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Bei einem feinen Käfeli in unserer Stammbeiz am
Hafen mustern wir die Leute und den zunehmenden Verkehr. Die ganze Welt scheint
heute hierher zu kommen. Doch eine "Bomba" gibts keine in der
Bäckerei. Wir schlendern durch die engen Strassen, sehen dem bunten Treiben zu
und machen uns schliesslich auf den Weg an die Playa Grande. Unterwegs kehren
wir ein zum obligaten Früchteplättchen zum Frühstück. Nein, heute trinkt
niemand eine Flasche Gin neben uns, aber die Badegäste schleppen tonnenweise
Zeug an den Strand:
Eisboxen, Sonnenschirme, Stühle, Zelte, Hängematten, ungesunden Food und
-Bier.
Entsprechend sehen viele auch aus. Übergewichtige Machos, aber auch
währschafte Dronen mit kleinen Kindern. Daneben natürlich die hübschesten
Mädchen auf diesem Kontinent. Kaffeebraune, schwarzhaarige, sympathische junge
Frauen, welche jedes Männerherz schneller schlagen lassen. In Venezuela werden
junge Mädchen erzogen zum Gefallen. Bei einem "Missverhältnis" (1:3
- 1:7) sind sich Frauen hier gewohnt, die MMänner zu teilen; -eine andere Kultur
halt...
Wir verbringen den ganzen Tag mehr oder weniger faulenzend im heissen Sand,
geniessen die rauschenden, für uns eigentlich zu hohen Wellen, ein paar
Fingerbananen und schliesslich unter Bewölkung ein Glace.

Ein paar Stunden später sitzen wir gemütlich beim Apero und lassen uns anschliessend vom kürzlichen Sonnenschirmvermieter auf dem Vorplatz unseres Hostals mit einem riesigen Fischgericht kulinarisch verwöhnen. Dazu gibt es sogar o'Wunder einen geniessbaren venezolanischen Weisswein...
Zum Schlummertrunk treffen wir uns wieder mit Bekannten in unserer Stammkneipe am Hafen, machen uns lustig über die Bierreste für die Toten und Hanni bekommt ein Halskettchen aus Holz von den Auslagen auf der Hafenpromenade. In ein paar Stunden, wenn wir längst schlafen, wird hier wieder die Hölle los sein. Dies kündigen ein paar Karibische Tambormusiker in der Strasse laut an: BumBumBumBumBum....
Tatsächlich, etwa um 3 Uhr nachts kann ich nicht
mehr schlafen. Ich stehe erst einmal unter die kalte Dusche. Dann blinzelt auch
Hanni unter der Decke hervor und nimmt einen grossen kühlen Schluck.
BumBumBumBumBum. Wir ziehen uns wieder an, machen uns auf zur Hafenmauer. Auf
der Terrasse schläft ein Pärchen in den Hängematten. Sind das die, welche
nicht mehr platz fanden?
Doch auf der Hafenmauer schlafen noch ein dutzend andere, trinken Bierchen und
irgendwo erhasche ich einen Duft Marihuana; -mmmh...
Um die Tambores steht eine Traube Leute, daneben
tanzen einige -eben Tambor, diesen absolut erotischen Tanz. Es sieht aus wie das
Balzen um die Partner, aber die unverkennbaren Hüftbewegungen sprechen Bände.
Shakira macht es vor auf der Bühne und auch am Carneval in Rio ist der
Hüftschwung allgegenwärtig. Das können eben nur die Latinas! Da stehen wir
Europäer, oder Gringos doch einfach da wie Mehlsäcke.
Ja, da fällt einem
wirklich das Bier aus der Hand, wie dem Boy neben mir, doch der ist so betrunken
-und schafft es dennoch zu einer hübschen CChica. Dieses Schauspiel muss man
einfach gesehen haben.
Aber wenn ich so 30 Jahre zurückdrehe, machten wir es doch eigentlich ähnlich:
Frau suchte sich einen guten Tänzer und Mann brachte sein sympathisches
Mädchen nach Hause. Aufriss nannten wir das salopp.
"Komm, wir gehen wieder ins Bett!?" reisst mich Frauchen aus meinen
Fantasien.
Jaja, wir gehen wieder ins Bett...