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- 1921
- 11. Juli: Ilse Werner (eigtl. Ilse Charlotte Still) wird in
Batavia
(heute: Jakarta/Indonesien) als Tochter des niederländischen Exportkaufmanns O. E. Still und dessen deutscher Frau Lilli (geb. Werner) geboren.
- 1931
- Mit ihren Eltern übersiedelt sie nach
Frankfurt/Main.
- Anm.: Nicht von ungefähr. Die Weltwirtschaftskrise (und dem Vernehmen nach wohl auch betrügerische Geschäftspartner) hatten die Stills finanziell ruiniert; sie mußten ihre Plantage aufgeben.
- 1936/37
- Der Umzug der Familie nach Wien ermöglicht ihr eine Schauspielausbildung am
Max-Reinhardt-Seminar, wo sie den Künstlernamen Ilse Werner annimmt.
- 1937
- Schauspieldebüt in dem Stück "Glück" am Wiener Josephstadt-Theater.
- 1938
- Erste Filmrolle an der Seite von
Theo Lingen (1903-1978) und
Hans Moser (1880-1964) in
"Die unruhigen Mädchen".
- Die Universum-Film AG (Ufa) nimmt sie unter Vertrag. Werner, die als Niederländerin von der Reichsfilmkammer eine Sondergenehmigung für Dreharbeiten erhält, übersiedelt nach Berlin.
- Anm.: Was für eine "Sondergenehmigung" sollte das gewesen sein? 1933-45 spielten Dutzende Ausländer[innen] in deutschen Filmen mit - das war gar nichts "besonderes". (A.S. meint vielleicht, daß sie und die anderen von der - für Deutsche obligatorischen - Mitgliedschaft in der RFK dispensiert waren.)
- Da sie dem von den Nationalsozialisten propagierten weiblichen Ideal entspricht, gelingt ihr eine steile Filmkarriere.
- Anm.: Welch dümmlich-gehässige Formulierung - und dazu noch in der Sache falsch: I.W. war weder blond noch blauäugig, viel zu
flachbrüstig
und immer um
eine Spur zwei Spuren zu stark geschminkt. Doch selbst wenn es nicht so gewesen wäre - um eine "steile" Filmkarriere zu machen, bedurfte es damals wohl etwas mehr. (Heute mag das anders sein, da genügt es, keine
"Bio-Deutsche",
mosaïschen oder muslimischen Glaubens zu sein und der jeweiligen Regierungspartei nahe zu stehen :-)
- In leichten, unterhaltsamen Rollen verkörpert sie zumeist eine heiter-unbeschwerte junge Frau.
- Anm.: Einen griesgrämigen alten Mann oder eine ebensolche Transe konnte sie ja schlecht verkörpern, denn die freie
Geschlechts-Gender-Wahl war noch nicht erfunden. (Noch war Polen nicht verloren Deutschland nicht am Ende :-)

- 1939
- Hauptrolle in der Komödie
"Bel Ami",
einem der wenigen deutschen Filme im NS-Regime, der auch international Anerkennung findet.
- Anm.: Blödsinn. Dutzende im "Dritten Reich" gedrehte Filme hatten im Ausland großen Erfolg - auch und gerade in den späteren Feindstaaten. Nach dem Krieg wollte freilich niemand mehr davon wissen, so wie auch niemand mehr deutsche Schlager jener Zeit nachgesungen haben wollte - das hätte nämlich zu schweren Repressalien führen können. "Bel Ami" war vielleicht - wie so viele "nazi-deutsche" Filme - besser, aber kommerziell nicht unbedingt erfolgreicher als andere Verfilmungen des Romans von Maupassant davor oder danach.
- 1940
- In
"Das Wunschkonzert",
dem bis dahin größten deutschen Kinoerfolg, kommt erstmals Werners musikalisches Talent zur Geltung. Der Film macht sie in Deutschland zu einem Star und verleiht der gleichnamigen Radiosendung große Popularität.
- ab 1940
- Werner avanciert zu einer der beliebtesten Schauspielerinnen und Schlagersängerinnen der Zeit. Als Verkörperung der "Traumfrau" genießt sie Vorbildcharakter, der zahlreiche Frauen in Aussehen und Gestik nachzueifern trachten.
- Die NS-Propaganda nutzt ihre große Popularität zur Truppenbetreuung für die Wehrmacht und für zahlreiche Unterhaltungsfilme, in denen Werner die Menschen singend und pfeifend für wenige Stunden von ihren Alltagssorgen im
Zweiten Weltkrieg ablenken soll.
- Anm.: Ach, wie schröcklich! Wann und wo auf der Welt sollte Unterhaltung - sei es auf der Bühne, sei es im Film - denn nicht von den Alltagssorgen ablenken? Freilich hatten es die Deutschen besonders nötig; denn nie zuvor oder danach gab es einen derartig gezielten Terror gegen die Zivilbevölkerung, wie ihn die Alliierten im Zweiten Weltkrieg verübten. (Umgekehrt übrigens nicht - die "nazi-deutschen" Luftstreitkräfte beschränkten sich ebenso gezielt auf militärische Ziele. Dikigoros schreibt darüber
an anderer Stelle mehr.)
- 1941
- Ihre Autobiographie "Ich über mich" erscheint.
- Anm.: "Autobiographie" ist wohl nicht ganz der richtige Ausdruck - wer schreibt die schon mit 20 Jahren?!? Es ist vielmehr ein Mosaik aus Erinnerungen an bestimmte Ereignisse, zu dem auch andere Autor[inn]en -
Grethe Weiser,
Johannes Riemann
und Günther Schwenn - Abschnitte beisteuern. Was A.S. zu erwähnen vergißt ist, daß Ilse Werner zur selben Zeit einen Hit mit
"So wird's nie wieder sein"
hatte, dessen Titel sie 40 Jahre später für ihre echte Autobiografie übernehmen sollte, s.u.

- Hauptrolle in "Die schwedische Nachtigall". (Anm.: Kürzer und mißgünstiger geht's wohl nicht?! I.W. spielt die berühmte Sängerin Jenny Lind.)

- 1942
- Das Lied
"Wir machen Musik" aus ihrem gleichnamigen
Kinoerfolg
unter der Regie von Helmut Käutner (1908-1980) wird zu Werners bekanntestem Schlager.
- Zusammen mit
Hans Albers
spielt sie die Hauptrolle in
"Münchhausen",
einem der erfolgreichsten Filme der NS-Zeit.
- Anm.: Wieder so eine gehässige Formulierung - und wieder in der Sache falsch: I.W. spielte nicht die Haupt-, sondern nur eine relativ unbedeutende Nebenrolle (Nr. 10 der Besetzungsliste). "Münchhausen" war im Original von 1943 auch keineswegs einer der erfolgreichsten Filme des "Dritten Reichs", sondern allenfalls einer der erfolgreichsten Farbfilme - schon weil es der erste dieser Art in Deutschland war. Der Neuaufguß von 1953 lockte erheblich mehr Zuschauer in die BRD-Kinos (zumal es der erste - und lange Zeit einzige - "Nazi"-Film war, der in der BRD - in stark
zensierter umgeschnittener Form - wieder gezeigt werde durfte).
- 1943/44
- Wiederum an der Seite von Albers dreht Werner den Film
"Große Freiheit Nr. 7",
in dem sie erstmals in einer ernsthaften Charakterrolle brilliert.
- Aufgrund seiner melancholischen Tendenzen werden die Kinovorführungen des Films im Deutschen Reich verboten.
- Anm.: Auch das ist nicht ganz richtig, sondern allenfalls die halbe Wahrheit. Der Film - der erst Ende 1944 fertig geworden war - wurde zuerst im Protektorat Böhmen und Mähren aufgeführt, dann in der Ostmark und dort auch nie verboten. Warum er nicht im "Altreich" gezeigt wurde? Dikigoros weiß es nicht; aber übertrieben "melancholisch" findet er ihn, verglichen mit anderen Filmen, eigentlich nicht. (Aber vielleicht war das nur gut, denn so galt er nicht als "Nazi-Film" und durfte bereits im Herbst 1945 in den west-alliierten Besatzungszonen gezeigt werden :-) Und er war allemal besser als die weniger melancholische Neuverfilmung 1954 unter dem Titel
"Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" - mit
Heinz Rühmann,
aber ohne Ilse Werner.
- 1945
- Nach Kriegsende führt ihre Propagandarolle zu einem zeitweiligen Berufsverbot durch die Alliierten.
- Anm.: Das ist glatt gelogen. Die Wahrheit ist, daß damals alle Schauspieler[innen] und Sänger[innen] (und Angehörige vieler anderer Berufsstände), die jemals im "Dritten Reich" tätig waren, Berufsverbot erhielten - einige lebenslang. Auch alle noch so harmlosen Filme und Lieder - z.B. "Die kleine Stadt will schlafen geh'n", ihr erster, von A.S. totgeschwiegener Hit, den man erst 1961 Caterina Valente, 1962 Bruce Low, 1964 den Botho-Lucas-Chor und 1968 Mary Roos neu aufnehmen ließ - wurden zunächst pauschal als "Nazi-Kulturgut" verboten; einige sind es bis heute. (Die berüchtigte "Murnau-Stiftung" hält sie, so sie nicht
vollständig verbrannt [griechisch "holokavtomai"] vernichtet wurden, unter Verschluß ["Vorbehalt"].) Und welche "Propagandarolle" soll I.S. gespielt haben? Objektiv gesehen war der einzige Streifen, den man als "Propagandafilm" bezeichnen kann,
"U-Boote westwärts"
von 1941; und auch da ist "Irene Winterfeld" - entgegen dem Eindruck, den einige Filmplakate zu erwecken suchen - keineswegs die Hauptrolle. (Auf dem Originalplakat ist sie gerade mal die Nr. 8 der Besetzungeliste!)
- Dies ist übrigens ein gutes Beispiel für das, was Dikigoros oben bei "Bel Ami" geschrieben hat: Der Film "U-Boote westwärts" wurde in Dutzende Länder exportiert - sogar in die Sowjet-Union, wo er bis kurz vor Beginn des "Rußland-Feldzugs" lief -, und auch nach dem Krieg wurde er wieder überall gerne aufgeführt und gesehen. (Auch in Rußland, gegen das
das Berliner Verbrecherregime die gut-demokratische Bundesregierung ja bald wieder Krieg führen will, ja es de facto schon tut, ist er heute noch frei verfügbar, sogar im Original - sonst hätte Dikigoros letzteres nicht verlinken können, denn in der BRDDR ist er nach wie vor verboten vermurnaut.) Warum? Die Antwort - die für fast alle "Nazi-Filme" gilt - ist ganz einfach: Die Kriegspropaganda - nicht nur die filmische - der gut-demokratischen Alliierten beschränkte sich auf geradezu widerwärtige
Verteufelung des Feindes,
während die der bösen Nazi-Deutschen sich auf Verherrlichung der eigenen "Helden" konzentrierte. Gewiß wurde in beiden Varianten - also auf beiden Seiten - übertrieben bis hin zur dreisten Lüge (das liegt in der Natur der Sache); aber die deutschen Filme waren und sind halt doch sehr viel spannender, interessanter und angenehmer anzuschauen.
- 1946
- In "Vier in einem Jeep" gelingt Werner ein nur mäßiges Comeback als Filmschauspielerin.
- Anm.: Stimmt - aber das lag schwerlich an I.W., sondern vielmehr daran, daß das ein Schrott-Film war, wie ihn die alliierten
Besatzer
"Befreier"
(Originalzitat
Drecksäcker
und seit 1985 amtliche Meinung in der BRD) den Deutschen damals im Dutzend billiger reinzuwürgen suchten - meist ohne größeren Erfolg.
- Stigmatisiert als Typus der "Naiven im Krieg" kann sie nie mehr an ihre großen Erfolge anknüpfen.
- Anm.: Wann und in welchem Film soll I.W. diesen "Typus" denn verkörpert haben? "Stigmatisiert" ist allerdings richtig - aus politischen Gründen, und daran war und ist halt nichts mehr zu ändern; dieses LeMO-Machwerk ist ja der beste Beweis.
- Nachtrag: Vielleicht nur der zweitbeste: Anno 2025 veröffentlichten regierungsnahe Kreise
ein noch mieseres Machwerk,
das suggerieren sollte, I.W. habe ihre Karriere im "Dritten Reich" nur gemacht, weil sie zum "Harem" von
Joseph Goebbels gehörte.
- 1948-1953
- Nach der Heirat mit dem amerikanischen Journalisten John de Forest lebt Werner bis zur Scheidung der Ehe in Los Angeles.

- Anm.: I.W. heiratete J.d.F. 1947, zog jedoch erst 1949 mit ihm in die USA; die Scheidung erfolgte 1952, und sie lebte auch nur kurz in L.A. Aber diese kleinen Ungenauigkeiten sind geschenkt. Der springende Punkt ist ein ganz anderer:
[...]
Nach ihrer Heirat durfte I.W. wieder im Filmgeschäft arbeiten, wenngleich vorerst nur als schlecht bezahlte Synchron-Sprecherin (u.a. für
Maureen O'Hara,
Olivia de Havilland und
Rita Hayworth).
- In Deutschland dreht sie mit der Komödie "Mutter sein dagegen sehr" (1951), der Operettenverfilmung "Der Vogelhändler" (1952) und "Ännchen von Tharau" (1954) weiter Filme.
- Anm.: Der Titel des ersten Film wurde 1957 - im Originalzitat, also
"Vater sein dagegen sehr"
- auch für einen Film mit Heinz Rühmann und
Marianne Koch
verwendet.
- 1954
- Werner heiratet den Orchesterchef des Bayerischen Rundfunks Josef Niessen und zieht sich vorerst aus dem Showgeschäft zurück.
- 1955
- Sie nimmt die deutsche Staatsbürgerschaft an.
- Anm.: Dies geschah erst, nachdem die alliierten Besatzer den Kriegszustand mit Deutschland offiziell für beendet erklärt hatten. Vorher war keine Angehörige eines Siegerstaates so leichtsinnig, sich das anzutun - auch nicht anläßlich der Heirat mit einem Deutschen. (Die Heirat mit einer Deutschen gab damals noch kein Einbürgerungsrecht.)
ManFrau wollte ja nicht riskieren, in einem angelsächsischen Concentration Camp zu enden, von der "Résistance" ermordet oder von einem aufgehetzten Mob gelyncht zu werden - wofür seinerzeit von der "Französischen Republik" hohe und höchste Orden verliehen worden waren; Dikigoros schreibt darüber
an anderer Stelle
mehr - in Fußnote 12.
- 1960
- Mit dem Schlager
"Baciare",
der zu einem Welthit wird, feiert sie ein Comeback.
- Anm.: Gleich zweimal Blödsinn. "Baciare" (erschreckend schlecht gesungen - nicht mal den Titel konnte sie richtig aussprechen) war bereits 1959 als B-Seite von
"Eine Liebe ohne Ende"
erschienen. (Da es nicht mit auf der Plattenhülle stand, wußte A.S. - der die Platte wohl nie in Händen hielt - das offenbar nicht.) Es war ein Flop. Erst nachdem Dorothy Collins
die englische Fassung
zum Hit gemacht hatte ("Welthit" ist allerdings leicht übertrieben), brachte Ariola das deutsche Original 1960 als A-Seite erneut auf den Markt. Es wurde ein Achtungserfolg (Höchstnotierung in der wöchentlichen Verkaufshitparade der BRD: Platz 28, in den Niederlanden - wo der Umsatz freilich erheblich niedriger war - Platz 10), mehr aber auch nicht für I.W., die bereits 1957 zwei erfolglose Comeback-Versuche mit "Südwind" (unter dem Namen "Batavia Duo" auf Polydors Billig-Label Heliodor) und "Großstadt-Melodie" (bei Philips - nach einem allenthalben totgeschwiegenen
Film gleichen Titels
von 1943²) unternommen hatte. Nach einem halben Dutzend weiterer Flops bei Ariola wechselte sie 1963 kurz zu Telefunken, beendete dann aber nach nur einer weiteren Platte vorerst ihre Gesangskarriere.
- ab 1960
- Werner ist in zahlreichen Theaterstücken und Fernsehserien wie
"Die Bräute meiner Söhne"
(1965) zu sehen.
- Anm.: Na ja, bis Mitte der 1960er Jahre hielten sich diese Zahlen eher in Grenzen. Aber da sich Niessen 1966 von ihr trennte - und ihr als kinderloser Frau, die ihren eigenen Beruf hatte, keinen Unterhalt zahlen mußte -, blieb ihr gar nichts anderes übrig, als diesen wieder auszuüben, auch wenn die Gagen nicht mehr so üppig waren wie zwei Jahrzehnte zuvor. (Die Tantiemen aus der "Nazi-Zeit" hatten die
Besatzer gut-demokratischen Befreier selbstverständlich enteignet.)

- 1967
- Sie erhält mit "Eine Frau mit Pfiff" eine eigene musikalische Fernsehshow, in der sie ihre Pfeifkünste zum Besten gibt.
- Anm.: Dahinter steckt weniger als es die mißgünstige Formulierung vermuten läßt, nämlich eine einmalige, gerade mal 45 Minuten lange Sendung, die sich I.W. überdies mit Toots Thielemans teilen muß. (Damals bekommen andere - vor allem ausländische - Musikant[inn]en im deutschen Staatsfernsehen zweistündige Shows über mehrere Wochen oder sogar Monate hinweg, z.B. Werners Landsfrau, die erklärte Deutschen-Hasserin Corry Brokken, die dem ARD-Publikum 1967-1970 sage und schreibe neunzehnmal zur besten Sendezeit - Samstag abend - für eine fürstliche Gage ihren "Varietézauber" präsentieren durfte.)
- 1970
- In dem Musical "Der König und ich" spielt Werner eine Lehrerin.
- Anm.: Wieder mal kurz und mißgünstig. I.W. spielte nicht irgend "eine Lehrerin", sondern die weibliche Hauptrolle - Anna Leonowens. Es wurde ihre [Nachkriegs-]Lieblingsrolle, für die sie geradezu prädestiniert war, da sie - wie es schon die Romanvorlage von Margaret Landon vorsah - ständig zu pfeifen hatte. Das Stück lief fast zwei Jahre lang mit großem Erfolg am Stadttheater Bremerhaven. In ihrem 50. Lebensjahr hatte I.W. Grund zu der Annahme, daß ihre Karriere endlich zurück in die Spur gefunden hatte - ein Irrtum, wie sich bald heraus stellen sollte, auch wenn es Ariola noch ein (einziges) Mal mit einer Schallplatte von ihr versuchte.
- 1973
- Hauptrolle in dem Theaterstück "Wir sind noch einmal davongekommen" von Thornton Wilder (1897-1975).
- Anm. Dikigoros: Sie spielte die Mrs. Antrobus. Warum wird das verschwiegen? Da kann Dikigoros nur mutmaßen: Als A.S. diese Seite schrieb war es schon nicht mehr politisch korrekt, eine verheitete Frau als "Mrs." zu bezeichnen bzw. eine unverheiratete als "Miss"; vielmehr sollten beide als "Ms." tituliert werden. (Freilich war man noch nicht so bekloppt wie in der BRD, wo auch unverheitete Personen weiblichen Geschlechts als "Frau" bezeichnet werden sollten statt als "Fräulein" :-)
- 1981
- Ihre Autobiographie "So wird's nie wieder sein. Ein Leben mit Pfiff" erscheint.

- 1983
- Werner erhält das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.

- (Anm.: In der Neufassung von 2014 wurden die Jahre 1981 und 1983 ersatzlos gestrichen. Warum? Das entzieht sich Dikigoros' Kenntnis; und er will diesbezüglich keine Spekulationen anstellen.)
- 1986
- Ihr wird das "Filmband in Gold" des Deutschen Filmpreises für besondere Verdienste um den deutschen Film verliehen.

- 1989
- Werner ist in der Fernsehserie
"Rivalen der Rennbahn"
und in dem Film "In meinem Herzen, Schatz ..." zu sehen.
- Anm.: Den letzteren Film hat Dikigoros nicht gefunden; und auch seine Frau - die so gut wie jeden deutschsprachigen Film der 1980er Jahre gesehen hat - erinnert ihn nicht, was nicht gerade für seine Existenz spricht.
(Wer ihn doch kennen sollte kann Dikigoros ja mal
mailen
- wenn möglich mit einem Link zum Anschauen -; er wird das dann nachtragen.)
- 1991
- Für die selbstironische Darstellung einer alternden Schlagersängerin in der Komödie "Die Hallo-Sisters" erhält sie erneut das "Filmband in Gold".
- Ilse Werner lebt in Ahlensböck an der Ostsee. (Anm.: In der Fassung von 2005 wurde dieser Satz gestrichen bzw. durch den folgenden ersetzt:)
- 2005
- 8. August: Ilse Werner stirbt in Lübeck.3
1Dieser tabellarische Kurzlebenslauf Ilse Werners wurde erstmals im September 2001 auf der Webseite des Internet-Projekts "Lebendiges Museum Online [LeMO]" des "Deutschen Historischen Museums [DHM]" der Bundesregierung veröffentlicht. Minimale Änderungen (die Dikigoros jeweils kenntlich gemacht hat - sie verdienen die Bezeichnung "Neubearbeitung" nicht) erfolgten im September 2005 anläßlich ihres Todes und im September 2014 aus unerfindlichem Anlaß. Die letzte Fassung ist bis heute unverändert online; ihr 100. Geburtstag war dem "LeMO" also keine Überarbeitung wert. Anno 2021 war sie so gut wie vergessen - was wohl auch beabsichtigt war und ist.
2Ein Film, in dem I.W. gar nicht mitwirkte. Die Hauptrolle spielte vielmehr
Hilde Weissner,
der Dikigoros - da er sonst nichts über sie geschrieben hat - wenigstens diese Fußnote widmen will. Hildegard Weißbrodt - so hieß sie richtig - war reinblütige Jüdin, aber nach den "Nürnberger Gesetzen" (die Dikigoros stets in Anführungsstriche setzt, da sie eigentlich nur Verordnungen waren) Vollarierin, da die doofen Nazis nichts von Genetik verstanden und daher, ihrer Pseudo-"Rassenkunde" zum Trotz, allein auf die Taufscheine der Großeltern abstellten - und die waren in Ordnung (d.h. entweder echt oder rechtmäßig käuflich erworben bei irgend einem korrupten mitfühlenden Pfarrer, wie in so vielen Fällen). Sie hatte bis 1933 in Prag gespielt, kehrte aber nach der "Machtergreifung" in die Reichshauptstadt Berlin zurück und bekam eine Hauptrolle nach der anderen. In "Propagandafilmen" spielte sie zwar nicht mit (wenngleich einige Nachgeborene
"Die Rothschilds" und
"Trenck, der Pandur"
als solche bezeichnen, obwohl sie diese vermutlich nie im Original gesehen haben; denn ersterer ist in der BRDDR noch immer verboten, letzterer nur in einer von 101 - nicht, wie auf einer bekannten
Internet-Verdummungsplattform
behauptet, 96 - Minuten auf 84 verschnittenen umgeschnittenen Fassung freigegeben); aber sie beging das unverzeihliche Verbrechen, vom Propaganda-Ministerium auf die Liste der "Gottbegnadeten" gesetzt zu werden (wie I.W. übrigens auch; A.S. hat das wohl übersehen, sonst hätte er es gewiß auf seine gewohnt gehässige Art zum besten gegeben erwähnt), und das bedeutete für die meisten Karrieren das Todesurteil. Einige wenige Ausnahmen, wie I.W. und H.W., durften nach einigen Jahren Berufsverbot wieder anfangen; aber es war immer mit einem Abstieg verbunden - statt Hauptrollen gab es jetzt nur noch mehr oder weniger kleine Nebenrollen. H.W. - die 12 Jahre älter war als I.W. - leistete sich einen letzten faux-pas, als sie 1987 ausgerechnet in Braunau am Inn starb; seitdem wurde ihr Name in der BRD aus den Besetzungslisten getilgt.
314 Jahre lang geschah also nach Auffassung des DHM nichts? Dann will Dikigoros mal versuchen, die Lücke in der gebotenen Kürze zu schließen: I.W. hangelt sich von einem schlecht bezahlten "Gastauftritt" zum nächsten, erhält noch mehrere undotierte "Preise" und andere brotlose "Ehrungen", zuletzt im Januar 1998 zu ihrem "60. Bühnenjubiläum" eine 60-minütige Fernsehsendung des NDR, die erneut den Titel "Eine Frau mit Pfiff" bekommt und die sie sich wieder teilen muß, diesmal mit
Jutta Speidel und
Peter Fricke.
(Die Sendung wird im August 2005 anläßlich ihres Todes noch einmal ausgestrahlt.)

Wenig später muß sie sich erst in ein Altersheim, dann - nach schwerer Erkrankung - in ein Pflegeheim begeben, das ihr Kollegen, die es inzwischen auch nicht mehr so "dicke" haben, wie
Wolfgang Völz - bekannt als Armierungsoffizier in
"Raumpatrouille/Raumschiff Orion" und Chauffeur in "Graf Yoster gibt sich die Ehre" - und Karl Dall finanzieren, da sie selber völlig verarmt ist. Sie erfüllen auch ihren letzten Wunsch, sie auf dem Friedhof in Babelsberg zu beerdigen, sehr zum Ärger politisch-korrekter Gutmenschen wie A.S., der das nicht umsonst verschweigt, denn in Babelsberg hatten doch schon die bösen Nazis Filme gedreht!
PS: Dikigoros will hier keinen falschen Eindruck erwecken. I.W. hatte es nach den ungeschriebenen Gesetzen der in jenen 14 Jahren bereits einziehenden
"Political Correctness"
durchaus verdient, daß man sie buchstäblich verhungern ließ: Sie hatte sich in zahlreichen Interviews - die Dikigoros in den Anfangsjahren von YouTube noch alle gesehen hatte (inzwischen sind die ausnahmslos gelöscht) - zwar nicht lobend, aber doch "wohlwollend neutral" in Bezug auf das "Dritte Reich" geäußert, obwohl man nichts unversucht ließ, ihr Negatives über die "Nazi-Deutschen" in den Mund zu legen. Sie sagte auch nie einfach
"Hitler",
sondern immer "der Führer" - und zwar nicht mit ironischem Unterton, sondern wie man es damals tat, etwa so, wie man heute "der Kanzler" sagt, wenn man
Hochverräter und/oder
Kriegstreiber
höflich titulieren will (auch wenn man eigentlich "der [zu] Cancelnde" meint :-). Und das ging ja nun gar nicht!
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