Ukraine-Flüchtlinge meckern...

über heruntergekommene Zustände in Deutschland

von Daniel MATISSEK (Ansage, 21. Mai 2022)

Kürzungen & Nachbemerkung: Nikolas Dikigoros

"Recht haben" ist im deutschen Sprachgebrauch doppeldeutig: Man kann mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen recht haben - auch wenn man noch lange nicht das moralische Recht hat, sich zu beschweren. Dieser Gedanke mag so manchem Deutschen gekommen sein, als er von den Beschwerden ukrainischer Flüchtlinge über die katastrophalen politischen, gesellschaftlichen und hygienischen Zustände in deutschen Großstädten hörte, über die diese Woche in sozialen Netzen berichtet wurde. Es handelte sich wohlgemerkt nicht um konkrete Reklamationen im Zusammenhang mit Flüchtlingsunterbringungen, wie sie immer wieder auch von anderen "anspruchsvollen" Migrantengruppen gegen die zuständigen Behörden vorgebracht werden, sondern um allgemeine negative Eindrücke von ihrem Aufnahmeland.

Grundsätzlich haben die befragten Ukrainer mit ihrer Bestandsaufnahme zwar ins Schwarze getroffen: Insbesondere ihre authentischen Eindrücke von Berlin, diesem seit Jahrzehnten kaputtregierten linksgrünen Shithole an der Spree, sind zutreffend und wirken sogar noch freundlich ausgedrückt - angesichts der dortigen Verhältnisse, gegen die manches Entwicklungsland wie geleckt wirkt. Die Frage ist allerdings, ob es sich ziemt, just des Land, das doch Asyl und Schutz vor einem angeblichen Vernichtungskrieg gewährt, naserümpfend den Spiegel vorzuhalten. Dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, heißt es so schön, und zweifelsohne ist die von Deutschland nun auch dieser Volksgruppe gewährte Beherbergung in Frieden und Freiheit sowie die soziale Unterstützung ein solches Geschenk. Für - zudem ausländische - Gäste gehört es sich zudem grundsätzlich nicht, an den Gewohnheiten und Verhältnissen des Gastgebers herumzumäkeln; das ist weltweit Knigge.

Schonungslose Fremdwahrnehmung

All dies ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die ukrainische Fremdwahrnehmung eine schonungslose Sicht auf Abgründe und Rückständigkeiten offenbart, die uns betriebsblinden Deutschen oftmals gar nicht mehr auffallen. Richtigerweise haben die Migranten gerade aus den urbanen Ballungsräumen der Ukraine schon nach kurzem Aufenthalt erkannt, welche katastrophalen Zustände in Berlin und anderen Teilen Deutschlands herrschen. Bereits vor zwei Monaten gab es erste Erfahrungsberichte dieser Art, nun kamen die auf Twitter verbreiteten O-Töne hinzu. Einige Ukraine-Flüchtlinge äußerten ihre Eindrücke dabei durchaus in schonungsloser Weise: "Mir gefällt nicht, dass es hier so dreckig ist" oder "sehr viel Müll, und außerhalb der Stadtmitte wird er nur selten entsorgt" waren da noch die harmloseren Statements der Kriegsflüchtlinge.

Eine andere Frau monierte: "Alles ist hier etwas veraltet. Alles muss man mit der Post schicken. Da muss man sehr lange warten. Alles ist auf einem sehr alten Niveau geblieben. Das ist kein Ort, an dem man leben will. Berlin ist gut als Zwischenstopp. Nicht als Wohnort." Eine Aussage, die sicher auch die meisten (vor allem westdeutschen) Hauptstadtbesucher sofort unterschreiben würden; ebenso wie wohl auch diese Kritik: "In Deutschland verschwendet man eine Menge Zeit, um einfach nur eine offizielle Erlaubnis zu bekommen, die irgendwann kommt. Diese ganze Bürokratie nimmt einfach sehr viel Zeit ein."

Überkommenes Selbstbild der Deutschen

Interessanterweise beklagte sich eine andere Ukrainerin - wohlgemerkt Bürgerin eines Staates, der als korruptes und kaum rechtstaatliches Regime berüchtigt ist! - über das Ausmaß des deutschen Überwachungsstaates: "Ja, diese ganze Überwachung. Klar, das ist Europa. Aber wir sind dran gewöhnt, ukrainisch zu leben."

Ukrainisch heißt in diesem Fall also frei? Anscheinend ist alles nur eine Frage der Relation und Gewohnheiten. Anderen stieß die Dienstleistungs- und Kunden-/Verbraucherunfreundlichkeit im deutschen Zahlungsverkehr sauer auf: "In vielen Geschäften kann man unter zehn Euro nicht mit Karte zahlen. In manchen kann man gar nicht mit Karte zahlen" sowie "alle Dienstleistungen hier sind viel teurer" und dieses "Stipendium", das wir hier bekommen, reicht für ein normales Leben nicht" waren nur einige Zitate in dieser Richtung.

Wie gesagt: Einerseits sind diese Einschätzungen der meist jungen Leute, die erst seit kurzer Zeit hier leben (und, anders als die arabischen und afrikanischen Träger des in Deutschland weit gefassten "Flüchtlingsstatus", nicht vorhaben, hier dauerhaft sesshaft zu werden), zwar von beeindruckender Klarsicht in ihrer Analyse: Dass etwa Berlin fraglos "auf einem sehr alten Niveau" stagniert und nicht mehr als Wohnort taugt (dies keinesfalls nur unter finanziellen Aspekten!), stößt Einheimischen längst ebenfalls bitter auf. Auch die unsinnige und schwerfällige Bürokratie hierzulande fällt offenbar nicht nur Deutschen als absoluter "Standortnachteil" auf, sondern inzwischen sogar Menschen aus solchen Regionen, die man hierzulande - oftmals vorschnell und aus Unkenntnis - für im Vergleich zu Westeuropa wenig modern hält.

Eine Form von Undank

Hier wird dem grundlos auf sein angeblich so "gut verwaltetes" Land stolzen Deutschen ("Ich bin froh, dass ich in so einem funktionierenen und reichen Land lebe") ein durchaus aufschlussreicher Kontrast präsentiert. Viele Deutsche sind nämlich mental fürwahr in Zeiten stehengeblieben, da Deutschland und "Made in Germany" wirklich noch für weltweite Spitze und Höchstniveau standen. Lange ist es her, dass dieser Bias eine Grundlage hatte. Andererseits gibt es einem dann doch zu denken, dass sich Menschen, die doch aus einem Krisenstaat stammen, der laut seinem Präsidenten Wolodymyr Selenskyi kurz vor der "Auslöschung" durch einen immerzu mit "Nazi-Deutschland" gleichgesetzten Gegner steht, über Kartenzahlungslimits und unregelmäßige Müllentsorgung ereifern können. Auch das Genöle über das angeblich zu niedrige "Stipendium" (gemeint ist wohl das "Flüchtlingstaschengeld") wirkt eher befremdlich - angesichts der Abermilliarden, die Deutschland allein in die Unterbringung und Versorgung der ukrainischen Flüchtlinge "investiert", und das nota bene, obwohl die deutschen Kommunen seit Jahren unter einem Investitionsrückstand von mittlerweile 150 Milliarden Euro leiden sowie der Tatsache, dass deutsche Hochschulen sogar für ukrainische Schüler ohne Abitur geöffnet wurden.

Bei aller Richtigkeit der Beobachtungen überwiegt HIER am Ende also doch der schale Eindruck der Undankbarkeit - und zwar in einer durchaus dem anmaßenden Gebaren des Ukraine-Botschafters Andrij Melnyk vergleichbaren Form. Zugutezuhalten ist den hier zu Wort kommenden Ukrainern allerdings, dass sie ihre Kritik und Beschwerden nicht aus eigenem Antrieb kundtaten, sondern dass sie von deutschen Journalisten gezielt danach gefragt wurden, was ihnen an Deutschland ge- bzw. missfällt. Dieses wesentliche Detail hätte zur differenzierenden Einordnung des Gesagten vielleicht besser betont werden sollen.
(Anm. Dikigoros: Erinnert sich noch jemand an die vorvorletzte Szene der Komödie "Johnny English"? Da berichtet ein Reporter über die Feierlichkeiten zur anstehenden Krönung des Franzosen Pascal Sauvage zum neuen König von England und bemerkt so ganz nebenbei: "Wir veranstalten schon seit einigen Tagen eine Telefonumfrage zum Thema: Was gefällt mir an den Franzosen am besten? Bisher hatten wir allerdings noch keine Anrufe..." Warum sollte es bezüglich Scholzlands anders sein? :-)


Nachbemerkung:
Nicht nur "Flüchtlinge" meckern. Dikigoros verzichtet darauf, zu thematisieren, ob die ein "moralisches" Recht dazu haben oder nicht oder doch - andere Besucher (nämlich solche, die Geld mitbringen und da lassen) haben es, und sie machen auch Gebrauch davon, und nicht zu knapp. Anläßlich der so genannten "Fußball-Europameisterschaft" der UEFA im Sommer 2024 kam Dikigoros' Schwester Helli nebst Zweitmann in die BRDDR. Letzterer ist ein großer Socker-fan, war früher selber aktiver Spieler und Trainer und ganz happy, daß der Verein, für den er Jahrzehnte zuvor - damals noch in der Regionalliga - gegen den Ball getreten hatte, gerade in die 1. Bundesliga aufgestiegen war. (Übrigens zusammen mit ihrem damals schärfsten Konkurrenten :-) Wohlgemerkt: Die beiden leben seit vielen Jahren auf einer Neger-Insel in der Karibik, man könnte also meinen, daß sie Kummer gewohnt wären und sich in Old Germany beinahe "wie zuhause" fühlen würden. Aber nein... "Beim Eröffnungsspiel in München haben wir sage und schreibe drei Stunden gebraucht, um vom Stadion zurück in die Stadt zu kommen. Private Pkw waren ja nicht erlaubt, man mußte also öffentliche Verkehrsmittel nehmen. So etwas habe ich noch nicht erlebt..." Aber es kam noch schlimmer, vor allem für Dikigoros' Schwager (der ein "Quartalssäufer" ist, wie seine Schwiegermutter zu sagen pflegte, und das Quartal war wohl gerade mal wieder um): "Kennt ihr noch den alten Schlager 'Es gibt kein Bier auf Hawaii'? Von wegen! In Düsseldorf wollten wir nach dem Spiel noch einen trinken gehen, aber es gab nirgendwo mehr Bier - die hatten wohl schon vorher alles ausgesoffen. Deutschland, ein Land ohne Bier - das muß man sich mal vorstellen!" (Die beiden hatten einige Jahre in Düsseldorf gelebt und glaubten, sich in der dortigen Kneipenszene auszukennen.) - "Tja, wißt ihr, die Corona-Panhysterie mit all ihren Maßnahmen, vor allem dem Lockdown, hat halt vielen Lokalen den Todesstoß versetzt..." Während dieser Zeit waren sie wohlweislich nicht in der teuren Ex-Heimat. À propos teuer: "Und die Überlebenden machen jetzt ein Geschäft daraus, kaum noch Konkurrenz zu haben. Für das, was heute ein Glas Apfelsaft kostet, hätte man früher drei Maß Bier bekommen!" - "Der Krieg gegen Rußland um die Ukraïne hat halt die Preise hoch getrieben." - "Seit wann kommt denn das Bier in Deutschland aus der Ukraine?" - "Seit..." (Dikigoros will das hier nicht vertiefen, das tut er an anderer Stelle.) - "Und überhaupt, was ist das für eine Scheiß-Turnier-Organisation? Sind die nicht mal in der Lage, einen Schiedsrichter zu bestechen? Das kann doch so teuer nicht sein, verglichen mit den Millionen, die sie jeden Tag an der Ostfront verballern. Das eine Abseitstor hätte der ruhig anerkennen und für das Handspiel, egal ob es nun eines war oder nicht, Elfmeter geben können; dann hätten die das Viertelfinale gegen die Paellafresser gewonnen." - "Die heutigen Schiedsrichter sind keine Amateure mehr, die bloß eine magere Aufwandsentschädigung bekommen, sondern gut bezahlte Profis; die haben es nicht nötig, sich bestechen zu lassen* wie bei euch in der Karibik. Wie viele Meistertitel hat euer Verein denn inzwischen zusammen gekauft?" - "Mehr als der FC Bayern. Aber wenn sich eure Schiedsrichter nicht bestechen lassen, dann kann man sie doch erpressen. Man droht ihnen einfach publik zu machen, daß sie genderphob, homophob oder islamophob sind oder daß sie den Wolfsgruß, den Schafsgruß, den Eselsgruß oder sonstwas gezeigt haben, läßt sich doch heutzutage alles per Fotomontage machen... Wollt ihr übrigens unsere Tickets fürs Endspiel? Wir fliegen morgen vorzeitig zurück und werden wohl so schnell nicht mehr in dieses Land kommen, wenn überhaupt."
Noch Fragen, liebe Leser Lesende Lesend*innen? Dann dürft Ihr sie Dikigoros gerne mailen - er wird sie weiterleiten... (Aber bitte nicht nach den Endspiel-tickets. Die Antwort kann er gleich hier geben: Seine Frau und er haben dankend verzichtet, denn 1. ist die Umschreiberei viel zu kompliziert, und 2. würden sie den Teufel tun, in das Shithole Berlinye zu reisen, das bisher nicht mal dem guten Wladimir Wladimirowitsch eine Kinzhal wert war** - womöglich noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln -, bloß um zuzuschauen, wie zwei Dutzend Nigger und Kanaken Schwarz- und Nordafrikaner, unter falscher Flagge segelnd, 90 Minuten plus Nachspielzeit gegen einen Plastikball treten :-)

Nachträge zur Nachbemerkung:
*Dikigoros hat sich die TV-Übertragung der Halbfinalspiele nicht angetan (die der anderen Spiele auch nicht - es interessiert ihn einfach nicht), wohl aber seine Frau; und die meinte, daß der (deutsche) Schiedsrichter wohl von den Engländern bestochen worden sei. (So gut scheint die UEFA also doch nicht zu zahlen, daß das nicht möglich wäre :-)
P.S.: Wie Dikigoros nachträglich erfuhr, ist "Bondscoach" nach wie vor der widerliche Koeman. Das allein wäre eigentlich schon ein Grund, die Niederstländer vom Turnier auszuschließen; jedenfalls hätte ihm Einreiseverbot erteilt werden müssen. Jemand, der sich vor laufenden Fernsehkameras den Arsch mit dem Trikot seines Gegenspielers abwischt, handelt sicher unsportlicher und verwerflicher als ein Türke, der beim Torjubel eine abgewandelte Form des Satansgrußes zeigt - den der Antichrist in Rom regelmäßig entbietet, ohne daß sich darob irgendjemand aufregt -, die wohlgemerkt in der BRDDR legal ist!

(Was kann der arme Kurt dafür, daß er so woke nicht ist wie Ihr?!?) Um jene Canaille um ihren Job zu bringen, müßte jeder anständige deutsche Schiedsrichter auch ohne einen Cent Bestechungsgeld gegen "Oranje" pfeifen. (Vielleicht hat er's getan? Der Elfmeter für England soll nämlich tatsächlich unberechtigt gewesen sein :-)
**Vielleicht hat Putin Recht?!? Die Kinzhal-Raketen sind ja nicht ganz billig und stehen auch nicht in unbegrenzter Zahl zur Verfügung, da gibt es eventuell lohnendere Ziele, z.B. das Rhein-Main-Eck: Dort könnte man gleich drei Fliegen mit einer Klappe Rakete schlagen: Den Sitz der Banken, mit deren Hilfe Scholzland seinen Finanz- und Wirtschaftskrieg gegen Rußland führt, den Sitz des staatlichen Propagandalügensenders ZDF und den Sitz des im Juli 2024 neu errichteten NATO-Hauptquartiers für den Krieg in der Ukraïne - die USA haben ja jetzt alle ihre Mittelstreckenraketen in der BRDDR stationiert, um sich nach einem Angriff nicht dem Risiko eines russischen Gegenschlags auf ihr eigenes Territorium auszusetzen.


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