Arthurs Siege
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Arthurs Siege über Sachsen, Schotten, Pikten und Iren

IX,1. Nach Utherpendragons Tod trafen die Fürsten der Briten aus den verschiedenen Provinzen in der Stadt Silchester25 zusammen und rieten dort dem Erzbischof Dubricius26 von Legionenstadt27, Arthur, den Sohn Uthers28, zum König zu krönen. Die Notwendigkeit trieb sie dazu; denn sobald die Sachsen vom Tod jenes Königs hörten, riefen sie ihre Landsleute aus Germanien herbei und bemühten sich unter der Führung Colgrins29, die Briten auszurotten. Sie hatten sich bereits ein ganzes Stück der Insel unterjocht, das sich vom Humber Fluß  bis zum Caithness Meer30 erstreckt.

Dubricius beklagte das Unheil seines Landes, rief die Bischöfe zu sich und setzte Arthur die Königskrone auf. Arthur war ein 15jähriger Jüngling von unerhörter Tapferkeit und Hochherzigkeit, worin seine angeborene Güte ihm solche Huld verlieh, daß ihn fast alles Volk liebte. So verhielt er sich, mit den königlichen Insignien bekleidet, dem gewohnten Brauch entsprechend und pflegte die Freigebigkeit; eine so große Menge Krieger versammelte sich bei ihm, daß ihm mangelte, was er verteilen wollte, freilich, wenn auch ein Mann, dem Freigebigkeit mit Tugend von Natur aus angeboren ist, zeitweilig Mangel leidet, so wird ihn doch Armut auf keinen Fall lange plagen. Da sich bei Arthur Tugend zu Freigebigkeit gesellte, entschloß er sich auf die Sachsen Druck auszuüben, daß er mit ihren Gütern die Anhänger belohne, die ihm dienten. Das Wissen um seine Rechte ermunterte ihn dazu, weil er nach dem Erbschaftsrecht die Alleinherrschaft über die ganze Insel beanspruchen durfte. Deshalb rief er die ihm untertänigen jungen Leute zusammen und eilte nach York31. Sowie das Colgrin gemeldet wurde, zog er die Sachsen, Schotten und Pikten zusammen und trat Arthur am Douglas-Fluß32 entgegen. Als es zum Handgemenge kam, gerieten beider Heere größtenteils in Bedrängnis. Arthur aber errang den Sieg, verfolgte den fliehenden Colgrin und belagerte ihn, als er sich nach York begeben hatte.

Nachdem Baldulf33 diese Flucht seines Bruders erfahren hatte, zog er mit sechstausend Mann zur Belagerung, um den Eingeschlossenen zu befreien. Er hatte zu der Zeit, als sein Bruder gekämpft hatte, an der Küste des Meeres auf die Ankunft des Herzogs Cheldric34 gewartet, der ihm aus Germanien zu Hilfe kommen sollte. Als Baldulf nun zehn Meilen von York entfernt war, entschloß er sich zu einem Nachtmarsch, um unbemerkt anzugreifen. Davon erfuhr Arthur und befahl Herzog Cador von Cornwall, Baldulf mit sechshundert Reitern und dreitausend Fußkriegern in derselben Nacht entgegenzutreten. Er erreichte die Straße, auf der die Feinde hinzogen, machte einen überraschenden Angriff, zerfleischte und tötete die Sachsen und zwang die übrigen zu fliehen. Infolgedessen ärgerte sich Baldulf über die Maßen darüber, daß er nicht imstande war, seinem Bruder Hilfe zuzuführen, und überlegte sich, wie er ein Gespräch mit ihm führen könnte: er meinte nämlich, durch gemeinsame Beratung wäre es möglich, Rettung zu finden, wenn er nur vor das Angesicht seines Bruders zu treten vermöchte.

Da sich ihm kein Zutritt auf andere Weise bot, schnitt er sich die Haare und den Bart ab und stattete sich wie eine Spielmann mit einer Harfe35 aus. Er schritt dann im Lager auf und ab und gab sich durch Melodien, die er auf der Harfe spielte36, als Harfenspieler37 aus. Da er keinem verdächtig schien, näherte er sich allmählich den Mauern der Stadt immer mehr, indem er seine angenommene Verstellung weiterführte. Nachdem ihn schließlich die Belagerten wahrgenommen hatten, wurde er mit Seilen auf die Mauer gezogen und zu seinem Bruder geleitet. Als er danach den Brude erblickt hatte, munterte er ihn mit Küssen und Umarmungen nach Herzenslust auf, so als ob der vom Tode wiedererweckt worden wäre. Nach vielfältigen Beratungen verzweifelten sie schließlich schon daran, wieder freizukommen; da kehrten die Boten aus Germanien zurück, die sechshundert Schiffe unter der Führung Cheldrics nach Schottland gebracht hatten, mit tapferen Kriegern beladen. Arthurs Berater erfuhren das und rieten ihm davon ab, die Belagerung länger fortzusetzen, damit sie nicht, wenn eine derartig große Feindesmacht sie überfiele, sich in eine verzweifelte Schlacht einließen.

IX,2. Arthur nahm den Rat seiner Vertrauten an und zog sich in die Stadt London38 zurück. Dort rief er den Klerus und die Fürsten aus seinem ganzen Machtbereich zusammen und fragte sie nach ihrer Ansicht, was er als das Beste und Vorteilhafteste gegenüber der Invasion der Heiden unternehmen sollte. Mit allgemeiner Zustimmung wurden Boten in die Bretagne39 zu König Hoel40 gesandt, um ihn von dem Unheil Britanniens in Kenntnis zu setzen. Hoel war der Sohn von Arthurs Schwester und hatte Budicius41, den König der armorikanischen Briten42, zum Vater. Sobald er die Bedrückung vernahm, die seinem Oheim widerfuhr, befahl er seiner Flotte, sich klar zum Gefecht zu machen; fünfzehntausend Bewaffnete zog er zusammen und fuhr bei günstigen Fahrtwind bis Southampton43. Arthur empfing ihn mit geziemenden Ehren, und beide schlossen sich sehr oft in die Arme.

IX,3. Sie ließen danach einige Tage verstreichen und begaben sich dann zu der Stadt Kaerluideoit44, die von den oben erwähnten Heiden belagert wurde. Sie liegt auf einem Berg, zwischen zwei Flüssen in der Provinz Lindsey45 und heißt mit anderem Namen Lincoln46. Nachdem sie dort mit ihrer ganzen Macht eingetroffen waren, um mit den Sachsen zu kämpfen, richteten sie ein unerhörtes Blutbad an; sie töteten nämlich an demselben Tag sechstausend Mann, die teils in den Flüssen ertranken, teils von Waffen getroffen ihr Leben verloren. Dadurch wurden die übrigen erschreckt, gaben die Belagerung auf und ergriffen die Flucht.

Arthur verfolgte sie unablässig, bis sie den Caledon Wald47 erreichten. Dort kamen sie auf ihrer Flucht von allen Seiten zusammen und versuchten, sich Arthurs zu erwehren. So entstand ein Handgemenge, sie verteidigten sich mannhaft und bereiteten den Briten ein Blutbad, sie nahmen sich Bäume zu Hilfe und schützten sich vor den Waffen der Briten. Kaum hatte Arthur das bemerkt, da lies er Bäume um diesen Teil des Waldes herum fällen und ihre Stämme in einem Kreis so gruppieren, daß ihnen jedes Entkommen daraus verwehrt wurde; Arthur wollte nämlich die Eingeschlossenen so lange belagern, bis sie Hungers starben. Nachdem das getan war, ordnete er an, daß seine Truppen den Wald umstellten, und blieb drei Tage dort. Als die Sachsen nichts mehr zum Essen hatten, um sich vor dem schnellen Hungertod zu bewahren, baten sie, unter der Bedingung herauskommen zu dürfen, daß sie alles Gold und Silber zurückließen und nach Germanien mit nichts anderem als ihren Booten heimkehren dürften. Auch versprachen sie, ihm von Germanien aus Tribut zu zahlen und von dort Geiseln zu schicken. Da beriet sich Arthur und willigte in ihr Anerbieten ein. Er behielt also all ihre Schätze, nahm Geiseln für die Tributzahlung und gestattete nur die reine Abfahrt, ohne etwas mitzunehmen.

Schon während die Sachsen auf der Heimfahrt das Meer pflügten, verdroß sie der abgeschlossene Vertrag; sie warfen ihre Segeln herum, steuerten nach Britannien und landeten an der Küste von Totnes48. Nachdem sie Land gewonnen hatten, verwüsteten sie die Gegend bis zur Severnsee49  und verwundeten die Einwohner tödlich. Danach rückten sie im Eilmarsch in den Bezirk von Bath50 und belagerten die Stadt. Als das König Arthur gemeldet wurde, war er ob ihrer Ruchlosigkeit über die Maßen verwundert, ordnete ein Gerichtsverfahren an und befahl, ihre Geiseln kurzerhand zu hängen. Er lies von der Heimsuchung ab, mit der er die Schotten und Pikten zu plagen begonnen hatte, und gab eilig die Belagerung auf. Arthur litt aber unter sehr beträchtlichen Schwierigkeiten, weil er in der Stadt Alclud seinen Neffen Hoel schwer erkrankt zurückgelassen hatte. Er erreichte schließlich die Grafschaft Somerset51 und hielt in der Nähe der Belagerung folgende Rede: „Obwohl die Sachsen mit ihrem gottlosen und verhaßten Namen mir die Treue zu halten verschmähten, will ich selber meinem Gott die Treue bewahren und heute versuchen an ihnen das Blut meiner Landsleute zu rächen. Zu den Waffen, ihr Männer, zu den Waffen! Und greift mutig diese Verräter an, die wir ohne Zweifel mit Christi Hilfe besiegen werden!“

Nachdem Arthur das gesprochen hatte, erklomm der heilige Dubricius, Erzbischof von Legionenstadt, den Gipfel eines Hügels und rief mit erhobener Stimme: „Ihr Männer des christlichen Glaubens, in euch wohne die Liebe zu euren Landsleuten und zu eurem Vaterland! Sie, die durch den Verrat der Heiden fortgejagt wurden, werden ein ewiger Vorwurf für euch sein, wenn ihr sie nicht eifrig zu schützen trachtet. Streitet für euer Vaterland und ertragt willig um seinetwillen den Tod, wenn er euch ereilt! Denn das ist der Sieg und das Heil für die Seele. Jeder, der den Tod für seine Brüder erleidet, bietet sich als lebendes Opfer Gott dar und schwankt nicht, Christus nachzufolgen, der es nicht verschmähte, sein Leben für seine Brüder zu lassen. Wenn also einer von euch in diesem Krieg den Tod findet, dann soll der Tod für ihn Buße und Absolution von allen seinen Sünden sein, sofern er sich dem nicht entzieht, den Tod auf seine Weise anzunehmen.“ Sogleich beeilte sich jeder, von dem Segen des heiligen Mannes beschwingt, die Waffen zu ergreifen und dessen Befehlen zu gehorchen.

Arthur selber legte den einem großen König geziemenden Panzer an, nahm auf sein Haupt einen goldenen Helm, der mit einer Drachenplastik geschmückt war, und über seine Schultern einen Schild mit dem Namen Pridwen, auf dem das aufgemalte Bild der heiligen Maria, der Gottesgebärerin, ihn häufig an sie erinnerte. Umgürtet war er mit dem besten Schwert Caliburn, das auf der Insel Avalon52 geschmiedet war; eine Lanze mit dem Namen Ron schmückte seine Rechte; sie war hochragend, breit und vortrefflich zum Verletzen.

König Arthur stellte seine Leute in Abteilungen zur Schlacht auf und griff dann kühn die Sachsen an, die nach ihrer Art keilförmig gereiht waren. Den ganzen Tag leisteten sie mannhaften Widerstand und schlugen auf die Briten in einen fort ein. Gegen Sonnenuntergang schließlich besetzten sie Sachsen den nächsten Berg, um sich auf ihm zu lagern. Im Vertrauen auf die mächtigen Bundesgenossen schien ihnen der Berg an sich genügend zu helfen. Als jedoch die nächste Sonne den Tag wiederbrachte, erstieg Arthur mit seinem Heer den Gipfel, verlor jedoch bei dem Aufsteig viele Mannen. Die Sachsen konnten ja, von der Höhe entgegenstürmend, leichter Wunden schlagen, weil sie mit schnellerem Schritt hinabsteigen konnten als jene hinauf. Trotzdem erreichten die Briten den Gipfel durch höchste Anstrengung und verwickelten sofort die Feinde in ein Handgemenge. Ihnen streckten die Sachsen ihre Brust entgegen und bemühten sich mit aller Macht standzuhalten.

Als der größte Teil des Tages in dieser Weise vorübergegangen war, geriet Arthur darüber in Entrüstung, daß es für die Feinde noch so gut stünde und der Sieg sich ihnen noch nicht nahte. Er zückte sein Schert Caliburn, rief den Namen der heiligen Maria und stürzte sich mit raschem Ungestüm in die Reihen der Feinde. Jeden, auf den er stieß, tötete er, indem er Gott anrief, mit einem einzigen Streich. Mit seinem Angreifen hielt er nicht eher ein, als bis er allein mit seinem Schwert Caliburn vierundsiebzig Mann aus dem Weg geräumt hatte. Als die Briten das bemerkten, stürzten sie in dicht geschlossener Formation hinter ihm her und richteten überall ein Blutbad an. Es fielen dort Colgrin und sein Bruder Baldulf, sowie viele tausend andere. Cheldric hingegen wandte sich sofort, als er die Gefahr für die Bundesgenossen erkannt hatte, mit den übrigen zur Flucht.

König Arthur errang also den Sieg und hieß dann Herzog Cador von Cornwall die Sachsen verfolgen, während er selbst eilends nach Schottland zog. Es war nämlich gemeldet worden, daß die Schotten und Pikten Hoel53 in der Stadt Alclud belagerten, wo Arthur, wie gesagt, ihn schwer erkrankt zurückgelassen hatte. Er beeilte sich, ihm zu Hilfe zu kommen, damit er nicht von den Barbaren gefangen genommen würde. Der Herzog von Cornwall wollte mit zehntausend Mann die Sachsen noch nicht verfolgen, sondern stürmte zu ihren Booten um das Einschiffen zu verhindern. Sobald er sich der Boote bemächtigt hatte, bemannte er sie mit seinen besten Kriegern, welche die Heiden daran hindern sollten, an Bord zu gehen, wenn sie zu ihren Booten flüchteten. Danach eilte er, die Feinde zu verfolgen und, wenn er sie fand54, erbarmungslos niederzumetzeln, um Arthurs Befehl auszuführen.

Die Sachsen, die eben noch mit angeborenem Grimm wie der Blitz losgefahren waren, liefen jetzt furchtsamen Herzens davon; einige von ihnen flüchteten in Geheimverstecke der Wälder, andere strebten zu den Bergen und deren Höhlen, um sich noch eine Frist zum Leben zu verschaffen. Da sich ihnen zuletzt nichts mehr zum Schutze darbot, fuhren sie bis zur Insel Thanet55, die Reihen gelichtet56. Der Herzog von Cornwall verfolgte sie bis dahin, richtete wie üblich ein Blutbad an und ruhte nicht eher, als bis er Cheldric getötet, alle sich zu ergeben gezwungen und Geiseln erhalten hatte.

IX,6. Nachdem der Friede so gesichert war, begab er sich nach Alclud, das Arthur bereits von der Bedrückung durch die Barbaren befreit hatte. Er führte dann sein Heer nah Moray57, wo die Schotten und Pikten belagert wurden; sie hatten dreimal gegen den König und seinen Neffen gekämpft, waren von ihm überwunden worden und bis in diese Provinz geflohen. Dann erreichten sie den Loch Lomond58, besetzten die Inseln darin, um sichere Zuflucht zu finden. Der See enthält sechzig59 Inseln, nimmt sechzig Flüsse auf, und nur ein einziger fließt aus ihm ins Meer. Auf diesen Inseln befinden sich bekanntlich sechzig Felsenklippen, die genauso viele Adlernester tragen – die Adler pflegten jedes Jahr sich zu sammeln und zeigten mit hohem Gekreisch, das sie gemeinsam ausstießen, Wunderbares an, das im Königreich eintreffen sollte. Zu diesen Inseln waren die Feinde, wie gesagt, geflüchtet, um sich vom See beschützen zu lassen; das nützte ihnen freilich wenig, Arthur zog nämlich eine Schiffsflotte zusammen, segelte um die Flüsse herum und nahm die Feinde dadurch, das er sie fünfzehn Tage lang belagerte, durch Aushungerung so hart mit, daß an die tausend starben.

Während er sie auf diese Weise hart bedrängte, stieß König Gilmaurius60 von Irland mit einer mächtigen Masse Barbaren AUF Schiffen hinzu, um den Bedrängten Hilfe herbeizuschaffen. Arthur hob daher die Belagerung auf und wandte seine Waffenmacht gegen die Iren61, zerfleischte sie unbarmherzig und zwang sie heimzufahren. Als er den Sieg errungen hatte, war er wieder dafür frei, das Volk der Schotten und Pikten vernichtend zu schlagen, und wandte unnachgiebige Strenge an. Da er keinen verschonte, sowie er ihn fand, versammelten sich alle Bischöfe dieses bejammernswerten Landes mit der ganzen ihnen ergebenen Geistlichkeit und trugen barfuß die Reliquien ihrer Heiligen und die Schätze ihrer Kirchen, um das Mitleid des Königs für die Rettung ihres Volkes zu erflehen. Sobald sie vor das Angesicht des Königs gelangten, fielen sie auf die Knie und flehten ihn um Gnade an für ihr aufgeriebenes Volk. Er habe ihnen ja genug Verderben gebracht, und es bestehe keine Notwendigkeit, die paar Leute, die noch übrig geblieben seien, bis auf den letzten zu vernichten; er möge ihnen gestatten, nur ein Stückchen ihres eigenen Landes in Besitz zu behalten, sie würden obendrein das Joch ewiger Knechtschaft auf sich nehmen. Als sie den König in dieser Weise angingen, rührte ihn mitleidige Güte zu Tränen; er gab den Bitten der heiligen Männer nach und gewährte Begnadigung.

IX,7. Nach diesen Ereignissen sah sich Hoel den erwähnten See näher an und war überrascht, daß so viele Flüsse, Inseln, Felsen und Adlernester in genau der gleichen Zahl vorhanden waren. Als er das zu den Wundern gerechnet hatte62, kam Arthur hinzu und erzählte ihm, daß ein anderer See in derselben Gegend noch wunderbarer sei. Der lag nicht weit davon entfernt, besaß eine breite von zwanzig Fuß und eine Länge desselben Ausmaßes, aber eine Tiefe von nur fünf Fuß. Entweder war er durch menschliche Kunst oder die Natur quadratisch gestaltet und brachte vier verschiedene Arten Fische in seinen vier Ecken hervor, und die Fische des einen Teils wurden niemals in einem anderen gefunden.

Arthur fügte hinzu, es gebe in den Teilen von Wales63 nahe dem Severnfluß64 noch einen anderen See, den die Einwohner dort Lin Ligua65 nennen. Wenn sich das Meer in diesen See ergießt, dann wird es wie in einer bodenlosen Tiefe verschlungen; und wenn er die Flut einschlürft, dann füllt er sich keineswegs so, das er den Uferrand überdeckt. Wenn die Flut abebbt, dann stößt er das Wasser, das er verschlungen hat, hoch wie einen Berg aus und bedeckt und bespritzt erst jetzt mit dem Wasser die Ufer. Wenn unterdessen die Leute aus der ganzen Gegend sich mit zugewandtem Gesicht in die Nähe stellen, wobei ihre Kleider den Wasserregen auffangen würden, dann könnten sie es kaum oder nie vermeiden, vom See verschlungen zu werden; wenn sie jedoch den Rücken kehrten, dann wäre kein Besprengtwerden zu befürchten, auch wenn sie am Ufer stünden.  

 

 

 
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