Luftschiffkapitän Habeck setzt auf Wasserstoff

von DUSHAN WEGNER (05. Juni 2024)

Längere Nachbemerkung: Nikolas Dikigoros

Nach dem »Test« Heizungswahnsinn, der nächste Coup von Luftschiffkapitän Habeck: Deutschland soll auf Wasserstoff setzen. Um das Schicksal der deutschen Wirtschaft vorherzusehen, braucht es nur ein Stichwort: »Hindenburg«.

Die gute Nachricht ist, dass 23 Passagiere und 39 von der Mannschaft überlebten. 35 Menschen starben allerdings, 13 Passagiere und 22 vom Bordpersonal.

Es ist nicht unbedingt nur die Zahl der Toten, welche die Katastrophe mit dem Luftschiff »Hindenburg« so bemerkenswert macht. Es sind die spektakulären Fotos des brennenden Luftschiffs, die sich in unser kollektives Gedächtnis eingeprägt haben. Wenn wir »Hindenburg« oder »brennendes Luftschiff« denken, hat jeder von uns dieselben Schwarzweißfotos des brennenden Luftschiffs im Kopf. Der große, massige Körper des abstürzenden Zeppelins. Die hoch in den Himmel schlagenden Flammen, auf dem Schwarzweißfoto gellend weiß.

Das Luftschiff »Hindenburg« traf am Abend des 6. Mai 1937, aus Frankfurt am Main kommend, im amerikanischen Lakehurst ein. Bei der Landung brach ein Wasserstoff-Feuer aus, und der Rest ist bekanntlich Geschichte – und kollektives Trauma.

Eigentlich war für das Luftschiff »Hindenburg« nicht Wasserstoff, sondern Helium als Traggas vorgesehen gewesen. Dass Wasserstoff verwendet wurde, hatte politische Gründe. Die USA waren der einzige Lieferant von Helium, und sie wollten es dem damaligen deutschen Regime nicht liefern. Insofern war die Entscheidung für Wasserstoff verheerend...

(Anm. Dikigoros: Da ist der gute D.W. gleich zwei Propaganda-Märchen aufgesessen, nämlich einem deutschen und einem amerikanischen:

  1. Die Entscheidung, Wasserstoff statt Helium zu verwenden, war bereits vor dem US-Lieferboykott gefällt worden. Wenn man gewollt hätte, dann hätte man sich Helium auch weiterhin auf anderen [Um-]Wegen besorgen können. (Nicht alles, was von Goebels kam, war gelogen - sicher erheblich weniger, als unsachlich-bösartige Schreiberlinge von heute behaupten -, aber einiges halt doch.)
  2. Es handelte sich nicht um einen "Unfall", sondern um einen Sprengstoffanschlag des verbrecherischen Roosevelt-Regimes. Die Zeppelin-Hüllen hatten zuvor sogar Blitzeinschläge in mit Wasserstoff befüllte Tragkörper schadlos überstanden.
Außerdem vergleicht D.W. im folgenden Äpfel mit Birnen: Bei den Zeppelinen ging es um die - vergleichsweise unproblematische - Verwendung von Wasserstoff als Trägergas; bei dem irrsinnigen Projekt von Habeck & Komplizen geht es dagegen um den Einsatz von Wasserstoff als Treibstoff. Dikigoros schreibt darüber unten - in der Nachbemerkung - etwas mehr.)

womit wir bei den Nachrichten des Tages wären.

Wie unverschämte Betrüger

Es gibt diese Betrüger, die erwischt man bei einer Mogelei. Doch statt sich beschämt zurückzuziehen, tun sie so, als wäre nie etwas gewesen, und versuchen, dir ihren nächsten Betrugsversuch anzudrehen. Ich sage nicht, dass Kinderbuchautor und Wirtschaftsminister Habeck so ein Typ ist, ich sage aber, dass mich manches an seiner Themensetzung an jenen betrügerischen Rhythmus erinnert.

Gerade erst hat Herr Habeck selbst verraten, dass der ganze Heizwahnsinn »ein Test« war, »wie weit die Gesellschaft bereit ist«, mitzuspielen.

Ich habe den Heizungswahnsinn mit der Novelle »Herd der Herde« emotional und literarisch zu verarbeiten versucht, doch der reale Zynismus hat den fiktionalen bald eingeholt.

Das nächste Milliardengrab

Nun denn, als wäre nichts gewesen, holt Philosoph Habeck die nächste tolle Idee aus der Zaubertüte!

»Deutschland muss bei der Energiewende ins Risiko gehen«, so fordert Habeck. Mit »Energiewende« ist diesmal die »Wasserstoff-Wende« gemeint. Und »ins Risiko gehen« bedeutet, von Politikisch ins Deutsche übersetzt: Die Regierung will weitere geliehene Milliarden Euro verschenken, was irgendwie dazu führen soll, dass Deutschlands Wirtschaft innerhalb von 20 Jahren auf Wasserstoff umgestellt wird.

Anders als Öl oder Kohle liegt Wasserstoff nicht einfach so in der Erde herum. Wasserstoff muss erst aufwändig hergestellt werden, doch das stört den Philosophen Habeck nicht – es kann ja durch Sonnen- und Windkraft aus Wasser gewonnen werden, und weder Sonne noch Wind stellen Rechnungen – hahaha!

(Mich erinnert die Sonnen- und Windkraft ein wenig an den Gott der Kirchen. Sonnen- und Windkraft ist angeblich gratis, braucht aber viele Milliarden an Fördergeldern. Ähnlich wie der Gott der Kirchen zwar allmächtig ist, aber erstaunlicherweise dennoch viele Millionen an Spenden und Kirchensteuern braucht.)

Bittere Parallele

Als wäre die Realität einer Noch-Industrienation ein Kinderbuch, erzählt sich Herr Habeck eine Welt zusammen, in der genug Wasserstoff da ist, wenn man zuvor nur genügend Milliarden an Fördergeld verteilt. Und es gibt sogar ein Gesetz dafür, das »Wasserstoffbeschleunigungsgesetz«.

Man kann ohne viel Übertreibung sagen: Diese Regierung ist für die deutsche Wirtschaft nichts weniger als eine neue »Hindenburg-Katastrophe«. Und dass sie jetzt das Land auf Wasserstoff umstellen wollen, also jenes Gas, das das Luftschiff »Hindenburg« in Flammen aufgehen ließ, ist eine bitter-ironische Parallele. Dass beide Vorhaben wesentlich von Propaganda und Ideologie getrieben sind, ist eine zweite und womöglich nicht zufällige Parallele.

Immerhin können wir uns damit trösten, dass auch bei der »Hindenburg«-Katastrophe nicht alle Passagiere ums Leben kamen. Einige überlebten!

Trick des Überlebens und erste Schreie

Damals war der »Trick«, nicht vorzeitig auszusteigen – neben dem Tod in den Flammen war der Sprung aus zu großer Höhe eine der häufigsten Todesursachen. Es überlebte, wer weder zu früh noch zu spät ausstieg – und auch generell nicht einfach Pech hatte.

Wie man als Deutscher das »Luftschiff Habeck« und die anstehende Wasserstoff-Katastrophe überlebt, ist eine andere Frage. Metaphorische und tatsächliche Luftschiffe mögen aus ähnlichen Gründen gebaut werden und dann abstürzen. Wie man sich als Passagier oder auch als Mitglied der Besatzung selbst rettet, unterscheidet sich dann doch im Detail.

Über den Absturz der »Hindenburg«  berichtete der Reporter Herb Morrison damals (ich übersetze):

»Es brennt und es stürzt ab! … Das ist die schlimmste Katastrophe der Welt! Oh, es stürzt ab … oh, vier- oder fünfhundert Fuß in die Höhe, und es ist ein schrecklicher Absturz, meine Damen und Herren! [...] Oh, die Menschlichkeit (oh the humanity), und alle Passagiere schreien hier herum!«

Ich bin gespannt, was die Menschen über Deutschland sagen werden, wenn der Luftschiffkapitän Habeck damit durch ist, aber ich meine, dass ich schon die ersten Passagiere schreien höre.


Nachbemerkungen:

  1. Dikigoros muß zu seiner Schande gestehen, daß auch seine Frau lange Zeit - schon viel länger, als die "Ampel" an der Macht ist - an das Märchen von den Autos, die mit Wasserstoff fahren, und den Flugzeugen, die mit Wasserstoff fliegen könnten, geglaubt hat und daß es ihm nicht gelungen ist, ihr diesen Blödsinn auszureden. Sie hat ihm nicht geglaubt, weil er ja kein "Profi" auf dem Gebiet ist. (Inzwischen thematisiert sie das nicht mehr - wie das so ihre Art ist, wenn sie selber zu einer besseren Einsicht gelangt ist, aber nicht zugeben will, daß sie sich geirrt und ihr Mann Recht hatte :-)
  2. Das ganz ist nicht mal "Zukunftsmusik", wie manche wohlwollenden Kritiker schreiben, sondern gar keine - nicht mal in der allerfernsten Zukunft, denn es ist technisch nicht machbar. Laienhaft erklärt - so wie auch Dikigoros es sich hat erklären lassen: Wasserstoff benötigt Spezialtanks, die auf -253° (minus zweihundertdreiundfünfzig Grad Celsius) gekühlt werden müßten - wie und mit welchem Energieaufwand soll das gehen? Wasserstoff verbrennt erheblich schneller - der Verbrauch ist also entsprechend höher - und vor allem heißer als Benzin oder Kerosin. (Die Insassen eines Autos würden bei den Temperaturen gebraten - wenn es denn überhaupt gelänge, einen Motor zu konstruieren, der nicht vorher explodierte.) Wasserstoff verbraucht auch unverhältnismäßig mehr Platz als herkömmlicher Treibstoff. Um ein größeres Flugzeug für Langstreckenflüge mit Tanks auszurüsten, müßte man so viele davon drüber oder drunter montieren, daß man schon fast die Dimensionen eines Zeppelin-Luftschiffs erreichen würde. Und natürlich in ausreichendem Abstand vom Rumpf, denn sonst würden die Insassen des Flugzeugs genau gebraten wie die die des Autos. Und last but not least: Wasserstoff kostet ein vielfaches dessen, was Benzin und/oder Kerosin kostet. Für Privatleute wäre das unerschwinglich - aber vielleicht will das Berliner Verbrecherregime ja gerade das erreichen?!?

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