Kuba
(die meisten Bilder sind zum anklicken)
Es war mal wieder an der Zeit zu verrucksacken.
Ich wollte ein Last Minute Angebot nutzen und hatte die Vorwoche schon mal sondiert was so im Angebot sein könnte,
um für den Fall der Fälle darauf vorbereitet zu sein.
19.11. es war so weit, ich schritt zur finalen Suche, aber für das günstigste Angebot hatte ich mich nicht vorbereitet.
Ich versuchte Daniel zu erreichen, damit der mich
von der Buchung abhalten könne, aber Daniel war nicht zu erreichen.
Also noch mal das Internet durchforstet, ist es möglich auf die Schnelle diese Reise zu organisieren, wie sieht es aus mit Unterkünften und Busverbindungen ?
17:08 Uhr dann Buchung, morgen gehts ab nach Kuba, Start 15.40 ab Leipzig.
20.11. Matanzas
Die Maschine landete pünktlich 21:55 auf dem Flughafen von Varadero. Der Rest der Passagiere schienen wohl alles Allincler zu sein. Dieser Eindruck bestätigte sich am Gepäckband, wo mein Rucksack der einzige seiner Zunft zu sein schien. Bei der Reisevorbereitung hatte ich in Erfahrung gebracht, dass es in Kuba weder Backpackers, Guesthouses oder geeignete Hotels für Reisende gibt.
An ihre Stelle treten hier die Casas Particular - Privathäuser die unter staatlicher Aufsicht Zimmer an Reisende vermieten. Ich hatte mir 2 Adressen davon für Matanzas rausgesucht, in Varadero waren diese Häuser verboten. Ich war schon spät und dunkel als ich das Flughafengebäude verließ, Infos zu suchen, ob es um diese Zeit noch möglich wäre bei einem Casa zu klingeln. Ich fand jedoch gleich einen Bus nach Matanzas, der Fahrer kannte auch gleich eine meiner zwei Adressen und versicherte, dass es kein Problem wäre, um diese Zeit zu klingeln. Hatte allerdings den Eindruck beschissen zu werden, als ich für die Busfahrt 15 $ zahlen mußte. Der Fahrer chauffierte mich aber direkt bis zum Casa von Nidia und Santana, welches ich wohl allein nicht gefunden hätte. Die Familie des Hauses fernsehnte gerade Boxen. Die 25$ für die Übernachtung erschienen mir auch hochgegriffen, aber zu dieser Nachtzeit hatte ich wohl keine andere Wahl. Mit dem Geld ist es eh etwas kompliziert in Kuba. So gibt es den normalen Peso für die Bevölkerung. Damit lassen sich einfache Dinge einkaufen und mit dem normalen Bus fahren. Für kompliziertere Sachen, so zum Beispiel alles was mit Ausländern in Berührung kommt, Übernachtungen, bessere Restaurants, der Bus mit dem die Ausländer fahren sollen, Taxi, Ansichtskarten usw, gibt es den Peso Convertible. Dieser entspricht dem US Dollar. Im weiteren Text werde ich den Peso Convertible der Einfachheit halber auch $ nennen. Der Dollar steht 1:25 im Verhältnis zum Peso. Daneben gilt in den Allincler Gebieten der Euro und in einigen Lebensmittelgeschäften kaufen die Locals übrigens auch noch mit Lebensmittelkarten.
21.11. Varadero
Nach dem Aufstehen stellte ich fest, dass die große Terrasse vor meinem Zimmer, einen tollen Blick auf die Bucht von Matanzas bot, am Meer entlang schien die Hauptstraße zu gehen, dort muß ich wohl hin, um dann in Richtung Varadero aufzubrechen. Nidja und Santana waren überrascht, dass ich schon auf war, dabei war es schon fast 9. Die Kubaner sind nicht so die Frühaufsteher, wird auch spät hell auf der Insel. Das extra berechnete Frühstück war reichlich mit Milch, Kaffee und Saft. Nach herzlicher Verabschiedung (schon Begrüßung und Gute Nacht waren herzlich) gings in die Stadt von Matanzas, die wohl nicht allzuviel Anschauenswertes bot. Ich sah auch gerade mal ein Schild eines weiteren Casas Particulares. Der erste volle Kubatag bot auch gleich die Möglichkeit sich mit dem System der zwei Währungen vertraut zu machen. Die Touristen versuchte man zumeist mit dem Dollar abzuzocken, geriet man ins System des Peso war gleich alles viel billiger. So kostete die Fahrt nach Varadero 2 Peso, die Fahrt im offiziellen Touristenbus hätte 6 $ gekostet und ich zahlte gestern 15 $. Der Bus mit dem ich fuhr, war nicht die erste Möglichkeit, der Fahrer des ersten Busses, den ich besteigen wollte, hatte sich geweigert, mich mitzunehmen, auch eine neue Reiseerfahrung auf Kuba.
Der Bus wendete am Abzweig Varadero, von dort war es noch einiges zu laufen (Bus nahm mich keiner mit) bis zur Station der Buslinie Viazul. Ich wollte dort ein Ticket kaufen für den Nachtbus nach Holguin, welcher 21 Uhr abfuhr. Man sagte mir dort aber, dass es die Tickets erst ab 20 Uhr gebe, es wurde auch versichert, dass das klappt und kein Bedarf der Hast besteht.
Ich hatte es in der Vorwoche versäumt mir noch eine Speicherkarte für meine Digitalkamera zu kaufen und am Flughafen Leipzig gab es keine. Der einzige Ort in Kuba wo ich sowas finden würde, war meines Erachtens Varadero. Ich fragte also in irgendeinem Laden und wurde ins Plaza Americanas Shopping Center verwiesen, 7km entfernt. Ich wollt nicht laufen und geriet deshalb wieder voll in die Zona Peso Convertible ($) / Abzockzone. Bus wollte mich wieder keiner mitnehmen, also Reinfahrt Taxi 5$, Rausfahrt Taxi 3$ Im ShoppingCenter fand ich nach einigen Durchfragen dann aber eine Speicherkarte für 40 $ ! Was solls, ich brauchte sie ja, hoffentlich geht sie.
Abendessen gabs halbwegs günstig im Restaurant gegenüber dem Busbahnhof. Dann gings zur Abfahrt, es gab auch Tickets. Am Flughafen von Varadero hatte ich gestern wohl doch einen Rucksack übersehen. Er kam aus Niederbayern und saß nun samt Besitzer Marco mir gegenüber. Wir unterhielten uns über den günstigen Flugpreis (Marco hatte auch erst einen Tag vorher gebucht) und über erste Kuba Eindrücke. Mein neuer Mitreisender wollte bis Ciego de Avila fahren und von dort auf die Insel Cayo Coco zu strandurlauben fahren, fürs Ende der Reise hatte er noch ein paar Tage Havanna geplant. Ansonsten saßen nur noch ein paar Kubaner im spärlich gefüllten Bus.
22.11. Santiago
Ich kam halb 9 in Holguin (gesprochen Olgin) an. Die Stadt schien nicht viel aufsehenerregendes zu bieten. Ich traf einen Spanier, der dies bestätigte, er hatte nur in Holguin genächtigt, um von hier nach Guardalavaca zu fahren, wo es keine Casas Particulares gab. Er war auf jetzt auf den Weg nach Santiago. Auch gab ich meine ursprünglichen Plan auf, den Ostteil Kubas im Uhrzeigersinn zu umfahren, da es wohl an Busverbindungen mangelte. Stattdessen kaufte ich ein Ticket für den nächsten Bus nach Santiago. Am Busbahnhof von Holguin hatte ich dann noch ein Gepräch mit einem Local, ganz lapidar, wo ich hinfahre, wie lang schon in Kuba, dass seine Bekannte Carmen in Santiago wohnt und so weiter. Unterwegs sind noch zwei Slowenen mit in den Bus gestiegen. Bei der Ankunft in Santiago sah ich zu meiner Überraschung ein Schild mit meinem Namen, so lief das also mit dem zufälligen Gespräch mit dem Unbekannten von Holguin und Carmen. Von Carmen war ich allerdings schon weitergegeben wurden an Margarita, da sich Carmen auch die zwei Slowenen geangelt hatte und ein Doppelpackbackpacker mehr einbringt als ein Einzelner. Die Unterkunft sollte 20 $ kosten, ich wollte aber eine Unterkunft für 15 $ haben, was nach Margaritas Meinung impossible wäre. Ein paar zur Diskussion hinzukommende Locals bestätigten das, 25$ ist normal, 20$ gut und 15$ unmöglich. Da wollt ich doch mal bei der Konkurrenz fragen die auch noch am Busbahnhof vertreten war und siehe da, jetzt waren auch 15$ possible. zudem gabs freie Fahrt zum Casa von Margarita. Dafür hat man mich beim Mittagessen in der Stadt beschissen und das obwohl ich das eigentlich nicht wollte, aber meine sture unrevulutionäre Denkweise wurde einfach nicht akzeptiert. Es folgen Stadtrundgang mit dem Highlight Kathedrale (wo Johannes Paul II. 1998 eine Versöhnungsmesse hielt), erste Fotos wurden geschossen, die Speicherkarte arbeitete noch. An historischen, gut erhaltenen Gebäuden gibt es in Kuba allerdings nicht unbedingt viel zu sehen.
Abendessen hatte ich bei Margarita geordert, die jetzt in der Küche würgt. Im Allgemeinen zahlt man in einem Casa Particulares für s Abendessen 7$ und fürs Frühstück 3$. Sicher kann man sich in der freien Wildbahn Kubas günstiger ernähren, aber Menge und Gutschmeck der Casas Portionen lohnen wirklich dort zu essen, wo man schläft.
Das Würgen hatte sich gelohnt, es gab Essighuhn. Reis, Pommes, Bananenchips, Bohnen, Kraut und Plausch mit der Familie.
23.11. Santiago
Der Tag begann mit Aufwachen. Die Wände die die Fremdenzimmer
der Casas umgeben, sind nicht sehr schalldämmend, so dass ich mir nicht
getrauen konnte, früh einen krachen zu lassen. Danach gabs Frühstück, dann zur
Bank und zum Malecon von Santiago. Da kam auch schon einer auf mich zu, so mit
den Worten "he my friend", aber ich hatte keinen Schokoriegel, um
diesen ihm ins Maul zu stopfen und er ließ sich auch so nicht abwimmeln. Als
ich dachte ich hätte es doch geschafft, kam er mein Guide für den heutigen Tag
zusammen mit einem Fahrradtaxi mir hinterher. Fahrt zum Castillo del Morro und
zurück sollte 10$ kosten was ich als zu viel abwies, also wurden noch die Rum
Fabriken, der Friedhof und das Denkmal der Revolution mit draufgepackt. OK ich
willigte ein und los gings, zuerst zur Rumfabrik, vorbei an Zuckerfabrik und
Reisfabrik zum Cemeterio Santa Ifigenia. Der Friedhof ist sehenswert und hübsch
angelegt. Zentum ist die Gedenkstätte für Jose´ Marti, wo eine perfekte
Wachablösung zu beobachten war. Daneben gab es auch Gräber für
Revolutionäre, Angolakämpfer, aber auch unrevolutionäre Gräber wie das vom
Herrn Bacardi. Danach gings zur Plazza Revolution. Mein Guide, mein Fahrer und
der Ersatzfahrer der auf dem Rad nebenher fuhr konnte nicht so richtig
verstehen, warum ich wenig Interesse für das Denkmal der Revolutionäre hatte
und statt dessen darauf drängelte zum alten Fort der Spanier zu gelangen. Da es
zum Castillo del Morro über ein paar Berge ging wurde unterwegs noch ein
Außenbordmotor beort. Dieser bestand aus einem Mopedfahrer der per Fuß
anschob. Fahrradtaxi mit Außenborder, mal wieder eine neue Form des Transports
für mich. Die Festung
bot eine tollen Blick aufs Wasser. Die Rückfahrt
endete im Haus der Oma des Guides, die zufällig in der Zigarrenfabrik arbeitete
und deshalb die besten und billigsten Zigarren mir exklusiv verkaufen konnte.
Wie schade dass ich nicht rauche.
Zum Abschluß gings ans Zahlen. Die 10$ waren natürlich nicht mehr gültig, es würde 20 kosten, weil die Fahrt länger war als abgemacht und auch noch ein Außenborder besorgt werden mußte. Letztendlich mußten sich die 4 mit 14$ begnügen.
Auf dem Nachhausefußweg kaufte ich dann noch in der Nähe der Kathedrale Postkarten. Ganz normal zum ausgewiesenen Preis, ich bekam auch gleich die Briefmarken mit verkauft, zudem wurde mir gesagt, wo ich mir einen Kuli kaufen kann und wo ich die beschriebenen Karten reinstecken könnte. Es geht doch !
Also gleich noch fair erworbene Karten in die Heimat geschrieben und abgegeben.
Jetzt sitz ich wieder im Casa, Musik von Mana empfing mich, Margarita hab ich erzählt das ich die Stadtrundfahrt für 10$ gemacht hätte, was bei ihr ziemliches Erstaunen hervorrief. Zum Cena gabs Fisch, Fritz, Reis, Bananenchips, Salat, Obst und ich hab mir wieder ordentlich den Ranzen vollgeschlagen. Das Essen im Casa hat den Vorteil das es gut und viel ist, da brauch man sich bei der Nahrungssuche in die Gefahren der Außenwelt begeben.
Als Abendunterhaltung gabs Fernsehen mit Margarita und Rudolfo. El Presidente hielt eine Rede und das recht lang und ohne auf dumme Zwischenfragen oder betrunkene Moderatorinnen Rücksicht nehmen zu müssen.
24.11. Baracoa
Der Tag begann mit Aufstehn, diesmal zeitig, denn der Bus fuhr schon 7:45. Margarita hatte das Frühstück natürlich schon vorbereitet. Die Bananen die ich nicht schaffte, wurden in meinen Rucksack verfrachtet, überschüssiger Saft in eine Flasche gefüllt. Vor der Tür wartete schon ein Taxi. Die Fahrt zum Busbahnhof kostete 1$, ich hatte nur einen 5$ Schein, der Fahrer konnte nicht wechseln, wollte auch nicht abwarten bis ich am Busbahnhof wechseln würde und begnügte sich mit meinen 0,70$ Kleingeld. Es geht doch!
Vorm Busbahnhof wurde mir dann ein Casa in Baracoa für 12$ offeriert. Im Warteraum hatten sich schon ein paar Backpacker versammelt.
Endlich mal normale Leute
Die Busfahrt führte durch wunderschöne Landschaft, durchs Land, an der Guantanamobucht vorbei, die Küste entlang, dann links ab durch die Berge bis bei Baracoa die Küste wieder erreicht wurde. Fahrer und Beifahrer nutzen die Fahrt wohl auch um unterwegs Handel zu treiben und so wurde auch gleich mal eine ganze Bananenstaude mitgenommen.
In Baracoa wartete schon eine ganze Armee Willkommenheißer auf
die Ankömmlinge.
Darunter Fernando mit meinem Namensschild. Offenbar hatte aber
auch Margarita eine Casa Mama an den Busbahnhof delegiert, um mich abzuholen.
Ich entschied mich aber für Fernando, weil ich mal sehen wollte, wie man bei
jungen Leuten wohnt, denn bei mir läuten selten Junge.
Per Fahrradtaxi ging es zu Fernandos Casa, wo er mich mit meinem wunderschönen Zimmer, samt dazugehöriger Lobby mit Sesseln und Natascha bekannt machte. Ein erster Stadtrundgang brachte einen Eindruck von der Gemütlichkeit Baracoas. Hier war Kolumbus das erste mal auf Kuba gelandet, ob auf ihn auch jemand mit seinem Namensschild gewartet hat? Zumindest hat er hier ein Holzkreuz geschnitzt in Baracoa hingestellt. Da steht es auch noch heute. Neben dem Holzkreuz steht jetzt auch noch ein Kolumbus Denkmal. In Baracoa gibts auch noch viele Häußer aus kolonialer Vergangenheit ein Basebolstadion und einen Strand. Die Hausherren wohnten über mir und gelangten über eine schmale Wendeltreppe in ihre Wohnung. Natascha servierte das Abendessen mit Rotkäppchen Korb. Es war wieder gut und reichlich. Zwar wird man von der Casa Mama gefragt, was man essen will, aber ich habe festgestellt, dass es einen guten Eindruck macht, wenn man sagt - ist mir egal, ich vertraue dir und deinen Kochkünsten. Das löst Freude aus.
Ich hab einen ganzen Tag verbracht ohne beschissen zu werden Es geht doch!
P.S. Habe heute erfahren, dass das Tragen meiner Mütze in Kuba verboten ist! Gilt hoffentlich nur für Kubaner
25.11. Baracoa
Exkursion war heute angedacht. Ein paar Straßen entlang gelauft in Richtung Berg und dabei auch festgestellt, dass es bischen weit ist bis zum Pico El Yunque, der werd ich mir wohl ein Fahrrad mieten müssen. Am El Castillo, einem Ferienhotel, welches auf den Resten einer alten Festung errichtet wurde, erinnert noch eine Platte an den einstigen US Gouveneur und die Erbauer. Da etwas Regen aufzog sitze ich jetzt in meiner Lobby, erzähl mit den Leuten und blick auf die Straße. Ich hatte Natasche wieder mein Vertrauen bei der Wahl des Essens ausgesprochen, wollte mir aber keinen Hummer einreden lassen. Nachmittag bin ich noch ein bischen durch Baracoa geschlendert und bin ins angesagte angesagte Cafe´ 485 eingerückt, welches sich auf einem Hof befand und wo man für mich extra einen Stuhl holte, damit ich meinen Kaffee besser schlürfen konnte.
26.11. Baracoa
Früh drohten Wolken und das obwohl ich heute ne Radtour machen wollte. Vielleicht sollte ich mich heute dazu entscheiden den Urlaubsort zu wechseln und den Reiseplan zu ändern. Vom Malecon aus ließ sich das sturmgepeitschte Meer genießen. Den ersten Regenschauer verbrachte ich unter einem Zeltdach mit mehreren Locals. Beim Gang durch die Stadt wollte mich ein Figaro in seinen Salon lotsen, dabei war ich erst vor kurzem beim Jordan und hatte Vertrauen in die Arbeit seines Teams. Den zweiten Schauer verbrachte ich im Restaurant, wo der Peso galt und mein $ unproblematisch gewechselt wurde. Ich faßte den Entschluß weiterzufahren, ich wäre zwar gern noch geblieben, aber leider war keine Wetterbesserung für Baracoa in Sicht. So änderte ich meinen Reiseplan, wegen des in Baracoa entgangenen Fahrradfahrgenusses baute ich Vinales mit ein, dadurch mußte der Reservetag gestrichen werden. Am Busbahnhof warteten schon wieder etwa 20 Fahrradtaxen auf die Ankömmlinge aus Santiago. Der Bus nach Santiago fuhr 14:15 ab, die Fahrt war wieder zum genießen. Ich bemerkte aber auch, wie ich neidisch auf mit menschlicher Fracht beladene Transporter blickte. Aber für diese Art des Reisens fehlte mir doch die Zeit. Der Bus kam pünktlich in Santiago an, so dass das Umsteigen Richtung Trinidad problemlos klappte. Die Fahrt ging los mit 5 Passagieren, allesamt Backpacker und allesamt Umsteiger aus Baracoa, 2 Österreicher, 2 Israelis und ich Deutscher. Unterwegs stiegen noch eine Hand voll Locals und zwei Schweizer Backpacker zu.
27.11. Trinidad
7 Uhr Ankunft in Trinidad. Trotz der frühen Stunde und der
Dunkelheit wartete schon eine Horde Casas Leute auf die 7 Backpacker. Die Menge
prügelte sich fast um einen, schrie und streckte einem Schilder mit
Beschreibungen der Casas entgegen. Nidia schnappte mich und brachte mich zur
Casa von Carmen und Piedro. Auf dem Weg zur Casa fragte mich Nidia, ob
Aircondition importante sei? Nein sie kann wischen er can dishen , Hauptsache
der erste Teil des Reims haut hin. Carmen wartete schon und bereitete ein
Frühstück, während Nidia meine Personalien aufnahm, dabei erschrak sie beim
lesen meines Geburtsjahres. Sie hatte mich auf 23 geschätzt. Anstatt eines
jungen Prinzen hatte sie mich alten Knispel ins Haus geschleppt. Pech gehabt,
was schreiste auch so laut rum am Busbahnhof. Den Vormittag nutzte ich zur
ersten Stadtbesichtigung, die Altstadt von Trinidad ist Weltkulturerbe,
Hauptbestandteile sind die Kathedrale, das ehemalige Franziskaner Kloster,
welches heute ein Museum beherbert und das aus Bosten importierte
Kopfsteinpflaster, welches seit ewigen Zeiten die Straßen bildet. Ein Ombre
wollte auf den Stufen zur Kathedrale fotografiert werden und dann dafür einen $
haben, ich wollte ihn einen Peso in die Hand drücken, doch den nahm er nicht
an! Na dann gibts eben garnichts. Mittag wurde Siesta gehalten, ist ja auch mal
schön, Nachmittag gings auf ins Tal, die Straße vorm Casa führte fast direkt
hinein. Bevor ich ins Tal gelangte, mußte ich noch zwei Wassereimer tragen und
durfte mir dafür das Haus von innen ansehen, zudem trat ich als Gaststar bei
einer Kinderparty auf. Dann gings endlich ins Tal, es ging den Berg hinunter,
was ja irgendwie logisch ist, will man von oben in ein Tal. Ich wanderte durch
kleine Dörfer und vorbei an Ruinen alter Zuckerfabriken. Valle de los Ingenios,
das mit zum Weltkulturerbe gehörende Tal der Zuckerfabriken war nicht weit bzw
befand ich mich schon darinn.
Den Rückweg durfte ich dann auch auf einem landestypischem Fahrzeug mitfahren, einem Traktor-Hänger, umsonst und umsonst war auch der Dreck den einen die Traktorreifen um die Ohren schleuderte. Dankend schwank ich mich am Stadteingang elegant vom Hänger ohne dass ein Stop notwendig wurde.
Die übrige Freizeit hab ich noch mal Richtung Busbahnhof geschaut (im hellen) und nach einen Weg Richtung Halbinsel Ancon. Jetzt sitz ich vorm Haus und beobachte die Straße in des hübschen Viertels (man könnte vielleicht Slum sagen), Musik drang ans Ohr. Als Piedro mein Essen auf den Tisch stellte war der Strom weg, aber es war eine Taschenlampe da. Aufbrausender Jubel brachte dann die Kunde von der wiedergekehrten Elektrizität.
28.11. Trinidad
Da das Casa einen Innenhof besaß, auf dem sich ein Becken mit Stöpsel befand, nutzte ich die Gelegenheit groß zu waschen und Leine zu ziehen.
Danach stand der Playa Ancon auf dem Programm. Da ich ja Zeit
hatte wollte ich hinzu laufen und mich notfalls von irgendeinem vorbeifahrenden
Gefährt mitnehmen lassen. zuvor hab ich in der Stadt noch die zwei
Österreicher vom Bus getroffen, die wohl auf dem Weg schienen richtige
Backpacker zu werden (die richtigen sollen wohl erst so ab 50 losgehen).
Stadtauswärts traf ich einen Jorge, der einst in Limbach Oberfrohna gearbeitet
hatte und daher des deutschen mächtig war. Die Wanderung war angenehm, lang kam
kein Fahrzeug, bis mich am Abzweig zum Strand zwei Franzosen mit ihrem Mietwagen
mitnahmen. Playa Ancon war so ein typischer Strand, mit Sand, nach dem Sand kam
Wasser - auch Meer genannt und auf dem Sand standen Palmen herum.
Nach einer
Schwimmeinlage und auf dem Sand unter der Palme am Strand am Meer
rumliegen, ging ich mal gucken, wer sonst noch alles da ist und tatsächlich die
gesamte Bagage, die die Tour von Baracoa nach Trinidad gemacht hat war
vertreten. Nach weiteren Schwimmeinlagen gings zum Bus, einen offenen allerdings
für Touristen und endlich bekam ich mal eine Fahrkarte. Ich sammle ja sowas und
biher war die Ausbeute in Kuba sehr gering.
Das Resumee der letzten zwei Tage ergab - Kultur, Wandern und Beach - gleich drei Dinge auf einmal und das in der Stadt der Dreieinigkeit.
Was will man mehr - bisschen kiffen?
Nein Towelie, du kommst in dieser Geschichte nicht vor.
Zum Abendessen gabs wie immer reichlich, Fisch, Reis, Bohnen, Bananenchips, Salat und Obstteller. Abends noch kleinen Rundgang gemacht und bisschen mit Carmen und Piedro versucht zu labern.
29.11. Cienfuegos
Es ging früh los. Am Busbahnhof waren schon eine ganze Menge
Backpacker versammelt, was aber auch daran lag, dass fastgleichzeitig mit dem
Bus nach Havanna auch einer nach Santiago fuhr. So war der Viazul Bus nach
Havanna wie gewohnt spärlich gefüllt. Bei der Fahrt in die Stadt kam eine
Schar Radfahrer entgegen, welche ein Rennen bestritten, die Tour de Cuba
wahrscheinlich. Allerdings wurde hier nicht gleich die ganze Straße gesperrt,
lediglich ein vornweg fahrendes Motorrad schirmte die fahrer vom Verkehr ab. In Cienfuegos gab es mal kein großes
Willkommenskomitee. Ein Taxifahrer wollte mir eine Fahrt aufdrängeln, da ich
Deutscher war, fragte er mich ob ich Rudi kenne, einen Großen. Ja wer kennt ihn
denn nicht Rudi den großen Deutschen. Einmal um die Ecke rum und ich hatte ein
Casa für den heutigen Tag gefunden. Ich zog ein bei La Familia - Mama Amelia,
Padre Miguel und Hijo Elias. Nach anfänglichem Zaudern von Elias waren auch 15$
ok, schließlich wollte ich hier auch essen. La Familia hatte zwei Zimmer, so
daß ich das erste mal nicht einziger Gast in einem Casa war. Stiene aus
Schweden, die hier studierte war meine Nachbarin. Über eine Wendeltreppe
gelangte man auf einen gemütlichen Dachgarten mit Blick aufs ehemalige
Jesuitenkonvent. Mit ein paar Tips von Stiene gings los zur Stadtbesichtigung.
Cienfuegos wird als Perle des Südens bezeichnet und überraschte tatsächlich
mit zahlreichen gut erhaltenen historischen Bauten um die Plazza Mayor, Parqu
Marti und entlang des Paseo El Prado. Beim Mittagessen hatte ich eine lustige
Unterhaltung mit einem Ombre, lustig war vor allem dass ich kein einziges Wort
sagen mußte. Ich wechselte meinen Sitzplatz in einen nahen Park, aber
Gesprächspartner wurde nicht besser. Eine Nutte (nicht gerade der ersten Wahl)
fing an mich zu belabern. Die Situation beendete eine Busmitfahrerin von heute
früh, die ich als meine Freundin ausgab. Wozu hat man den Freundinnen. Jetzt
sitze ich im Dachgarten
, schlürfe einen Kaffee und laß die Zeit bis zum
Abendessen verstreifen. Amelia fand übrigens meinen Haarschnitt toll, also was
wollte da der Figaro von Baracoa? - Jordan Team rehabilitiert. Die Skandinavien
Fraktion war inzwischen auf Rudelstärke angewachsen. Alle studierten hier und
wohnten in unterschiedlichen Casas, zum Abendessen traf man sich dann und das
bevorzugt bei Elias, dessen Kochkünste beliebt waren. Er schien sie auch zu
lieben, war er doch ganz schön kräftig und ich liebte es auch. Es gab erst
Suppe, dann Spaghetti und zum Hauptgang Fisch, Reis, Bananenchips und erstmals
in Kuba Kartoffeln. Nach dem Essen wurde beschlossen, dass Basebolstadion zu
besuchen, welches man hell erleuchted sehen konnte. Für die Skandinavier war es
auch das erste Basebolspiel. Hin gings per Bus, das Stadion war schon gut
gefüllt und die stimmung war gut. Auf dem Spielfeld standen Leute in lustigen
Kostümen und warfen Bälle hin und her oder versuchten einen zu fangen. Hab
zwar die Regeln nicht begriffen, hab aber mitgejubelt, wer gewonnen hat, kann
ich jedoch nicht sagen. Aber wir hielten es für einen tollen Abend.
30.11. Vinales
Nach Frühstück und Abschied sagte Elias noch, dass in Vinales Osviel mit meinem Namensschild auf mich warten würde, also wieder alles wie gehabt. Auf der Straße stand wieder Rudis Freund, aber sind doch nur paar Meter bis zum Bahnhof, da brauch ich wirklich kein Taxi und nach Havanna will ich auch nicht mit dem Taxi fahren, wenn es einen Bus gibt. Im Bus hab ich dann vereinbarungsgemäß wieder die Österreicher getroffen. Bei der Fahrt nach Havana war nicht viel zu sehen von der karibischen Metropole außer brennende Müllhalden. Der Viazul Busbahnhof befand sich etwas außerhalb. Bei der Fahrt nach Vinales hielt der Bus unvermittelt auf der Autobahn (Die Autobahn wird in Kuba aber auch von Radfahrern, Fußgängern und Pferden genutzt). Der Fahrer griff zum Mikrofon und verkündete, daß etwas kaputt wäre - wahrscheinlich der Bus -aber der Beifahrer wurde entsannt um Hilfe zu holen und schon nach 2 Stunden gings weiter. Das Empfangskomitee in Vinales hatte brav auf die Ankömmlinge gewartet. Darunter auch Osviel allerdings ohne Namensschild, er hatte mich so erkannt, hätte mich ja auch gewundert, wenn ich in Kuba weniger bekannt wäre als Rudi. In der Stadt war erst mal Stromausfall. In Vinales wimmelt es von Casas Particulares. DAs von Osviel hatte zwei Zimmer. Im Nachbarzimmer wohnte Phillipe aus Frankreich, der morgen früh abreisen würde. Er arbeitete auf Martinique und machte einen Kubaabstecher. Bis zum Abendessen tauschten wir unsere Kuba Erfahrungen aus. Ich erzählte was ich schon erlebt habe und Phillipe was er schon erlebte und dass er "did a lot of fuck" , was ich nicht übersetzen konnte - man muß ja nicht alles wissen. Da Abendessen für uns zwei bog den Tisch durch - zwei große Fische mit allem möglichem Zubehör. Da der Franzose schwächelte, blieb diesmal auch ein Rest übrig.
Da es schon spät war, erfolgte der sofortige Übergang zum Tagesausgang. Wir gingen ins örtliche Kulturhaus, wo es heute Live Musik gab. Eine Gruppe mit toller Sängerin spielte traditionelle Musik, dazu wurden Getränke verkauft.
Der Tag begann mal wieder mit aufwachen. Danach wie gehabt
Frühstück. Ich hatte am Vortag schon verkündet, dass ich heute radeln wollte.
Osviel hatte natürlich einen Amigo, der ein Fahrrad verlieh, den im Ort sollte
es keine Möglichkeit geben ein Rad zu leihen. Ich hab mal so getan, als würd
ich das glauben. Das Rad stand schon bereit, der Sattel war etwas niedrig, ging
auch nicht höher zu stellen und größere Gänge ließen sich nicht einlegen.
Also piddeln statt bolzen. Ich fuhr zuerst Richtung Pinar del Rio zum
Hotel Los Jazmines. Von hier aus gab es einen phantastischen Blick auf das Tal
der Mogotes.
Der Versuch in dieses Tal hineinzufahren scheiterte am Fehlen eines
geeigneten Weges. So fuhr ich noch bischen die Straße entlang bis zum Ehrenmal
von Marina Azcuy Lemus. Danach gings zurück durch Vinales Richtung Norden in
den Nationalpark. Ein Abzweig in Vale Ancon mit Steigungen von geschätzten 14%
endete in einer Kaffee Plantage. Unterwegs mußte man acht geben auf die vielen
umherlaufenden Schweine. Es ging zurück vorbei an der Cueve de Indios, die man
per Boot durchfährt. Danach kam ich nach El Palenque. Hier ist eine Bar in
einen Höhleneingang hineingebaut, an der vorbei gelangt man durch einen Gang
ins hinter dem Berg befindliche Tal. Dort befindet sich ein Restaurant, in dem
gerade eine Busladung Touristen gespeist wurde. Es ging wieder zurück Richtung
Vinales. Etwa 3km verwies ein Schild auf die Abzweigung zum Lac de Piedra, den
ich ansteuerte. So gelangte ich zur Casa de Lago de la vista, einem urigen
Gartenlokal wunderschön gelegen am See mit phantastischem Blick auf die Berge.
Das Lokal lud geradezu ein noch eine Büchse Brambachero und einen Rum zu
schlürfen, aber der wurde hier leider nicht glasweise ausgeschenkt, da hier nur
Locals verkehrten, so bliebs bei der Limo. zurück im Casa kam ich rechtzeitig
zum cagero. zum Abendessen hatte ich 8 Teller und Schüsseln ganz für mich
alleine und ich habe es nicht geschafft, hat man sowas schon gesehen. Der Abend
endete noch mit einem kleinen Rundgang mit vollgefressenem Ranzen.
Festgestellt mußte heute werden, dass die Wege in die Täler fürs Fahrrad ungeeignet waren, also mußte beschlossen werden morgen den Reservetag zu nehmen, um zu wandern. Aber ich hatte ja keinen Reservetag mehr, also mußte Havanna geopfert werden.
2.12. Vinales
Aufstehn, frühstücken und los gings. Wandern auch wenn man
dabei leicht vergißt, das zu vieles wandern ja schon Wanderlismus ist. Vorher
besuchte ich noch das Cubanacan Büro, um nachzufragen, ob es für mich eine
Sightseeing Tour gebe, die ich während meines morgigen Havanna Zwischenstops
machen könnte. Paßte aber nicht in den Zeitrahmen, na mal sehn, mal Osviel
heute Abend fragen. 3 km stadtauswärts bog ich links ab, einen Weg der zu
einem Pfad wurde, Bäche überquerend, bis es über Wiese ging. Es ging vorbei
an einer Höhle in die hinein ein Bach entschwand. Ich kam wieder an der
selben Stelle an der Straße raus, schöne Runde, die ich gefunden hatte.
Die Bar von El Palenque wurde nochmal besucht. Um festzustellen, ob ich noch bei
Sinnen war, testete ich als erstes meinen Orientierungssinn und schlug
heimwärts noch mal die gleiche Wanderrunde ein, auch weils so schön war. Hat
geklappt, der Sinn war noch vorhanden. Es galt den nächsten Sinn zu testen.
Catharina aus Frankreich stand im Weg und wollte fotografiert werden. Würde es
Sinn machen, wenn ein Deutscher und eine Französin die englisch und ein
bisschen spanisch bzw spanisch und ein bisschen englisch sprechen, sich
unterhalten? Es machte Sinn. Ich konnte ihr auch meinen Geheimtip, das
Casa de Lago de la Vista
offerieren. Ja während andere Reiseführer Insider
Tips einem in
Kuba zum Sushi Fressen schicken, gibts bei mir die wahren Tips. So verging ein
wunderschöner wanderlistischer Tag.
Zur Strafe weil ich gestern nicht aufgegessen habe, gab es heute weiniger, war trotzdem wieder eine wahnsinnig rießige Portion. Zum Thema Planung des nächsten Tages empfahl Osviel den 8 Uhr Bus zu nehmen und sich ein paar Stunden in der Hauptstadt umzusehen. Er brachte bei der Überlegung noch eine andere Komponente ins Spiel, der 14 Uhr Bus könnte kaputt gehen und ich ja dann das Flugzeug versäumen.
Vorm Pennen hab ich dann noch bezahlt für meine drei Tage Vollpension und hab dann auch erstmals im Haus das geräuch einer geöffnet werdenden Bierflasche gehört, ok die hat sich Osviel verdient.
3.12. Havanna
Ein letztes mal reichliches Frühstück in Kuba. Abschied und
auf zum Bus. Ankunft in der Viazul Station am Rande von Havanna war gegen 11.
Ich kaufte ein Ticket nach Matanzas, gab meinen Rucksack ab und war bereit für
die Hauptstadt. Da Catherina (ja die saß auch mit im Bus) ein sparsames
Mädchen war organisierte sie noch eine Französin die mit im Bus saß, um die
Taxi Kosten für die fahrt in die Stadt teilen zu können. Wir wurden bis zum
Parque Central gebracht, in der Nähe von Capitol und Theater. Caterhina noch
schnell im Casa abgegeben und los gings. Ich sah eine Gruppe radfahrender
Touristen, angeführt von einem Guide mit Megaphon. Rene´ will auch mit fahrn.
Ich versuchte also zu erkunden, wo die Touren losgehen. An der Avenida del
Puerto (Stadtplan)
fand ich einen Guide samt Rädern. Der sprach sogar deutsch, hatte aber auf zwei
Deutsche für eine Exklusivtour zu warten, ich durfte also nicht mitfahren. Er
gab mir noch eine andere Adresse. Es ging also zurück durch die Calle Obispo,
wo man Gestalten
hingesetzt hatte, die man sich wahrscheinlich aus dem Museum
geholt hatte und nur kurz entstaubt hatte. Aber leider ließ sich keine
geführte Radtour machen, ich hätte nur ein Rad leihen und mich alleine auf den
Weg machen können. Aber das schien mir nicht lohnenswert, da ich ja schon viel
im Zentrum erlaufen habe. So gings es durch die Fußgängerzone, vorbei an
alten Restaurants, wo Shakespeare oder ein anderer Schriftsteller mal gesessen
hat und seine spezielle Limo getrunken hat. Ab dem Hotel Inglaterra zweigte die
Fußgängerzone für Kubaner ab, was man zu allererst an den Preisen und
zweitens an der geringen Dichte von Ausländern sah. Hier traf ich nochmals zwei
Fünftel der ehemaligen Baracoa - Trinidad Reisegruppe. Sie waren auch ein
kleines bischen enttäuscht von Kuba, erhofften sich jetzt aber Besserung bei
ihrer Weiterreise nach Kostarika. Zurück zum Wasser, ein paar Blicke aufs
Castillo del Morro und dann ging es den Malecon entlong.
Hier kam ich immer wieder mit Locals ins Gespräch und meine Mütze wurde wiederbejubelt, ich werde ihr wohl einen Platz im Museum der Kleidungsstücke der Legenden einräumen müssen
Am prunkvollen Hotel Plazza, bog die Rampa ab, die
sogenannte Hauptschlagader des Stadtteils Vedado, einst Villenviertel der
Reichen und zur Zeit der Prohibition in der USA Treffpunkt zum saufen. Nicht
besonders sehenswert, ich plante meine letzten Peso in der berühmten Eisdiele
Heladeria Coppelia zu lassen. Man zahlte hier das Eis nach Gewicht und das
wahrscheinlich mit Becher. In der Nähe waren Taxis, so das sich bequem zum
Busbahnhof kam. Hier traf ich wieder auf Marco, was ja auch zu erwarten gewesen
war und so konnten wir unsere Kuba Eindrücke austauchen. Da der Bus den
Flughafen von Varadero nicht anfuhr, mußten wir in Matanzas aussteigen, wo wir
noch einen Teller Abendessen bekamen. Die Fahrt zum Flughafen gelang stilecht in
einem alten Chevrolet
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