Römerherrschaft
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Die Römerherrschaft

(Buch IV,1 – VI,3)

Der zuletzt genannte Britenkönig wirft zweimal die unter Julius Cäsar eingefallenen Römer zurück, wird aber beim dritten Mal durch Verrat besiegt und muß sich unterwerfen (IV,1-10). Da einige Generationen später Guiderius die Tributzahlung verweigert, rückt Kaiser Claudius mit Heeresmacht unter Lelius Hamo herbei; Guiderius wird geschlagen und getötet; Claudius unterwirft die Orkneys. Vespasian, den Claudius nach seiner Rückkehr nach Rom entsandt hat, vermag nicht zu siegen, sondern mit Aviragus, der nach dem Tod seines Bruders Guiderius Britenkönig geworden ist, nur friedliche Vereinbarung zu erreichen. Des Aviragus Sohn Marius tötet den König Sodric, der mit seinen Pikten in Schottland eingefallen ist, und erlaubt ihnen sich in Nordschottland anzusiedeln. Frauen müssen sie sich aus Irland holen. Marius Sohn Coilus, in Rom aufgezogen, unterhält mit den Römern gute Beziehungen, sein Sohn Lucius betreibt die Christianisierung und macht der Kirche reiche Geschenke – für Näheres wird auf Gildas verwiesen (IV,20)

Als Lucius im Jahre 156 n. Chr. (eine der wenigen Zeitangaben Geoffreys) ohne Erben stirbt, streiten sich die Briten über die Nachfolge; Roms Macht gerät ins Wanken. Der vom römischen Senat geschickte Severus verjagt das Britenheer nach Schottland und errichtet den Hadrianswall zur Sicherung gegen den Nordteil Britanniens.

Nach seinem Tod entsendet Raum Carausius, einen Abenteurer niederer Herkunft; der zieht verwüstend durch Britannien und die anliegenden Inseln, macht sich selber zum König und belohnt die Pikten, die ihm geholfen haben, mit Gebieten in Schottland. Die danach aus Rom kommenden Allectus und Livius Gallus werden durch den von den Briten zum König gewählten Herzog Adclepiodotus von Cornwall besiegt; unter ihm beginnt die Christenverfolgung, die der von Dioklezian gesandte Maximianus Herculus leitet. Danach macht sich Roms Senator Constantius zum Britenkönig. Nach ihm führt sein Sohn Konstantin I. ein hervorragendes Regiment und wird Herrscher über die ganze Welt, nachdem die vom Diktator Maxentius verbannten Römer ihn zum Marsch gegen Rom aufgestachelt haben. Dann regiert in England der gegen die Römer schließlich doch mit Erfolg rebellierende Octavius, Herzog der Gewisserer (der Leute von Gwent in Südost-Wales), bis zu den Kaisern Gracian und Valentinian hin.

Da er nur eine unverheiratete Tochter hat, berät er sich mit seinen Fürsten über einen Nachfolger. Ihm wird der Senator Maximian genannt, von dem wird dann in 8 Kapiteln (V,9-16) so eingehend gehandelt, daß ein besonders buntes und für die Britisch-römischen Beziehungen der damaligen Zeit bezeichnendes Bild entsteht. Maximian empfiehlt sich durch seine britische Abstammung – er ist ein Neffe Konstantin I. – und durch seine römische Mutter kaiserlicher Herkunft. Gegen diesen Vorschlag wehrt sich der Neffe des Octavius, Conanus Meridiadocus, mit aller Kraft, weil er sich selber als Thronfolger durchsetzen will. Doch Herzog Caradocus von Cornwall, der jenen Römer ins Gespräch gebracht hat, schickt seinen Sohn Mauricius nach Rom. Der hat es nicht schwer, Maximian zu gewinnen, weil der mit den Kaisern Gracian und Valentinian in Spannung lebt. Mauricius kann ihm eine Königskrone, mühelos zu erlangen, anbieten, dazu die Königstochter als Gemahlin, und ihn auf die Schätze und Krieger Britanniens hinweisen, mit denen er imstande sei, die beiden Kaiser zu verjagen. Auf dem Anmarsch sammelt er Macht, indem er die Städte des Frankenlandes plündern und Krieger anwirbt. Als er mit solchem Aufgebot in Southampton landet, hält ihn König Octavius zuerst für einen Feind und schickt Conanus mit einem Heer entgegen. Aber Unterhändler Maximians klären auf, Caradocus hält Conanus vom Angriff ab und überredet Octavius, seine Herrschaft und Tochter Maximian anzuvertrauen. Conanus weicht nach Schottland aus, verwüstet mit seinem Heer die Gegend am Humber; nach wechselnden Kämpfen schließen die beiden Gegner Frieden.

Maximian will sich nach fünf Jahren, die ihm Gold und Silber in Fülle eingebracht haben, nicht mehr mit der Herrschaft über Britannien begnügen, sonder begehrt sie auch über Gallien. Er setzt mit seinem Heer zum Kontinent über und besiegt König Himbald von der Bretagne. Dann gewinnt er Conanus dazu ganz Gallien zu Unterwerfen, indem er ihm die Bretagne als Ersatz für das ihm vorenthaltene Britenreich anbietet. Daraus könnte ein zweites Britannien werden. Die beiden machen sich auf und verbreiten nach der Einnahme von Rennes solchen Schrecken, daß sie keinen Widerstand mehr finden. Maximian verstärkt sein Heer und läßt hunderttausend Männer und Frauen aus England herüber kommen, um sie in der Bretagne anzusiedeln, außerdem dreißigtausend Krieger zu ihrem Schutz. Dieses Gebiet übergibt er Conanus und erobert nach heftigen Kämpfen ganz Gallien und Germanien; schließlich läßt er sein Ungestüm an den Kaisern aus, er tötet Gracian und vertriebt Valentinian aus Rom.

Conanus wehrt Angriffe der Gallier gegen die Bretagne erfolgreich ab. Um für Nachwuchs zu sorgen, der sein Reich auch fürder in festen Händen hält und Blutmischung mit den Galliern zu verhindern, will er Frauen aus Britannien herbeirufen. Der damals herrschende Unterkönig Dionotus, den er durch Boten darum angeht, schickt elftausend Töchter aus dem Adel und sechzigtausend niederer Herkunft, von denen viele nicht erfreut darüber sind. Als sich ihre Schiffe dem Kontinent näher, fegt sie ein heftiger Sturm auseinander, die meisten gehen unter. Die Frauen, die am Leben bleiben, fallen in die Hände der Hunnen und Pikten, deren Könige Wanius und Melga von Kaiser Gracian dorthin entsandt waren, um die Anhänger Maximians auszurotten, und werden wegen ihrer Schönheit begehrt, aber getötet, wenn sie sich nicht gefügig zeigen. Als Wanius  und Melga erfahren, daß Britannien von Heeresmacht entblößt ist, fahren sie, nachdem sie mit den Nachbarinseln Verträge abgeschlossen haben, nach Schottland und stoßen von dort aus mordend und verheerend nach Süden ohne Widerstand zu finden. Maximian entsendet daraufhin den freigelassenen Gracian, der mit zwei Legionen Pikten und Hunnen nach Irland verjagt. Währenddessen wird Maximian in Rom von Freunden des Kaisers Gracian getötet, seine Briten niedergemetzelt. Die sich zu retten vermögen, fliehen in die Bretagne.

Danach macht sich jener Gracian zum Britenkönig, regiert jedoch so tyrannisch, daß sich das Volk gegen ihn zusammenrottet und ihn ermordet. Nun dringen Hunnen und Pikten von Irland aus wieder in Britannien ein, ferner Schoten, Norweger und Dänen, und treiben es so schlimm, daß sich die verzweifelten Briten an Rom hilfeflehend wenden. Eine Legion eilt herbei und verjagt die Feinde. Die Briten müssen einen Wall gegen Schottland errichten.

Nun werden aber den Römern solche mühseligen Expeditionen zu viel, sie fordern die Briten zur Selbsthilfe auf und bestellen alle kampffähigen Männer nach London. Der dortige Erzbischof ruft sie mahnend und ermutigend zur Selbstverteidigung auf. Die Römer geben ihnen gute Ratschläge. Nach ihrem Abzug nehmen jedoch jene Feinde Schottland wieder in ihren Besitz, werfen schnell die ungeschulten Verteidiger vom Wall und besetzen Britannien in aller Ruhe. Den römischen Konsul Agicius bitten die Briten vergeblich um Hilfe.

 
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