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| 1 | BUNDESSOZIALGERICHT | |
| 2 | Beschluss | |
| 3 | in dem Rechtsstreit | |
| 4 | Az.: B 1 KR 63/11 B | |
| 5 | L 5 KR 347/10 (Bayerisches LSG) | |
| 6 | S 2 KR 346/09 (SG Regensburg) | |
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| 8 | ... | |
| 9 | Kläger, Antragsteller und Beschwerdeführer | |
| 10 | Prozessbevollmächtigte | |
| 11 | … Rechtsanwältin | |
| 12 | gegen | |
| 13 | D... Krankenkasse | |
| 14 | ... |
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| 15 | Beklagte und Beschwerdegegnerin |
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| 16 | Der 1. Senat des Bundessozialgerichts hat am 29. November 2011 durch | |
| 17 | den Präsidenten M. sowie die Richterin Dr. R. und den | |
| 18 | Richter Dr. E. | |
| 19 | beschlossen: | |
| 20 | Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Bayerischen | |
| 21 | Landessozialgerichts vom 28. Juni 2011 wird als unzulässig verworfen. | |
| 22 | Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten. | |
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| 1 | Gründe: | |
| 2 | I | |
| 3 | Abs. 1 | Der bei der beklagten Ersatzkasse versicherte Kläger ist mit seinem Begehren, Kosten- |
| 4 | erstattung für die (wiederholte) Entfernung harter und weicher Zahnbeläge im Jahr 2008 zu | |
| 5 | erhalten und festzustellen, dass die Beklagte verpflichtet ist, medizinisch ausreichende | |
| 6 | Leistungen zur Zahnbelagentfernung zu erbringen, in den Vorinstanzen ohne Erfolg geblieben. | |
| 7 | Das LSG hat ua ausgeführt, der Sachleistungsanspruch sei nach Nr 107 des Einheitlichen | |
| 8 | Bewertungsmaßstabs für Zahnärztliche Leistungen (Bema-Z) auf die einmalige Entfernung | |
| 9 | harter Zahnbeläge pro Kalenderjahr begrenzt (Urteil vom 28.6.2011). | |
| 10 | Abs. 2 | Mit seiner Beschwerde wendet sich der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision im LSG— |
| 11 | Urteil. Den Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe (P'KH) für die Beschwerde‚ hat der | |
| 12 | Senat zuvor abgelehnt (Beschluss vom 21.9.2011). | |
| 13 | Abs. 3 | Die Beschwerde des Klägers ist unzulässig und daher gemäß § 160a Abs 4 Satz 1 Halbs 2 SGG |
| 14 | iVm § 169 Satz 3 SGG zu verwerfen. Ihre Begründung entspricht nicht den aus § 160a Abs 2 | |
| 15 | Satz 3 SGG abzuleitenden Anforderungen an die Darlegung der geltend gemachten Revisions- | |
| 16 | zulassungsgründe nach § 160 Abs 2 Nr 1 und 3 SGG. | |
| 17 | Abs. 4 | 1. Wer sich auf den Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 160 |
| 18 | Abs 2 Nr 1 SGG) beruft, muss eine Rechtsfrage klar formulieren und ausführen, inwiefern diese | |
| 19 | Frage im angestrebten Revisionsverfahren entscheidungserheblich sowie klärungsbedürftig und | |
| 20 | über den Einzelfall hinaus von Bedeutung ist (vgl zB BSG SozR 3-1500 5 160a Nr 21 S 38; BSG | |
| 21 | SozR 3-4100 § 111 Nr 1 S 2f; BSG SozR-3-2500 5 240 Nr 33 S 151 f mwN). Der Kläger richtet | |
| 22 | sein Vorbringen hieran, nicht aus. | |
| 23 | Der Kläger formuliert zunächst als Frage: . | |
| 24 | Trifft der Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen (Bema-Z) Nr 107 in Bezug auf die | |
| 25 | Anzahl der Behandlungen (ein Mal jährlich) eine ausschließliche Regelung ohne Berück- | |
| 26 | sichtigung der individuellen lndikation des Versicherten mit der Folge, dass diese für die | |
| 27 | Krankenkassen und Versicherten verbindlich ist? | |
| 28 | Abs 6 | Der Kläger zeigt jedoch den Klärungsbedarf auch unter Berücksichtigung seiner nachgereichten |
| 29 | Ausführungen in den Schriftsätzen vom 25.10. bzw 4.11.2011 nicht auf. Wie im Beschluss vom ‚ | |
| 30 | 21.9.2011, zugestellt am 26.9.2011, ausgeführt, hat der erkennende Senat bereits am 21.6.2011 | |
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| 1 | grundlegend zu der sich hier stellenden Rechtsfrage nach dem Umfang einer Zahnreinigung als | |
| 2 | Leistung der GKV entschieden: Nach den Richtlinien für eine ausreichende, zweckmäßige und | |
| 3 | wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung (idF vom 4.6./24.9.2003, BAnz Nr 226 vom | |
| 4 | 3.12.2003 S 24966, zuletzt geändert durch Beschluss vom 1.3.2006, BAnz Nr 111 vom | |
| 5 | 17.6.2006 S 4466) gehören als sonstige Behandlungsmaßnahmen nach B.Vl.1. zur vertrags- | |
| 6 | zahnärztlichen Versorgung das Entfernen von harten verkalkten Belägen und die Behandlung _ | |
| 7 | von Erkrankungen der Mundschleimhaut. Leistungen können Versicherten als Naturalleistungen | |
| 8 | nur dann von einem Vertragszahnarzt zu Lasten der GKV erbracht und abgerechnet werden, | |
| 9 | wenn sie im Bema-Z (hier Nr 107) aufgeführt sind. Eine grundrechtsorientierte Leistungsaus- | |
| 10 | weitung kann nur bei Iebensbedrohlichen oder regelmäßig tödlichen oder wertungsmäßig hiermit | |
| 11 | vergleichbaren Erkrankungen in Betracht gezogen werden (BSG Urteil vom 21.6.2011 - B 1 KR | |
| 12 | 17/10 R -, zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen). Angesichts der vorhandenen und im Voll- | |
| 13 | text in juris vor Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist veröffentlichten höchstrichterlichen | |
| 14 | Rechtsprechung hätte dargetan werden müssen, dass und inwieweit trotz dieser Entscheidung | |
| 15 | weitere höchstrichterliche Entscheidungen speziell zur Anzahl der Zahnreinigungen erforderlich | |
| 16 | sind (vgl Kummer, Die Nichtzulassungsbeschwerde, 2. Aufl 2010, RdNr 316 mwN). | |
| 17 | Abs 7 | 2. Auch der Zulassungsgrund eines Verfahrensfehlers (§ 160 Abs 2 Nr 3 SGG) ist nicht hin- |
| 18 | reichend bezeichnet. | |
| 19 | Abs 8 | a) Mit der Rüge der Verletzung der Amtsermittlungspflicht (§ 103 SGG) kann ein Verfahrens- |
| 20 | mangel nur geltend gemacht werden, wenn er sich auf einen Beweisantrag bezieht, dem das | |
| 21 | LSG ohne hinreichende Begründung nicht gefolgt ist. Diesen. Anforderungen wird die | |
| 22 | Beschwerdebegründung ebenfalls nicht gerecht. Sie lässt außer Betracht, dass für die Not- | |
| 23 | wendigkeit weiterer Beweiserhebung auf die materielle Sicht des LSG abzustellen ist. Danach | |
| 24 | kam es lediglich auf den Inhalt der Nr 107 Bema—Z an. Der Kläger legt nicht dar, wieso dennoch | |
| 25 | weitere Ermittlungen von Amts wegen nahe gelegen hätten (hierzu vgl Meyer-Lade- | |
| 26 | wig/Keller/Leitherer, SGG, 9. Aufl 2008, § 103 RdNr 8 mwN). lm Übrigen ist mit Blick auf die | |
| 27 | Hauptanträge (Kostenerstattung trotz fehlender Einhaltung des Beschaffungswegs, Feststellung | |
| 28 | trotz Subsidiarität) auch nicht ausgeführt, dass die Entscheidung der Vorinstanz auf dem | |
| 29 | Verfahrensfehler beruht. Soweit der Kläger in den Schriftsätzen vom. 25.10. und 4.11.2011 | |
| 30 | insbesondere die Rechtsprechung des Senats zur Einhaltung des Beschaffungswegs | |
| 31 | (BSGE_98, 26 = SozR 4-2500 § 13 Nr 12) nicht für überzeugend hält, betrifft dies die inhaltliche | |
| 32 | Richtigkeit. Diese begründet jedoch keinen Zulassungsgrund (vgl BSG SozR 1500 § 160a Nr 7; | |
| 33 | stRspr). | |
| 34 | Abs 9 | b) Auch mit dem Hinweis auf die unterbliebene Beiladung des Sozialthilfeträgers nach § 75 Abs 2 |
| 35 | SGG bezeichnet der Kläger keinen Verfahrensmangel, auf dem das LSG—Urteil beruhen könnte. | |
| 36 | Denn insoweit legt er nicht dar, dass die von ihm als Grundlage der Beiladung in Betracht | |
| 37 | gezogenen Hilfen des Sozialhilfeträgers den geltendgemachten Anspruch umfassen, obwohl sie | |
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| 1 | nach dem Gesetzeswortlaut den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen | |
| 2 | (§ 52 Abs 1 Satz 1 SGB XII). | |
| 3 | 3. Die Kostenentscheidung beruht auf 5 193 SGG. | |
| 4 | M Dr. E Dr. R | |
| 5 | Ausgefertigt | |
| 6 | als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle | |
| 7 | des Bundessozialgerichts |