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Jahreswechsel |
400 Demonstranten fordern Mahnmal f�r Opfer des Anschlags von 1988"CSU-Veto Schande f�r Schwandorf"Mahnmal aus Pappe aufgestellt / Polizei meldet ruhigen Verlauf / Eine Festnahmevon unserem Mitarbeiter Tobias Gotthardt SCHWANDORF. Knapp 400 Demonstranten haben am Samstag mit einem Gedenkmarsch durch die Innenstadt an den zehnten Jahrestag des rassistischen Brandanschlages erinnert. Zum Abschluss des vom "B�ndnis gegen Rechts" organisierten Pro- testzuges montierten die Gruppensprecher Irene Maria Sturm und Johannes Simon symbolisch eine Gedenktafel aus Pappe vor dem Habermeier-Haus. (Siehe auch Oberpfalz) "Es ist eine Schande, da� die Stadt Schwandorf ein steinernes Mahnmal nicht ertr�gt", so die Kritik der parteilosen Stadtr�tin und B�ndnis-Sprecherin Sturm. Vor den versammelten Demonstranten - �berwiegend Jugendliche, laut Polizei angereist aus ganz Nordbayern - betonte Sturm die Bedeutung des Brandanschlages. Was die CSU herunterzuspielen versuche, sei tats�chlich "der erste rassistische Brandanschlag" in Bayern gewesen - "M�lln und Solingen folgten". Die Schwandorfer Opfer, so Sturm, seien "tagt�gliche Mahnung hinzuschauen, aufzustehen und aktiv zu werden". Das allein sei das Anliegen des B�ndnisses, der Demonstranten und letztendlich ausschlaggebend f�r die Forderung nach einem Mahnmal. Dieser Stein, entworfen, in Auftrag gegeben und bezahlt vom B�ndnis gegen Rechts, begleitete den Demonstrationszug auf einem Handwagen. "Kein normales Verbrechen"Der Protestmarsch selbst bewegte sich �ber den Marktplatz, entlang der Naab zum Kolpingplatz. Von dort aus zogen die Demonstranten �ber den Wendelinplatz und den Bahnhof vor das ehemalige Habermeier-Haus am Schlesierplatz. Begleitet wurde der Zug von Redebeitr�gen verschiedenster Gruppen-vertreter. So mahnte Sophie Rieger, Landessprecherin der Humanistischen Union, vor einer Verharmlosung der Tat. "Es mag sein, da� man vor zehn Jahren versucht war, sich einzureden, da� es die Tat eines ideologisch verf�hrten Einzelg�ngers war". Inzwischen aber h�tten weitere Taten das Gegenteil bewiesen. "Es ist deshalb auch unverantwortlich, von einem ganz gew�hnlichen Verbrechen zu reden". Gotthold Streitberger, Vertreter der Regensburger BI Asyl sagte, "die einen treiben die zu S�ndenb�cken erkl�rten Menschen durch Gesetze in den Tod, die anderen nehmen Petroleum und Baseballschl�ger". Die Verlautbarungen der Schwandorfer CSU zum Mahnmal seien "ungeheuerlich" und reihten sich ein in eine Serie rassistischer Tendenzen in den konservativen Parteien. Anneliese Heitzer, DGB-Kreisvorsitzende, forderte die Demonstranten auf, "gemeinsam Dinge aufzuzeigen, die nicht mehr passieren d�rfen". Am Schlesierplatz angekommen, warf Ahalcti Erdal, Vorsitzender des Internationalen Kultur- und Solidarit�tsvereins der CSU vor sie wolle "dem Vergessen nichts in den Weg stellen". Altlandrat Hans Schuierer, gemeinsam mit Landrat Volker Liedtke, MdL Franz Schindler und mehreren SPD-Stadtr�ten ebenfalls Demonstrationsteilnehmer, bezeichnete das Verhalten der CSU als "Schande f�r Schwandorf". Die Kritik am B�ndnis gegen Rechts zeige, "da� die Partei selbst offensichtlich einen Schritt zu weit rechts steht". Ein Mahnmal spiele den Anschlag nicht hoch. "Die Situation ist in Schwandorf nicht anders als anderswo, aber die Tat ist geschehen." Kritisch zeigen sich auch die Lehrer. Als Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erkl�rten Anton Plommer, Schwandorfer Kreisvorsitzender und Wolfgang Kirschner aus Amberg-Sulzbach in den Schulen zeigten sich die rechten Tendenzen am deutlichsten "Was wir brauchen, ist die verst�rkte Auseinandersetzung mit der j�ngsten Geschichte unseres Landes". Der Lehrplan dagegen schiebe diese Themen "bis Schuljahresende" und umgehe so eine offene Diskussion in den Klassenzimmern. Stadtv�ter und B�rger in gleichem Ma�e zum Nachdenken anregen soll nach den W�nschen der B�ndnisvertreter auch ein am Ende der Demonstration aufgestelltes Pappmahnmal. Den Gedenkstein selbst, so Sturm und Simon, habe man "nach reiflicher �berlegung" nicht direkt im Anschlu� an die Demonstration montiert. Aufgestellt aber wird der Stein trotzdem. Bis auf weiteres, so Sturm, findet er seinen Platz vor dem B�ro des B�ndnisses. Nach Abschlu� der Protestaktion zeigten sich die Veranstalter zufrieden. Als "�bertrieben" bezeichneten zahlreiche Demonstranten jedoch die Anwesenheit des BGS. Ausger�stet mit einer Videokamera verfolgten Beamte die gesamte Veranstaltung. Einen ruhigen Verlauf meldete gestern auch die mit starken Kr�ften vertretene Polizei. Lediglich ein Jugendlicher sei im Vorfeld wegen Mitf�hrens eines "verbotenen Gegenstands" festgenommen worden. Mittelbayerische Zeitung Schwandorf v. 21.12.1998 |