1.6. Interpolationsfehler

Manchmal ist eine Funktion f(x) bekannt, aber sehr schwer auszuwerten. Dann besteht die Möglichkeit (n + 1) geeignete Stützstellen zu wählen und ein Polynom n-ten Grades durch die Stützpunkte zu legen. Nun stellt sich aber die Frage, wie gut approximiert pn(x) die Funktion f(x) an Zwischenstellen x ≠ xi.
O.B.d.A. gilt a ≤ x0 < x1 < x2 < ... < xn-1 < xn ≤ b.
Sei f(x) = pn(x) + Rn+1(x), dann stellt sich die Frage nach dem Wert des Restgliedes Rn+1(x) = f(x) - pn(x).

Satz 1.3:
Sei pn ein Polynom n-ten Grades, das Interpolationspolynom einer Funktion fÎCn+1[a, b] zu den paarweise verschiedenen Knoten a ≤ x0 < x1 < x2 < ... < xn-1 < xn ≤ b, dann gibt es für jedes xÎ[a,b] ein ξÎ(min{x0,x},max{xn, x}) mit
Rn+1(x) = f(x) - pn(x) = .(1.19)
Bemerkung 1.9: Cq[a, b] ist die Menge aller q-mal stetig differenzierbaren Funktion auf dem Intervall [a, b]. Eine Funktion ist stetig differenzierbar, wenn ihre erste Ableitung existiert und stetig ist.
Beweis 1.9:

Fall 1: x = xi
pn(xi) = f(xi)
Þ Rn+1(xi) = 0 und Rn+1(xi) = = 0.
Fall 2: x ≠ xi und x ist fest
Es werden folgende Funktionen definiert:
wn(t) := (t - x0)(t - x1)..... (t - xn)(1.20)
g(t) := f(t) - pn(t) - f(x) - pn(x)
wn(x)
wn(t)
(1.21)
Es gilt g(t)ÎCn+1[a, b], weil f(t)ÎCn+1[a, b] nach Voraussetzung und pn(t) und wn(t) Polynome sind. Die Funktion g(t) besitzt (n + 2) verschiedene Nullstellen in [a, b]. Diese Nullstellen sind x0, x1, ..., xn, x. Demzufolge besitzt g(n+1)(t) mindestens eine Nullstelle ξ.
ξÎ(min{x0, x}, max{xn, x}). Aus Gleichung (1.21) folgt:
0 = g(n+1)(ξ) = f(n+1)(ξ) - pn(ξ) - (f(x) - pn(x))wn(n+1)(ξ)
wn(x)
Daraus folgt wegen pn(n+1)(ξ) = 0 nun
f(n+1)(ξ) = Rn+1(x)(n + 1)!
wn(x)
ÞRn+1(x) =
Da es keinen weiteren Fall gibt, ist Satz 1.3 beweisen.
QED

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