Manchmal ist eine Funktion f(x) bekannt, aber sehr schwer auszuwerten. Dann besteht die
Möglichkeit (n + 1) geeignete Stützstellen zu wählen und ein Polynom n-ten Grades
durch die Stützpunkte zu legen. Nun stellt sich aber die Frage, wie gut approximiert
pn(x) die Funktion f(x) an Zwischenstellen x ≠ xi.
O.B.d.A. gilt a ≤ x0 < x1 < x2 < ... <
xn-1 < xn ≤ b.
Sei f(x) = pn(x) + Rn+1(x), dann stellt sich die Frage nach dem Wert des
Restgliedes Rn+1(x) = f(x) - pn(x).
Fall 1: x = x
i
p
n(x
i) = f(x
i)
Þ R
n+1(x
i) = 0
und R
n+1(x
i) =

= 0.
Fall 2: x ≠ x
i und x ist fest
Es werden folgende Funktionen definiert:
| |
wn(t) := (t - x0)(t - x1).....
(t - xn) | (1.20) |
|
| g(t) := f(t) - pn(t) - |
f(x) - pn(x)wn(x) |
wn(t) |
| (1.21) |
Es gilt g(t)
ÎC
n+1[a, b], weil
f(t)
ÎC
n+1[a, b] nach Voraussetzung und
p
n(t) und w
n(t) Polynome sind.
Die Funktion g(t) besitzt (n + 2) verschiedene Nullstellen in [a, b]. Diese Nullstellen
sind x
0, x
1, ..., x
n, x. Demzufolge besitzt
g
(n+1)(t) mindestens eine Nullstelle ξ.
ξ
Î(min{x
0, x}, max{x
n, x}).
Aus Gleichung (1.21) folgt:
| 0 = g(n+1)(ξ) = f(n+1)(ξ) - pn(ξ) - |
(f(x) - pn(x))wn(n+1)(ξ)
wn(x) |
Daraus folgt wegen p
n(n+1)(ξ) = 0 nun
| f(n+1)(ξ) = |
Rn+1(x)(n + 1)!wn(x) |
ÞR
n+1(x)
=

Da es keinen weiteren Fall gibt, ist Satz 1.3 beweisen.