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In einem wunderschönen Land, mit Bergen, grünen Hügeln, Seen und vielen
Blumenwiesen, herrschte ein zufriedener König über seine Untertanen.
Jeden Abend, bei Sonnenuntergang, stand der König am Fenster seines
Schlosses und schaute in sein Königreich, erfreute sich am Farbenspiel des
Sonnenuntergangs und wie schön doch seine Welt und die Welt der Menschen
drum herum war. Er war zufrieden, und sah an den Gesichtern der Menschen
dass sie auch zufrieden und glücklich waren. Aber immer, wenn er sich im
Spiegel anschaute, dann überkam ihn ein merkwürdiges Gefühl, denn er sah,
dass der Ausdruck in seinem Gesicht ganz anders war als die Gesichter
seiner Menschen um ihn herum.
Als der kleine König eines Abends wieder an seinem Fenster stand, sah
er am Rande des wunderschönen Parks zwei seiner Untertanen, zwischen den
blühenden Blumen, sie standen ganz nah beieinander, hatten die Arme um den
jeweils anderen geschlungen und machten so merkwürdige Gesichter, dass der
König seinen Diener zu sich rief um fragte, kannst du mir bitte erklären
warum die Menschen dort so merkwürdig schauen, warum sie so merkwürdige
Gesichter haben?
Der Diener wusste gar nicht wie er seinem König antworten sollte, ohne ihn
zu verletzen, denn es war gar nicht einfach, aber er sagte, mein König,
diese Menschen sind glücklich, weil sie Wärme und Liebe spüren, weil sie
sich umarmen und drücken, und sie schauen nicht merkwürdig, sondern
glücklich, man sieht es am strahlen ihrer Augen, man sieht es an ihrem
ganzen äußern, denn wenn die Seele und das Herz glücklich sind trägt sich
das nach außen und jeder kann es sehen. Und ganz besonders in den
strahlenden Augen, denn die Augen sind der Spiegel der Seele.
Hmmm, grübelte der König laut vor sich hin, das verstehe ich nicht, ich bin
doch auch glücklich, und doch schauen diese Menschen ganz anders als ich.
Und laut sagte er zu seinem Diener, kannst du mir das bitte erklären?
Ja, mein König, denn es ist ganz einfach zu erklären, wenn man selber
umarmt wird und auch umarmen kann, wenn man dabei Wärme spürt und Zutrauen,
dann spürt man und fühlt man Glück, denn Umarmungen sind Nahrung für Herz,
Körper und Seele. Und du, mein König, hast noch nie jemanden umarmt und
bist zum letzten mal umarmt worden als Kind von deiner Mutter, und weil du
nicht diese Wärme und Zuneigung spürst, darum bist Du unglücklich, und dein
Gesicht ist traurig, weil deine Seele traurig ist. Du magst vielleicht
glauben, das ein wunderschöner Sonnenuntergang und Farbenprächtige Blumen
in deinem Park Glück bedeuten, aber sie sind nur Beiwerk zu dem
eigentlichen Glück des umarmt Werdens.
Ja, sprach der König laut zu seinem Diener, dann ist das ja ganz einfach,
um mein Glück jetzt vollkommen zu machen, und damit auch ich so einen
wunderschönen Gesichtsausdruck bekomme, besorgst du mir aus meinem
Königreich Menschen, die ich drücken und umarmen kann und die auch mich
drücken und umarmen. Der arme Diener erschrak, denn wie sollte er seinem
König erklären, dass es damit nicht getan und das ganze nicht so einfach
war, jemanden glücklich zu machen? So sagte er zu seinem Herrscher, ich
werde Boten aussenden in dein Königreich, und nach Menschen suchen lassen
die dich drücken und sich umarmen lassen.
So geschah es, und nach einigen Wochen war der große Zeitpunkt
gekommen, alles war bereitet, es sollte ein großes Fest werden, und viele
Menschen warteten auf ihren König, denn es hatte keiner gewagt dieser so
merkwürdigen Einladung der Sendboten nicht zu folgen. Es war ein großer,
mit vielen Blumen geschmückter Spiegel aufgestellt worden, denn der kleine
König wollte sofort sehen, wie sich sein Gesicht ändert, wie er glück wäre
wenn er jemanden umarmen und drücken könnte, und wenn er selber in die Arme
genommen würde.
Und ein jeder der Wartenden kam die Treppe herauf, der König stand dort vor
seinem Spiegel, und er legte die Arme um die Menschen und schaute dabei in
den Spiegel. Aber was geschah, der König wurde verzweifelter und seine
Gesichtszüge wurden immer finsterer, genau das Gegenteil geschah, sein
Gesicht wurde dunkler und dunkler, die Dienerschaft sah es mit Schrecken
und Sorgen.
Nachdem nun diese "Umarmungszeremonie" nach 17 Tagen endlich beendet
war, betrachtete der König sich in diesem Spiegel, er spürte in seinem
inneren einen Riesengroßen Schmerz, und er fing an zu weinen, und er wusste
nicht wie er seine Tränen stoppen sollte. Die Diener waren alle sehr
bedrückt, und so gingen Tage, Wochen, Monate und Jahre in das Land, und man
sprach nur noch vom weinenden und traurigen König. Seine Tränen waren nach
und nach zu einem Rinnsal geworden, und nach einigen Wochen wurde dieses
Rinnsal zu einem Bach, der sich den Weg durch die wunderschönen
Blumenwiesen suchte auf dem Weg zum Meer.
Weit vom Schloss entfernt spielte ein kleiner Junge immer an diesem
Bach, er fand ihn wunderschön, wie er so leise durch die Blumenwiese
plätscherte, manchmal murmelte der Bach auch Worte, die der kleine Junge
nicht verstand, aber er freute sich über diesen Bach, denn er konnte dort
Papierschiffchen schwimmen lassen, er konnte mit den Füßen darin herum
plantschen, es war ein wunderschöner Spielplatz.
Als der Junge größer wurde, wollte er vieles von seiner Mutter wissen,
wie Welt entstanden sein, warum Blumen blühen, warum die Sonne jeden Tag
aufgeht, warum sie untergeht, woher das Wasser in seinem Bach kommt, und
die Mutter wusste auf alles die richtige Antwort, aber wie sollte sie dem
kleinen Jungen erklären, dass dort auf einem weit entfernten Schloss ein
König wohnte der so traurig war dass seine Tränen unaufhörlich flossen und
das der Bach ist an dem der kleine Junge so gerne spielte? Und sie sagte zu
dem kleinen Jungen nur, der Bach bestehe aus Tränen des Königs, weil er so
sehr traurig sei.
In der Nacht konnte der kleine Junge nicht schlafen, die merkwürdige
Geschichte des Baches ließ ihm keine Ruhe, und da er einfach neugierig war,
beschloss er der Sache auf den Grund zu gehen.
Er packte am Morgen ein Brot in seinen Rucksack und machte sich auf den
Weg zu seinem König. Unterwegs nährte er sich von dem Brot, und den Durst
stillte er an dem Bach, dessen Lauf er folgte, denn wo würde er seinen
traurigen König finden.
Nach ein paar Tagen erreichte der kleine Junge das Schloss, und er erklärte
den Dienern dass er genre den König sehen würde, und man ließ ihn ein und
führte ihn in den Thronsaal, wo der König auf seinem Thron saß und weinte,
unaufhörlich, und der Junge wusste gar nicht was er sagen sollte, der König
tat ihm so leid und er wollte ihn doch trösten. Er stieg mit seinen kleinen
Beinen die Treppe herauf, legte die Arme um den König, drückte ihn ganz
fest und sagte, lieber König, sei nicht traurig denn ich spielte gerne an
dem Bach, und es machte mich glücklich, aber ich möchte lieber ohne Bach
leben, denn es macht mich traurig dich so traurig zu sehen.
Und es geschah etwas ganz merkwürdiges, der kleine traurige König
spürte in seinem innersten, wie die Schmerzen vergingen, er fühlte
unerklärliche Wärme in sich, seine Tränen wurden weniger, und wie von
alleine, ja fast wie geführt von einer unbekannten Macht legte er seine
Arme um den kleinen Jungen und drückte ihn so fest er nur konnte. Und je
fester er drückte, um so mehr spürte er diese unerklärliche und doch so
wundervolle Wärme und seine Tränen wurden weniger und weniger. Der Spiegel,
der schon fast blind geworden war im Laufe der Jahre, er stand immer noch
dort vor dem Thron des kleinen Königs, und die Augen des Königs fielen
darauf. Er dachte, merkwürig, eigentlich sollte doch ich in diesem Spiegel
zu sehen sein, und doch ist darin ein Fremder, mir Unbekannter Mensch zu
sehen. Aber es war dem König egal, er spürte die Wärme in seinem Herzen und
seiner Seele, und er wollte den kleinen Jungen nicht mehr los lassen.
Die Diener drum herum schauten ganz verwirrt, denn ihr König sah mit
einmal aus wie alle anderen Menschen in diesem Königreich, er sah aus als
wenn er glücklich sei.
In der Nacht, als alle schliefen, war nur der König noch wach, er fühlte in
sich Ruhe und Frieden, keine Tränen flossen mehr über seine Wangen, und er
hörte aus dem dunkeln ein warme, sanfte und zärtliche Stimme, die zu ihm
sprach:
" Es kommt nicht darauf an, die Arme um jemanden zu legen, es ist wichtig
dass man jemanden umarmt ".
Denn Umarmungen sind wichtig, unser ganzes Leben lang. Umarmungen sind die
Nahrung für Herz und Seele. Umarmungen helfen, trösten, machen Mut und
geben Kraft, stärken und beflügeln, sagen so vieles dem Menschen den man
umarmt, sagen du bist mein Freund, sagen ich helfe dir, sagen ich bin bei
dir, und die ganz besonderen Umarmungen sagen:
<3 Ich liebe Dich <3
Und warum gibt es so viele Flüsse und Bäche auf dieser Welt? Nun, die
Erklärung ist ganz einfach, weil so viele Menschen auf dieser Welt traurig
sind, weil sie nicht umarmt werden. Und Umarmungen können in jeder From
geschehen, wenn man es mit Wärme und Zuneigung tut.
Dieses Märchen ist Eigentum von der Blumenfee
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