Die Vorbereitung

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Den Jungfrau-Marathon(JfM) habe ich ausgew�hlt, weil er zu den sch�nsten Naturmarathons der Welt geh�ren soll. Da ich bisher keine Vergleiche habe, m�ssen die vergleichbaren sich aber sehr anstrengen, um damit halten zu k�nnen.

Die Vorbereitung f�r den JfM waren zun�chst rein organisatorischer Art. Bereits im November 1999 gleich nach meinem ersten Marathon in Frankfurt, hatte ich eine Bewerbungspostkarte an die Organisatoren in der Schweiz abgesendet. Danach habe ich lange nichts geh�rt und wurde darob schon ein wenig ungeduldig. Doch die Vorbereitung f�r den Hamburg-Marathon vertrieb mir die Zeit bis im Januar dann eine offizielle Anmeldungskarte zur Auslosung im Briefkasten auftauchte.
Schwupp die wupp war die auch ausgef�llt und dann begann wiederum ein Warten. Diesmal jedoch sehr definiert, da die Auslosung Anfang M�rz erfolgen sollte. Die bis dahin eintreffenden Anmeldeziffer gaben jedoch Grund zum Hoffen. Aus Deutschland war "nur" eine ca. 125% �berbelegung des Deutschland-kontingentes vorhanden.
Trotzdem war die Freude gross als ich mich am Tag nach der Auslosung in der �bers Internet zug�ngingen Teilnehmerliste durchsurfte und meinem Namen darin wiederfand. So habe ich dann sofort �ber die Internetseite von Interlaken ein Hotel ausgesucht und gebucht. Dank der heutigen eMail M�glichkeit eine Angelegenheit von Minuten.
Anschliessend habe ich meine Familie informiert, dass ich eine Woche alleine Ende August in Urlaub fahren werde, da meine Familienmitglieder gem�ss dem Ferienplan in Hessen bereits wieder die Schulbank dr�cken bzw. den Lehrerstock schwingen durften.
Nicht lange darauf trafen die Anmeldepapiere ein, die schnell ausgef�llt (ebenso der Check) waren und wieder zur�ckgeschickt wurden.

Im Winter hatte ich schon begonnen mich mal an ein paar H�henmeter zu wagen. Dazu hatte ich mir den Grossen Feldberg im heimischen Taunus ausgeguckt. Die ganze Strecke betr�gt fast 28km und dabei darf ich immer ca. 700 H�henmeter �berwinden.
Um die Vorbereitung auf Hamburg - streng nach Trainingsplan - nicht zu st�ren, habe ich jedoch nur insgesamt 3 L�ufe bis zum Januar gemacht.
Nach Hamburg habe ich mich dann der Laufgruppe Passtschon98
angeschlossen, die Donnerstags und Sonntags im Taunus trainieren, was f�r die Jungfrau Vorbereitung nat�rlich hervorragend reingepasst hat. Ausserdem ist das ein so "loser" Haufen, dass man sich �ber die H�henmeter nicht mehr selbst motivieren muss.
Am Feldberg und an der Viehweide habe ich mich dann �ber den Sommer langsam an Steigungen bis zu 15% ganz gut gew�hnt und bin die auch immer sch�n brav durchgelaufen. Leider hatte ich durch 3 Infektionen im Sommer einen gewissen Trainingsverlust. Doch die letzten sieben Wochen vor dem "Hochereignis" konnte ich dann durchtrainieren und die Trainingszeiten wurden mit der Zeit wieder ansehnlicher.
Mein eigentliches Trainigsziel war jedoch ein schneller Halbmarathon am 16.9. so f�gte sich die Woche in Interlaken perfekt in meinen Trainingsplan ein. Statt samstags im Taunus den Feldberg hoch zu japsen, war die etwas l�ngere und h�here Bergeinheit im Trainingsplan verankert. Bis zum Umfallen wollte ich auch nicht k�mpfen, da ich mir unterwegs die Gegend ansehen und Fotografieren wollte.

Am 29.August habe ich angefangen meine Sachen zu Packen Am 30.August war es dann sohweit. Nachdem ich meinen Sohn Nicolas an den Flughafen gebracht hatte, der ein ganzes High-School-Jahr in Kalifornien verbringen will, drehte sich der Bug meines Autos bei herrlichem Sonnenschein Richtung S�den. Bis Basel hielt das Wetter, danach wurde es bedeckter, dunkler und in Matten (Interlaken) um 16Uhr angekommen, goss es in Str�men.
Der Gasthof Hirschen
war zum Gl�ck leicht zu finden, und als ich dann einen Parkplatz vor dem Haus gefunden hatte, blieb das Auto bis zur R�ckfahrt auch dort stehen. Ich war nat�rlich ganz begierig hier in der Gegend ein wenig herum zulaufen. Mittwochs, war nach dem Intervalltraining vom Tag zuvor, leichtes, lockeres Training angesagt.
Zuvor habe ich mir im Infozentrum von Interlaken ein paar topographische Karten aus der Umgebung besorgt. Danach bin ich trotz Regens in meine Sportsachen getaucht und habe mich auf das erste l�uferische Abtasten der Umgebung eingelassen. Nach 200m hatte ich bereits die erste Steigung vor mir und das leicichte lockere Laufen war gar nicht mehr so leicht, wie ich wollte. So lief ich von einer Sackgasse (da wo ich wg. der Steigung nicht mehr laufen wollte) in die andere. Trotzdem hatte ich nach ca. 90min einen ersten Eindruck gewonnen. Es war ein kurzer Abend nach einem guten Essen (abgesehen von den stolzen Preisen) im Hirschen.
Der Donnerstag fing wieder mit Regen an und nach einem ausgiebigen Fr�hst�ck besorgte ich mir in Interlaken eine Reihe von Postkarten und die Tageszeitung mit den Wetterausssichten. Mittags legte ich mich wieder aufs Ohr, schliesslich war ich zur Erholung hier und bereitete mich innerlich auf einen l�ngeren Lauf zwischen Interlaken und Lauterbrunnen vor.
Bei Nieselregen begab ich mich dann um ca. 16Uhr auf die Strecke von Matten nach Lauterbrunnen. Bei km 10 bin ich auf die Marathonstrecke eingestiegen und folgte ihr bis km 19. Unterwegs traf ich vereinzelte L�ufer, die wohl aus dem gleichen Grund den Jungfraupfaden folgten. Vor allen Dingen wollte ich auf diesem Lauf meine Schuhauswall treffen. Nach den ersten Metern auf den Waldwegen war mir dann klar, dass ich nur in den Trailschuhen laufen konnte, da durch die vergangenen Regenf�lle viele Steine aus dem Boden gewaschen wurden und die Trailschuhe eine sehr stabile Sohle besitzen, wo man nicht jedes Steinchen als Druckpunkt wahrnimmt. 25km legte ich dann im ganzen zur�ck und war dann recht froh nach dem Abendessen mit Gabi und Achim,die mich dazu abholten, in die Falle zu fallen.
Am n�chsten Morgen weckten mich zum ersten Mal richtige Sonnenstrahlen zum Fr�hst�ck. Danach bewappnete ich mich mit meinem Fotoapperat und nahm Interlaken unter die Linse. Als erstes nahm ich den Startplatz in Augeschein. (Bild01: Noch Fahren hier die Autos)
Gleich dahinter lag dann das "B�ro" zurAusgabe der Startnummern am Nachmittag. (Bild02: Hier gibt's die Startnummern)
Weiter ging es in die Innenstadt, wo im Kreisel in der N�he des Bahnhofs-West ein Riesenplakat aufgeflaggt war. (Bild03: �berall wird man drauf aufmerksam gemacht)
Nachdem ich den Rundgang durch die Innenstadt beendet hatte, zog ich mich um und trabte ca. 4 km durch den Sonnenschein. Hundsm�de machte mich dieser Wetterumschwung oder die ungew�hnliche Laufzeit von 12Uhr mittags? Anschlie�end genoss ich die Matratze im Gasthof, leider zu kurz, da wir Passtschoner uns ab 14Uhr bei den Startnummern verabredet hatten.
Schnell hatten sich die umherstreunenden 98ger gefunden und Eric machte bei diesem Prachtwetter die folgende Aufnahme von mir: (Bild04: Hinter mir die Jungfrau in weiss)

Die Startnummernausgabe erfolgte reibungslos und nach einem kurzen Bummel zu den Lauf-und-Versorgungsst�nden hatten wir uns beim Italiener an der Hauptstrasse eingefunden. Das Video vom letzten Jungfaru-Marathon �bersah ich geflissentlich, da der bisherige Anblick des Bergmassivs schon beieindruckend genug ausgefallen war. (Bild05: Die Passtschoner schonen sich noch)

Der Hunger qu�lte mich ein wenig, so dass ich die Nudelportion zur Kaffezeit gut verkraften konnte. Der Meinungs- und Informationsaustausch kam schnell in Schwung und endete in der Festlegung eines gemeinsamen Nudelessen in einer Gastst�tte in Matten.
Dort gesellten sich dann auch die letzten Nachz�gler dazu, die noch bis zum Freitag Nachmittag arbeiten durften. Eine Nudelportion nach der anderen wurde am Buffet aufgeladen und vertilgt. Gegen 22:30 Uhr begab ich mich reichlich m�de auf den Nachhauseweg. Im Hirschen sortierte ich meine Ausr�stung und hoffte wie wohl alle auf genehmes Wetter.
In der Nacht weckten mich dann Wind- und Regenger�usche. Richtige B�en peitschten �ber das Vordach worunter sich die Fenster meines Zimmers verkrochen hatten. Leicht mulmig zog ich mir die Bettdecke �ber die Ohren und liess einige Stossgebete Richtung Petrus entschwinden, die etwas gewirkt haben mussten, da es gegen 6:30 nur noch etwas nieselte. Das Fr�hst�ck bestand aus einem winzigen Br�tchen und einer Tasse Tee, um dem Magen das Gef�hl der Besch�ftigung zu �bermitteln.
Gut verpackt und mit dem Kleidersack bewaffnet, trollte ich mich Richtung Startbahn, wo sich die aufgeregte Herde der Passtschoner in einer Ecke versammelt hatten. Nach der Kleiderabgabe wurde zum folgenden obligatorischen Klassenfoto gebeten. (Bild06: Ein wenig verschlafen l�cheln die Starter)
Anschliessend sehnte ich mich nur noch, dass der Start m�glichst schnell erfolgt, da sich die Lufttemperatur eher zum Laufen als zum rumstehen eignete. Wie man sieht hatte ich mich f�r lang-lang entschieden, da ich verdammt schnell friere. Zus�tzlich hatte ich in der Bauchtasche meine Windjacke und drei Power-Gel-T�ten verstaut. Am G�rtel der Bauchtasche hing dann noch die Olympus meiner Frau in einer entsprechenden Tasche. (Bild07: Hoffentlich geht's bald los!!)

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