meiner Unterkunft nun selbst in die Hand genommen. Trotzdem ist das antuerlich verbesserungswuerdig, was ist, wenn IAESTE mal keinen Platz (so kurzfristig wie das anscheinend laeuft) findet und man dann auf der Strasse sitzt? Versteht mich nicht falsch, ich finde die Bemuehungen von IAESTE und alles was die fuer einen tun echt grossartig, aber ein wenig offenheit faende ich angebracht, so dass man nicht vor vollendeten Tasachen steht, sondern sich auf eine moeglicherweise problematische Situation einstellen kann. However, hier hat alles super geklappt bisher, ich bin ja ncicht (allzu) bloede und btw: IAESTE Deutschland (zumindest das LK in PB) rockt! ;-)
Nicole und Helmut
Hier gibt es nun die heissen Infos ueber meine Gastschwester Nicole :-) Sie studiert hier in Florianopolis Journalismus und arbeitet nebenher in einer Klinik fuer Plastische Chirugie (sprich Schoenheitsoperationen). Natuerlich schnippelt sie da nicht an irgendwelchen Leuten rum, sondern kuemmert sich um die Patienbetreuung und Verwaltung. Und man kann sagen, sie ist wirklich sehr nett. War von vorneherein hilfsbereit und aufgeschlossen, besser haette ich es mir kaum wuenschen koennen. Ausserdem gibt es da noch ihren Freund Helmut. Der studiert ebenfals hier und zwar Accounting. Ich uebersetze dass jetzt einfach mal mit Buchhaltung. Er spricht recht gut englisch, war naemlich vor gar nicht allzu langer Zeit 6 Monate in den USA (von den Geschichten ueber seinen Arbeitgeber dort erzaehle ich vielleicht auch irgendwann einmal). Mutigerweise ist er dort hin gefahren ohne ein einziges Wort englisch zu sprechen. Dafuer hat er wirklich viel gelernt (Schimpfwoerter sind gerne genommen ;-) Auf jeden Fall ist auch er super nett und hilfsbereit. Naja eigentlich trifft das auf die meisten Menschen hier zu.

Die Eltern
OK, ein wenig will ich doch noch ueber die Eltern schreiben. Die Mutter ist relativ frueh in Rente gegangen. Es gab hier frueher die Moeglichkeit nach ich glaub 25 (jetzt nagelt mich bitte nicht auf die Angaben fest) in Rente zu gehen. Dieses Gesetz wurde jedoch geandert und da hat die Mutter zugeschlagen und die Chance genutzt, bevor sie 10 Jahre arbeiten muss. Sie ist echt eine nette Person und eine grossartige Koechin (was natuerlich ganz besonders fuer mich von Vorteil ist :-). Ausserdem ist sie recht "outgoing". Aber man hat mirt versichert dass das selbst hier in Brasilien nicht normal ist :-) Sehr cool.
Der Vater besitzt zusammen mit 2 anderen Doktoren die Schoenheitsklinik, in der auch Nicole arbeitet. Seine Familie stammt aus Griechenland, weshalb er dieses Jahr auch zu den Olympischen Spielen gereist ist. Ich habe ein paar nette BIlder von dort gesehen. Ueberhaupt, wenn man sich im APartement umschaut, faellt einem der griechisch angehauchte Stil dort auf. Es war sogar mal ein Fernsehteam dort und hat eine Doku dort gedreht.
Igor
Igor ist der Haushund hier. Im Grunde ist er nen lieber, leidet aber unter einem erheblichen Sabberproblem ... naja das ist vieleicht etwas uebertrieben, aber wenn er seinen Kopf schuettelt: die Gerausche! Ich koennt mich wegschmeissen. Wenn er jedoch in Spiellaune ist, ist er kaum auszuhalten: Am liebsten mag er meine Hose, da man an den vielen Taschen so toll rumzerren kann. Gelegentlich stinkt er auch ganz ordentlich, wie das bei Hunden halt so ist, was in der Regel zu einem Zwangsbad und das wiederum zu einem riesen Aufstand inkl. Badueberflutung fuehrt ... Dieser Hund kann echt boese klingen. Mir wurde aber versichert, dass er noch nie jemanden gebissen hat. Und das einzige Leiden, das ich davon trug, als er letztens versucht hat meinen Arm zu verschlingen, war ein ziemlicher Haufen Sabber ...
Instituto Stela
Ich dachte mir, vielleicht interessiert den ein oder anderen ja auch, wo ich hier ueberhaupt arbeite. Also die Firma heisst Instituto Stela und eigentlich ist es gar keine Firma, sondern (Ueberraschung) ein Institut, dass zur Universidade Federal de Santa Catarina gehoert. Man entwickelt da aber tatsaechlich Sachen, die auch von Kunden eingesetzt werden. So zum Beispiel ein webbasiertes Projektmanagement System. Wie berichtet, besteht/bestand meine erste Aufgabe darin, diesem System eine CVS Anbindung zu spendieren (wer nicht weiss was CVS ist, dem sei gesagt: ihr wollt es nicht wissen ;-). Ansonsten wird dort noch an einige anderen Projekten in Sachen Informatik entwickelt und man darf ruhig erwaehnen, dass Stela in Brasilien sehr annerkannt ist! Der Chef hat z.B. am Unabhaengigkeitstag den Prasidenten von Brasilien getroffen um die neusten Projete vorzustellen! Nach 3 Wochen Arbeit dort kann ich schonmal sagen, dass es wirklich dehr nett dort ist. Technisch ist man durchaus auf oder nahe am europaeischem Standard (wobei die Reputation sicherlich geholfen hat). Leider ist es zur Zeit etwas eng, weil zu wenig Raeume fuer die ca. 65 Mitarbeiter vorhanden sind. Aus diesem Grund zieht ganz Stela in naher Zukunft auch in ein neues Gebaeude um. Neben mir arbeitet dort angeblich irgendwo noch ein Praktikannt aus Ecuador (hab ihn noch nicht identifiziert) und bald sollen noch einer aus Polen und einer aus Mazedonien hier eintreffen. Ich bin gespannt. Ansonsten bleibt zu sagen, dass die Mitarbeiter alle sehr freundlich sind, wenn auch viele kein englisch sprechen, und bestaetigen mal wieder mein Bild von den Brasilianern (besonders wenn die doch englisch sprechen): Sie kennen keine Scheu, gehen auf einen zu, stellen Fragen, unterhalten sich mit einem, schlagen vor mal gemeinsam etwas zu unternehmen etc ... Wie gesagt davon koennten wir in Deutschland (auch ich) etwas mehr gebrauchen.