Sachsenherrschaft
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Die Sachsenherrschaft

(Buch XI,3 – XII,19)

Nachdem Arthurs Neffe Konstantin III zum Britenkönig gekrönt ist, erheben sich die Sachsen und Mordreds zwei Söhne gegen ihn. Er zwingt in mehreren Schlachten die Sachsen zur Unterwerfung und tötet den einen der beiden Brüder in Winchester, den anderen in London. Vier Jahre später stirbt er selber und wird in Stonehenge begraben.

Sein zweiter Nachfolger Vortiporius besiegt die rebellierenden Sachsen, obwohl sie erhebliche Verstärkung auf vielen Schiffen aus Germanien herangeholt haben. Nach ihm unterwirft der treffliche Regent Malgo die sechs benachbarten Inseln, Irland, Island, die Orkneys, Dänemark Gotland und Norwegen. Unter dem Gott und den Briten verhaßten Keredic rufen die Sachsen König Gormund von Afrika herbei, als er Irland erobert hat; der jagt mit seinen hundertsechzigtausend Mann Keredic nach vielen Kämpfen bis nach Cirencester (in der Grafschaft Gloucester), das er überwältigt und niederbrennt, und weiter über den Severn nach Wales, alles verwüstend – Geoffrey klagt sein törichtes Volk an, weil es sich durch innere Streitigkeiten so schwächt, daß es nicht imstande ist, sich vor Feinden zu schützen. König Gormund überläßt den Sachsen Loegria, die Briten müssen in den Westen nach Cornwall und Wales fliehen; die Erzbischöfe von London und York suchen in den Wäldern von Wales Zuflucht; viele Priester fahren in die Bretagne hinüber – das will Geoffrey im Buch der Verbannung beschreiben (XI, 10). Die Briten versuchen nicht, die verlorene Herrschaft zurückzugewinnen, sondern schwächen durch innere Kämpfe noch den verbliebenen Rest und haben statt eines einzigen Königs drei Tyrannen; aber auch die Sachsen richten drei Königtümer ein.

Neuer Hader entsteht dadurch, das Augustin, der vom Papst mit Missionsauftrag entsandt ist und den britischen Teil kirchlich organisiert, das Evangelium den heidnischen Sachsen245 predigen will, die doch den Briten verhaßt sind. Diesem Vorhaben widersetzt sich der gelehrte Abt Dinoot der großen Abtei in Bangor. König Ethelbert von Kent ärgert sich darüber und stachelt König Ethelfrid von Northumbrien und andere kleine Sachsenkönige auf; sie ziehen gegen Bangor und die Gegner Augustins, erobern Chester, wohin sich viele Mönche und Eremiten, besonders aus Bangor, geflüchtet haben, und schlachten tausendzweihundert Mönche ab. Gegen sie vereinen sich in Bangor Herzog Blederic von Cornwall, König Magadud von Demetien (Dyfes in Südwestwales) und König Cadvan von Venedotien (Gwynedd in Nordwales) und zwingen nach siegreicher Schlacht Ethelfrid zur Flucht.

Die Britenfürsten versammeln sich in Chester, wählen Cadvan zum König und treiben Ethelfrid über den Humber zurück. In dem danach abgeschlossenen Frieden behält Ethelfrid das Land nördlich des Flusses, Cadvan das südlich davon. Als Ethelfrid seine Ehefrau verstößt, flieht sie zu Cadvan und gebiert dort Edwin. Der und der wenig später von Cadvans Gattin geborene Cadwallo werden zusammen standesgemäß erzogen und, herangewachsen zu König Salomon von der Bretagne zur höfisch-ritterlichen Ausbildung geschickt. Beide kehren nach dem Tod ihrer Eltern nach Britannien zurück und treten die Herrschaft ihrer Väter an. Nach zwei Jahren bittet Edwin den Cadwallo um Zustimmung dazu, daß er eine eigene Krone trägt, der lehnt ab und es kommt zum Krieg. Edwin siegt. Cadwallo muß über Schottland nach Irland entweichen; als er zu König Salomon in die Bretagne unterwegs ist, wird er durch Sturm auf die Insel Guernsey verschlagen und bleibt krank in der Kajüte liegen. Am vierten Tag verlangt er nach Essen, sein Neffe Brian, der nichts erjagen kann, schneidet sich ein Stück Fleisch aus seinem Schenkel und rettet mit diesem Braten den Oheim. Cadwallo segelt weiter zu Salomon, erhält Hilfe versprochen und prangert in seiner Dankrede die Sünden der Briten an – Geoffrey verweist hier auf Gildas.

Damit vor dieser Landung Edwin nicht durch den Wahrsager Pellitus gewarnt wird, macht sich Brian, als Bettler verkleidet, mit Unterstützung seiner Schwester an jenen heran und erschlägt ihn mit einem selbstgeschmiedeten Eisenstab; er entflieht nach Exeter, unterrichtet und rüttelt die Britenfürsten auf. König Peanda von Mercia aber zieht mit einem Sachsenheer heran und schließt Exeter ein, wird jedoch von dem inzwischen gelandeten Cadwallo geschlagen und gefangengenommen und geht zu ihm über. In der Schlacht von Hedfielt wird Edwin mit seinem Sohn Offrid getötet. Cadwallo will alle Sachsen mit Ausnahme der Frauen und Kinder ausrotten; er tötet in einer weiteren Schlacht Edwins Nachfolger Offric mit seinen zwei Neffen, den Thronanwärtern, und jagt König Oswald von Northumbrien bis zum Schottenwall; der fällt dann in einer anderen Schlacht. Oswalds Bruder und Nachfolger Oswi gewinnt zunächst durch reiche Geschenke und Lehnsverpflichtung Frieden, ruft danach aber

Doch unter seinem Sohn Cadwalladar geht es mit dem Britenreich durch innere Fehden, Hungersnot und tödliche Seuchen zu Ende; die Überlebenden, darunter Cadwalladar, wandern zum Kontinent aus; es gibt bald nur noch einige Briten in Wales. Die Sachsen jedoch, die mit dem Leben davonkommen, rufen ihre Landsleute aus Germanien, die nehmen das Land von Schottland bis Cornwall in Besitz. Damit herrschen statt der Briten nun die Sachsen.

Cadwalladar wird in der Bretagne, wohin er Zuflucht genommen hat, vor der Ausführung seines Vorhabens, zurückzukehren, durch eine Engelsstimme gewarnt: Gott wünsche die Wiederkehr der Britenherrschaft auf der Insel nicht eher, als bis der von Merlin prophezeite Augenblick gekommen sei. König Alan von der Bretagne erhält durch verschiedene Weissagungen das bestätigt und rät Cadwalladar, zum Papst zu pilgern, wie ihm der Engel empfohlen hat. Der führt das aus, bekommt den päpstlichen Segen und stirbt am 12. Mai 689 durch plötzliche Erkrankung.

Cadwalladars Sohn Yvor und sein Neffe Yni setzen ,in einigen Schiffen auf die Insel über, führen immer wieder heftige Überfälle aus, können freilich in achtundsiebzig Jahren wenig ausrichten; die Macht der Sachsen nimmt ständig zu, die Briten verlieren ihren Namen und heißen Waliser.

Die Sachsen dagegen verhalten sich klüger, halten Frieden unter sich, bestellen die Felder, bauen Burgen und Städte wieder auf. Sie Schütteln die Herrschaft der Briten ganz ab und haben unter ihrem ersten gekrönten König Adelstan ganz Loegria in ihrer Gewalt.

 

 
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