Mein goldener Käfig - meine Welt

Bücher

Ich bin eine ziemliche Leseratte, schon als Kind lag ich nachts heimlich mit Taschenlampe im Bett und verschlang ein Buch nach dem anderen. Leider habe ich inzwischen nicht mehr so viel Zeit zum Lesen wie früher, in meiner Wohnung stapeln sich ungelesene Werke, aber von Zeit zu Zeit finde ich doch die Muße, mich mit einem guten Buch in die Badewanne oder ins Bett zu verkriechen. Mein Geschmack ist vielseitig, es darf ernst oder lustig, nachdenklich oder unterhaltsam sein.

Highlights der letzten Monate

Westwärts, Geschuppte!

von Karl-Heinz Witzko

Dieser Roman spielt in der Fantasywelt des Schwarzen Auges. Die Rolle der Hauptfiguren übernehmen vier Marus - Echsenwesen, deren uralte Hochkultur vor Jahrhunderten verschwunden ist - die mit ihren Mentoren ausgesandt wurden, um die Welt der Menschen zu erkunden. Daß ihr typisches Bild eines Menschen dem eines Maraskaners unter der Heptarchenherrschaft entspricht, ist dabei nur der Anfang der Schwierigkeiten. Karl-Heinz Witzko schildert die Fremdartigkeit ihrer Kultur und die Probleme, die sie mit der Welt der Menschen haben, farbenfroh, detailliert, interessant, spannend und vor allem eins: lustig. Als ich dieses Buch gelesen habe, konnte ich mich vor Lachen kaum halten! Das ist definitiv der beste DSA-Roman, den ich kenne, und jedem DSA-Spieler kann ich ihn vorbehaltlos anempfehlen. Wie gut Leute, die sich in der DSA-Welt nicht auskennen, der Geschichte folgen können, kann ich natürlich nicht beurteilen, doch selbst der 0815-DSA-Spieler weiß nur wenig über Marus und im Notfall gibt es immer noch das Glossar auf den letzten Seiten. Also auf, stürmt euren Buchladen, es lohnt sich!

Veronika beschließt zu sterben

von Paulo Coelho

Es gibt Tage im Leben, da ist man am Verzweifeln. Nichts klappt, wie es soll, die Freunde enttäuschen einen, in der Arbeit gibt es nur Streß und Ärger, man fühlt sich wie der einsamste Mensch auf der Welt und möchte sich am liebsten in Luft auflösen. An solchen Tagen sollte man dieses Buch lesen. Veronika betrachtet ihr Leben und kommt zu der Erkenntnis, daß es ihr nichts mehr zu bieten hat, und so beschließt sie, sich umzubringen. Doch der Selbstmordversuch mißlingt und sie landet in der Irrenanstalt. Was zuerst wie ein Abstellgleis erscheint, entpuppt sich zu guter Letzt als das Beste, was ihr passieren konnte, denn dort findet Veronika, was ihr so sehr gefehlt hat: die Freude am Leben. Paulo Coelho erzählt die Geschichte wie ein Märchen, und so wundert es nicht, daß man sich beim Lesen in diese Welt trämt und die Alltagssorgen vergißt. Wie in jedem seiner Bücher findet man hier auch Anklänge an christliche Lehren, doch sind sie hier im Vergleich zu anderen Büchern nur schwach ausgeprägt. Wen das nicht stört, der findet ein rührendes Werk, das den Wert des menschlichen Lebens preist.

Die Identität

von Milan Kundera

Was ist die Identität - oder wer sind wir eigentlich? Halten wir uns nicht im ganzen Leben Masken vor, die unser wirkliches Leben verheimlichen? Und sind selbst diese Masken nicht konstant, ständig wechselnd und auch nur Masken vor neuen Masken? Und was würde passieren, wenn wir alle Masken fallen lassen würden? Milan Kundera sucht in seinem Roman Antworten auf diese Fragen, und so ist es ein sehr nachdenkliches Buch geworden. Und manchmal ist es fast schon niederschmetternd, wie sehr sich die Menschheit hinter einer Fassade versteckt.


last updated am 06.08.2003 von Steffi
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