Gezielte Guppyzucht       °      ,---o    °      >---@       °      >>----@         °       |>>:::@           °         |>>::::@         °            |>>::^::@       

Das Zuchtmaterial

Sie können natürlich in das nächste Zoogeschäft gehen und sich Guppys von der Sorte die Ihnen gefallen und die Sie gerne züchten wollen. Empfehlen können wir Ihnen diese Methode jedoch nicht. Handelt es sich um Import-Tiere ist die Gesundheit fraglich und vor allem ist unsicher, ob die Tiere durchgezüchtet sind in Form und Farbe. Es kann sich um Zufallszuchten handeln. Versuchen Sie lieber, Ihr Anfangspaar bei einem Guppy-Züchter zu bekommen. Die D G F ist Ihnen dabei auch gern behilflich, soweit möglich. Wenn ein Züchter nur Männchen abgibt, aber keine Weibchen, so haben Sie trotzdem gute Aussichten, die Art Ihres Ausgangsmännchens wieder herauszukreuzen. (siehe: Vererbungslehre) Gutes Ausgangmaterial ist sehr wichtig. Es erspart Enttäuschungen und Zeit auf dem Wege zum Erfolg.

Praktische Zucht

Das Guppy-Weibchen bringt nach der Befruchtung durch das Männchen jeden Monat (ca. alle 28 Tage) lebendige Junge zur Welt. Die Zahl der Jungen schwankt zwischen wenigen bis 80. Eine einzige Befruchtung reicht für mehrere Würfe. Wir müssen die gerade geborenen Jungen vor den Nachstellungen der Mutter schützen; denn viele Guppy-Weibchen pflegen ihre Jungen zu verspeisen, einem Vorgang, dem wir in der Fischwelt oft begegnen. Die jungen Guppys fressen vom ersten Tage an frischgeschlüpfte Salinenkrebse, oder wir füttern sie mit feinem Staubfutter. Schon bald nach ihrer Geburt können wir mit einer Lupe die Geschlechter unterscheiden. Die Weibchen haben über der Afterflosse einen dunklen Fleck. Nach ca. 1 Monat beginnen die Männchen, ihr Gonopodium, ihr Begattungsorgan, zu entwickeln. Die Bauchflosse entwickelt sich dabei zu einem nach hinten stehenden Stachel. Jetzt spätestens müssen wir Männchen und Weibchen trennen; denn wir wollen ja jungfräuliche Weibchen behalten, die wir nur mit den besten Männchen paaren. Haben wir als Ausgangstiere ein Pärchen gehabt, das verwandt ist, so paaren wir von der ersten Nachzucht, der F1 –Generation, Bruder und Schwester miteinander. und zwar nehmen wir immer das Mannchen, das unserem Zuchtziel am nächsten Kommt. Bei der nächsten Generation, der F2-Generation, verfahren wir wieder so, bei der nächsten Generation wieder, und so fort. Durch diese Inzucht festigen wir in unserem Stamm die von uns gewünschten Eigenschaften. Haben wir nur ein schönes Männchen erhalten und müssen ein fremdes, mit dem Männchen nicht verwandtes Weibchen nehmen, so verfahren wir folgendermaßen: solange dieses Männchen lebt, paaren wir es mit seinen Töchtern, dann mit seinen Enkeltöchtern usw. Nach seinem Ableben führen wir die Zucht mit seinem besten Sohn fort. Meistens wird es uns so gelingen, die Eigenschaften des Ausgangsmännchens, das uns so gefallen hat, auch in diesem Stamm zu festigen. Ist unser Ausgangspaar nicht miteinander verwandt, so sollten wir wenigstens darauf achten, dass sie ähnlich sind, also: Wollen wir rote Guppys züchten, so sollten beide, Männchen und Weibchen, aus einem roten Stamm kommen. Paaren Sie Männchen und Weibchen nicht zu früh. Warten Sie, bis die Tiere 5 Monate alt sind. Dann lässt sich sehr gut erkennen, welche Männchen in Form und Farbe am besten geeignet sind zur Weiterzucht. Wenn Sie so wie hier beschrieben verfahren, werden Sie nach 3-5 Generationen bei jedem Wurf überwiegend einheitliche Männchen erhalten. Da bei Ausstellungen der Standard, die vorgeschriebene Form, höher bewertet wird als die Intensität der Farben, achten Sie bei Ihrer Zuchtauslese immer darauf: Form geht vor Farbe. Die Kunst ist eben, beides zu bringen.

Grundfarben

Sie werden auf die Dauer nur erfolgreich Guppys züchten, wenn Sie die Grundregeln der Vererbung wenigstens in groben Zügen beherrschen. Diese Homepage kann Ihnen natürlich nicht erschöpfend Auskunft geben über dieses Thema, aber für Sie am Beginn Ihrer Guppyzucht werden die hier gemachten Hinweise sehr nützlich sein. Wir unterscheiden beim Guppy Grundfarben und Deckfarben. Ursprünglich kannten wir beim Guppy nur eine Grundfarbe, das Wildgrau. Deckfarben sind die Farben, die die Grundfarben überdecken und die uns das Guppy-Männchen so bunt und farbig erscheinen lassen. Durch Mutation (damit meinen wir plötzliche Veränderungen im Erscheinungsbild) traten im Laufe der letzten Jahrzehnte neue Grundfarben hinzu, von denen bisher acht als extra Grundfarben bei Ausstellungen anerkannt sind, und zwar: Gold, blond, blau, pink, Albino, weiß, Silber, creme. Fischen dieser Grundfarben fehlen bestimmte Farbstoffe. Diese Grundfarben sind sämtlich gegenüber der Grundfarbe grau rezessiv.

Dominant - Rezessiv

Was heißt das? An einigen Beispielen soll das erläutert werden. Wir kreuzen ein wildgraues Weibchen mit einem Goldmännchen (es kann auch umgekehrt sein) und erhalten in der ersten Generation nur graue Guppys. Grau ist also dominant gegenüber Gold. Gold ist zwar nicht mehr sichtbar, aber es ist noch vorhanden, aber nur verdeckt. Rezessiv nennen wir das. Wenn wir nun von dieser ersten grauen Generation Bruder und Schwester paaren, so taucht Gold auf einmal wieder auf, und zwar im Verhältnis 3x grau zu lx Gold. Wir erhalten also 25% goldene Guppys, die das Gold nun rein weiter vererben. Paaren wir also von diesen Goldenen zwei miteinander, so bringen diese nur noch goldene Junge zur Welt. Wir können den Anteil von 25% Goldtieren in der 2. Generation auf 50 % erhöhen, wenn das goldene Ausgangsmännchen noch lebt, das Weibchen der 1. Generation also nicht mit seinem Bruder, sondern mit seinem goldenen Vater gepaart wird. Statt Gold, hätten wir auch z. B. blau, bronze oder Albino nehmen können. Bei der Grundfarbe weiß verhält es sich etwas anders, weil sich weiß aus blau und Gold zusammensetzt und doppelt rezessiv ist.

 

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