Das Buch der Tage der Reise durch Malawi

in Memory of 15 of us, killed by fire in Childers/Australia

 von den Autoren Daniel Tschentscher (D) und Rene´ Schmidt (R)

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 15.7. (R)

Als der Tag erst ein paar Minuten alt war, Start von Frankfurt mit Ethiopien Airlines. In Addis Abeba recht kühl, das Haar sitzt perfekt „Drei Wetter Taft“. Wir entschieden uns als einzige der in Frankfurt eingestiegenen für den Weiterflug nach Lilongwe.Der Service der Ethiopien Airlines war gut, Stewardessen niedlich, Essen und Trinken reichlich (ist doch besser als umgedreht) Nach der Landung aber dann der Haken. Daniels Rucksack kam nicht in Lilongwe an.                                                                                                                                                                                     Formalitäten am Lost and Found Desk mit dem Ziel, daß uns der Rucksack nach Mzuzu nachgeschickt wird..

 Der Start der Malawirundreise erfolgte originell oder orginal mit dem Müllfahrzeug vom Airport zur M1. Danach mit Lift und Bus nach Kasungu. Im Mulungo Apatsa Motel eingecheckt. Stimmung beim Begrüßungsgetränk (Green) auf Grund des Verstoßes gegen die Gepäckbestimmungen etwas getrübt.

 16.7. (D) Kasungu - Mzimba - Mzuzu - Nkathabay

Die ersten Blicke der noch verklebten Augen richteten sich richteten sich auf die undefinierbaren, an die Wand geworfenen, kackeähnlichen Haufwerke – sie klebten noch. Rene´ hatte am Vorabend die Dusche ausprobiert. Ich hielt es für besser, nachdem ich die klebrigen Haufen an der Decke sah, am Morgen zu duschen. Das war ein Fehler, man sollte duschen, wenn Wasser da ist und nicht wenn einem danach ist oder wenn es nötig ist. Mit „Sorry no water“ musste ich erkennen, dass wir in Afrika sind. Also machten wir uns auf den Weg zum Stützpunkt der Verkehrsbetriebe Kasungus.

Als ein Minibus, mit mehr oder weniger Freiwilligen die den Weg nach Mzuzu antreten wollten, nach europäischen Verhältnissen überfüllt war, das dauerte ungefähr 45 Minuten, ging die Fahrt los durch afrikanische Filmkulissen. Der Bus füllte sich von Station zu Station immer mehr.Der Rekord in diesem Minibus stand bei 18 Erwachsenen, 2  kleinen Schwarzen und weißen Menschen, wobei wir beiden die einzigen Wasungus waren. Fast hätten wir ein paar Impalas überfahren, denn die Fahrt ging flott voran. 12.00 waren wir in Mzuzu angekommen. Nach einem Mittagessen und dem Bad in den Plastikschüsseln, die einem nach dem Essen gereicht  werden, machten wir uns auf den Weg zum Flugplatz. Vorbei an der Großbaustelle „Gewerbepark Mzuzu“ kamen wir auf dem größtem Flughafen im näherem Umkreis an. Die erste Auskunft erhielten wir vom Landebahnmarkierungsmaler. Wir mussten feststellen, dass man in diesem Land nicht anrufen kann, sondern nur angerufen werden kann, vorausgesetzt, man hat eine Nummer. Mit einem schrecklich überfüllten (auch für dieses Land) *  Minibus (25-30 Personen), die Personenzahl war aber auf jedem Fall nicht einzuschätzen, erreichten wir Nkathabay. Es war Sonntag 16 Uhr. Die 2. Liga des Malawifußballbundes trug gerade ihr Spitzenspiel Nkhata Bay gegen Mzuzu aus. Zehntausende oder weniger säumten das Stadion. Wir hatten jedoch keine Zeit, denn uns erwartete noch ein weiter Fußmarsch zum Njaya Camp. Rene´ hatte wirklich nicht zuviel versprochen von diesem Ort, denn nach einem tollen Bad im Malawisee war das Gefühl einfach nur super.

* Anmerkung: Autor kennt das Land noch nicht lange

 17.7.  (R) Njaya / Nkhata Bay

 

Ohne Abhalten eines Morgenappells starteten wir den Tag mit einem Marsch in die Town. Schließlich stand ja noch das Problem mit dem Haken an. Frühstück gab es in einem Restaurant, das mir bekannt vorkam. Typisch afrikanisch, Besitzer schwarz. Genau in diesem Restaurant habe ich schon vor 3 Jahren gefrühstückt! Von der Post aus ließ sich nicht telephonieren (warum sollte auch). Dem Personal des Telecommunicationbureaus gelang es nach mehreren Versuchen eine Verbindung zum Lilongwe Airport  herzustellen. Meine Gesprächspartnerin Patricia gab zu erkennen, dass unser Problem erkannt sei und das es 14 Uhr eine Lösung gebe. Beim anschließenden Besuch einiger ausgesuchter Haute Couetur Läden fand Daniel eine passende Designerhose und einen spezial auf seine Maulform angepassten Oralcleaner. Zurück in Njaya schien sich die Prophezeiung meines Lebens zu erfüllen, die da heißt: irgendwann kommt die Schöne und es pisst. Aber seltsamerweise regnete es nicht. Nach einem Bad im Malawisee, der Erledigung der Formalitäten an der Rezeption und dem Entleeren einer Green, wollte ich einen Mittagsschlaf machen. Da ich aber stets ums Wohlergehen der mir anvertrauten Reisenden bemüht bin ( debattiert gerade über den Unterschied zwischen weiblichem friend und girlfriend), kam ich nicht dazu. Statt dessen musste ich Verträge abschließen, um alles für saubere Wäsche, fürs Abendessen und für nette Tischgesellschaft zu regeln. Aber ich werde jetzt trotzdem versuchen eine Stunde zu schlafen, getreu dem Motto, wenn schon nicht die Konkurrenz schläft, dann sollte ich es wenigstens tun. Bis heut abend liebes Tagebuch.

Liebes Tagebuch, jetzt, da Patricia es nicht geschafft hat meine Freundin zu werden bleibst du mir ja noch zum Glück. Ethiopien Airlines hat bemerkt, dass in Addis Abeba noch ein Gepäckstück steht. Leider kommt die nächste direkte Maschine von Addis erst am Donnerstag in Lilongwe an. Auch konnte Patricia leider keine Auskunft darüber geben, wann die Maschine am Freitag von Lilongwe nach Mzuzu geht, so dass sie sich diese Information erst versorgen musste, was auf Kosten meiner Telephonrechnung ging. In der multifunktionalen Arena der Stadt scheint immer was los zu sein. Die Visionen eines Uli Hoeneß sind hier schon Wirklichkeit. Sonntag Topfußball, Montag Event, im hiesigen Fall Kundgebung mit dem malawischen Oppositionsführer.

comment of a local

Fortunely I have get the chance to write down anything at this paper for my friends Otto and Daniel. I dont write write many things. It is just one of this recoments about people I met from germany. I met few of them including this two friends. Most of german people are nice and friendly. We the staff of Njaya love meeting good people to have fun. Myself I am Casses Precious, working for this place Njaya sure looking forward to meet more germans.

Danke Precious für deinen Kommentar.

Um Völkerverständigung gepaart mit der Überlegenheit deutscher Innovationstechnik zu demonstrieren, habe ich 4 Südafrikanern, welche mit dem Motorrad hier sind eine Flasche Rotwein entkorkt. Leider gab es keinen german coffee, aber green war zum Glück vorhanden.

18.7.(D) Nkhata Bay - Mzuzu - Rumphi - Vwaza Marsh Game reserve

Als die Sonne am Horizont aufging musste auch Rene´ als angeblicher Malawikenner einsehen, das man auf der anderen Seite des Sees Land erkennen kann. Während ich ein frühmorgendliches Bad im Sonnenaufgang genoss, widmete sich Rene´ solch irdischen Dingen wie kackengehen und ähnlichem. Nachdem wir auch die Chefin des Hauses geweckt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um uns nach einer Mitfahrgelegenheit nach Mzuzu umzuschaun. Nach einem typischem Frühstück mit Plinsbrötchen und Coke bei 3 Grad nahm unser Charterbus punkt 8 die Fahrt auf. Wir mussten uns beeilen, da wir eine Terminfracht an Bord hatten. Rene´ saß ganz hinten auf einer riesigen Kiste mit Frischfisch, die pünktlich auf dem Markt in Mzuzu sein musste. So schafften wir trotz hoffnungsfähiger Überfüllung des Minibusses *siehe Fußnote (22 vollzahlende und 2 minderzahlende Passagiere +der erwähnten Kiste mit Fisch) die Strecke von Nkhata Bay nach Mzuzu in Rekordzeit. Am Vortag hatte uns Patricia versprochen, dass mein Gepäck am Freitag in Mzuzu landen würde. Da es am besten ist wenn so viel Leute wie möglich von zu lösenden Problemen wissen, machten wir diese Erkenntnis vom Vortag auch den Leuten vom Mzuzu International Airport deutlich. Zurück zum Busbahnhof erwischten wir gerade noch so den Bus nach Rumphi. Es bahnte sich an, dass wir ca. 2,5 h eher als planmäßig veranschlagt in Rumphi ankommen würden, So war es auch- also nahmen wir uns die Zeit für ein ordentliches Lunch im ersten Haus am Platz. Es gab Maisbrei mit Peri Peri Schweinestückchen. Nach einem Einkaufsbummel durch die Läden der Stadt enterten wir diesmal einen Sattelzug. Ich machte es mir zusammen mit einer schwarzen Frau im hinteren Teil der Kabine gemütlich, während der Fahrer den Schaltknüppel zwischen Rene´s Beinen hin und her bewegte. Die Fahrt ging durch Afrika wie  es mir aus den besten Afrikafilmen bekannt war. Gebeutelt von den Schlaglöchern der Straße sowie von dem Preis den wir für diese Strecke zahlen mussten (diese lag beim doppelten Preis der vorangegangenen km Gebühr) kamen wir 14.30 im Vwaza Marsh Gamepark an . Ich seh noch jetzt die Enttäuschung in Rene´s Augen – seine Dusche und sein Klo waren weggerissen und durch ein massives Sanitärgebäude mit Sitzklos in zentraler Lage ersetzt. Was solls, ich kam über seine Enttäuschung schnell hinweg. Schnell noch einen Führer mit Gewehr besorgt und auf ging es auf die Jagd nach Hippos, Elefanten, Impalas und anderen Tieren die wir nur aus dem Fernsehen kannten. Heute abend kochten wir selber. Es gab Weißbrot, von dem man so viel essen kann wie man will ohne satt zu werden und für jeden eine Büchse Thunfisch. Zum Abschluß des Tages gönnten wir uns ein paar german Coffees und eine Zigarre.

* Wie lange muß dieser Mensch (der Schreiber) eigentlich noch durch Afrika fahren, um von seiner erste Welt arroganten pseudorationellen Denkweise abzukehren. In hießigen Breiten wird die Weltformel anders definiert.

Fahrzeugkapazität = k*hakuna matata

k ist eine Konstante und entspricht maybe 

Durch Umstellung dieser Gleichung lassen sich auch die planmäßigen Ankunfts und Abfahrtszeiten ermitteln. Abfahrt ist wenn der Bus losfährt. Ankunftszeit ist wenn der Bus ankommt.

 

19.7.(R) Vwaza Marsh - Livingstonia

Als unser Guide Louis uns 6 Uhr zum Gamewalk abholte, war ich vielleicht schon eine Stunde wach, weil ich feststellte, dass ich für die Nachtkälte zu leicht nachtgekleidet war. Der aufgehenden Sonne entgegengehend, taten die ersten Sonnenstrahlen den erstarrten Glieder wohl. Man konnte fühlen, wie schnell es warm wurde. Nach dem anschließendem Frühstück und der Bezahlerei gings vor an die Straße. Während Daniel es sich im erste Klasse Bereich der hinteren Ladefläche bequem machte, stand ich vorn, mich mit einer Hand festhaltend, mit der anderen meinen auf dem Führerhaus liegenden Rucksack sichernd. Dadurch hatte ich keine Hand mehr frei, um zu winken. Von einem entgegenkommenden Auto kaufte unser Fahrer ein Reserverad. Dieses wurde auch kurze Zeit später schon benötigt, weil uns da nämlich ein Reifen wegplatzte. Um den nach immer spektakuläreren Motiven gierenden Fotoobjektiven gerecht zu werden, packte ich beim Reifenwechsel mit zu. In Rumphi angekommen versuchten wir einen Transport nach Livingstonia zu ergattern und speisten in unserem Rumphier Stammlokal zu Mittag. Schon bald wurden wir über das Zustandekommen der Mitfahrgelegenheit informiert. Die Fahrt ging los in einem entkerntem Ambulancefahrzeug. Zunächst entlang der M1 Richtung norden. Kurz nach Mister Ngomas Haus ( ja tatsächlich diese Atraktion, die seit Jahren auf den Tod wartete lebte noch) bogen wir links ab auf die alte Livingstonia Road. Die Fahrt durch diese bergige Landschaft des Nyikagebirges ist schon atemberaubend. Atemberaubend war auch der Lenkungsdefekt, den wir unterwegs hatten und der über eine Stunde Zeit in Anspruch nahm. Dennoch war’s eine schöne Fahrt und wir erreichten wohlbehalten Livingstonia. Dieser großzügig angelegte, kolonial geprägte Ort ist noch so wie ich ihn in Erinnerung hatte. Dasselbe trifft auch auf das Resthouse zu, in dem ich jetzt sitze und schreibe, schlicht aber gemütlich. Ein Stadtrundgang, dessen kultureller Höhepunkt der Museumsbesuch war, ausgestellt sind ein paar Exponate der ersten Missionare, vollendete den ereignisreichen Tag.

P.S. Auch wenn die Fahrt von Vwaza Marsh nach Rumphi unbequem war, so hatte ich phantastische Aussicht, viel Wind um die Nase und die Erkenntnis, dass der Afrikavirus, den ich mir irgendwann einfing immer noch in mir steckt. Da die Ladefläche 2 Wasungu, 17 Einheimische, 5 halbe Einheimische und ein Einheimisches Huhn beherbergte, kam auch in mir etwas wie Neid auf, hatte ich doch am Vortag einen Wasungu mit Fahrrad gesehen, der also sein Fahrzeug ganz für sich alleine hatte. Ich gestand dem Radfahrer zu, bei der Klassifizierung von Reisenden an vorderer Stelle zu stehen.

 

20.7.(D) Livingstonia

Heute wurden uns zum Frühstück drei Pancakes auf der Sonnenterrasse des Resthouse kredenzt. Die waren echt lecker und passten auch hervorragend zum Tee. Danach machten wir uns auf den Fußmarsch die Gegend zu erkunden. Unser Weg führte uns zu den Manchewe Falls , was soviel heißt wie Wasserfälle in der näheren Umgebung von Livingstonia. Als erstes stand die Besichtigung des obersten Absturzes auf dem Programm. Nach ein paar spektakulären Fotos, die den Wagemut der beiden Wasungus an der Kante in die Tiefe verdeutlichen sollte genossen wir den Ausblick des kleinen Ausflugslokals „Lovers Nest“. Der anscheinend immer höher steigende Zuspruch des Lokals bescherte dem Wirt mittlerweile eine ansehnliche aus festen Steinen gebaute Ausflugs und Erholungslokalität mit Bottlestore. Allerdings steht das Lokal zur Zeit leer. Ganz zum Ärgernis der japanischen Touristen, die hier bestimmt eine Menge Souvenirs gekauft hätten. Auf der Suche nach der Wasseraufpralloberfläche der Wasserfälle durchkämmten wir unerforschte Wanderwege, die auf keinem Fall europäischen Normen in Sachen Beschilderung und Abgrenzung entsprachen. Wir fanden zwar den unteren Teil der Fälle nicht, trotzdem fanden wir unseren Tanz rings um die Fälle richtig toll. Jetzt haben wir uns eine Coke verdient. Wir mussten allerdings anschreiben lassen, da wir nicht genug Kleingeld hatten. Das stellte jedoch kein Problem dar, da wir im benachbarten 3 Sterne Restaurant Lunch bestellt hatten und somit die Hoffnung auf Wechselgeld bestand. Nachdem wir gespeist und unsere Schulden beglichen hatten relaxten wir am Resthouse. Rene´ weigerte sich den wirklich höflich fragenden Kindern sein Hemd und seine Hose zu schenken. Es ist wirklich traurig, dass die Freundlichkeit und Warmherzigkeit der kleinen Malawier einfach nicht erwidert wird. Als die Kinder dann weinend und traurig ohne Schuhe hungrig, abgewiesen und von Rene´ mit der sarkastischen Bemerkung „good work“ nach hause geschickt wurden, widmete er sich seinen spielerischen Freuden und triumphierte auch noch über mich, als er mich mit seinem erfundenem Hombre-Spiel, bei dem die Regeln völlig undurchdacht und irreal sind, schlug. Völlig verständlich, dass dann Rene´ den Weg in die Kirche suchte. Doch die Kirche war wegen Ruhetag geschlossen. Pünktlich zum Duschen bei Tageslicht waren wir zurück zum Resthouse.

Der Strom war immer noch nicht da. Von Vincent erfuhr Rene´ absolute Neuigkeiten über seine Freunde in Chitimba , aber darüber wird er uns wohl morgen ausführlich berichten.

 

21.7.(R) Livingstonia - Chitimba

Die Kinder, die von mir am Vortag traurig und unbeschenkt nach hause designierten, lebten noch fröhlich, trotz gegenteiliger Ängste Daniels am Vortag. Vincent ließ sich nicht abwimmeln unser Guide zu sein. Auch unsere auf Glaubwürdigkeit beruhenden Schilderungen, dass wir in der Armee gedient haben und dort im Geiste Kongo-Müllers ausgebildet wurden, hielt ihn nicht davon ab sich als Schutz vor Räubern unentbehrlich zu machen. Selbst unsere Kampfeinsätze in Russland konnten ihn nicht beeindrucken. So zogen wir also los richtung Chitimba, uns gegenseitig vor wilden Räuberbanden beschützend. Unterwegs besuchten wir den Lukwe Permaculture Campground, eine Einrichtung die es erst zwei Jahre gab. Man kann hier sogar ein Zelt mieten, Speisen werden angeboten, Bier und die unvermeidliche Coke. Dieses running bussiness trug wahrscheinlich mit dazu bei, dass sich das in der Nähe befindliche Lovers Nest wirtschaftlich neu orientieren muß. Hier trafen wir die Neuseeländerinnen wieder, mit denen ich mich gestern klugscheißend unterhielt, was Daniel vergaß niederzuschreiben, genauso wie meine hochnäßig herabblickende Begrüßung zweier Jeep Safari Teilnehmerinnen. Kurz nachdem wir den Campground verlassen haben, gelangten wir an Bend 1, der ersten von 20 Serpentinen auf dem Weg nach Chitimba. Von Vincent erfuhren wir, dass Thomas einer meiner Freunde aus alten Afrikatagen im Knast sitzt. Tolle News. Da uns Vincent über viele Short Cuts kraxeln ließ, erreichten wir schon nach 3,5 Stunden Chitimba. Aus dem Florence Bay Resthouse hörte ich ein hallo Rene´. Es war Mike, der hocherfreut war mich wieder zu sehen. Er wusste meinen Namen (sogar den richtigen und nicht Otto) und wann ich hier war. Auch bestätigte er gleich den Abgang von Thomas und die dadurch hervorgerufene Bestürzung im Ort. O.B. wohnte nicht mehr im Florence Bay, sondern hatte sich etwas abseits ein Haus gekauft. Nach einem Strandausflug ging es zum Chitimba Beach Campsite. Gisa, Deutsche von Geburt und Ex Overlandtrucklenkerin war neu im Management und hatte dank ihrer Connections und Power dem Unternehmen einen Adrenalinstoß versetzt. Chalets wurden gebaut, Trucks machten regelmäßig Station und auch bei Backpackern stieg es in der Akzeptanz. Wohl auch zum Leidwesen von Mike. Der „runned by an Ashole“ Kommentar aus dem WOM Afrikaguide ist nicht mehr wirksam. Der Tag endete im Florence Bay Resthouse mit der Unterstützung der Initiative „Lets make Malawi alittle more green with green“.

comment of a local

Ist realy nice to see Rene´ with cousin for third time in Africa, specific in Malawi the warm heart of Africa, the origin of humanity. The cousin of Rene´ Dan is here for first time. The guys are just excellent. Daniel has lost his Backpack in Addis Abeba. He is gonna to get it from Mzuzu Airport. I feel so nice that some people know that Mike is living around. Its good that we are meeting each other and hope to be back sometime later.

With best wishes Mike.

 

22.7.(D) Chitimba

Auch Mike hatte die Nacht überlebt, was eigentlich am Vortag auf Grund seiner eigenartigen Zigaretten sehr in Frage stand. Also konnte auch an diesem Morgen die Küche wieder angesteckt werden. Dieser qualmende Sozialtrakt etwas abseits des Hauses war schon ein Foto wert. Da heute Samstag ist waren die Vorbereitungen für die Einnahme der Lariamtabletten im vollen Gange. Punkt 8.00 eine Stunde vor dem eigentlichem Lariamtermin war es dann soweit, ohne Hilfsmittel und Betäubung schluckten wir unsere Pillen zum Schutz vor der Seuche. Heute stand die Erkundung der Südvorstadt mit offiziellem Besuch des Post Office auf dem Programm. Den Postbeamten mussten wir mit 1,50 Kwacha bestechen, damit er unsere geschriebenen Postkarten nicht mit Briefmarken zuklebte. Mal sehen ob diese zusätzlichen Aufwendungen bei Rene´s Nachkalkulation anerkannt werden. In der Zwischenzeit ist unser Resthouse zu einem Auffanglager für Dahinsiechende geworden. Mike redete einer Amerikanerin der es nicht ganz gut ging ein, dass sie Malaria hätte. Also ging er mit ihr zum Medizinmann. Wir warteten in der Zwischenzeit auf die zwei anderen Amerikanerinnen, die von Rastalocke John begleitet wurden. Als letztlich alle beim Medizinmann waren, gingen wir mit unserer Schüssel voller Dreckwäsche an den Strand, um sie zu waschen. Ich kann noch jetzt den Duft von frischer reiner Wäsche und Rei in der Tube in der Nase riechen. Ein Hauch von Frühlingsluft zog über den Strand und die staubige Straße. Lunch war angesagt. Mike war zugedröhnt, Rastalocke hatte wohl wieder etwas zu rauchen dagelassen. Trotzdem brachte er noch ein anständiges Mittagessen zu stande. Danach schickten wir ihn erst einmal ins Bett. Die Geschäfte werden derzeit von James geleitet und wir waren ja auch noch da. Das für heute angesetzte Fußballmatch musste leider wegen der Beerdigung des Schiedsrichters ausfallen. Also sind wir gleich auf den Campingplatz gezogen, weil ich nach einem guten Kaffee die hiesigen Toiletten benutzen wollte. Eine Overlandbesatzung schlug gerade ihre Zelte auf. Die meisten von ihnen schienen dicke Südafrikaner zu sein, das heißt sie schienen Südafrikaner zu sein, dass sie dick waren sah man ja und dass denen das  Essen nicht reichte erkannte man daran, dass sie fast die Küche plünderten. Während ich das Africa Bac holte, um mich und meine Haare in Top Form zu bringen und den See ein wenig mit europäischen Chemikalien zu versetzen, enterte Rene´ eines dieser überall herumliegenden Baumstammboote. Doch er kam nicht weit. Schon bei der ersten Welle wurde er zum Gespött der Schwarzen aus dem Boot geworfen und an Land gespült. Währenddessen betranken sich im gleich neben unserem Resthouse gelegenem „Lusekero“ drei einheimische Polizisten. Höhepunkt des Animationsprogramms war die Verkehrskontrolle eines tansanischen Trucks durch eben einen dieser schwankenden Ordnungshüter. Die Vermutung lag nahe, dass irgendein Mangel am Truck zu einer Strafe von 75 Kwacha führen wird, um eine neue Runde Bier für drei Polizisten bestellen zu können. Zum Abendbrot haben wir uns heute Dinner bestellt – mal sehn was das ist. Ansonsten werden wir noch etwas für die Umwelt tun und ein paar „Green“ aus Pfandflaschen zu uns nehmen.

Chombe = Name des Tafelberges bei Chitimba

Chitimba= Kapstadt Malawis

(R)

Am Abend kam uns die Geschichte in Erinnerung, von dem Wasungu aus Deutschland, der in Afrika von seiner Freundin verlassen wurde. Er hieß Manfred, Karl,Gottfried oder so ähnlich, typisch deutsch auf jeden Fall. Aus Anlaß dieser Begebenheit wurde ein Hund nach ihm benannt. Bringt einem doch wieder zum lachen diese Geschichte, obwohl ich hoffe, dass niemals irgendwo in Afrika ein Hund nach mir benannt werden muß.

 

 

23.7.R Chitimba - Kasungu

Heute hieß es Abschied zu nehmen von Chitimba. Für mich immerhin schon zum dritten mal. Der Ort ist noch so schön, wie ich ihn kennenlernte, mit dem See, dem Strand, dem imposanten Blick auf das Bergland mit Mount Chombe. Der Campingplatz hat auch dank Gisa an Beliebtheit gewonnen. Negativ im Vergleich zu 97 schneidet leider das Florence Bay Resthouse ab. Keiner steht mehr am Busstop, um Backpacker zu empfangen. Die einstige Emsigkeit hat nachgelassen. Der mit Euphorie begonnene Neubau ist nur um ein paar Ziegelreihen gewachsen und steht nun da als Investruine. O B zog mit drei seiner ehemals vier Frauen in ein 10 km entferntes Haus. Ich habe ihn leider nicht angetroffen. Thomas sitzt im Gefängnis. Wisdom ist dieses Jahr von uns gegangen. Vielleicht hat er zu viel geraucht, oder der selbstgebrannte Cannabisfusel haut nicht nur Weiße um. Mike ist auch abgesackt.Beim Weg zum Busstop auf dem er uns schwankend begleitete stand er wieder unter Dampf, was auf die Dauer schlecht fürs Hirn ist. Ich verabschiedete mich von ihm mit den Worten, er solle aufhören mit rauchen, sonst wird er Wisdom folgen, worüber ich nicht happy wäre. Hoffentlich beherzt er es.

Wir nahmen den ersten Minibus nach Mzuzu. Der erste muß zwar nicht der beste sein, was allerdings auch nicht ausgeschlossen ist. Nach rascher Fahrt bei trüben recht kaltem Wetter erreichten wir Mzuzu. Wir ließen uns am Airport absetzen. Happy über die gewonnene Zeit liefen wir, das Rollfeld querend, zum gegenüberliegenden Flughafengebäude, was uns einen Anschiß des Sicherheitsbeamten einbrachte, denn übers Rollfeld latschen ist auf jedem Airport verboten. Die Happynes hatte ein Ende, als uns die Flughafenchefin weder den erwarteten Rucksack aushändigte, noch eine Auskunft über seinen derzeitigen Aufenthaltsort geben konnte. Telefon ging auch noch nicht, aber ein Telex wurde nach Lilongwe geschickt, auf dessen Antwort wir jetzt warteten. Und so warteten wir mit dir liebes Tagebuch und Carlsberg Green, welche hier für Airportverhältnisse erstaunlich billig war (25 Kwacha).

ZZU mein Lieblingsdreilettercode.

Da vier Telexe unbeantwortet blieben und auch die 15 Uhr Maschine von Lilongwe kein unbegleitetes Gepäck an Bord hatte, entschlossen wir uns nach Kasungu zu  fahren, um morgen auf dem Lilongwer Airport nach dem rechten zu sehen. Da wir erst spät losfuhren, erfolgte der Großteil der Fahrt im Dunkeln. In Kasungu checkten wir wieder im Mulungo Apatsa Motel ein, wo sich das Personal auch bald rührselig um uns kümmerte. Da es im Haus kein Bier mehr gab, begleitete uns ein netter Angestellter in einen Tanzschuppen, wo wir uns zwei Flaschen kauften. Er schien sich jedoch in der Atmosphäre nicht sehr wohl zu fühlen und so zogen wir wieder mit ihm gen Heimat, vorbei an den Spuren einer zu Ende gehenden Chibukuparty.

 

24.7.(D) Kasungu - Blantyre

Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Der heutige Tag wird wohl gar nicht so erwähnenswert sein, mal abgesehen von zwei kleinen Highlights. Das war erstens: Ich habe meinen Rucksack wieder und zweitens: Wir sind in Blantyre bei Doogles angekommen. Aber beginnen wir am Morgen. Nach einer ruhigen Nacht im wohl besten Zimmer des Resthouse sind wir aufgestanden, Wasser war diesmal da, dann ging es auch schon zum Busbahnhof. Ein gutes Frühstück aus der Hand, für fünf Kwacha pro Mann und die Fahrt konnte los gehen Nichts besonderes passiert. Der Bus raste mit beängstigender Geschwindigkeit Richtung Lilongwe- Rauswurf an der Flughafenkreuzung. Nach einigen hundert Metern zu Fuß, nahm uns jemand bis zum Airport mit. Am Airport angekommen hielten wir nach Patricia Ausschau. Doch hatte Rene´ nicht das Glück, seine Telefonfreundin persönlich kennenzulernen. Wahrscheinlich verlässt sie ihr Büro nur selten, was ja die Frage, wann geht ein Flug von Lilongwe nach Mzuzu, bestätigte. Wie auch immer, nach nicht langem Suchen im „Lost Luggage“ fanden wir meinen Backpack. Überglücklich und mit neuem Mut marschierten wir richtung Blantyre. Wir vergaßen sogar die örtlichen Toiletten des Flughafens zu benutzen und die so wichtigen Kwachas einzutauschen. Also noch mal zurück, bis es dann mit einem fast völlig leerem Minibus nach Lilongwe ging. In Lilongwe fielen wir wieder auf den Werbeslogan „Abfahrt in fünf Minuten, die Fahrt nach Blantyre dauert 3,5 Stunden „ herein. Na ja, der Bus fuhr ab als er abfuhr und kam an als er ankam. Die Fahrt nach Blantyre brachte nicht viel Spektakuläres. An jedem Stop wurden wir gefüttert und wir mussten uns einer Leibesvisitation ergeben, da wohl ein Mosambikaner frei oder in Rucksäcken verpackt herumlaufen soll. Angekommen im Dunkeln – da hab ich wohl die Wette verloren und muß alle 100 Bier, die wir heute trinken wollen bezahlen. Eingecheckt im Doogles, einem wirklich abgefahrenem Backpackers und warm geduscht. Jetzt trinken wir Bier und warten aufs Essen und freuen uns weiterhin an Afrika!

 

25.7.(R) Blantyre - Likhubula

Da Daniel wahrscheinlich die Fähigkeit abhanden gekommen ist, einen Rucksack zu packen, machten wir uns recht spät auf zu unserem heutigen Ziel.Eigentlich schade, dass wir nur eine Nacht im Doogles blieben, dem unmalawischstem Stück Malawi und einem der besten Backpackers, dies gibt.  Zunächst nahmen wir einen Minibus ins benachbarte Limbe, von wo aus die Busse richtung Süden starten. Daniel stellte sich betont ungelenkig beim Hantieren mit seinem Rucksack an, so dass die junge Schaffnerin ihm zur Hilfe eilen musste, was sie behände mit Eleganz und einem Lächeln tat. Von Limbe aus ging es per Minibus über eine fucking good tared road im TGV-Tempo nach Mulanje. Nach einem Frühstück in einer gemütlichen Restaurantbretterbude hatte ich dann auch die Peilung wiedergefunden. Zu Fuß ging es dann zurück ins eigentliche Mulanje, der Busbahnhof bildete zusammen mit der Bank und etwas Markt den getrennten kleineren Ortsteil. In Mulanje erhielten wir bald Gesellschaft von Aufen und Stuart, dessen Kopf von einer Chishangomütze beschattet war. Solch eine Mütze fügte ich auch gleich meiner Mitbringselliste zu, auf der schon so tolle Dinge, wie ein Bao Spiel, Surf Waschmittel, Musikkassetten oder Piri Piri Sauce standen. Nach kurzen Verhandlungen stand fest, dass Aufen unser Guide für die nächsten Tage sein wird. Auf einer LKW Ladefläche gings nach Likhubula und von dort zu Fuß zur CCAP Mission. Eine Übernachtung in Likhubula war recht teuer, im CCAP Hut aber recht billig (neuer Übernachtungstiefstpreisrekord), so dass wir uns entschieden eine Nacht unten und zwei oben zu verbringen. Erst einmal Quartier bezogen, kamen auch der auch der Reihe nach haufenweise Kinder vorbei, die um einen Kontrakt bemüht waren. James kam als erster und durfte daher unsere Wäsche waschen. In Mulanje hatten wir schon etwas Büchsenfutter und Ananas gekauft, da wir jetzt Selbstversorger waren. Den Rest, wie Brot, Eier und Margarine kauften wir auf dem örtlichem Markt. Auch wenn es etwas teurer war als unten im Tal, so taten wir doch wohl daran, dem örtlichem Gewerbe Impulse zu verleihen. Zu meiner freudigen Überraschung bot das einzige Restaurant am Platz auch Essen an, so dass wir noch einen verspäteten Lunch einnehmen konnten. Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Besuch des Pools, von wo aus sich die herrliche Bergwelt gut betrachten ließ. Das Wasser hier war gegenüber dem Malawisee eiskalt und ließ die Badezeit auf ein paar Minuten beschränken. Jedoch ist es ein tolles Gefühl, wenn dann einem die Sonne wieder wärmt, wenn man im Trockenem steht. Jetzt steht nur noch Ausruhen, Abendessen und Schlafen auf dem Programm. Morgen warten dann ein paar Stunden aufwärts auf uns.

 

26.7.(D) Likhubula - Mulanje Mountains

Das mit dem Badengehen am Morgen war wohl gestern eine Schnapsidee. Die Kühle des Morgens ereiferte uns nicht gerade in den kalten Pool zu springen. 7.30 hatten wir einen Termin mit unserem Guide. Doch wieso sollte in Afrika mal etwas pünktlich sein. Nach einer kleinen Ermahnung – man will ja immer ein bisschen erzieherisch sein – marschierten wir auf den Berg. Wir gingen auf Grund der besseren Trainingszeit am Vortag (Ankunft in Likhubula) mit einem vernachlässigbaren Vorsprung  vor den beiden Holländern ins Rennen. Der Weg war schwer und steil , man hoffte jede Kuppe wäre die letzte. Doch für alle Mühen wurde man reichlich belohnt. Die grandiose Landschaft der Mulanje Mountains entschädigte für Qualen, Leid und Strapazen. Am Vortag schien eine Dutch-Party im Hut gewesen zu sein. 13 Holländer kamen uns auf unserem Weg nach oben in größeren und kleineren Gruppen entgegen. 6,5 h wären die 13 gestern hier hochgelaufen. Nach reichlich 4 Stunden kamen wir am CCAP Hut an. Total kaputt lechsten wir nach unserem Lunch. Es gab Semmel mit Thunfisch und als Kompott wurde uns vom Hut Bewacher unsere Ananas mit der Machete geschält. Gesättigt und gestärkt schliefen wir ein. Durch das Eintreffen der beiden Holländer, 2h später als wir, wachten wir auf. Wir wollten ja keine Schwäche vortäuschen, den wir waren ja nun mal die Champs von diesem Aufstieg. Wir mussten also feststellen, dass Holländer prinzipiell langsamer sind als wir, was die 13 am Vortag vormachten, wurde von den beiden an diesem Tag bestätigt. Am Nachmittag machten wir uns noch auf, das Innere einer Wolke zu erkunden. Mit allen Tricks, die wir an der Front gelernt hatten, markierten wir den Weg, da wir unseren Guide zu Hause gelassen hatten. Wir waren aber auch wieder froh, als wir den wärmenden Kamin unserer Hütte erreichten. Es gab Abendbrot – Brötchen und Beef und wir starten gemeinsam in die Röhre.

P.S. Die beiden Holländer heißen Isolde und Peter und machen ein Jahr Urlaub von Holland.

 

27.7.(R) CCAP Hut

Hat Lance Armstrong eigentlich das gelbe Trikot bis Paris verteidigt? Gab es noch einen spektakulären Transfer in der Bundesliga, ähnlich dem von Möller nach Schalke ? Was machen Dax und Dow Jones ? Fragen über Fragen, die uns deshalb beschäftigten, weil wir untätig vorm Kamin sitzen. In der Nacht hat es öfters geregnet. Die Wolken hängen immer noch auf unserem Niveau. Wir warten auf Besserung, um aktiv werden zu können. Außerdem hoffen wir auf besseres Wetter für unseren morgigen Abstieg. Die Holländer, die mit in der Hütte wohnen, haben sich entschieden noch eine Nacht hier zubleiben und nicht wie geplant zur Chombe Hut zu laufen. Als sich das Wetter noch nicht entschieden hatte wie es werden sollte, fällten wir den Entschluß, die Nachbarhütte zu besuchen. Dem Vater  der modernen Grenzwerterfahrungssammlung Rüdiger Niehberg gedenkend , zogen wir hinaus ins unentschlossene Wetter. Aber die Sonne verwährte uns die Gelegenheit Grenzbereichserfahrungen zu sammeln, indem sie die Wolken durchdrang. Nach 1 h, 10 min Weg erreichten wir Lichenya Hut, welche gut besucht war. Die Hütte wurde nach einem Brand vor drei Jahren neu aufgebaut. Als Schlafgelegenheit dienen moderne Zelte. Neben der Hütte fanden wir ein Baospiel, was mir zum ersten mal wieder sie Gelegenheit gab das afrikanischste aller Spiele zu spielen. Mein Gegner war Aufen, der darauf brannte dem Wasungu eine vernichtende Niederlage beizubringen. Ich konnte jedoch seine Blitzkriegsstrategie vereiteln, so dass sich der Kampf am Baobrett in die Länge zog. Das von uns mit aller Raffinesse geführte Spiel zog auch bald eine große Fangemeinde an. Am Ende musste ich mich aus Gründen der mangelnden Spielpraxis geschlagen geben. Aufen fiel die Zentnerlast einer möglichen Niederlage von den Schultern. Pünktlich zur Mittagszeit waren wir wieder in unserer Hütte. Nach dem Essen streiften wieder die Wolken übers Plateau, was uns wieder in die kamingewärmte Hütte flüchten ließ. Ein paar Kartenspiele, die die Langeweile verdrängen sollten, verstärkten eher die Tristesse des Untätigseins. Gegen 16 Uhr schaute es besser aus, so dass wir zum Afternoonwalk aufbrachen. Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Viewpoint, welcher sich an der Kante des Plateaus befand. Hier befand sich auch der Anfang eines Wasserfalls. Der Blick auf die unter uns liegende Ebene war imposant und sorgte dafür, dass der heutige Tag nicht als verplempert  angesehen werde konnte. Als eindruckesvolles Naturschauspiel ließen sich über sie Kante fallende Wolken beobachten. Diese Wolken, denen wir fasziniert hinterher schauten kamen von einem sich auf dem Plateau befindlichen Wolkenteppich, der sich hinter uns hergeschlichen hatte. Der Heimweg brachte somit die am Vormittag vermissten Sammlungen von Grenzbereichserfahrungen und brachten das gute Gefühl für eventuelle Unannehmlichkeiten des Abstiegs trainiert zu sein.

 

comment of a local

Aufen Mishon

Recommended guide and porter from Likhubula. Trust him,he is one of the good boys, to takes you to everywhere yoe want. He knows more about mountains Mulanje.

 

28.7.(D) CCAP Hut - Mulanje

Der Morgen schenkt uns einen wolkenfreien Himmel, nur noch der Berg richtete seinen Schatten über uns. Aufen unser Guide musste morgens wieder angetreten werden, bevor er in die Gänge kam. Kurz nach halb 8 begann unser Abstieg mit dem steilen Aufstieg des noch schattigen Berges. Oben angekommen am höchsten Punkt unseres Abstiegs berührten uns die Sonnenstrahlen. Die Kälte des vergangenen Tages und der Nacht waren verschwunden. Der Abstieg ist zwar nicht so anstrengend wie der Aufstieg, trotzdem stellt dieses höchste Anforderungen an die Konzentration und das Material. Eine kleine Unaufmerksamkeit hätte einen Absturz und somit wahrscheinlich einige Knochenbrüche zu Folge. Ein Rudel von mindestens 25 freilaufenden halbwüchsigen weißen Südafrikanern kam uns an der gleichen Stelle entgegen, wo wir vor 2 Tagen die 13 Holländer auf ihrem Weg nach unten trafen. Die Südafrikaner waren führerlos und vielleicht auch Holländer. Danach ging der Abstieg ohne weitere Vorkommnisse zügig voran. Trotz schwerer Blessuren ging ich als zweitplatzierter und damit bester Weißer nach einer Zeit von 3:25:45 über die Ziellinie. Rene´ belegten knapp dahinter den letzten Platz. Damit wir nicht soviel an unseren Guide bezahlen mussten, musste ich meine lieb gewonnene Jeans Jacke in Zahlung geben. Es war kurz nach 11, wir hatten noch nichts gegessen, also war es Zeit sich ein Frühstücksbier in der Bar des kleinen Dorfes Likhubula zu gönnen. Gestärkt machten wir uns auf den zweiten Abschnitts unseres Marathonlaufes nach Mulanje. Die Hoffnung aufgebend, das irgendein Auto in unsere Richtung fährt, gingen wir halt zu Fuß.  Wir konnten nicht alle schwarzen Kinder und solche die es nicht waren überzeugen uns auf den langen Weg nach Mulanje zu begleiten. Also kamen wir, die letzten beiden Kilometer doch mit dem Auto fahrend auf dem Marktplatz in Mulanje an. Wie versprochen kaufte ich meinem Reiseleiter eine Tüte Chips, die er sich schon seit der Busfahrt von Blantyre nach Mulanje so sehnlich gewünscht hatte. Die Begrüßung im Chelidi Motel fiel relativ verhalten aus. Doch über das mitgebrachte Foto freute sich die  mit den Jahren ziemlich dick gewordene Receptionschefin riesig. Na ja wir kennen ja die Sucht der Schwarzen nach Pictures. Der kleine Stadtbummel endete in einer Straße, wo Kneipe an Kneipe, Restaurant an Restaurant diese säumten. Nach einer guten Tasse Tee in einem dieser Spitzenrestaurants – wir wollen mal nicht so auf den Pfennig oder besser gesagt die Tambala schauen – ging es zurück ins Motel. Wir freuten uns auf unser Abendessen. Der Koch war ganz erstaunt, dass wir Freunde der afrikanischen Küche waren und freute sich darauf für uns Nsima zubereiten zu dürfen. Rene´ sollte derweile zwei alkoholfreie Getränke von der Bar holen. Stattdessen brachte er zwei Bier und den dicken Gönner namens Raschid mit. Der war betrunken und Inder, aber auch Afrikaner großmütterlicherseits. Eigentlich wurden wir nicht schlau aus diesem Menschen, aber er bezahlte auch noch die nächsten beiden Runden Bier. Nachdem die Bar geschlossen war, machte er sich mit seinem ebenso betrunkenen Cousin – einer ziemlich jämmerlich aussehenden Figur – auf den Weg in die Bar des Nachbarortes.

 

29.7.(R) Mulanje

Der Tag begann recht trüb, was sich jedoch bald ändern sollte. Nur die nahen Berggipfel blieben in Wolken gehüllt. Auf dem Veranstaltungsplan des heutigen Tages stand der Besuch der Teefabrik, zu der wir erwartungsfroh marschierten. Mulanje liegt inmitten eines Teeanbaugebietes Der Arbeiterabtaster am Tor verwehrte uns jedoch den sofortigen Zutritt. Auf seine Weisung hin nahmen wir Platz und warteten auf den zuständigen Wasunguherumführer. Nach ein paar Minuten kam ein Verantwortlicher der Geschäftsführung, um uns mitzuteilen, dass Führungen nur nach vorheriger Absprache möglich sein. Da dies nicht der Fall war, stehe heute kein qualifizierter Guide zur Verfügung. Vielleicht waren auch die Spinte nicht ordnungsgemäß aufgeräumt. So verging der restliche Morgen recht ereignislos, indem wir die schöne Landschaft besichtigten.

Nach dem Mittagessen einschließlich Somosas zum Nachtisch besuchte ich einen Friseursalon mit Spiegel. Mir gelang es, den Meister zu überzeugen, mir meinen konservativ europäischen Haarschnitt zu belassen und nur etwas zu kürzen. Auch wenn Afrolook angesagter und zudem noch billiger ist hatte ich an der getanen Arbeit des Meisters nichts auszusetzen. Als Ausgleich für die entgangene Teefabrikbesichtigung war Orginal Reisen sofort bemüht einen anderen Knüller ins Tagesprogramm zu integrieren. Mit unserem Sponsor Coca Cola wurde vereinbart ein Turnier für Fußballnachwuchsmannschaften zu veranstalten. Im Parkstadion von Mulanje fand das Regionalfinale zwischen Blantyre und Moluza statt. Für die ersten Höhepunkte auf dem Spielfeld sorgte der Schiedsrichter, der im Mittelkreis stehend, regelmäßig in seine Pfeife blies. Rings herum um ihn tat sich wenig. Nach dem dritten Pfiff machten sich Spieler einer Mannschaft mit albernem Getänzel warm. Von einer zweiten Mannschaft war nichts zu  sehen. Einen zweiten Pfiff des Schiedsrichters, der bis dahin eine fehlerfreie Leistung bot, nahmen wir zum Anlaß das Stadion zu verlassen und in einem nahegelegenem Restaurant Tee und Sandwichs zu uns zu nehmen. Als wir zurückkamen hatten sich die Ereignisse überschlagen. Der Schiedsrichter war nicht mehr auf dem Spielfeld und das Aufwärmprogramm war zu Ende. Plötzlich liefen von der entgegengesetzten Seite doch tatsächlich zwei Mannschaften aufs Spielfeld und postierten sich vor der Tribüne. Der Stadionsprecher ergriff das Mikrofon und ließ jeden der anwesenden Offiziellen ein paar Worte sagen. Danach ging es los. Die Mehrzahl der Zuschauer unterstützte das favorisierte Blantyre, in dessen Reihen sich laut Auskunft meines Nachbarfans ein U17 Nationalspieler befand. Wir unterstützten Moluza, in dessen Reihen sich einige Barfüßler befanden. Die weiteren Anhänger Moluzas machten ihre numerische Unterlegenheit dadurch wett, indem sie alle fünf Minuten eine Welle durchs Stadion schwappen ließen. Aber alle Anstrengung half nichts. Blantyre ging verdient in Führung. In der zweiten Halbzeit brachte ein Strafstoß, den der Linienrichter mit seiner Jacke winkend anzeigte das Vorentscheidende 2:0. Wir verließen das Stadion Richtung Chelidi Motel. Die Sensation blieb leider aus. Jetzt gibt es Dinner, ChickenCurry und Nsima. Auf dem Abendprogramm steht dann wahlweise Hotelpavillonbar, Chibukuladen, Kino oder Entertainmentcenter. Da Rashid heute kein Bier spendierte und auch sonst einen reumütigen Eindruck machte strichen wir die Pavillonbar aus dem Abendprogramm. Rashids Cousin hatte derweil Mühe, das Zimmer das er mit der Dame seines Herzens betreten hatte, zu verschließen. Zum Ärger des Reinigungspersonals entglitt ihm auch noch seine Bierflasche aus den Händen. Gestern handelte er klüger, als er erst die Dame ins Zimmer einschloß und dann Bier trinken ging. Da das Kinoprogramm auch nichts Erquickendes versprach, entschlossen wir uns dem angesagtestem Chibukuladen der Stadt einen Besuch abzustatten.

Den Leuten, die wir dort antrafen, war anzumerken, dass sie diesen Entschluß schon eher fassten. Die Literschachtel Chibuku kostete 18 Kwacha und war somit recht preiswert. Während ich den Karton in vollen Zügen genoß verweigerte Daniel die Nahrungsaufnahme fast vollständig.In Aussehen und Geschmack stand das Getränk den uns gewohnten Getränken ein klein wenig nach. Uns verwöhnte Wasungus zog es dann doch wieder in unsere Pavillonbar. Dort entdeckte ich den praktisch in kleinen Beuteln verpackten Zuckerrohrschnaps, der die Chibukugährung zu stoppen half. Ein Green sorgte dann auch wieder für zivilisierten Zustand in der Speiseröhre.

 

comment of a local

Comment for Chelidi Motel

It is about 1,5 km from Mulanje Boma. Near to Chitakale Trading Center. Custumers like it and it is aclean place. People working there are friendly to customers. They keep clean and wash bedsheets in every room every days. Customers like meals they have and we have quick and experienced cooks. The motel has 22 rooms, 15 rooms with shared baths and 7 rooms are selfcontained. Customers from all over the world like Chedidi motel, even people from Germany because it has good recommendation.

 

30.7.(D) Mulanje – Liwonde

Ich war froh als mein Reiseleiter aufwachte. Die ganze Nacht hatte ich mir Sorgen gemacht, welche Wirkung die einheimischen alkoholischen Getränke auf das zentrale Nervensystem sowie auf die physische Stabilität haben. Es schien alles in Ordnung, wir konnten frühstücken. Full Breakfest, obwohl nicht bestellt war angesagt. Wie konnte ich auch etwas anderes bestellen? Zum Frühstück gibt es Breakfest wie in anderen Ländern auch. Das relativ zeitige Eintreffen eines großen und vor allem leeren Überlandbusses versprach einen guten Start per public transport in Richtung Liwonde NP. Doch dieser Bus war wohl der Lumpensammler Malawis. Fast jeden Kilometer stoppte der Bus und tauschte jedes Mal eine größere Stückzahl Mitfahrende, die am Ziel des Sonntagsausflugs waren und Wartende die mitfahren wollten. Unser Plan, gegen 9 in Limbe zu sein und den nächsten Transport Richtung Zomba oder weiter zu nehmen scheiterte kläglich. 10:30 erreichten wir Limbe und machten uns auf die Suche nach unserer Umsteigegelegenheit. Es schien als könne man von Limbe nur nach Blantyre kommen, bis wir in die Straße einbogen, die für Transportmöglichkeiten in Richtung Cape Maclear reserviert war. Ein Minibus war abfahrbereit, doch Rene´ saß nicht bequem und ein Schwarzer konnte sich das Leiden des Rene´ nicht länger ansehen und empfahl uns den nächsten, einen größeren und luxuriöseren Bus zu nehmen. Eine gute Wahl, denn die Fütterung der in diesen Bus sitzenden durch die markttreibende Jugend auf diesem Busbahnhof war durch die zu öffnenden Fenster wesentlich leichter. Durch die rasante und direkte Fahrt nach Cape Maclear fast ohne Stop konnte der verbummelte Rückstand des Morgens fast wettgemacht werden. Diese Tatsache stellte uns jedoch vor die Entscheidungsfrage, ob ein Weiterkommen kurz vor Ankommen Sinn oder Unsinn wäre. Wir entschieden uns für letzteres und ein Verweilen im Örtchen Liwonde. Ein ordentliches und trotzdem preiswertes Resthouse war schnell gefunden.

Bei einer Ortsbesichtigung fanden wir ein Ausflugshotel der 5-Sterne-Kategorie mit phantastischem Blick über den Shire River. Die Tourismusminister der afrikanischen Staaten tagten am runden Nachbartisch und diskutierten, wie Bilharzerose verboten werden kann. Der Kellner gab vor, nicht wechseln zu können und unterschlug uns 6 Kwacha. Es war Zeit zu gehen. In der Bar unseres Resthouses fand sich auch wieder ein Sponsor, der uns bei der Aktion „Grüner unser Malawi“ unterstützte. Rene´ bewieß wieder einmal allen Schwarzen, das er mich im Bao Spiel besiegen kann. Nach dem Duschen gab es Dinner. Zur Abwechslung aßen wir heute mal Nsima und Chicken, ganz was anderes. Unser Freund der Gecko aß Kakerlake und wir konnten diesem phantastischem Naturschauspiel über Fressen und Gefressen werden direkt neben der Speisekarte an der Wand beiwohnen.

 

31.7.(R) Liwonde - Ulongwe - Mvuu Camp - Ulongwe - 5km vor Mangochi - Mangochi - kurz vor Monkey Bay-Chembe 

 

Angesteckt von der Geschäftigkeit der anderen Motelbewohner, die schon frühzeitig mit Hofkehren und anderen Aktivitäten begannen, starteten wir frühzeitig in den Tag. Mit einem fast leerem Minibus ging es nach Ulongwe. Dort warteten bereits die Leute vom Fahrradshuttleservice auf uns . Da die Sonne noch nicht ihre volle Kraft entwickelt hatte, machte sich der 15km Ritt auf den Fahrradgepäckträgern weniger strapaziös als erwartet. Der Weg führte uns durch ein paar kleine Dörfer, wo uns der schon zur Vertrautheit gewordene „Wasungu“ Ruf aus den Kehlen der Nachwuchsneger 100 fach entgegenschallte. Vom Parkeingang bis zum Fluß waren es dann noch mal 1km Fußmarsch. Viele Elefantenhäufen kündeten schon hier vom Dickhäuterreichtum des Parks. An der Fährstation angekommen, erlebten wir das seltene Schauspiel eines kormoranfressenden Krokodils. Der Appetit des Reptils machte auch uns Appetit auf die andere Flussseite. Hier wollten wir nun die Pfade des wahren Backpackertums verlassen und uns am Luxus des Vorzeigecamps ergötzen. Aber die Götter des Budgettravelings missbilligten unser blasphemisches Sinnen. Über Funk erfuhren wir von der Rezeption, dass Mvuu Camp total ausgebucht sei. Wir setzten trotzdem über den Shire River, um zu sehen, was sich machen ließe. Im Mvuu Camp gab es als Getränk zur Begrüßung ein Begrüßungsgetränk. Das Camp war wirklich bis zum letzten Platz ausgebucht und es wurde nichts mit dem Campen im Hippofreigehäge. Ein Bootstrip auf dem Shire River und eine Teilnahme am Lunchbuffettellermitspeisenvollmachunddannalleamtischsitzmittagessen wurden gebucht. Das erste erwies sich als vollkommenes Highlight. 2 Stunden auf dem Fluß mit ständigem Gamewatching. Mvuu Camp machte seinem Namen alle Ehre.  Elefanten. Krokodile, Waterbock, Kudus und viele zum Teil endemische Vögel ließen sich außerdem beobachten. Daniel schien für diese Darbietungen der Fauna nichts übrig zu haben, den er hielt sich ständig einen seltsamen Apparat vor Augen, den er von Zeit zu Zeit merkwürdige Klick und Summgeräusche entlockte. Essen war auch lecker. Die Götter des Budgettreveling zürnten noch immer und hatten keine Cancelation der seit 6-10 Wochen vorliegenden Übernachtungsreservierungen zugelassen. Statt Mittagsbettruhe hieß es jetzt 16km Fußmarsch zurück zur Straße. Ich empfand dies als gerechte Strafe für unser blasphemisches Sinnen und war bereit Buße zu tun. Daniel schien wohl nicht dazu bereit zu sein, klagte an  der Rezeption, so dass ich mich seiner schämen musste. Nach einem halben km Fußmarsch kam jedoch schon das erste Fahrzeug, ein Auto der „Schützt die Kinder Organisation“, das uns einsteigen ließ und mit bis zur Straße nahm. Kaum dort angekommen kam auch schon ein gut gefüllter Minibus der richtung Mangochi fuhr. Als eindrucksvolles Afrikabild erhaschten wir noch eine fahrradfahrende Ziege. Dann gings schon los. Die Götter des Budgettravelings schienen uns wieder wohlgesonnen. Was nun folgte war Speedbackpacking der Extraklasse. Der Minibus brachte uns bis etwa 5km vor Mangochi, da war dann das Benzin alle. Ein Transporter nahm jedoch unseren Mann aus der Aralwerbung und ein paar Reisende inklusive uns mit bis zur Tankstelle. Auch hier wechselten wir sofort das Transportgerät und stiegen in einen Minibus nach Monkey Bay. Noch vor dieser Stadt stoppte unser Schaffner einen entgegenkommenden Transporter, der eine Ladung frischer Wasungus nach Cape Maclear karrte und übergab ihm seine weiße Fracht. Etwas kaum für möglich gehaltenes schien sich zu ereignen. Noch heute sollten wir den mir bei Doogles ins Auge gefallenen Auftrag zur Rettung Chembes nachkommen. Der Transporter schien im Auftrag vom „Fat Monkeys“, einer neuen Unternehmung am Ende des Dorfes unterwegs zu sein. Hier lud er die meisten Wasungu ab. Wir entschieden uns aber für Emmanuels Campsite, mit dem ich schon vor drei Jahren gute Erfahrungen gemacht habe. Die Sonne war schon untergegangen, als wir das Ziel erreichten. Um so überraschter war ich mit den Worten „Welcome back“ begrüßt zu werden. Nixon, jetzt 14jährig hatte mich tatsächlich wiedererkannt. Freudig wechselten wir erste Worte. Eingecheckt war schnell, nun hieß es auf Nahrungssuche zu gehen. Obwohl schon dunkel, meinte ich zu erkennen, dass sich in den letzten drei Jahren nicht viel geändert hat. Ein paar Businesses mehr, der Charakter Chembes, einer speziellen Mischung aus ursprünglichem Fischerdorf und Backpackerfreigehege war noch vorhanden. Ein kleiner Junge führte uns ins Home of the Pizza, einer Unternehmung seines Vaters. Die Auswahl aus dem reichem Angebot wurde uns dadurch erleichtert, da selbstverständlich nicht alles da war. Nach uns kommende Holländer hatten es noch einfacher. Die uns dann servierte Pizza schmeckte lecker und auch „Green“ hatte Charakter und Geschmack nicht verändert. So ging dieser ereignisreiche Tag zu Ende, der mir die Rekordzahl von über drei Tagebuchseiten entlockte.

 

1.8. (D) Chembe

 

Es war ein guter Morgen an diesem Dienstag den 1.August. Die Sonne schien, der Himmel war blau, der Campingplatz wurde gerade gewalzt und gefegt, Emmanuels machte auch bei Tageslicht einen guten Eindruck. Auf dem Weg zum Frühstück werden wir im Dorf von zahlreichen freundlichen Kinderstimmen euphorisch mit den klanghaften Begrüßungsworten „Wasungu“ willkommen geheißen. In der zukünftigen Tschibofiliale von Chembe gab es frische Semmeln und eine Tasse Tee zum Frühstück. Beim anschließendem Dorfbummel wurden die ersten Kontakte zum souvenirhandeltreibenden Gewerbe geknüpft. Zum Geschäftsabschluß kam es jedoch noch nicht. Da der Vormittag noch jung und unsere Kräfte noch nicht erschöpft waren, beschlossen wir den naheliegenden Nkhuguni zu besteigen. Ein Berg, der zu den gefährlichsten und heimtückischsten Mountains gehört. Unzählige Touristen, selbst erfahrenste Bergsteiger, die es wagten den Berg zu besteigen, bezahlten dies mit ihrem Leben. Einmal vom Weg abgekommen, finden nur die wenigsten eine Chance ihr Leben aus den Fängen des Berges mit seinen tödlich wirkenden Kletten, unüberwindbaren Abgründen und menschenfressenden Monkeys unter der Glut der afrikanischen Sonne zu retten. Die Gräber am Fuß des Berges sprechen für sich, konnten uns aber nicht abhalten die Schwelle zwischen Leben und Tod zu überschreiten, um mit primitivster Ausrüstung den Gipfel des Nkhuguni zu erklimmen. Trotz der mahnenden Gräber ereilte meinem Reiseleiter der Wahn von unnachahmbaren Taten, wich vom rechten Weg ab und als ob es noch nicht genug wäre, wurde die treue Gefolgschaft seines ersten und einzigen Kunden ausgenutzt, um auch ihn – das heißt also mich – in den verhängnisvollen Kampf ums nackte Überleben zu verstricken. Erst nach einer knappen Stunde und nur mit meiner Fähigkeit, unseren Ausgangspunkt des verhängnisvollen Abkommens vom Weg  zu finden, gelang es uns den Rückweg wieder anzutreten und über die Schwelle ins Leben zurückzukehren. Wir hatten wirklich Glück gehabt, die Götter des Budgettravelings standen uns diesmal noch zur Seite. Aber welch hohen Preis hätten wir bezahlen können für einen zwar phantastischen aber letzten Blick auf Chembe. Nach dem Erfrischungsbad im Lake Malawi nahmen wir unser Mittagessen im unweit von unserem Camp gelegenem Restaurant mit Bar ein. Henry der Barkeeper klagte uns sein Leid als armer Neger, der von einer eigenen Bar in der Hauptstadt träumte. Unterdessen vertiefte ich meine Handelsbeziehungen mit den Souvenirverkäufern. Ein Happy Hippo wird wohl mein neues Haustier werden. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung der Reisenden. Während der Reiseleiter den ganzen Nachmittag schlief, nutzte ich die Möglichkeiten des Sees, um sportlich aktiv zu werden. So verging der Nachmittag. Das Happy Hippo und ein hölzerner Fischer wurden zu meinen Füßen niedergelegt. Ich musste nur noch bezahlen. Auch Rene´ ließ sich vom Kaufrausch anstecken. Nach zähen Verhandlungen waren wir um ein Nilpferd (10kg), einen Fischer, 2 Kerzenständer, 10 Postkarten sowie Salz und Pfefferstreuer reicher und um 1770 Kwacha und zwei T-Shirts ärmer. Die Sonne ging unter und uns erwartete Nixon am Lagerfeuer. Er bereitete uns Essen, das nach dem üblichem Nachwürzen auch richtig gut schmeckte. Danach erwartete uns Henry in seiner Bar und so verging ein aufregender und wunderschöner Relextag am Malawisee.

 

2.8.(R) Chembe

 

Nachdem selbst geringfügig vom Relaxbegriff abweichende Anstrengungen am Vortag bei einigen Reiseteilnehmern Panik, Halluzinationen und Schwindel hervorriefen, wurde vereinbart das Tagesprogramm nochmals um ein paar Level niedriger anzusiedeln. Nach dem Frühstück in der Bäckerei und einem kurzen Bad ging es daran das Dorf in seiner ganzen Länge zu durchwandern. Dabei wollten wir neu entstandene Beherbergungsbetriebe erkunden. Auf dem Weg traf ich Griba, einen Maler bei dem ich eigentlich für heute einen Termin hatte. Er gab mir jedoch zu verstehen, dass mein Auftrag zurückgestellt sei, da er heute einen Sechsmanngroßauftrag zu bearbeiten hätte. Recht weit entfernt von den ursprünglichen Wasungu Beherbergungs- und Fütterungsstätten war vor zwei Jahren das „Fat Monkeys“ entstanden. Der Barmann erkannte meine Visage wieder. Er hatte vor drei Jahren im Restaurant vom Gap gearbeitet, einer Institution die es leider nicht mehr gibt, hatte ich mich doch so auf ein T-Boone Steak gefreut. Immerhin war das schon der Sechste, der mich wiedererkannte. Das selbstgesteckte Ziel von 10 Wiedererkennern schien nun wieder erreichbar. Nach den Ausfällen von Chitimba, wo OB, Thomas und Wisdom aus verschiedenen Gründen keine Gelegenheit hatten mich wiederzuerkennen war das gar nicht so klar gewesen. Vom „Fat Monkey“ ging es größtenteils am Strand entlang an der größten Fischereikooperation des Ortes vorbei zur Chembe Lodge, welche mit luxuriösen Zeltunterkünften ausgestattet ist. Am Strand lagen Segelboote, was auf mehrzahlungswilligere Kundschaft schließen ließ. Trotzdem nichts für mich, denn ich bin kein Mann für eine Yacht. Der Rückweg führte die Straße entlang, durchs Geschäftsviertel der Eingeborenen. Ein ehemals als Bus genutztes Stück Rost zierte den Dorfanger. Mittagessen gabs im Ritz, vorgestern noch fälschlicherweise von mir als Pizzeria bezeichnet. Reis mit Sausage und Sauce stand auf unserem Ernährungsplan. Der Anblick einer unserer Tischnachbarinnen, einer Zweizentnerwasungu brachte wahrscheinlich Daniel auf den genialen Gedanken, bei einem vorbeieilenden Coppenrath und Wiese Lieferanten  zwei Stücken Schokoladenkuchen zu ordern. Dazu eine Tasse Kaffee vollendeten die Fettlebe. Der Nachmittag plätscherte vor sich hin, wie wir von Zeit zu Zeit im See. Fürs Abendessen hatten wir schon bei Nixon bestellt. Am Nachmittag erhielten wir Besuch von Jefferson Gulo, Künstler und Begründer des Grünen Punkt Chembe. Er erklärte uns, wie man Chibukukartons recycelt und daraus Postkarten macht. Angetan von seinen Schilderungen kauften wir noch mal für 100 Kwacha. Am Abend kam Martin von der Insel zurück, wo Emmanuel noch ein Campsite betreibt. Er war der siebte Wiedererkenner. Am Abend war von Nixon zu erfahren, das der simbabwische Betreiber des Gap weder Miete noch Steuern bezahlte und daher das Weite suchen musste. Wehmut trat ein als meine guten jahrelang dienstbereiten Sandalen ein letztes mal fotografiert wurden. Sie sollten in Chembe bleiben.

 

comment of a local (Martin)

Emmanuel is a place where people and tourists enjoyed more then at other places. Visitors were enjoyed with cold drinks and barbecue on the beach. Enjoy the sunset at the beach, Emmanuels is rely safe. There are a couple of boys which are helping Mr. Emmanuel to run the place. Their names are Martin, Choise, Kanary, Bless Shawn and Dougles. You are all welcome at these place. Enjoy yourself and tell others about these good news here in Malawi. Good wishes to all backpackers and cartravellers by Martin.

 

comment of a local (Freddy)

Comment for Emmanuels

These is a very good place. You will tell your friends about Emmanuels and the people which works here. They are good boys and can do everythink for you what ever you want to do. They can look for your thinks when you are at the bar. Here is also a watchman whos watch for every thinks at Emmanuels. I can also take you to the island for snorkeling. You are going to see nice fishes. You can also bay beer from Emmanuels. Thank you in advance for yoar comments for Emmanuels. You are welcome back

 

comment of a local (Nixon)

Good news. Welcome to the beach. Good entertainment in Cape Maclear. Barbecue at the beach, a speciality I do for you. I cook food at the beach, I also take people out to the island, I also take them for hiking. You are welcome by Nixon Chabinkoni and Fredi Wabi. Here is no robber and no thive, you can also walk at night. If you want anythink to be done, than you can ask for Nixon and Fredi. You cant miss us, we are near to Emmanuels Campsite.

 

3.8.(D) Chembe - Mangochi

Die Nacht war stürmisch, wettertechnich jedenfalls. Aber wie es für diesen Ort in Malawi typisch ist, legt sich der nächtliche Sturm in den frühen Morgenstunden plötzlich. Somit war der Morgen wieder wunderschön. Das Abschiedskomitee nahm Stellung und jeder verabschiedete sich von uns mit dem ziemlich komplizierten Negerhandschlag. Beim Bäcker war heut ziemliche Flaute, es gab keinen Tee und wir konnten uns nur drei Semmeln leisten. Ein Pick up nach Monkey Bay war schnell gefunden. Doch zum Unmut des Besitzers füllte sich die Ladefläche nur spärlich. Das war wohl auch der Grund, dass der Pick up in der ersten Stunde als Stadtlinie zwischen Ober und Unterdorf pendelte. Nachdem wir das Dorf an allen Stellen zweimal passierten ging die Fahrt endlich richtung Monkey Bay. Ähnlich wie zwei Tage zuvor erreichten wir das Ziel jedoch nicht, denn schon nach wenigen Metern Fahrt auf der Hauptstraße kam uns ein Minibus in Richtung Mangochi entgegen, der uns auch gern mitnahm. Außer das wir wieder einmal ganz vielen Holländern begegnet sind, gab es von der Busfahrt nichts zu berichten. Wir erreichten Mangochi noch vor dem Mittag. Das von meinem Reiseleiter bevorzugte Resthouse, welches ihm von seinen früheren Reisen wohlwollend in Erinnerung war, erreichten wir schnell. Doch zum Entsetzen meines Reiseleiters hatte sich hier fast alles verändert. Der Besitzer hatte gewechselt, keine bekannten Gesichter waren zu sehen und auch sonst ist alles ziemlich heruntergekommen. Das Personal verstand kein Wort englisch, somit war es aussichtslos irgendetwas über das Verbleiben der Vorbesitzer zu erfahren. Eine bittere Pille für Rene´ , dabei war er guter Hoffnung, denn immerhin kam aus Mangochi die einzige Rückantwort. Wir machten uns also auf die Suche nach einem anderen Resthouse. Der Ort ist sehr großzügig angelegt. Was eigentlich den Reiz dieses Städtchens ausmachte, wurde mit vollem Gepäck, der glühenden Sonne, dem Frust über den Niedergang des erhofften Resthouses und dem drückenden Nilpferd im Rucksack langsam aber sicher zur Strapaze. Nach zwei weiteren Resthouseentäuschungen und einer sehr langen Durststrecke ließ ich mich in einer Eisbar nieder und bewachte unser Gepäck. Rene´ machte sich unermüdlich auf die Suche nach einem ordentlichen Platz zum Schlafen, Duschen und Kacken. Erfolgsversprechend kam er nach einer knappen Stunde zurück in die Eisbar. In einem Chishango-Resthouse hatte er zwei Doppelzimmer vorreserviert. Wir zogen ein und nach einer zehnminütigen Pause machten wir uns auf den Weg in die Postafrice, um unsere letzten Grüße in die Heimat zu senden. Ein scheinbar wohlhabender Schwarzer, bot uns an in seinem Mercedes mitzufahren, da er wohl den gleichen Weg hatte. Er müsste nur noch mal vorher tanken, womit wir kein Problem hatten. Doch entweder war er ein unbeliebter Kunde oder es gab an zwei Tankstellen wirklich kein Benzin. Es wurde also wirklich knapp mit seiner Benzinreserve – bloß gut, dass es beim dritten Versuch klappte. Das musste unser Driver ausnutzen und bestellte 5 Liter, die wir dann bezahlen sollten. Da wir jedoch keinen Grund dafür sahen, mussten wir aussteigen und zu Fuß weitergehen. Wir erledigten unsere Postgeschäfte, wobei sich wieder einmal das Telephonieren in Malawi als richtiges Problem darstellte. Um unseren Rückflug zu bestätigen, mussten wir wieder ein extra dafür eingerichtetes Telecommunicationcenter nutzen, wobei auch dies ein ergebnisloser Versuch blieb, den angeblich haben sich alle Telephonnummern in Lilongwe geändert und die neuen Nummern seien noch nicht im ganzen Land bekannt. Ich besichtigte derzeit eine Großbaustelle. Die Japaner hatten die Idee, die über den Shire verlaufende Brücke wegzureißen und einen Brückenneubau zu bezahlen. Somit bekam die deutsche Spezialbaufirma Bauer einen lukrativen Auftrag. Von Kollege zu Kollege unterhielt ich mich am Bauzaun fachmännisch mit dem österreichischem Bauleiter über das Projekt. Nun war es aber wirklich Zeit zum Lunch. Wir fanden ein nettes Restaurant. Doch scheinbar verstand auch hier der Kellner kein englisch, denn dass wir Essen bestellten hat er mit einer freundlichen Geste erwidert, aber Lunch wurde weder zubereitet noch serviert. Also gab es Chips an der Imbissbude. Da der Reiseleiter heute etwas schwächelte, brachte ich ihn zu Bett. Ich besuchte nachmittags daher allein das Eiskaffee, wo ich die Dicke vom Vortag wiedertraf. Dem Rene´ ging es nach dem Dinner in einem guten Restaurant, welches sogar mit einer Mikrowelle ausgestattet war, und nach vielen Tassen Tee ein wenig besser, trotzdem ging er schon bei Zeiten zu Bett, während ich in dieser Bar bei dem verrücktem Kellner sitze und bei eins/zwei guten Carlsberg Spezial Brew das Tagebuch für den heutigen Tag beende.

 

4.8.(R) Mangochi

Nachdem ich den Sonnenstich, den manche Leidensgenossen ein Leben lang mit sich herumschleppen binnen 24 Stunden wieder auskuriert hatte, konnte ich heute wieder mit 100% Leistungsfähigkeit ans Werk gehen. Nach dem Frühstück gings zur Bank Geld tauschen. Ein freundlicher Mitarbeiter in korrektem Dienstanzug wies die Leute zum richtigen Schalter. Hier auf der Bank war nichts zu spüren von „Thinks are changing last 3 years“. Anders im Telecommunicationbureau, wo festgestellt wurde, dass die neue Lilongwer Telephonnummer out of order sei. Kultureller Höhepunkt des Tages war der Besuch des Museums. Eintritt war frei. Zu sehen gab es einige ausgestopfte Tiere, ein paar Exponate zur Geschichte, Maschine und einige Instrumente der Gwendolen, sowie in der Aquarienabteilung dreckige Gläßer, hinter denen sich Fische vermuten ließen. Als nächstes überquerten wir den Shire und betrachteten nochmals die Großbaustelle. Nächster Programmpunkt war der Besuch des Marktes, wo ich drei Musikkassetten erstand und die Herstellung von ein paar Sandalen in Auftrag gab. Im Southern Bottlers Depot der Stadt bekamen wir ein paar Coca Cola Poster geschenkt, die erhofften Flaschenöffner waren jedoch nicht auf Lager. Fürs Mittagessen entschieden wir uns für unser Lieblingsrestaurant. Die Hoffnung nicht aufgebend doch noch ein paar Bekannte zu finden, besuchte ich den neben dem Restaurant befindlichen Kosmetikshop und tatsächlich erkannte ich die Kinder von Sheik Isa, dem früheren Betreiber vom Ritzick Resthouse. Der Älteste erkannte mich wieder. Nach dem Essen war auch der Chef selbst im Laden. Er berichtete, dass er das Resthouse verpachtet habe und war auch in Kenntnis über das jetzige schlechte Niveau. Da die Hälfte der Reiseteilnehmer sich gegen die angestrebte Visite der Chibuku Brauerei sträubte, wurde dieser Programmpunkt gestrichen. Es ging zum Markt, um die bestellten Sandalen abzuholen. Leider musste ich das Produkt bemängeln und bat um eine Nachbesserung, die 17 Uhr fertig sein sollte. Als nächste wollten wir Mr. Awadi einen Besuch abstatten. Mir fiel es schwer den richtigen Weg zu finden, aber es gelang doch. Mr. Awadi war nicht da, aber ich ließ einen auf dem Grundstück Herumlaufenden schöne Grüße ausrichten. 17 Uhr hatte der Schustermeister seine Arbeit fristgerecht fertiggestellt und mir zum vereinbarten Preis verkauft. Stolz auf mein neues Schuhwerk schritt ich zum Resthouse zurück. Zum Abendessen zog es uns wieder in unser Lieblingsrestaurant, wo der Besitzer sich stolz mit seiner Frau zu einem Foto postierte. Das Abendessen war lecker und das fast zu dem selben Preis, wie wir beim überteuertem Eisdieler hinblätterten, zu dem mich Daniel schleifte. Der Ausklang des Tages findet wie gestern im Entertainmentcenter statt.

P.S. Hurra, Sheik Isas Frau hat mich wiedererkannt. Nr.10 

 

comment of a local

Jabu Ali Mussa

P.O. Box 77

Mangochi – Malawi

 

These are very nice people. They are having breakfast, dinner and lunch here at pick a dish restaurant every day. I think they like our food and they took apicture of us which they will send to us. Our food is very good food in the whole Mangochi. We hope they come again next time. We cook chambo from Lake Malawi, chicken curry, rice, nsima, roasted chambo, grilled chambo, breakfast, eggs, steak, vegetables and all sorts of african and indian food. Yoa are most welcome here at pick a dish restaurant. You will meet me or Mrs. Tabu. We are all Malawiens.

 

5.8.(R) Mangochi – Kamuzi Airport

Mit Wehmut hieß es Abschied nehmen, Abschied von Mangochi. Der ganze Tag war ein Abschied von Malawi. Recht schnell gelangten wir von Mangochi bis zur Liwonde - Balaka Verbindung. Hier an diesem bedeutendem Straßenkreuzungspunkt hatte sich ein imposanter Markt breitgemacht. Hier versorgten wir uns mit malawischen Schnitzerein als Souvenirs für zuhause. Ein Transport richtung Lilongwe ließ sich problemlos afrikanisch auftreiben. Ich machte es mir auf der Ladefläche bequem. Daniel stieg auf den Beifahrersitz, untypisch um standesgemäß von afrikanischen Transportmitteln Abschied zu nehmen. Dieses Manko wurde jedoch wettgemacht, als eine rastagelockte afrikanische Schönheit neben ihm Platz nahm, mit der er sich amüsiert unterhielt. Als die Schönheit kurz vor Balaka abstieg, wurde ich gezwungen vorne mit Platz zu nehmen. Weiter Abschied von Malawi nehmend ging es richtung Lilongwe. Auf und um den Busbahnhof herrschte ein mächtiges Rushhour-Gedränge, das einem die Orientierung nehmen könnte. Ein Minibus richtung Airport wurde jedoch gefunden. Danach die fast schon gewohnte Prozedur mit Absitzen am Abzweig Airport und kurzem Fußmarsch bis ein Lift kam. Wir erreichten unser letztes Ziel Malawis am Nachmittag. Es hieß nun zu wählen zwischen Campieren im Flughafengebäude und Rowcamp auf der Wiese. Die Flughafenbeamten wussten uns nicht bei der Wahl zu helfen. 17 Uhr schloß der Airport. Danach wechselten Ausweisungen und die Erlaubnis die müden Glieder auf den Sofas der auszustrecken miteinander ab. Letztendlich endete es damit, dass wir von einem vorsorglichem Beamten in ein Auto verfrachtet wurden, welches uns ins nahe gelegene Air Malawi Trainingscenter brachte. Hier vermietete man uns ein Zimmer. Dusche und Sitz WC gab es auch. Spät gings schlafen, die Nacht sollte kurz werden.

Das wichtigste an diesem Tage war: Wir haben Patricia kennengelernt!

 

6.8.(R)

Früh aufstehen, geführter Fußmarsch zum Airport, einchecken, einsteigen, abheben.

Tschüß Malawi

   

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(zu guter letzt)

 Orginaleinstufung

von Vergnügungsreisenden             

  1. Pioniere des Grenzbereichs ( Robert Young Pelton, Rüdiger Nehberg und Co)
  2. Globetrottende Radfahrer
  3. Backpacker
  4. Rastafaries, Hippies, Witchcraft-sammler und andere Erleuchtungssuchende
  5. Overlander (der Link führt zur Gesellschaft, für die Gisa einst fuhr)
  6. Reisläufer, UNO Hilfstruppe
  7. Mietwagenfahrer
  8. Geiseln
  9. Schiffbrüchige und andere Gestrandete
  10. Touristen
  11. All Inclusive Touristen
  12. Club Touristen  (=Hardcore Touristen)
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