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In einem fernen Land, dort zwischen den großen Bergen, lebte ein junges Mädchen, wunderschön von Gestalt und mit blonden Haaren, sie war klug und schön, hatte eine zarte Seele und ein großes Herz. Und sie träumte, sie träumte von Schmetterlingen, sie träumte von Blumenwiesen und sie träumte am meisten von Blumen, von einer ganz besonderen Blume, sie träumte jeden Tag von einer blauen Rose. Denn eine blaue Rose ist etwas ganz besonderes, sie ist eine Blume der Zärtlichkeit, eine Blume der Liebe und der Sehnsucht, und sie ist eine Blume der Leidenschaft. Sie erzählte jedem von ihren Träumen, von dieser blauen Rose, und ein jeder wusste irgendwann, dass das Herz dieser wunderschönen Frau nur dann zu erringen war wenn man ihren Traum erfüllte.
Und so machten sich alle jungen Männer des Reiches auf um eine blaue Rose zu suchen, denn noch nie hatte man je etwas gelesen oder gehört von einer blauen Rose. Und doch versuchten alle ihr Glück, denn diese wunderschöne Frau war zu begehrenswert, sie war zu schön und zu klug, zu anmutig von Gestalt, um nicht diese blaue Rose zu suchen und ihr zu bringen, um ihr den Traum zu erfüllen.
Als erstes machte sich ein großer Kriegsheld auf den Weg in Fremde, in das Ungewisse, und er hatte Angst die Kämpfe in der Fremde zu überleben.
Er nahm ein paar seiner Weggefährten mit, die ihn unterstützen sollten, und sie erreichten nach 30 Tagen das Land wo der fürchterliche König Rosenstolz regierte mit harter Hand und seiner stolzen Kriegern. Aber dieses Königreich Rosenstolz war berühmt für seine großen und mannigfaltigen Schätze, und so begab sich der große Kriegsheld mit seinen Mannen in den Kampf. Und als er unter großen Schmerzen und vielen Verlusten den Kampf gewonnen hatte, ließ er den König Rosenstolz zu sich bringen und sagte:“ Ich werde Dich und Deine gesamte Familie töten, Dein Land verwüsten, aber wenn Du mir eine blaue Rose bringst werde ich Dich verschonen“.
Der König erschrak, er überlegte hin und her, und dann hatte er die Lösung gefunden und er versprach dem großen Krieger eine blaue Rose in 10 Tagen.
Der König ging in seine Schatzkammer, nahm seinen größten blauen Edelstein, einen Saphir, und ging zu seinem Edelsteinschleifer und ließ daraus in 10 Tagen eine blaue Rose schneiden. Er übergab sie dann dem großen Krieger und der zog glücklich und lachend von dannen, er wähnte sich als Gewinner der Schlacht um das Herz der wunderschönen Frau, die immer von einer blauen Rose träumte.
Er eilte wieder zu den großen Bergen, dort wo die klaren Seen sind, und er eilte zu der wunderschönen Frau und überreichte ihr Siegesgewiss und stolz die Edelsteinrose.
Doch wie jäh endeten seine Träume, als er die traurigen Worte vernahm:
"Das ist keine blaue Rose," sagte die kluge und wunderschöne junge Frau, "das ist ein Saphir, und davon hab ich mehr als genug." Und traurig wandte sie sich ab, spazierte über ihre Blumenwiese und träumte weiter von einer blauen Rose.
In diesen Bergen lebte auch ein reicher Kaufmann, der auch diese wunderschöne Frau begehrte, die Anmut und die Schönheit hatten auch ihn verzaubert, und er ließ im Inn- und Ausland durch seine Mitarbeiter nachforschen, auf allen Märkten und Basaren dieser Welt, wo er eine blaue Rose kaufen könnte. Aber es gab für Geld keine blauen Rosen, aber er fand in einem Basar eine wunderschöne Vase, in der Form eines Rosenblattes, zart schimmernd in blau, und darauf war mit zarter Hand und weichen Farben eine blaue Rose gemalt. Die Rosenvase erstand er für all sein Vermögen, und er eilte zurück und brachte diese Rosenvase der wunderschönen jungen Frau.
Aber wie enttäuscht war er, als er ihre Worte vernahm: "Wie schön, wie wunderschön," sagte die junge Frau. "Wenn ich jemals wirklich eine blaue Rose bekomme, so will ich sie nur in diese wunderschöne Vase stellen."
Zwischen diesen großen Bergen, am See, wohnte auch ein Wissenschaftler, der so wie die anderen in diese junge Frau verliebt war, und er wälzte in seinen Büchern, befragte Kollegen und suchte auf Flohmärkten in alten Sammlungen von Alchimisten, ob er eine Formel finden könnte womit er eine blaue Rose her stellen könnte.
Und in einem alten und verstaubten Buch fand er eine geheimnisvolle Formel, er mixte Säfte und Kräuter, seltsame Wurzeln und Blätter zu einem Brei, kochte dann diesen Brei zu einem brodelnden Sud, und dort hinein stellte er ein weiße Rose, und wie stolz war er dass sich diese Rose blau färbte.
Er eilte zu dieser jungen Frau, hielt die Rose in seinen Händen und sprach: „Hier ist eine blaue Rose, ich habe sie für dich gepflückt und schenke sie Dir“.
Die junge Frau bat den Wissenschaftler herein, ihr Herz klopfte, und sie ging in das Zimmer und stellte die Rose in die wunderschöne Rosenvase, und während sie damit beschäftigt war kam ihre Katze neugierig und schnupperte an dieser Rose.
Plötzlich zersprang die Rosenvase in tausend Stücke, die Katze fiel tot um und die junge Frau erschrak zu Tode. Leichenblass nahm sie die auf dem Boden liegende Rose, und gab sie dem Wissenschaftler, und er hörte ihre Worte: "Das ist
keine blaue Rose", rief die junge Frau, "das ist Gift und Betrug und Hexerei!"
Die junge Frau wurde immer trauriger, denn sie hatte geglaubt dass Träume wahr werden können, und sie träumte noch immer von einer blauen Rose.
So gingen viele Jahre in das Land, ein Sommer folgte auf den Frühling, und immer spazierte die junge Frau über die Blumenwiesen und träumte von einer blauen Rose.
Als dann eines Tages das Internet erfunden wurde, und somit die Möglichkeit einer Weltweiten Suche gegeben war, suchte die junge Frau auch hier nach dieser blauen Rose, in allen möglichen Sprachen, auf allen erdenklichen Wegen. Aber die Suche war erfolglos, niemand hatte je von einer solchen Rose gehört.
Eines Sommermorgens, es war kurz nach einem Gewitter, die Wiesen waren noch feucht und der Nebel schwebte glitzernd über der Blumenwiese im Sonnenschein und am Horizont stand ein wunderschöner Regenbogen, ging die junge Frau Barfuss über die Blumenwiese. Sie drehte den Kopf, neigte ihn leicht zur Seite, denn sie hörte im Morgennebel eine wundersame Melodie, seltsam klingend, fröhlich und doch traurig, Melodisch und doch auch voller Disharmonie, eine solch seltsame Melodie hatte sie noch nie gehört. Der schwebend Morgennebel trug die Melodie leise an ihr Ohr, sie drang in ihre Seele, und sie wusste nicht ob diese Melodie traurig oder fröhlich war, aber sie war wunderschön und unerklärlich. Sie folgte den leisen Tönen, und am Waldesrand sah sie einen Mann auf einer Bank sitzen, der eine Melodie vor sich hin summte, es waren diese so wundersam klingenden Töne, die sie auf der Wiese im Nebel gehört hatte. Und sie fragte, Fremder, was ist das für eine wundersame Melodie, die ich höre? Und sie lauschte den Worten, die sie vernahm:“ Es ist meine Melodie der Sehnsucht, meine Melodie von den Schönheiten der Welt, meine Melodie der Zärtlichkeit und von Farben, meine Melodie von Blumen und der Natur, meine Melodie vom Leben“.
Die junge Frau sagte, aber warum klingt dann diese Melodie auch manchmal traurig? Und wieder lauschte sie gebannt den Worten: “ Es ist auch meine Melodie vom Leid der Welt, von Problemen, Krieg und Neid, von Hass und Intoleranz, von Missgunst und Verbrechen. Und weil ich in meiner Seele traurig bin über das alles, darum mischen sich in die fröhliche Melodie auch traurige Töne.“
Sie saßen eine Weile neben einander und unterhielten sich, als der Mann plötzlich die junge Frau fragte:“ Aber warum bist denn du traurig, an einem solchen schönen Sommermorgen, der frisch und voller Farben ist?“
Und sie antwortete, ach, ich habe seit meiner Kindheit einen Traum, und lange Jahre suche ich schon nach dem Inhalt und der Bedeutung dieses Traumes, es ist eine wunderschöne blaue Rose die ich immer sehe, und lange habe ich nach einer solchen Rose gesucht, aber niemand auf dieser Welt hat eine solche je gesehen.
Der Mann sah ihre Augen, voller Wärme und strahlend hell wie der Sonnenschein, und er beugte sich nach rechts zu der Hecke und pflückte eine weiße Heckenrose, er gab sie ihr und sagte, schau, du brauchst nicht lange zu suchen, denn du hast sie gefunden, diese wunderschöne blaue Rose. Schau sie an, mit Deinen Augen, schau tief hinein und du wirst erkennen, wie wunderschön blau sie ist, es ist ein warmes blau, und es ist ein strahlendes blau, denn du hast die richtigen Augen die offen sind um diese blaue Rose zu sehen.
Und der Blick aus den strahlenden Augen der jungen Frau fiel auf die Blüten der Rose, die voller Tropfen waren von dem vergangenen Gewitter, und ihr Blick versenkte sich in diesen Tropfen, sie wurden magisch in diese Tropfen hinein gezogen. In diesem Moment fiel ein Strahl der Sonne auf die Tropfen, und in diesen Wassertropfen spiegelten sich die Farben des Regenbogens am Horizont, wunderbar klar, und sie sah ein wunderbares blau, die Blütenblätter färbten sich herrlich blau, und sie spürte in ihrem Herzen eine wunderbare Wärme, ihre Seele begann zu singen und sie konnte es nicht fassen, endlich ihren Traum gefunden zu haben, eine kleine blaue Rose, eine richtige blaue Rose, nicht aus Kräutern gemixt und nicht aus Edelstein, sondern eine wirkliche blaue Rose.
Und der Mann sprach zu ihr, es ist nicht einfach die Farben der Sehnsucht und der Zärtlichkeit zu sehen, die Farben der Liebe und es Verstehens, die Farben des Friedens und die Farben des Glücks zu sehen, aber Du hast wunderschöne Augen, und Deine Augen werden von Deiner Seele geleitet, und darum hast du deine blaue Rose gefunden.
Nimm sie mit, behüte sie gut, und schau sie jeden Tag an, und sie wird immer mehr Farbnuancen von blau bekommen, denn sie nährt sich ab jetzt aus deiner Seele, und so wie die blauen Farben des Regenbogens unendliche Nuancen haben, so wird auch deine kleine blaue Rose unendlich viele blaue Farben haben.
Von dort an trafen sich die beiden sehr viel, sie sprachen über viele Dinge, über die Sehnsucht, über Zärtlichkeit, Glück, Zufriedenheit, und sie merkten beide in ihrer Seele, dass die blaue Rose ihre Herzen miteinander verband. Und sie lebten fortan miteinander, denn sie liebten sich, und sie sprachen immer von ihrer
--------------blauen Liebe------------!!!!!!!!!!!!
Dieses Märchen ist Eigentum von der Blumenfee
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