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Prof. Dr. Richard Schröder, Erster Vizepräsident der Hunnen-Uni, schreibt Editorial in Humboldt-Spektrum 4/98 (fand ich im Foyer im Okt. 2004):
Die Universität hat ihren Namen nicht daher, daß dort die Wissenschaften universal, vollständig also, zuhause sind - was auch wünschenswert ist (er meint wohl wäre) -, sondern von der universitas magistrorum et scholarium, der Genossenschaft oder Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden, wie sie sich zuerst Anfang des 13.Jahrhunderts in Paris gebildet hat mit dem Ziel, ihre inneren Angelegenheiten selbst zu regeln und diese Freiheit gegen Einmischungen der lokalen Behörden zu verteidigen.Seit einem dreiviertel Jahr läuft, für viele noch verborgen, an der Humboldt-Universität ein Projekt zur Verbesserung der Leitungs- und Entscheidungsstrukturen, kurz Lessy genannt. Es wird, wie einige vergleichbare Projekte an anderen deutschen Universitäten, durch die Volkswagenstiftungfinanziert.
Vier Arbeitsgruppen:
- Berufungsverfahren
- Studien- und Prüfungsordnungen
- Budgetierung
- Leitbild ('Corporate Identity')
Die Autonomie soll nach dem Prinzip der Subsidiarität organisiert werden. Dieses aus der katholischen Soziallehre stammende Wort heißt Unterstützung und besagt: Die nächst höhere Ebene soll die Basis bloß unterstützen und nicht dirigieren. Also soviel Entscheidungskompetenz vor Ort wie möglich. Budgetierung heißt: Die Fakultäten bekommen eine Summe zugewiesen, über die sie selbst verfügen können.
Und: Das Geld kommt nicht als Geschenk, sondern als Leistungsermöglichung. Aber nach welchen Kriterien soll die gemessen werde? Der Fachausdruck heißt: Zielvereinbarung. Vereinbart werden sollen die Ziele, die mit den Mitteln erreicht werden müssen. Die Wege zum Ziel bleiben der Fakultät überlassen. Eine vierte Arbeitsgruppe befaßt sich mit dem "Leitbild" der Humboldt-Universität.
schŏlāris , e, adj. [schola]. bzw.Look up a latin word in dictionary of Charlton T. Lewis, Charles Short I. Of or belonging to a school (late Lat.): incohamenta, Mart. Cap. 3, § 326 : murmur, Prud. steph. 9, 16: declamatio, Hier. Ep. 36, 14 .-- II. (Acc. to schola, I. B. 2. b.) Subst.: schŏlāres , ĭum, m., the imperial guard, Cod. Th. 11, 18, 1; 7, 4, 34; Cod. Just. 12, 38, 14.===>
Doch vor der Wiener Uni steht "Universitas litterarum" = "Vollständigkeit der Wissenschaften". Dieses Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Es ist wohl ein Mythos des fin de siecle.
Im 13. Jahrhundert haben an der Sorbonne, die damals noch unter christlichem Diktat stand, wohl die "Lehrenden und Lernenden" (falsche und moderne Sprachübersetzungsregelung) noch zusammen im selben Haus gewohnt ('Tempelschlaf') (habilitieren= Wohnrecht in der Uni bekommen).
Die Crusader der Volkswagenstiftung (Hermann-Göring-Werke-Stiftung) will die UNIS in's christliche Mittelalter zurückfinanzieren. [Hartz IV macht das Gleiche, nur eben sozialpolitisch und 6 Jahre später]
Der Geist ist aus allem gewichen. Statt Bildung und Wissen wird nur noch Einbildung und Fachidiotentum produziert. Unter Bildung verstehen sie nur noch zweckfreien Bejahung und Bestätigung (Konfirmation) des Leistungsprinzips. Selbst die Humaniora folgen diesem Befehl wie kürzlich im Vortrag der Fornara feststellen mußte.
Okt 04: In Humboldt- Uni war Veranstaltung von Fornaro über Humboldt.
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Heinz Steinbergs (1913-2003) Wilhelm-von-Humboldt-Biographie gelesen. Um diesen v. H. zu charakterisieren, erfand ich das Wort "Feudo", welches ein Hybrid aus "feudalistisch" und "pseudo" sein soll: feudo-liberal, feudo-philosemitisch, feudo-humanistisch, etc. Sein illustrer Kollege, der Herr von Goethe, war ein ebensolcher "Feudo", und zog, - wie man es von einem Kulturnationalistenheros erwartet -, gerne mit in den Krieg gegen allzufortschrittliche Sansculotten. In Wirklichkeit sind die Universitäten - trotz des vielen Geredes von Humanismus (vgl. Schopenhauer) - Brutstätten des Bürokraten- und Karrieristengeschmeißes.
Dank der Stadtmauern war es fremden Truppen nie gelungen, Köln zu erobern - bis zum 6. Oktober 1794, als die Truppen Napoleons mit 12.000 Soldaten in Köln einmarschierten und die Stadt fast 20 Jahre besetzten. Die militärische Aggression war schon fast eine Befreiung vom Muff des Mittelalters: Denn was die Franzosen vorfanden, waren dreckige Straßen, deren Häuser keine Nummern son- dern Namen hatten. Fremde fanden so nur sehr schwer zu einer Zieladresse. So befahl General Daurier, der Kommandeur der französichen Truppen, alle Häuser der Stadt mit Nummern zu versehen. Ein Haus bekam der Legende nach zufällig die 4711, die bis heute als Marke für ein Duftwasser aus Köln bekannt ist. Für einen besseren Duft sorgte auch die Reinigung der Kölner Straßen, durch die bis dato offen die Fäkalien flossen. Köln erhielt zudem ein neues Rechtssystem, so etwa den "Code Civil", der später Vorbild für das deutsche BGB war, und freie Gerichte. Ferner wurden die Zunftregeln des Handwerks aufgehoben, Klöster enteignet und die Universität geschlossen. Der damalige Rektor der Universität Köln und spätere Mitbegründer eines Kölner Museums, Ferdinand Franz Wallraf, rettete viele Kunstwerke des Mittelalters vor Raub und Zerstörung. HITI
"Selbst wenn alle seine Gutachten und sonstigen Tätigkeiten juristisch richtig und begründbar sein sollten, wirken sie doch durch ihre Systemimmanenz herrschaftstragend - und verbessernd. Es geht nicht um einzelne 'böse' KapitalistInnen, Konzerne, PolititikerInnen, die zweifelhafte Gutachten erstellen lassen, sondern um die stete, zwangsläufige Reproduktion und Verfeinerung von Regierungstechniken im kapitalistischen System, die gerade auf Grund ihrer Ungreifbarkeit und Zwangsläufigkeit so furchtbar sind." Die Erfindung derHumboldtschen Universität. Die Konstruktion der deutschen Universitätsidee in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Sylvia Paletschek. 17.Sept. (fr) 15.00: In Jägerstraße war Geburtshaus von Alexander von Humboldt (1769-1859). Jetzt haust dort die brandenburgische Akademie der Wissenschaften. |
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