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Kleine
Geschichte der Klezmer-Musik 
Die traditionelle Instrumentalmusik der osteuropäischen Juden wird heute allgemein als Klezmer-Musik bezeichnet. Ihr musikalischer Aufbau ähnelt der rumänischen Zigeuner-Musik, enhält aber auch Elemente der Volksmusik Polen, der Ukraine und anderer osteuropäischer Länder.
Unverwechselbares Kennzeichen der Klezmer-Musik ist die dem Gesanstil der jüdischen Gebetstradition nachempfundene Spielweise, für den der sogenannte krekhts typisch ist. Gespielt wird sie meist zu feierlichen Anlässen, wo nach ihren förhlichen Melodien getantz wird, doch gibt es auch viele wehmütige, nicht tanzbare Lieder.
Klezmer-Musiker, genannt klezmorim, zogen bereits vor Jahrhunderten mit tsimbl, Geibe, Bass und Trommel durchs Land, um bei Festen, zumeist Hochzeiten, aufzuspielen. In Herbergen und Hinterhöfen, in Kurorten und auf Bällen waren sie mal gern gesehene Unterhalter, mal störende Vagabunden, die mit ihrem wilden Leben kaum mehr Ansehen genossen als Bettler ("Eh, nisch ka Konzert. Nur a klezmer is gekimmen.") Obwohl die meisten Klezmorim keine eigentliche Musikausbildung hatten, waren viele von ihnen dennoch qualifizierte Musiker.
Mit den jüdischen Einwanderungswellen gegen Ende des letzten Jahrhunderts kam die Klezmer-Musik in die Neue Welt und entwickelte sich dort zu Beginn des Jahrhunderts zu einer neuen Blüte. Die traditionelle Dominanz der fidl (Geige) wurde abgelöst von der Klarinette, Einflüsse der amerikanischen Unterhaltungsmusik (Vaudeville, Ragtime, Tin Pan Alley) mischten sich hinzu.
Talentierte Musiker fanden nicht nur Arbeit bei Hochzeiten und anderen Feiern der jüdischen Gemeinde, sondern auch in den Studios der expandierenden Schallplattenindustrie, in Theatern und Stummfilmkinos. Die mit dem Aufkommen des Radios in den 30er Jahren entstandenen jüdischen Radioprogramme steigerten die Popularität der Klezmer-Musiker und Stars wie Dave Tarras und die Barry Sisters hatten ihre eigene Show, bei der junge Talente gern gesehene Gäste waren. Zur gleichen Zeit begann man in den hautpsächlich von jüdischem Publikum frequentierten Ferien- und Kurorten der Ostküste, Unterhaltungsprogramme anzubieten, die sich über Jahrzehnte großer Beliebtheit erfreuten.
In den 50er Jahren begann die amerikanische Populärmusik die traditionelle Klezmer-Musik langsam zu verdrängen. Die junge Generation von Juden wollte am amerikanischen Lebensgefühl teilhaben und widersetzte sich auf ihren Hochzeiten und Festen dem Wunsch der Eltern, zu den Klängen eine traditionellen Klezmer-Band zu feiern. Erst Ende der 70er Jahre begannen junge Juden ind en USA, sich wieder auf ihre Wurzeln zu besinnen. Das Interesse an Klezmer-Musik erwachte erneut udn von New York aus begann ein weltweites Revival, das auch in Europa zur Gründung vieler Klezmer-Bands geführt hat, die die alten Melodien neu entdecken, spielen und weiterzuentwickeln versuchen.