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.Das st�rmische Wetter aus der Nacht schien sich beruhigt zu haben, aber der Himmel versteckte noch seine Absichten vo den am Start wartenden H�upter.
(Bild01: Dunkle Wolken am Start)
Ich hatte mich in der Gruppe der L�ufer mit einer Endzeit von 5h eingeordnet, um sch�n langsam zu beginnen. Nach einigen hundert Metern entdeckte ich ein paar Passtschoner vor mir. Darunter auch Marko, der sich erst 2 Tage zuvor entschlossen hatte, diesen Marathon mitzulaufen und �ber ein frei gewordenes Ticket den Sprung ins Starterfeld schaffte. Dabei stellte sich heraus, dass Marko und ich ungef�hr das gleiche Tempo gehen wollten, so beschlossen wir die ersten Kilometer gemeinsam zu verbringen.
Als die erste Schleife nach 3km uns wieder zum Start zur�ckbrachte entdeckte ich Andrea und Gabi im Get�mmel und versuchte einen Schnappschuss zwischen den K�pfen der L�ufer.
(Bild02: Gabi und Andrea -zwei unserer eifrigen Supporter)
Mit einer mittleren Geschwindigkeit von etwas �ber 5min/km
liefen Marco und ich sehr konstant im Feld und trafen dabei auf eine Dreiergruppe von Niederl�ndern, die ebenfalls mit Fotoapparat ausger�st und guten Mutes unterwgs waren. Als Marco �berfl�ssige Fl�ssigkeit los werden musste, fotografierte ich seine "Ann�hreung" im R�ckw�rtslaufen, was sich deutlich auf die Qualit�t auswirkte.(Bild03: Marco auf der Aufholjagd bei km 7)
In Gsteigwiler kurz nach km 10 musste die erste l�ngere Steigung in Angriff genommen werden, aber bei unserem Tempo war das kein Problem und da ich von meinem Donnerstaglauf diesen Streckenabschnitt schon kannte, konnte ich uns auch gut darauf einstellen. Die Wege und Ortschaften waren sehr gut ausgeschildert, so dass man auch ganz alleine den Weg nach oben h�tte finden k�nnen.
(Bild04: Weg nach Zweil�tschinen/km 13)
Dazu waren die einzelnen km deutlich ausgezeichnet und damit eine Kontrolle der eigenen Geschwindigkeit gegeben.
(Bild05: Man konnte den Weg nicht verlieren/km 16)
Der Tr�mmelbach begleitete uns rechter Hand ab km 12 durch Wald und Wiesen mit teilwesen engen aber auch sehr romantischen Laufpfaden, wo das gelegentliche �berholen schwierig wurde.
(Bild06: Eine Br�cke zum Ziel/km 18)
Wir mussten uns teilweise immer wieder bremsen, um nicht zu schnell zu werden, was hier in diesem flachen St�ck eine st�ndige Verlockung darstellte. Da wir aber beide vor den letzten 17km Respekt hatten, liefen wir sehr besonnen weiter.
Daf�r liessen wir an den Verpflegungsstellen nichts verkommen und ich hatte dann mittlerweile folgende Mischung gefunden: 200ml isotonische Getr�nk, 200ml Wasser und 100ml Tee. So nahm ich alle 5km ca. 0,5 Liter zu mir. Dazu verzehrte ich alle 10km ein Power-Gel mit Schokoladengeschmack.
Unsere Durchgangszeit beim Halbmarathon von 1:51h in Lauterbrunn entsprach exakt der Marschtabelle, die ich mir vorher zurech gelegt hatte.
(Bild07: In Lauterbrunn wurd's laut/km 20)
Dementsprechend frisch kamen dann auch �ber den "Lauterbrunner H�gel" um etwas fluchend wieder in das Tal von Lauterbrunnen nach Lauterbrunnen zur�ck zu laufen.
(Bild08: Im Tal von und nach Lauterbrunn/km 22-25)
Diese Gef�llstrecken h�tten wir uns gerne erspart, da wir an die noch kommenden H�henmeter denken mussten. Zwischen 21 und 25km war dann die km-Anzeige etwas verwirrend, da ein km-Schild verschwunden war. Aber auf Puls und Uhr verlassend konnten wir konstant weiter laufen.
Die Verpflegungsstation bei km 25 nahmen wir noch gemeinsam in Angriff als nach einer Holzbr�cke die erste richtige Steigung irgendwo mit km 26 zuschlug. Von Laufen konnte jetzt keine Rede mehr sein, alle L�ufer vor mir wurden zu Gehern und ich passte mich gerne an. Jedoch hatte ich einen guten Schritt drauf und konnte hier manchen Mitstreiter �berholen. Marco liess mich hier alleine weiter gehen und bevorzugte eine etwas langsamere Gangart. Als ich die drei Niederl�nder beim fotografieren entdeckte, dr�ckte ich einem Zuschauer meinen Fotoapparat in die Hand und das Resultat ist im folgenden Bild erkennbar.
(Bild09: Die ersten Meter im Schritttempo/km 27)
Die serpentinenartige langgezogenen Stufen schienen kein Ende nehmen zu wollen. Manchmal fiel ich auf flacheren Abschnitten in einen Kurzschritttrab, um bei steigender Atmung wieder in meinen Gehschritt zur�ckzufallen. F�r diese 2 km mit etwa 15-20% Steigung brauchte ich dann auch ca. 30min. Als ich dann endlich wieder in einen konstanten Trab fallen konnte, traf ich auf eine zierliche Regensburgerin die ganz locker an mir vorbeizog und mir mitteilte, dass es jetzt ganz gem�tlich weiter gehen w�rde und es gar nicht so schlimm sei. In vollem Vertrauen auf ihre Aussagen nahm ich ihr Tempo auf und war froh einen Tempomacher gefunden zu haben. An der Verpflegungsstation bei km 30,wo ich in aller Ruhe wieder meinen halben Liter zu mir nahm und auch den letzten Power-Gel-Beutel in mich hineinzog, verlor ich sie leider aus den Augen.
Daf�r entdeckte ich pl�tzlich vor mir einen Schottenrock.
(Bild10: Unser Schotte geizt nicht mit seinen Reizen/km 30) . Colin, der nicht nur in den Wochen zuvor den Swiss-Alpin und den Inferno-Halbmarathon auf sich genommen hatte, sorgte als schottische Bergziege in Rock f�r Begeisterung bei den Zuschauern. Auch in dem kleinen etwas ruhigeren �rtchen Wengen.
(Bild11: In Wengen wurd's f�r manchen eng/km 30)
Nachdem ich die 30km in Wengen in 2:56h erreicht hatte, war ich mir eigentlich sicher, dass ich unter 5 Stunden bleiben k�nnte. Mein Lauferei passte sich dem Profil der Laufstrecke an. Bei Steigungen, die nicht in meinen Atemrhythmus passten, bin ich immer wieder kurzzeitig in den Gehschritt gefallen.
(Bild12: Es wurd einfach nicht mehr flach/km 31)
Dabei konnte ich mir dann auch gelegentlich mehr Zeit zum Fotografieren nehmen und mir besonders die Teile betrachten, die schon hinter mir lagen.
(Bild13: Ein R�ckblick auf Wengen und nicht im Zorn/km 32)
Trotzdem durchlief ich die n�chsten 5 km mit einem Schnit von etwa 7min/km und konnte dabei eine Reihe von anderen L�ufern �berholen ohne selbst �berholt zu werden.
(Bild14: Die waren mir all auf den Fersen/km 33)
Beinah h�tte ich das Wetter vergessen. Eigentlich war es ab km 10 richtig sch�n geworden. Die Wolken verzogen sich und der Himmel strahlte im "Bayrischen-Weiss-Blau", wenn ich die Sonne pur abbekam wurde es mir in meinen langen Klamotten schon etwas aber nicht unangenehm warm. Ein vorausschauender Blick, sagte mir jedoch, dass noch einige H�henmeter und W�lkchen vor uns lagen.
(Bild15: Auf dem Weg �ber die Wolken/km 34)
Unsere Supporter hatte ich kurz vor Lauterbrunn, das letzte mal zu Gesicht bekommen, als bei sch�nstem Wetter und gerade noch zu laufender Steigung mir ein Fotoapparat entgegenblitze. Schnell nahm ich Sonnenbrille ab, setzte ein entspanntes L�cheln auf und zog gr�ssend an Gabi, Christine und Martin vorbei.
(Bild16: Daf�r l�chle ich nat�rlich gerne in Gabis Linse/km 36)
Auf so einem Lauf trifft man erstaunlicherweise immer wieder jemanden. Einer der drei Niederl�nder begenete mir st�ndig, dann traf ich pl�tzlich auf die zierliche Regensburgerin, die eingestehen musste auf den letzten km zu schnell gewesen zu sein und nun ganz sch�n kaputt sei. Auch ein paar aufmunternde Worte von mir konnten ihr jetzt nicht richtig helfen und nach ein paar gemeinsamen Metern entfernten wir uns wieder von einander. Daf�r tauchte Gunters Kappe und Zopf gehend vor mir auf, den ich bei einer Verpflegungsstelle passierte und der mit mir noch mitteilte, dass Achim und Colin kurz vor mir w�ren.
(Bild17: Gunter k�rzt ab/km 37)
Kreislaufm�ssig gesehen sehr frisch wollte ich zu einer kleinen Tempoerh�hung ansetzen, als sich auf einmal die Unterseite meines linken Oberschenkel verh�rtete. Dieser Teil meines Beines hatte sich noch niemals auf meinen Trainingskilometern und Wettk�mpfen als sensible K�rpereinheit hervorgetan. Sch�ner Mist dachte ich mir, leicht und locker, das linke Bein etwas entlastend trabte ich weiter vor mich hin.
(Bild18: Steinig wurd's auch noch/km 38)
Als der Einstig in die letzten zwei steilen km kam, passierte es dann schlagartig.
(Bild19: Der M�nch zeigte sich in stolzer Gr�sse/von Volker)
Bei einem gr�sseren Schritt spielte mein Oberschenkel nicht mehr mit und ein Krampf hinderte mich ans weitergehen. Um die anderen auf dem schmalen Pfad nicht zu blockieren, suchte ich mir eine Stelle am Hang, wo ich mit Dehnungs�bungen meine Beine entspannen konnte. Nach ca. 3-4min f�hlte ich mich soweit fit, mich wieder in die aufsteigende Reihe einzuordnen.
(Bild20: Da lag ich wohl schon flach/km 40)
Gunter hatte mich w�hrend meiner gymnastischen �bungen wieder �berholt und zog in der scheinbar unendlichen Schlange den Berg hoch. Manch krummer R�cken wurde hier noch krummer. Manch Oberschenkel wurde als St�tze f�r die Arme gebraucht.
(Bild21: Auch Achim machte den R�cken krumm/von Volker)
Mit kleinen Schritten und nur das rechte Bein f�r Treppenstufen oder h�here Abs�tze benutzend konnte ich das Tempo der vor mir gegehenden L�ufer gut mithalten, ohne dass ich jemand behindern musste. Allerdings gab es Vereinzelte die auf dem teilweise schmalen Grad oder kaum wahrnehmbaren Pfad �berholen mussten und sich und die anderen dabei gef�hrdeten. So konnte ich einen vor mir Gehenden nur durch einen Stoss in den R�cken wieder in die Gleichgewichtslage bringen, nachdem er bereits mit rudernden Armbewegungen verzweifelte dasselbige wieder einfangen wollte.
Irgendwann nach etlichen Felsvorspr�ngen, st�ndigen Steigungen erblickte ich auf dem letzten km das Zielbanner mit dem etwas nach links abfallenden Weg. Pl�tzlich war die ganze M�hsamkeit wie weggeblasen und in einem schnellen Tempo mit unter 5min/km ging es dem Ende entgegen. Zeit f�r ein Zielfoto musste noch sein.
(Bild22: Die letzten Meter im Schweinsgalopp/km 42)
"Eigentlich schade, dass es vorbei ist", signalisierte mir mein Gef�hl. Noch nie war ich 4:42min l�uferisch unterwegs gewesen. Aber selten habe ich mich im Ziel so frisch gef�hlt. Ein Durchschnittspuls von 145 best�tigte dies. Die Mischung aus Laufen und Gehen war gar nicht so anstrengend. Den Krampf f�hre ich darauf zur�ck, das ich das schnelle Gehen an Steigungen gerade von km 27 und 28 nicht gew�hnt war und sich Muskeln meldeten, die sonst nur eine untergeordnete Rolle beim Laufen spielten.
(Bild23: Das Lachen war echt/km 42,2)
Meine Einteilung muss f�r mich ideal gewesen sein. Hatte ich das ersten Teilst�ck (Halbmarathon in Lauterbrunn) als 1451. durchlaufen. Konnte ich im zweiten Abschnitt (Wengen km 30) die 1165. schnellste Zeit erlaufen und den dritten Abschnitt trotz Zwangspause sogar als 907. "durchrennen". Damit bin ich insgesamt auf eine Zeit von 4:41:16 gekommen, habe in der Gesamtwertung den 1127. und in meiner Altersklasse (M50) den 103. Platz belegt.
Trotzdem m�chte ich hier noch einmal betonen, dass man diesen Lauf mindestens einmal (am besten immer) richtig geniessen soll und sich nicht von irgendwelchen Zeiten oder Platznummer antreiben lassen sollte.
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