
![[Machu Picchu]](archaeolopic.jpg)


![[Touristen in Machu Picchu]](machupicchutourists.jpg)



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*Man macht sich heute kaum eine Vorstellung von den Schwierigkeiten - vor allem finanzieller Art - die eine solche Forschungsreise damals bereitete. Wer kein eigenes Geld zur Verfügung hatte, wie z.B. Heinrich Schliemann, war darauf angewiesen, daß Universitäten und/oder Museen etwas von ihrem schmalen Etat abzweigten. Der Sachse Friedrich Max Uhle (1856-1944), der einst als "Vater der südamerikanischen Archäologie" galt, verbrachte über 40 Jahre hauptsächlich mit der Suche nach Mitteln für Forschungsreisen - mit bescheidenem Erfolg. Er buddelte zwar überall und nirgends - vor allem in Perú und Bolivien - etwas herum, aber der große Wurf - wie etwa die spektakuläre Entdeckung von Machu Picchu, über die er sechs Jahre später schrieb - war nicht dabei; deshalb ist er auch weitgehend in Vergessenheit geraten - selbst Dikigoros widmet ihm ja keine eigenes Webseite, sondern nur diese Fußnote. Warum? Nun, Uhle war bestimmt ein kompetenter Akademiker und Museumsleiter, aber er war mehr Schreibtischtäter als Entdecker. (Gewiß, erstere müssen auch sein. Wer hätte etwas davon, wenn jemand etwas entdeckt, dessen Wert er nicht erkennt und es daher achtlos beiseite legt? Aber es genügt schon, wenn er es irgendwie richtig einordnet - etwaige Fehler in der Interpretation können spätere Generationen von sesselpupsenden Besserwessis ja in aller Ruhe korrigieren :-) Pachacamac hat er nicht entdeckt - das kannte jeder, denn es lag frei zugänglich unweit von Lima. Nazca und Moche wirken nur "richtig" aus der Luft; und von Tiahuanaco war er schon damals ebenso enttäuscht wie Dikigoros ein Menschenalter später. (Es wurde ja überhaupt erst richtig bekannt durch den Schweizer Erich von Däniken und dessen zwar höchstwahrscheinlich unzutreffende, aber immerhin interessante These, daß es von "Göttern", d.h. außerirdischen Astronauten, die einst die Erde besuchten, erbaut wurde. Und während Uhles zahlreiche wissenschaftliche Bücher zu diesen Themen in geringer Auflage in irgendwelchen Bibliotheken verstaubten, wurden die "populärwissenschaftlichen" Dänikens zu Millionensellern.)
**Dikigoros und seine Mitreisenden - die M.P. in den 1970er Jahren
besucht haben -,
teilen diese Auffassung, entgegen der unter sesselpupsenden Schreibtisch-Archäologen heute herrschenden Meinung, wonach Vilcabamba die letzte Hauptstadt war und M.C. lediglich eine Art Wochenend-Residenz irgendwelcher Inca-Häuptlinge. Diese Annahme ist völlig abwegig, denn dafür war die Anlage viel zu schwer zugänglich, viel zu groß und viel zu stark befestigt. Es dürfte schon eine Art
***Dafür wurde und wird Bingham scharf kritisiert - wie so viele seiner Zeitgenossen: Das sei "Kunstraub" oder zumindest "kulturelle Appropriation" gewesen. Doch darüber kann man trefflich streiten. Tatsache ist, daß viele Überreste, die aus der "Dritten Welt" nach Europa oder in die USA gebracht wurden, dadurch vor der Vernichtung bewahrt wurden. ****Hätte sich Bingham das nicht vorher überlegen können? Nein - der Posten in Washington D.C. war völlig überraschend vakant geworden, nachdem Senator Frank Bosworth Brandegee Selbstmord begangen hatte. Bingham entschied sich für den Senat, obwohl diese Wahl nur noch für Brandegees Restmandat galt, während er als Gouverneur eine volle Amtszeit hätte genießen können.
Dikigoros hat diesen handschriftlichen Namenszug entgegen seinem sonstigen Usus nicht unter das Titelbild gesetzt, weil er doch etwas zu spezifisch mit Binghams Tätigkeit als Politiker verknüpft ist, diese Seite ihn aber in erster Linie als Archäologen portraitieren soll. *****Nein, das sind bloß Blechmünzen, auch wenn sie - jedenfalls solange sie prägefrisch sind - hübsch anzusehen sind und "Sol de Oro [Gold-Sol]" drauf steht. Dikigoros hat sie überhaupt nur abgebildet, weil in dem oben verlinkten Disney-Filmchen die Eingeborenen ganz beeindruckt sind, daß Donald Duck so viel Geld ("mucho dinero") für ein Dutzend viereckiger Eier zahlen will, nämlich... einen halben Sol! Aber vielleicht hatte der Autor - Carl Barks - noch die großen, schweren Silber-Pesos und Halb-Pesos der 1930er Jahre im Hinterkopf, als er das schrieb.
Unfähige Politiker hatten Perú herunter gewirtschaftet. Erst durch den Touristenboom der 1950er und 1960er Jahre konnte es sich wirtschaftlich etwas erholen; und dann gab es für kurze Zeit auch wieder echte Goldmünzen, bevor es unter noch unfähigeren Politikern erneut abmerz, pardon abwärts ging.
******Das schreibt Dikigoros nicht einfach so daher. Wer das sage und schreibe 24 Jahre andauernde schamlose Geschachere um die Aufnahme von Pagān - sicher bedeutender als 99,9% der von der UNESCO zum WKE erklärten Objekte - verfolgt hat, weiß Bescheid.
*******Die 2001 allein zu diesem Zweck gegründete NOWC tritt offiziell als "private Gesellschaft" auf, die ohne staatliche Zuschüsse arbeite. Tatsächlich wurde sie vom peruanischen Außenministerium finanziert, dem ein Schweizer namens Bernard Weber als Strohmann diente. Nach sechs Jahren
In die "Endrunde" der "Top 20" schafften es auch so "neu[zeitlich]e Wunder" wie die Akropolis ********Und damit läßt Dikigoros seine Seite über Bingham enden. Lediglich der guten Ordnung halber will er noch - allerdings nur in dieser Fußnote - nachtragen, daß anno 2017 nationalistische Kreise in Perú versuchten, das Andenken des "Räubers" Bingham in den Dreck zu ziehen, indem sie folgende Räuberpistole in die Welt setzten: Er sei gar nicht der Wiederentdecker von Machu Picchu gewesen; vielmehr sei bereits 1902 ein braver Campesino aus Cuzco dort gewesen und habe sogar seinen Namen - "Agustín Lizárraga" - in einen der Steine geritzt; der böse Bingham habe diese "Inschrift" jedoch "ausradiert", um selber als Entdecker auftreten zu können. L. sei zwar 1902 gestorben, habe das aber noch rechtzeitig vor seinem Tode gewissen Bekannten anvertraut, die es wiederum anderen Bekannten... usw. Selbst wenn das stimmte - woran Dikigoros stark zweifelt -, dann war das, wie auch der Besuch von "Augusto Berns" anno 1876, keine "Entdeckung", die der Erinnerung wert wäre: M.P. war noch 1911 eine Schutthalde. (Auf welchen Stein hätte der gute L. seinen Namen denn ritzen sollen?) Erst Bingham hat den Schutt abgedeckt und so die Ruinen von M.P. freigelegt, d.h. im wahrsten Sinne des Wortes entdeckt. Alles andere zählt nicht! |
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