Nach dem bahnbrechenden Erfolg des 2000er Werkes "Das Buch der Reise durch Malawi"

 nun das 2002er Werk des Erfolgsautorenteams

                                                                    Daniel Tschentscher (D)                                             und Rene´ Schmidt ( R)

Laos uns dahinfahrn

gewidmet Francis Garnier und Ernest Douart, den Erforschern des Mekong

Berlin, 2.11. gefühlte Temperatur 7°C (D)
Das kann ja was werden,... am vereinbarten Treffpunkt, dem Aeroflot  Schalter, war niemand. Zum Glück ist Berlin Schönefeld nicht so groß, so dass wir uns doch in einer abgelegenen Ecke des Flughafens, Rene´s Schlafplatz, trafen. Das Einchecken verlief ohne besondere Vorkommnisse. Die Metall-Detektoren Berlins sind jedoch sehr sensibel, ich musste sogar meine in der Hosentasche verstauten Drogen zur Malariaprophylaxe kundtun. Das Flugzeug der russischen Airline startete pünktlich. Die eigentlich erwarteten Spiele im Flugzeug, wie z.b. Bankrutschen, was sich ja regelrecht anbieten würde, blieben aus. Nach cirka 2 Stunden plus 2 Stunden Zeitverschiebung, weil die Russen den Mitteleuropäern voraus sind landeten wir auf dem internationalen Moskauer Flughafen Scheremetjevo, klingt wie ein Geheimprojekt. In Moskau waren 0° C und es schneeregnete, was und nicht störte, denn wir sollten in den nächsten 5 Stunden diesen Komplex nicht verlassen. Nachdem wir den im inneren des Airport verborgenen Transitbereich fast einmal umrundet hatten und es nun aufgaben, die uns verfolgende alte Inderin abzuschütteln, versuchten wir unser Glück bei einer sich langweilenden Flughafenangestellten, um den Einlaß in den ersehnten Duty Free Tempel zu erbitten. Bei dieser Gelegenheit checkte sie uns auch gleich für den Flug nach Bangkok ein. Über den Lautsprecher, damit es auch wirklich alle mitkriegen, forderte sie das Bodenpersonal des Flughafens auf, zwei verdächtig aussehende Weiße mit einer Inderin im Schlepptau hinsichtlich der Eintrittsberechtigung in den Duty Free Tempel zu kontrollieren. Bis diese Posten eintreffen sollten, wurde uns ein Bereich zwischen Kontrollhäuschen und verschlossenen Glasscheibentüren, wahrscheinlich Spiegelwände durch die wir beobachtet wurden, zugewiesen. Bald schon kam eine freundliche Angestellte, die zuerst die Inderin kontrollierte und dann uns. Die Arbeitsvorbereitung der Angestellten ließ jedoch zu wünschen übrig, denn sie bat uns um einen Stift, um die nötigen Papiere zu beschriften, den Stempel konnten wir ihr allerdings nicht geben. Nachdem sie uns kontrolliert hatte, lud sie uns auf ein Glas Wodka ein, dachten wir jedenfalls, lehnten aber ab. Die Inderin die uns immer noch anvertraut war gaben wir bei Indern ab, die fast genauso aussahen wie sie. Dort fühlte sie sich auch gleich wohl und wir hatten unsere Aufgabe erfüllt. Nachdem wir es aufgaben eine Anzeigentafel über alle abgehenden Flüge zu finden, ließen wir uns in einem Restaurant nieder. Hier musste man nichts bestellen und man hatte Platz um die Zeitung auf dem Tisch auszubreiten. Dieses Restaurant war eigentlich eine große Terrasse im Inneren des Flughafens mit fantastischem Blick auf eine große Anzeigentafel. Da war doch alles klar und bald stand auch Delhi drauf und wir freuten uns, dass unsere Inderin pünktlich nach hause kommt. Wie es sich auf einem ordentlichem Flughafen mit internationalem Standard gehört, sah man mit Eintreten der Dunkelheit fast nichts mehr auf dem Flugplan. Wir hatten in der Zwischenzeit Hunger bekommen, aber da man in den Snack-Bars nichts unter 10$ bekam, beschlossen wir, ein original russisches Vesper einzunehmen ; 2 Dosen russisches Bier und eine Tafel russische Schokolade zum für den  im Duty free Bereich unschlagbaren Preis von 3,23 $.. Da ich mit 5$ bezahlte bekam ich 1$ und 20 Rubel Wechselgeld zurück? Na ja nicht mehr darüber nachdenken, wir bordeten ein und hoben richtung Asien ab.


(R )
Durch die Zeitverschiebung landeten wir am 3.11.2545 um 9.10 in Bangkok. Thailand empfing uns mit 32°C. Die Nationalstraße nach Norden ging direkt am Flughafen vorbei, so dass wir noch vor 12 Uhr in Ayutthaya waren. Das erste Tuk Tuk Erlebnis ließ uns  zum Busbahnhof bringen, wo wir uns Tickets für den Nachtbus besorgten und die Rucksäcke lagerten. Zurück in die City ging es per Stadtbus. Nach einem Mittagsstop in einem, ideal am Start des von Baedecker gewiesenen Touristentrampelpfad gelegenen Thairestaurants, gings los die alte Hauptstadt zu erkunden. Zuerst entlang des Chao Phraya Rivers, auf dem wir die Drachenboote des angekündigten Rennens vermissten, später immer Baedeckers Hinweise befolgend nicht am Fluß entlang, gab es ein Wat nach dem anderen zu bestaunen. Parkanlagen inmitten des Stadtzentrums werteten alles noch auf. Junge Mönche gaben stolz Auskunft über Geschichte und Religion. Interessiert waren sie auch an der Verbreitung des Buddhismus in Europa. Im Focus von Kameralinsen fühlten sie sich als Stars. Da der Fluß noch Hochwasser führte, waren bei einigen Uferlokalen die unteren Ebenen noch überschwemmt. Trotzdem fanden wir noch einen trockenen Platz um zu Abend zu speisen. Es gab wieder thailändische Kost. Um den Busbahnhof herum war ein großer Nachtmarkt im Gange, wo es auch Bier gab. Mit etwas Verspätung ging es danach im Luxusbus nach Chiang Mai.


Chiang Mai, 4.11. (D)
Es war kurz nach 6, der Himmel war grau und es war bei weitem nicht so heiß wie am Vortag, als wir auf dem hiesigen Busbahnhof ankamen. Wir nahmen den Fußweg richtung Innenstadt auf, um dann auf der Haupteinfallsstraße ein en City  Minibus zu nehmen. Der starke Verkehr und die noch geschlossenen Geschäfte ließen darauf schließen, dass sich alle Chiang Mainesen auf dem Weg zur Arbeit befanden. Ja wie gesagt, da fast alle Läden noch geschlossen hatten breakfasteten wir in einem doch westlich orientierten Cafe´.  Die Toilette öffnete jedoch erst 9 Uhr. Also suchten wir ein Guesthouse und fanden auch ziemlich schnell eins. Wir inspizierten und befanden schließlich das Fang GH als backpackertauglich. Nach Duschen und endlich mal wieder Zähneputzen machten wir uns auf, die Stadt und seine Wats und Chedis zu erkunden. Bei der Besichtigung des ersten Wats gleich das. Eine Thailänderin wollte für Geld vögeln
Verkaufen, die wir dann freilassen sollten . Aber wir lehnten dankend ab. Weite gings, teilweise fühlten wir uns von einem etwas dickem Japaner verfolgt, konnten ihn aber mit einer vorgetäuschten Wat Besichtigung überlisten. Mittagessen waren wir bei einem Thailänder. Zu Fuß ging es danach weiter durch die Kneipenmeile Chiang Mais, die jedoch noch nicht zu sehr besucht schien. Wir beschlossen einen ruhigen Nachmittag zu verbringen und gedachten dies mit einem gepflegtem Kaffee im Guesthouse zu beginnen. Nach dem Kaffeetrinken war die Zeit von der Reiseleitung zur freien Verfügung bestimmt worden. Dies nutzten die Reisenden unterschiedlich, die einen legten sich für eine Stunde aufs Ohr, die anderen erkundeten weiter die Ecken Chiang Mais. Wir mussten feststellen dass der glatzköpfige Typ, den alle für einen Holländer hielten und der ein Thaimädchen als Navigationssystem für sein Moped nutzte, unser Nachbar war. Dieser Sachverhalt ist ja eigentlich nicht so schlimm. Nach einem Dinner beim Inder zogen wir in ein japanisches Lokal. Es war eher eine Lesestube in der man zum Komik oder auch zu diversen Zeitschriften mit ab und zu einem nacktem asiatischem Mädchen drin, ein Bier oder etwas anderes trinken oder essen konnte. Da wir bereits nach dem zweiten Tag feststellen mussten, dass unser Geld bei dem Genuß von weiteren Bieren in diesem Land nicht reichen wird, gingen wir schlafen, lasen noch ein wenig in den Reiseführern um Alternativen für das teure Feierabendbier zu finden.


Chiang Dao, 5.11. (R )
Nach der ersten Nacht in einem thailändischem Bett, in der ich von meiner Begleiterin vom legendären 85er Projekt Konzert träumte (und so was in Thailand?), begann der Tag mit Aufstehn. In zum Guesthouse gehörendem Restaurant wurde auch Breakfest zu Frühstück angeboten. , wofür wir uns leichten Herzens entschieden. Anfangs per Fuß, dann per Chiang Mai Minibus gings zum Busbahnhof, wo sich bequem ein Bus nach Chiang Dao finden  ließ, der auch bald abfuhr. In Chiang Dao checkten wir im Piengdao Hotel ein, gemütlich, sauber, nett, zu respektablen Preis. Schon auf der Fahrt nach Chiang Dao fiel auf, dass es viel Gegend in diesem Landstrich gab. Auch wurde es leicht bergig, was berge links und rechts der Straße bestätigten. Im Westen Chiang Daos bot das Kalksteinmassiv des dritthöchsten thailändischen Berges eine imposante Kulisse. Da der Tag noch früh, nahmen wir den 5km Marsch zur heiligen Grotte noch vorm Mittagessen in Angriff. Während man auf das Bergmassiv zumarschierte konnte man auch wieder rechts und links des Weges viel Gegend sehen. Vor den Höhlen warteten in einem Teich heilige Fische auf von Touristen gespendetes Fischfutter. Gleich am Eingang der Höhle riet uns ein völlig mit Dreck überzogenes deutschsprechendes etwas, nur den beleuchteten weg entlangzugehen. Mir ging ein Licht auf, so dass wir diesem hellen Tipp folgten. Nach Besichtigung der mit tropfsleinen und buddhaskulpturenausgestatteten Höhle gings nebenan zu lunchen. Der Rückweg in die Stadt gestaltete sich einfach, da ein freundlicher Thai uns mit seinem Transporter mitnahm. Mit der so gewonnenen Stunde wussten wir aber nichts sinnvolles anzufangen. Eine Orts und Flussbesichtigung bildete das Nachmittagsprogramm. Am Abend belohnten wir die Freundlichkeit einer Garküchenbesitzerin mit unserem Besuch. Danach hieß es erstmals Maekong, Reisschnaps, der wie Helios schmeckte anstatt Teuerbier. Ein freundlicher Thaikoch verkaufte ihn uns für 31 Bath im kleinen 8cl Glas. Kann man trinken, gute Nacht liebes Tagebuch.


Thaton, 6.11. (D)
Wir wachten auf, einerseits weil ein Moped gerade durchs Zimmer fuhr, anderseits von der Frage gequält, was wir machen wollen, wenn wir dann um die Ecke auf die Hauptstraße biegen und der Bus nach Thaton kommt vielleicht sofort. Die Frage verdrängten wir erst mal und packten die Rucksäcke. Doch als wir damit fertig waren und auf den Weg zu dieser bereits oben genannten Ecke waren, hatten wir keine Zeit mehr uns über diese Frage den Kopf zu zerbrechen, wir mussten entscheiden, denn der Bus fuhr gerade ab. Wir sprangen vor den Bus, die Entscheidung war damit gefallen, die Stadt noch vor dem Frühstück zu verlassen. Der Bus war voll, doch da scheinbar alle Insassen Berufspendler waren und die Endziel-Stadt  Thaton anscheinend nicht so viele Arbeitsplätze bot, stiegen alle vorher aus bis auf drei von denen zwei wir waren. In dem sehr beschaulichem und regelrecht idyllischem gelegenem Thaton wurden wir gleich vom Dorfpolizisten empfangen. Er gab uns wichtige Hinweise über die Verhaltensregeln in der Stadt, das heißt man muß sich ordentlich bei ihm melden, woher man kommt, wohin man will usw., außerdem beriet er uns auch in der Frage der Unterkunft. Später wird sich herausstellen, dass dem Polizisten hier fast alles gehört, angefangen bei den Unterkünften bis zu den Bergvölkern und ihren Dörfern.  Unterkunft fanden wir im Apple-Guesthouse, einer sehr ruhig gelegenen Ferienanlage mit Bungalows und Zimmern mit kalter Dusche und ohne Sitzklo, Grund genug diese Herberge in die 3Sterne Kategorie einzuordnen. An der Uferpromenade fanden wir ein nettes Lokal für unseren Bruch, wir mussten ja auf Grund der frühen Entscheidung von Chiang Dao unser Mahlzeiten Timing umstellen. Nach einem guten Brunch machten wir uns auf den Weg die Umgebung dieser Kleinstadt zu erkunden. Wir bestiegen einen Berg von dem uns schon von weitem lustige Buddhas zuwinkten. Die atemberaubende Landschaft mit Felsen, Tropfsteinen und Wasserfällen wurde ergänzt durch eine einzigartige Fauna. Doch beim genaueren Hinsehen stellten wir fest, dass die Tiger, Ochsen und seltenen Vögel gar nicht echt waren, dass die Wasserfälle aus blauen Leitungen gespeist wurden und bei den Tropfsteinen die Bewährungseisen frei lagen. Wir sind jedoch nicht enttäuscht, bis auf die Baufehler bei der Tropfsteinherstellung, denn wenns gefällt und dem Glauben hilft ist alles ok. Die Sonne brannte und deshalb entschieden wir uns für einen leichten Lunch am Fluß. Wir fanden Platz bei einem Thailänder, im Fernsehen sahen wir Fußballergebnisse von irgendwo auf der Welt, wir konnten die Schrift nicht lesen, jedoch war eine Mannschaft dabei, die 1860 im Namen trug. Ein kurzer Abstecher über die Felder nahe Thaton brachte keine neuen Erkenntnisse, doch die Bestätigung, dass es hier sehr sehr schön ist. Abendessen waren wir in einem Straßenlokal ohne nähere Bezeichnung. Wir bestellten Dinner zum Abendessen und waren positiv überrascht, sehr lecker. In einer Karaoke-Bar schlossen wir den Abend mit einem Bier und überlegen seitdem, wie wir  den morgigen Tag und die nächsten Etappen organisieren, vor allem, welches Ziel wir ansteuern werden. Wir werden morgen sehen.


Louta 7.11. (R )
Der Tag begann wie gewöhnlich mit Frühstück. Danach beschlossen wir einen Spaziergang, über die Brücke, an den nobleren Ressorts vorbei, den Kok Fluß entlang richtung Myanmar. 3km vor der Grenze erreichten wir einen idyllisch gelegenen Posten der thailändischen Armee, der den Beginn des problem area markierte. Der Captain des Postens lud uns zum Tee ein und erklärte uns an einer Wandtafel die Situation im problem area. Thailändische Armee, burmesische Armee, Wa Armee, Kuonmintong und Opiumschmuggler standen sich hier gegenüber. Sie unterstanden wahrscheinlich alle dem Polizisten von Thaton, der sich um den reibungslosen Ablauf der Geschäfte und Frieden in der Region kümmerte. Ganz interessant mal mit so einem Außenposten ins Gespräch zu kommen. Wieder in Thaton zurück hieß es auschecken und Abschied nehmen, leider aber der Weg ist das Ziel. Da wir nicht mit Schweizern in einen Boot sitzen wollten, starteten wir auf Empfehlung des Polizisten richtung Berge ins Lisu Dorf Louta zu Asa´s Guesthouse. Im Norden Thatons war der Busbahnhof für Ziele im Norden. Ein gelber Minibus ließ uns auf dem Dach Platz nehmen, endlich mal eine anständige Mitfahrgelegenheit. Es gab reichlich Hinweisschilder zu Asa´s Guesthouse, welches sich etwa 1,5 km abseits der Hauptstraße befand im Ort Louta befand. Der Ort bot auf dem ersten Blick nichts außergewöhnliches. Vor Asa´ Guesthouse begrüßten uns seine Eltern. Asa selbst war noch unterwegs und kam etwa 90 min später. Alle Familienmitglieder waren sehr! Freundlich und kümmerten sich ständig mit Wasser und Tee um einen. Ein kleiner Ausflug auf den Berg wurde auch noch unternommen. Das von Asa´s Frau Weepah bereitete Abendessen war sehr reichlich. Asa sorgte sich nicht nur um Wasser, Tee und Essen, sondern auch noch ums Kulturprogramm. Heute gab es Stubenmusik, Banjo und diverse Blasinstrumente, außerdem wurde die Aufgabenverteilung der Geister (Hausgeist, Dorfgeist, Berggeist) erklärt. Ein interessanter Tag bei sehr freundlichen Leuten, wir werden Asa´s Guesthouse weiterempfehlen.      


Mae Sai 8.11. (D)
Das Krähen der Hähne und Grunzen der Schweine weckte uns, den einen eher den anderen später. Während wir ja Urlaub haben müssen andere in die Schule, so z.B. Asa´s 3 Großen. Auch wenn sich der kleinste der 3 Großen  heftig wehrte, wurden alle in den Schulbus verfrachtet. Sie durften jedoch bald wieder zurück, denn das am Vorabend besprochene neue Werbekonzept für Asa´s Guesthouse sah ein neues Foto mit allen 5 Kindern vor , da das Foto auf den bisher genutzten Flyern aus einer Zeit stammt, als es erst ein Kind gab. Das Fotoshooting war schnell organisiert, danach wurden die Kinder wieder in die Schule geschafft und für uns gabs Frühstück. Nachdem Asa aufgehört hatte, sich dafür zu bedanken, dass wir ihm seinen Tee und seinen Kaffee wegsaufen, brachen wir auf richtung Hauptstraße, immer noch ungewiß in welche Richtung unser Reise verlaufen wird. An der Hauptstraße angekommen kam auch schon das erst Yellow Taxi.  Doch da griff die Reiseleitung auf einmal ins Schicksal ein und war der Meinung, dieses Taxi wäre zu früh, man müsste nicht lange genug in der Sonne warten, so mache es keinen Spaß, zudem war das Public Taxi fast leer, man dürfte nicht auf dem Dach oder dem Reserverad oder auf der Stoßstange sitzen und und und. Das Taxi fuhr weiter richtung Thaton ohne uns, die es wohl richtung Norden verschlagen sollte. Als wir die nächste Zeit in der Sonne warteten kam Asa´ mit Frau vorbei und als wenn sie es organisiert hätten kam auch bald ein neues Yellow Taxi vorbei, richtung Norden und los gings. Zuerst zu einer Zwischen und Umsteigestation in ein Green Taxi, damit bis Mae Chan und von dort mit VIP Bus nach Mae Sai. In diesem quirligen Grenzstädtchen an der Grenze zu Myanmar fanden wir schnell ein Guesthouse namens King Kobra . Die waren richtig froh, das mal jemand das wenig frequentierte 2-Bett Zimmer nahm. An der Grenze gaben wir unsere Pässe und 10$ + 10 Bath ab, dafür bekamen wir lustige Zettel mit einer Gültigkeit bis 17 Uhr, dann gings hinüber nach Myanmar. Zum Glück gingen hier die Uhren alle 30 Minuten nach, so dass sich unsere Aufenthaltsgenehmigung verlängerte, was die Thailänder allerdings wenig interessiert hätte. Zum Lunch wählten wir ein burmäßisches Lokal, eine Abwechslung tat uns mal gut. Die Zeit in Myanmar verbrachten wir eigentlich nur mit der Suche nach Ansichtskarten. Nachdem wir welche gefunden hatten, konnten wir das Land wieder verlassen, machten noch einen Spaziergang entlang der thailändischen Uferpromenade und genossen ein paar Bier in der Hotellobby. Zwischendurch noch ein Kurztrip zum Dinner entlang der Hauptstraße, die Grenze hatte schon geschlossen, fanden wir eine thailändische Spezialitäten Garküche mit Sitzgelegenheiten. An einem anderen Stand gab es heute sogar ein Dessert. Nunn sitzen wir wieder in der Hotellobby und beenden den Abend. Die Mädchen von der gegenüberliegenden Autowerkstatt haben sich auch schon verdrückt, ist wohl zu frisch draußen geworden. Gute Nacht.


9.11. Houay Xai (R )
Die Düsseldorf Japaner pennten noch, der französische Friseur war noch nicht wieder aufgetaucht, die Chefin vom Guesthouse hatte ihr langes Haar wieder sittsam zu einem Zopf gebunden, was für ein Beginn eines neuen Tages.        
Breakfast gab es heute moslemisch. Gute Gelegenheit gleich mal zu erwähnen, dass es auch im Norden Thailands einen erwähnenswerten Anteil Moslems gibt. Am von Queen Kobra empfohlenen Busbahnhof in der Nähe ging nichts los. Auch das Dastehn und blöd aussehn half nicht, wahrscheinlich fehlt mir dazu auch das Naturtalent. So sollte es per Stadtlinienminibus zum Abzweig nach Chiang Saen gehn, welcher etwa 5km außerhalb des Zentrums liegt. An der Abzweigung wehrte jedoch die Schaffnerin jeden Absteigversuch ab, wodurch wir gezwungen waren zum Busbahnhof zu fahren und in einen schon wartenden Bus zu steigen. So ging es über den Umweg Mae Chan nach Chiang Saen und von dort per Minibus zum Goldenen Dreieck, wo auch schon 20 Luxusbusse mit Touristen hingekarrt wurden. Da es innerhalb unserer Reisegruppe Meinungsverschiedenheiten gab, welches Tor oder welcher Blickwinkel die Hauptattraktion sei, besuchten wir alle möglichen. Nach dem wir zusammen mit den mittlerweile 30 Busladungen Touristen, diesen Seightseing Punkt abgehakt hatten, hieß es weiterfahren nach Chiang Khong (betraf nur uns, nicht die 40 Busladungen ). Dies gestaltete sich zwar umständlich, das es von Chiang Saen zum gewünschten Zeitpunkt keine direkte Minibusverbindung gab und wir irgendwo umsteigen mussten, dafür boten sich herrliche Ausblicke auf den Mekong. Über den wir dann in einem kleinem Boot setzten. Houay Xai  auf laotischer Seite des Flusses erwies sich sofort als idyllische Kleinstadt. Wir checkten ein im Chanthone Guesthouse, einem 3 Sterne Haus, wie bisher immer auf dieser Reise. Vor der Schwelle musste man die Schuhe ausziehen, der Besitzer hatte eine lustige stotternde Lache und sprach kein Wort englisch, in unserem Nachbarzimmer quartierte ein richtiger belgischer Backpacker,m endlich mal normale Leute. Zu trinken gibts hier Lao Bier, halb so teuer wie das thailändische, aber auch nicht doppelt so gut. Beim Abendessen lernten wir dann Sumpeth kennen, einen ehemaligen Germanistikstudenten, der von seinen Leipziger Sauftouren erzählte. Er arbeitet jetzt für Diethelm Travel und muß ab morgen eine Ladung Studiosus Reisendeden Mekong hinunter begleiten.


10.11. Pakbeng (D)
Wir begannen den Morgen wieder mit Aufstehn, ein großer Teil der Reisegruppe tut dies bereits sehr früh, man kann bald sagen vorm Aufstehn, der Rest der Reisegruppe bleibt meist noch eine Stunde im Schlafsack liegen. Rene´ hatte an diesem Morgen ein Vorstellungsgespräch bei seinem laotischem Kollegen, dieser soll ihn hier in Laos einen Job verschaffen, aber so genau weiß ich das nicht. Zum Frühstück sind wir nur über die Straße gegangen, da gabs Baguettes, ein kulinarisches Erbe der Franzosen und Spiegelei. Da man uns am Vorabend den Ablegetermin unseres Transportbootes nach Pakbeng auf 9 Uhr kundtat, waren wir wie sich das gehört cirka eine Stunde vor Abfahrt am Hafen. Die Information des Vorabends stellte sich doch als falsch heraus, Abfahrt sollte jetzt 11 Uhr sein. Das war ja nicht weiter schlimm, in der Zwischenzeit versammelten sich auch Dutzende von Farangs, die alle mit dem Boot mitfahren wollten. Die meisten davon waren Package Tourer von Chiang Mai, die etwas enttäuscht waren über das von der Hafenmeisterei bereitgestellte Güter-Personen- Massentransportschiff. Wir nahmen es gelassen, fanden einen Platz am großen Fenster und richteten uns auf eine gemütliche Reise ein. Das Gepäck der Reisenden wurde zu drei großen Haufen im Innenraum des Schiffes getürmt. Ein Haufen wurde allein von einem Rucksack gebildet. Da dieser sich bewegte, ja man kann sagen dass er lebte, legte man ihn aus Sicherheitsgründen in eine Ecke. Unsere Vorschläge, was die Unterhaltung an Bord angeht wurden ignoriert, was zur Folge hatte, dass das Animationsprogramm unter aller Sau war. Die meisten der Mekong Kreuzfahrt Teilnehmer schliefen. Ich glaube diese Menschen schlafen immer. Andere glotzten in ihre Bücher, um so zu verheimlichen, dass sie eigentlich auch schlafen. Wer nicht schlief, nicht laß oder so tat als ob, der aß, Chips, Kekse, Toast, kein Wunder, dass hier viele so dick waren. Auf unserer Bank, gleich neben uns saßen noch 4, die nicht so wie die anderen faul rumlagen, 4 Mädels aus Prag. Das war es wider, der einstige Ostblock anständig und vernünftig die Fahrt und die Landschaft genießend, ausharrend gegen ständig rumlabernde Angehörige anderer Landsmannschaften, mal sehen wer am Ende der Reise übrigbleibt. Viel war jedoch mit den Prager Mädels auch nicht los, ziemlich eingeschüchtert saßen sie auf ihrer Bank. Das sollte sich aber ändern, ich greife da schon mal vor, da ich das Tagebuch mit einem Tag Verspätung verfasse, kann ich sagen, dass es kurz nach dem Start in Pakbeng einen Schluck Slivowitz gab. Super Mädels, so besteht man die globalen Herausforderungen. Zurück zum Vortag. Erwähnenswert ist auch , dass Harry Potter mit an Bord war, der laß die ganze Zeit aus seinem Tagebuch mit dem gleichnamigen Titel. Ansonsten ist nichts außergewöhnliches passiert. Wir haben keine Rettungsübung gemacht, es ist nichts und niemand über Bord gefallen, ach ja das Klo war lustig, hinter der Klotür fehlten eigentlich nur zwei Schiffsplanken und alles wurde dem Mekong übergeben. Frau Otto, die wir bereits am Vortag bei der Ankunft in Laos begegneten, entpuppte sich als Frau Dr. Psychater, ihr merkwürdiges Verhalten ist uns ja bereits am Vortag aufgefallen, die uns über die Suizid beflügelnde Wirkung unserer Malariaprophylaxe aufklärte. Gegen 17 Uhr legten wir in Pakbeng an, einem kleinem Dorf, was sich auf den täglichen Nachschub an Farangs eingestellt hatte. Der Run auf die Guesthouses konnte mit dem Sturm auf die drei, sorry zwei Rucksackhaufen beginnen. Wir sahen dem Treiben ziemlich gelassen zu und beschlossen erst einmal durchs gesamte Dorf zu laufen. Unsere Taktik sah vor, das Guesthouse zu wählen in das die Dicken nicht reingehen. Die Taktik ging auf, eine nette und hübsche Guesthouse Chefin winkte uns vom Balkon aus zu und vermietete uns ein Zimmer für 20000 Kip (etwa 2 Euro). Die sanitären Einrichtungen entsprachen dem Landestypischem, Klo im Boden versenkt und die Dusche aus der Schöpf-Schüssel. Nach einem Spaziergang zum nahen Dorfende kehrten wir mit Frau Otto bei Laoten ein. Das Essen war lecker, obwohl sie mich auf meine Frühlingsrollen ziemlich lange warten ließen. Das Bier ist ja hier recht preiswert, da kann man auch mal eins mehr trinken. Zwischendurch war der Reiseleiter duschen. Er kam recht glücklich wieder ins Restaurant. Er hatte das Glück, mit der Chefin duschen zu dürfen. Das schlug sich auch positiv auf die Bewertung des Guesthouse nieder, Dieses Guesthouse erhielt wie alle anderen bisher die Höchstkategorie 3 Sterne. In diesem speziellen Fall, einen dafür das keine Dicken hier waren, einen dafür, dass ein schönes Restaurant gegenüber war und einen dafür, dass man mit der Guesthouse Chefin duschen darf (leider nur ausgewählte Personen). Der Abend war nett, mit dem Tuckern des Generators ging es auch zu Ende.


11.11. Luang Prabang (R )
Die aus der einzigen Luxusherberge des Ortes wegen Überbuchung in unser Guesthouse verwiesenen Australier, waren traurig diesen schönen Ort mit seinen Annehmlichkeiten wieder verlassen zu müssen. Sie waren echt voll begeistert mal an der Backpacker-Romantik teilnehmen zu können, doch jetzt wurden sie wieder zu ihrer Reisegruppe verfrachtet. Die Versorgung der Boatpeople mit Fresspaketen wurde vom Ort Pakbeng hervorragend organisiert. Trotzdem nahmen wir noch zusätzlich ein Breakfast im  Restaurant gegenüber ein. Dies tat auch eine Kölner Karnevalsrednerin. Wahrscheinlich vom heutigen Datum zusätzlich angestachelt sorgte sie für unnötiges Gelabere und Zeitverzug. Anscheinend war sie mit einigen Benimmregeln für Backpacker nicht vertraut, die z.B. auch besagen, dass man in einem Restaurant isst was es gibt und nicht ewig mit dem Restaurantleiter herumlabert um eine Extrawurst gebraten zu bekommen. Der Start des Slowbootes war zwischen 8 und 9 Uhr festgesetzt, je nachdem wie jeder wollte. Es ging auch pünktlich los und alle waren wieder mit von der Partie, die schweigsamen Tscheschinnen, die lebende Bruttoregistertonne (von einigen mit einem Rucksackberg verwechselt), die Gitarre mit Spieler (um nicht Kiel holen zu müssen, hatte der Spieler die Gitarre nicht angerührt), Harry Potter, sonstige mögliche Genossen der Zeit und ich Witz des Wahns. Wir passierten auch einige Stromschnellen. Dies erfordert viel Geschick, sowohl beim Steuern des Schiffes, als auch beim Steuern des Schiffens, wenn man gerade auf dem Bordklo ist. Da es auch heute kein offizielles Animationsprogramm an Bord gab, shakerte ich mit einer hübschen Französin, was mir folgendes Meisterwerk der geversten Gedanken entgleisen ließ.

Wenn ich Alizee seh
brauch ich kein Meer mehr
Wir fahren den Mekong entlong
Durch Laos, laos uns Liebe tun,

nun

Wie einen Indochina doch zu  literarischen Höchstleistungen verleitet. Ja warum sollte es mir anders ergehen als Andre´ Malraux und Konsorten. Etwa 16.30 erreichten wir Luang Prabang. So stelle ich mir eine französische Provinzstadt vor, die es in Frankreich wahrscheinlich gar nicht mehr gibt. Es ging auf Guesthousesuche. Einige Reiseteilnehmer jammerten wieder nach dem Motto nicht so weit laufen zu wollen und erst mal ein Guesthouse nehmen. Damit kamen sie natürlich bei der Reiseleitung nicht durch. Schließlich sollte es doch ein 3 Sterne Haus sein, was dann auch gefunden wurde. Das Abendessen im dazugehörigem Corniche Cafe´ war gar nicht asiatisch. Naja man gönnt sich ja sonst nichts.


12.11. Luang Prabang (D)
Die Hähne krähten bereits seit dem Vorabend, so kam es mir jedenfalls vor. Ich schwor heute zum frühstück gibt es Chicken. Der Reiseleiter stand schon in der Nacht auf, wurde aber nicht rausgelassen. Da wir pleite waren, zumindest was die Landeswährung betraf und die Reiseleitung schon von der einheimischen Bevölkerung bespuckt wurde (kann passieren, wenn man beim Morgenspaziergang unachtsam überholt), war unser erstes Ziel eine Bank. Da bot sich gerade die bei einem kleinem Restaurant an, die war bequem und Breakfast gab es auch. Danach gings zum Geldtauschen. Nachdem wir wieder über eine halbe Million in kleinen Scheinen gebündelt in der Tasche hatten, konnte unsere Luang Prabang Tour losgehn. Als erstes stand der Königspalast und somit gleichzeitig das Nationalmuseum auf dem Tagesordnungspunkt. Dort schlossen wir uns heimlich einer Führung einer kleinen Studiosus Gruppe an. Da diese Führung jedoch unseren Ansprüchen nicht entsprach machten wir unsere Führung allein. Besonders Augenmerk schenkten wir der Abteilung mit Geschenken an das Königshaus aus aller Welt. Die Russen beeindruckten mit Abzeichen, während die Amis mit blödem Mondgestein keine Überzeugungsarbeit leisten konnten. Das lag sicherlich daran, dass das ausgewählte Mondgestein der Amis von der dunklen Seite des Mondes stammte. Die Sonne tat sich schwer gegen den allmorgendlichen Nebel. Das schreckte uns trotzdem nicht ab unseren Stadtrundgang fortzusetzen und uns Wat für Wat an den Gipfel heranzutasten. Doch Wat war That? Die Suche nach einem auf unserem Stadtplan abgebildeten That, der Name soll jetzt mal keine Rolle spielen, verlief erfolglos. Wir liefen mehrmals ums gesuchte Objekt, bis wir zu der Erkenntnis kamen, dass das That kein Wat war, sondern dass das That den Bestandteil eines Wat bildete. Das hätte man wissen sollen. Danach ging es auf den Berg Phousi im Zentrum Luang Prabangs, wo eine Überraschung auf uns wartete. Kurz vor dem Tempel war eine Flak aufgebaut, mit der man früher mal schoß. Die Zeiten sind zum Glück vorbei und das Kanonenrohr ist demontiert. Der Abstieg dauerte nicht lange. Am kleinen Busbahnhof für Tuk Tuks mussten wir nicht lange verhandeln, um eins zu chartern und mit dem uns zugeteilten Driver ins Dorf gegenüber der Höhlen von Pak Oh. Ein geplatzter Reifen stoppte unsere Fahrt auf halbem Weg, so das unser Reiseleiter sich auch mal nützlich machen konnte. Im Dorf wartete schon eine Fähre auf uns, die uns über den Mekong zur Höhle der 1000 Buddhas brachte. Die Kontrolle ob auch alle da wären erbrachte ein negatives Ergebnis, es war einer zuviel. Da wir daraus jedoch keine große Sache machen wollten, setzten wir über und hatten Appetit auf einheimischen Whisky. Unser Driver verstand unsere Gesten und brachte uns zum Whisky-Village. Nach Verkostung der drei hergestellten Sorten und Vorführung der Destillationstechnik kauften wir eine Flasche des edelsten Getränks, so was geht hier nicht unter 10000 Kip über den Ladentisch, ging es wieder heimwärts. Sicherheitshalber wurde ein neuer Reifen aufgezogen. Im Dunkeln kamen wir in Luang Prabang an. Zum Abend gabs reichlich, dann war er auch vorbei.


13.11. Vang Vieng (R )
Wenn man Vormittag das Haus verlässt begegnet man drei Sorten von Menschen, Mönche, Mönchsfütterer und Mönchsfüttererfotographen, alle in einer gewissen Abhängigkeit zueinander stehend. Unser Charterchauffeur stand leider nicht wie am Vortag gewünscht zur Verfügung, so dass wir uns nach einer Alternative umsehen mussten und auch schnell fündig wurden. Am Busbahnhof herrschten endlich mal normale Verhältnisse. Der 8.30 Bus war ausgebucht, so dass wir bis 10 Uhr warten mussten. Dies eröffnete mir die Gelegenheit mit dem Frankokanadier zu quatschen, mit dem ich mich schon paar Mal unterhalten hatte. Ich liebe den Klang des französischen Akzents, er erinnert mich so an Alizee. Der Kanadier schien ein echter Backpacker zu sein und setzte Maßstäbe in Sachen mitzuführendes Gepäck. Er hatte fast keins. Auch schien er come back alive belesen zu sein, denn er setzte sich auf den Platz hinter der Windschutzscheibe, wo man im Fall der Fälle am wenigsten zu leiden hat. Der Busfahrer war jedoch Bin Laden Fan und daher behutsam mit seiner Fracht Farang, man kann ja nie wissen ob man sie später noch mal zum entführen oder ausbomben gebrauchen kann. Die Vielzahl Farang im Bus ließ erkennen, dass wir wieder on the beaten track waren. Ach so ich vergaß, der Plan den Mekong weiter zu befahren wurde verworfen. Es ging richtung Süden nach Vang Vieng. Zunächst endlose Serpentinen hinauf, aber auch wieder hinab, durch Wirklichkeit gewordene Postkarten. Stops zum rasten und schauen wurden auch eingelegt. Das Ziel (mal den Fakt das der Weg das Ziel ist außer acht lassend) entpuppte sich als riesiges Backpackerfreilaufgehege mit verblasstem Shangri La Touch. Mindestens 30 Guesthouses, Internetcafe´s, etwas von Khaosan auf dem Lande. Wir checkten ein im Phonsaksit Guesthouse, einem 3 Sterne Haus, wer mehr Sterne wollte, brauchte nur in den Nachthimmel zu sehen. Nun sitzen wir im gegenüberliegenden Restaurant, trinken Beerlao und beobachten die Geckos an der Wand. Etwas entfernt tönt eine Gitarre. Sollten wir wieder einen erwischt haben, der mit so einem unhandlichem Gegenstand durch die Lande zieht. Da wäre doch eine Harfe viel nützlicher, denn da kann man die Saiten zu Eierschneiden benutzen. Aber es war keine Gitarre, gezupft in unserem Guesthouse ! von vergangener Kolonialglorie hinterhertrauernden Franzosen.


14.11. Vang Vieng (D)
Eigentlich passierte an diesem Tag fast gar nichts. Wenn wir in einem All Inclusive Clubhotel wären, dann könnte ich bestimmt ne Menge schreiben. Als All Inclusive Tourist kommt man auf dem Weg vom Bett zur Bar am Frühstücksbuffet vorbei und muß nicht wie wir erst die Straße überqueren. Auch entfällt beim All inclusiv Touristen das Bezahlen und er muß nicht auf die Bank zum Geld wechseln. Nachdem wir das erledigt hatten konnten wir jedoch wieder die Vorteile des Backpacker Lebens auskosten und so liehen wir uns bei einem hießigen Fahrradverleiher, der sich über dicke Leute auf Fahrrädern lustig machte, zwei Räder. Im sicheren Glauben an die Tüv geprüfte Zuverlässigkeit der Räder (notwendig, da die Straßen hier Mensch und vor allem Material sehr beanspruchen), machten wir uns auf den Weg. Bei der Überquerung des Flusses mussten wir an der Bambusbrücke eine Maut von 4000 Kip bezahlen, trotzdem muß man kurz nach der Mautstation ungefähr in der Mitte des Flusses in die Fluten steigen, etwa 20 Meter flussabwärts durchs Wasser laufen, um dann wieder auf eine Brücke zu steigen, die einen dann wieder trockenen Fußes über die zweite Hälfte des Flusses ans andere Ufer bringt. Die Fahrt ging durch felder und Dörfer, immer entlang an der faszinierenden Kulisse der Berge Vang Viengs. Die nächste Brückenmaut war etwas günstiger, die Rückfahrt war im Preis inklusive. Es ging weiter, die Wege waren zum Teil sehr holprig, wir genossen die Landschaft und das freundliche Winken und grüßen der Kinder. Sabadie ist wohl ein freundlicher Gruß, so dass wir dies auch erwidern konnten. Ein Reifenschaden stoppte noch vor der Hälfte der geplanten Strecke die Fahrt. Doch im nächsten Dorf erhielten wir Hilfe. Ein Rudel von Kindern versuchte den sich nicht gerade im besten Zustand befindlichen Schlauch des Hinterrades zu flicken oder schaute einfach zu. Provisorisch wurde der Mantel mit Gummiresten an der Felge verschnürt. Die Reparatur kostete 8000 Kip ohne Garantie, die hätte ich dann 2 km weiter geltend machen können, der Schlauch schien doch irrreparabel. Wir beschlossen trotzdem die geplante Route fortzusetzen. Abwechselnd wurde das defekte Rad cirka 2km geschoben, während der andere das Radfahrn genießen konnte. Dies war nicht nur die schnellste Variante, sondern auch die sozial und solidarisch gerechteste Lösung. Mit etwas Verspätung, aber was soll das heißen kamen wir wieder zurück nach Vang Vieng. Wir beobachten die Ankunft eines Busses Studiosus Reisende. Da sich dies jedoch spektakulärer anhört als es ist, machten wir uns auf die letzte Etappe zur Fahrradrückgabe. Dort freute man sch, dass wir versuchten den Defekt zu beschreiben, änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass dies wohl völlig normal wäre, wenn am Rad ein kleiner Schaden auftritt. Nach dem Duschen war drinking Beerlao and looking sunset angesagt. Abendessen gabs in einem stark von Israelis frequentierten Lokal. Als Videovorführung erwarteten wir daher Eis am Stiel. Das war jedoch nicht so und so gingen wir noch bei uns gegenüber ins End of the world Cafe´ einen Lovelao (Fruchtshake mit etwas Schnaps) zu uns nehmen.


Vang Vieng 15.11. (R )
Beim morgendlichen Spaziergang, welcher täglich fakultativ angeboten wird und an dem sich meist 50% der Reisegruppe beteiligten begegnete ich wieder dem Frankokanadier, wem auch sonst. Er fühlte sich so richtig happy in diesem schönem Ort, der doch so richtig was für uns junge Leute war, eine Auffassung der ich nur zustimmen konnte. Nach dem frühstück gings wandern in die Natur, davon gabs hier in der Gegend reichlich. Uns folgten zwei Franzosen, die unserer Wegkenntnis vertrauten. Diese sprach sich schnell herum, so dass wir bald einen immer größer werdenden Schweif Franzosen hinter uns herzogen. Wenn Franzosen sich treffen ist wahrscheinlich immer Alkohol dabei, oder wie ist es sonst zu erklären, dass einige von ihnen die Bambusbrücke nur auf allen vieren überqueren konnten. Die Fortsetzung des Vormittagspazierganges fand ohne Begleitung statt. Da wir uns auf dem Rückweg verlaufen hatten, waren wir schneller wieder in Vang Vieng als gedacht. Das Mittagessen fand im mondänen Golfrestaurant statt, dessen Personal sich von einem wirren Franzosen amüsieren ließ, der weder Lao, noch Englisch und wohl auch nicht richtig Französisch sprechen konnte. (Blick vom Golfrestaurant auf den Song River) Am Nachmittag stand Tubing auf dem Programm. Wem Rafting keinen Nervenkitzel mehr versetzen kann, der ist beim Tubing gerade richtig. Mit rasender Geschwindigkeit (für 5km braucht man etwa 2,5 h) jagt man den reißenden Song River hinunter, immer der Gefahr ausgesetzt gegen einen Brückenpfeiler geschleudert zu werden. Aber irgendwie haben es doch alle geschafft heil am Ziel anzukommen. Da es der letzte Abend in vang Vieng war, sollte es zum Dinner etwas besonderes geben. So orderte ich Lao Nudel Salat. Als meine Schüssel serviert wurde war ich überrascht, dass zwei Fische mir entgegenschauten. Außer Nudeln befanden sich in der Schüssel viele andere leckere Zutaten. Also hatte nicht nur der Franzose vom Golfrestaurant Probleme das richtige Essen zu ordern. Aber im Gegensatz zu ihm wurde ich doch gesättigt. Nachdem wir nicht in der Lage waren den richtigen Weg zum Abhängrestaurant auf der anderen Seite des Flusses zu finden, endete der Tag im End of the world Restaurant, was ja auch nicht so verkehrt ist. Dort wurde dann auch der Plan für den Rest der Reise festgelegt. Plan A machte das Rennen, was bedeutete, dass noch ein Zwischenstop auf dem Weg nach Vientiane Eingelegt wird, welcher am Muong Soum Stausee geplant war.


16.11. Vientiane (D)
Guten Morgen, alle Reiseteilnehmer sind eingestimmt Plan A in die Tat umzusetzen. Nach dem Frühstück am ende der Welt, was ja gleich über die Straße war, marschierten wir richtung Busstation, noch einmal zurückschauend, die schöne Kulisse genießend, über das Rollfeld. Mittels der Karte, auf unser Tagesziel zeigend, wurde uns ein Minibus zugewiesen, aus dem wir cirka 30 km nach Vang Vieng rausgeschmissen wurden. Die Versuche mit einem freundlichem Sabaideee und unserer Karte weiter richtung Stausee zu kommen schlugen jedoch fehl, da keiner der Locals so richtig mit unserer Karte zurecht kam. Die Locals waren sehr um unser Wohl bemüht, konnten uns aber auf der Karte nicht zeigen, wo wir uns befanden. Die Frage nach einem Guesthouse am Stausee konnte auch niemand beantworten. So standen wir an der Rausschmissstelle bis ein gut gefüllter Bus anhielt und uns als einzige Farang mit einlud. So gings also wieder richtung Vientiane, immer noch auf der Suche nach einem Abzweig zum Stausee. Der Bus kam uns vertraut vor und als der Fahrer die Worte five minutes sagte war uns klar, dass wir wieder mit dem Bin Laden Fahrer unterwegs waren. Diesmal stoppten wir jedoch nicht wegen einer Imbisspause, sondern aufgrund eines Reifendefekts. Der Defekt war schnell behoben, es konnte weitergehen. Nach ca 3,5h dieser meines Erachtens nach anstrengenden Busfahrt, die Reiseleitung fühlte sich allerdings sauwohl, immer Ausschau haltend nach dem Abzweig zum Stausee, waren wir in Vientiane. Die Götter des Budget Traveling hatten ins Geschehen eingegriffen und befohlen Plan B in Angriff zu nehmen. Gut dass wir gut vorbereitet waren und so auf den Eingriff reagieren konnten. Plan B war also in Kraft getreten. Die ersten Guesthäuser, die wir in Vientiane ansteuerten waren überfüllt. Wir kamen schließlich in einer Absteige unter, der meiner Meinung nach 1 Stern zustand. Die Reiseleitung plädierte jedoch auf 2 Sterne, das waren wahrscheinlich die schönen Augen der Guesthouse Chefin. Es folgte der Stadtrundgang. Nach den obligatorischen Wats und Thats trafen wir den Frankokanadier, der sich in neuer Garderobe präsentierte. Der Markt zum Souvenirerhaschen entpuppte sich als Straßencafe´gebiet mit Blick über den Mekong nach Thailand. Dorthin soll es dann morgen wieder, so Plan B, aber vorher noch zum Inder. Ich fand den Inder nett und deshalb ging ich noch ins Internet, das war billig und außerdem fing es an zu regnen, es soll ja nicht heißen, es bestünde da eine Abhängigkeit. Der Abend endete im Sabaidee gleich um die Ecke. Es lief Rugby im Fernsehen, was die kleine Farangfangemeinde erfreute.


Zug nach Bangkok 17.11. (R )
Ich begann den Tag wieder mit einem Frühspaziergang. Gute Gelegenheit mich beim Kanadier zu verabschieden, einem jener Reisegenossen von denen ich hoffe, dass ich ihnen mal irgendwo wiederbegegne. Der Frühmarkt öffnete erst 8 Uhr, was Gelegenheit gab noch mal ordentlich zu frühstücken, 40 cm lange belegte Baguettes, eine Segnung der französischen Kolonialmacht, die es in Thailand wohl nicht mehr geben wird. Der Frühmarkt wurde von einigen Reiseteilnehmern zum Souvenirjagen genutzt. Danach gings mit der Stadtlinie zur Frienship Brücke. Die nette Chefin des Guesthouses, das wegen der über Landesdurchschnitt liegenden Übernachtungspreise und defekter Wasserleitungen nur 2 Sterne bekam, hatte uns die richtige Busnummer gewiesen. Die Friendshipbrücke wollten wir eigentlich zu Fuß überqueren. Das war an diesem tag nicht möglich, da dies bereits einige Wandervereine taten. So mussten wir mit dem Grenzpendelbus fahren. Die dafür zu entrichtende Gebühr und weitere verschiedene Gebühren ließen unseren Restbestand an Kip schnell schmelzen. Die letzten tauschte uns ein freundlicher Tuk Tuk Fahrer auf thailändischer Seite. Thailand empfing uns mit regen, weswegen die Zeit bis zur Abfahrt des Bangkokexpresses auf dem Bahnhof verbracht werden musste. Etwaige Abänderungsmöglichkeiten von Plan B, wie zum Beispiel Erkundung des Busbahnhofs oder Weiterfahrt vom selbigen nach Udon Thani, um von dort richtung Chantaburi oder Koh Chang zu kommen, wurden fallengelassen. Da es in Bangkok eine günstige Umsteigemöglichkeit richtung Süden gab, trat Plan B2 in Kraft. Die Liegeplätze nach Bangkok waren ausgebucht, so dass für uns Sitzplatz 2. Klasse übrig blieb. Der Zug sollte 18 Uhr losfahren. Der Start verzögerte sich jedoch da erst einmal die Nationalhymne gespielt wurde (wahrscheinlich uns zu Ehren) und auf dem Bahnsteig alles stramm stand. Der Zug holperte mächtig auf und anscheinend auch neben den Gleisen. Besonders erstaunlich war das Anfahren des 20 Wagen langen Zuges, welches anscheinend durch Auffahren des folgenden Zuges beschleunigt wurde.


Prachuab Khirikhan 18.11 (D)
Der Zug wiegte, nein besser schüttelte, nein schleuderte mich in den Schlaf, der bis ca. 5 Uhr anhielt. Der Morgenkaffee wurde von einer freundlichen Stewardess gereicht, musste allerdings bezahlt werden. Mit etwa einer halben Stunde Verspätung  erreichten wir den Bangkoker Hauptbahnhof. Wir besorgten uns Tickets für unser zweites Etappenziel richtung Süden. Für die Hälfte der zahlten wir etwa 50% mehr als von Norden nach Bangkok. Mit wahnsinniger Geschwindigkeit fuhren wir über das Bangkoker Schienennetz, man hätte wahrscheinlich nicht schneller laufen können. Die Geschwindigkeit stieg jedoch proportional mit der zunehmenden Landschaft und der Anzahl der Palmen. Es wurde auch ein Essen gereicht, daher der Preisaufschlag! Da der Zug nach Bangkok wie bereits erwähnt eine halbe Stunde Verspätung hatte und der Zug richtung Süden eine halbe Stunde später losfuhr, kamen wir auch mit einer reichlichen Stunde Verspätung in Prachuab Khirikhan an. Hier an der schmalsten Stelle Thailands muß man aufpassen, wohin man tritt. Auf der einen Seite tritts du ins Meer, auf der anderen bist du fast schon in Myanmar. Die Suche nach einem Guesthouse überließen wir einem einheimischen Tuk Tuk Fahrer. Nachdem wir uns an der Kommandostelle der hießigen Armeedivision vorgestellt hatten und den Flugplatz hin und zurück überquerten, setzte er uns an einem Hotel mit phantastischem Blich auf die Bucht ab. Das Guesthouse bekam 3 Sterne. Am Fuß des die Stadt krönenden Berges konnte man sich paarende Affen beobachten. Den Berg hinauf führten über 300 Stufen, ganz oben befand sich wie selbstverständlich ein Wat. Von oben konnte man sich einen guten Überblick verschaffen und nach einem Beach suchen. Nach dem Abstieg, mit nun vermehrter Ortskenntnis charterten wir ein Tuk Tuk. Wir checkten zum zweiten mal am zu passierenden Armeeposten ein und konnten somit das Rollfeld des Flugplatzes wieder überqueren. Beim Spaziergang am schönen Aow Manao Beach mit seinen vielen Freßbuden, Tube Ausleihstationen und einer phantastischen Kulisse nahm ich an einer Touristen Umfrage teil. Noch ein Bier im Offiziers Club und wir konnten die Heimreise antreten. Doch war kein Tuk Tuk mehr da, wahrscheinlich ist man mit unserer zweimaligen Check Point Einreise ohne offizieller Ausreise zwischendurch durcheinander gekommen. Wir traten also den Heimweg zu Fuß an, bis eine Jeep Fahrerin anhielt und uns in ihren Laderaum verfrachtete. Wieder am Guesthouse wollten wir eigentlich gleich Sabaidee um die Ecke zum Abendessen, doch da musste man sein Essen selbst am Tisch warm machen und da wir noch keinen Thai Kochkurs belegt hatten, kehrten wir bei einer herkömmlichen thailändischen Garküche ein. Während sich die eine Hälfte der Reisegruppe sich dem Seafood widmete, schließlich sind wir ja hier am Meer, mochte die andere Hälfte eher scharf essen.


19.11. Loi Krathong in Hua Hin (R )
Da ich beim Morgenspaziergang nicht damit rechnen konnte dem Kanadier zu begegnen, machte ich mich auf die Suche nach der Abfahrtsstelle für Busse nach Hua Hin. Ich fand einen Bus samt Fahrer und erkundigte mich. Er zeigte mir bereitwillig den richtigen Weg, hielt jedoch alsbald inne und rief eine Mopedfahrerin herbei, die mich an den richtigen Ort chauffierte. Der Weg für diie nächste Etappe war also abgesteckt. Das Frühstück war heute thailändisch und das nicht nur thailweise, es gab scharfe Gemüsesuppe. Der Bus brachte uns in die Urlauberstadt Hua Hin. Dort angekommen gings gleich auf Quartiersuche. Eine Menge Luxushotels buhlen hier um Gäste. Das Hua Hin Hilton erschien uns als das beste und so machten wir uns nach dorthin auf, um in der Nähe Quartier zu beziehen. Es dauerte ein wenig, um ein 3 Sterne Haus zu finden. Einige konnten auf Grund des Preises nicht in die 3 Sterne Kategorie eingestuft werden, andere deshalb nicht, weil sie keine Zimmer mit 2 Betten hatten. Aber hier half wieder mal das dumm rumlaufen und blöd aussehen Prinzip. Obwohl ich mir gar keine Mühe dabei gab, wurde ich von ein paar hilfreichen Mädchen angesackt und in eine Bar gezerrt. Diese Hilfe höflich abschlagend, fanden wir aber auch noch ein angemessenes Guesthouse. Nach dem Eichecken im Memory Guesthouse gings an den Strand, vorbei an Touristen, die unsere Radfahrerbräune bestaunten und nicht grüßten. Nach den gut besuchten Strandabschnitten von Hilton, Sofitel und Co kam ein von leeren Hotels gesäumter Geisterstrand. In einem Strandrestaurant, was wohl auch den Namen End of the world tragen hätte können orderten wir Lunch. Nach weiteren Meeresschwimmeinheiten hieß es die Stadt zu erkunden. Mädchen und Frauen in den Cafe´s und Bars und auch außerhalb waren emsig damit beschäftigt Blumengestecke herzustellen. Was konnte dies bedeuten? Wir beschlossen der Sache auf den Grund zu gehen. Um dabei effektiv zu arbeiten, wurde die Reisegruppe geteilt. Der eine teil forschte im Internet nach, der andere befragte die Blumenbinderinnen direkt. Tatsächlich hatten wir dadurch Erfolg. Der eine Teil der Reisegruppe, wir wissen nicht mehr welcher, fand die Lösung. Loi Krathong stand an und die mit Kerzen versehenen Blumengebinde sollten ins Meer gesetzt werden. Alle Frauen und Mädchen waren also geschickt am basteln. Einige bastelten auch über den Bedarf, so dass auch noch was für die Touristen übrig blieb. Wenn man ein Blumengesteck aufs Meer setzt, darf man sich dann was wünschen. Gute Restaurants verschenkten auch Gestecke an ihre Gäste. Das von Transvestiten geführte Restaurant in das wir hineingeraten waren versorgte uns auch tatsächlich mit einem Gesteck und Abendessen. Mit dem Gesteck in Händen gings zum Festanzug.  Wunderschöne Mädchen in feinsten Kleidern zogen die Straße entlang. Das Auge hatte voll zu tun bei all der Farbenpracht, die ab und zu durch ein paar bunt gemischte Tanztruppen, die angetrunken schienen aufgelockert wurde. Höhepunkte des Unzuges warenprächtig geschmückte Festwagen, welche mit einer Blumenprinzessin gekrönt waren sowie die den Festwagen folgenden Aggregatschieber, die sich um die Beleuchtung zu kümmern hatten. Der Fotograf hatte voll zu tun und ich stand blöd da mit dem Gesteck in den Händen (meines Erachtens als einziger männlicher Blumengesteckträger), aber niemand kam helfen. So musste Eigeninitiative entwickelt werden. Ich wollte das Gesteck einem der Mädchen schenken. Dieses noble Vorhaben erwies sich von daher als schwierig, da ja jedes schon eins hatte. Den Festumzug bestaunend musste ich recht lange warten, bis eine unglücklich schauende Gestecklose vorbeikam. Ich übereichte ihr also das Gesteck, was sie gleich glücklich werden ließ, was man wohl auch am Foto sieht. Vom Festumzug gings an den Strand, der schon gut besucht war von Leuten, die ihre Blumen samt brennenden Kerzen dem Meer übergaben. Die Feier war im vollem Gange, Kleine Fackelballons wurden steigen gelassen und es herrschte Freude allerseits, dies besonders wenn einer der Fackelballons nicht sofort die richtige Höhe erreichte und erst mal knapp über dem Boden dahinschlich. Der Tag endete noch mit einem Bier in einer der hier zahlreichen Getränkeläden.


20.11. Damnoen Saduak (D)
Während wir uns auf die Suche nach einem vernünftigen Breakfastrestaurant machten, hier ist früh noch nicht so viel Betriebsamkeit, wurde vom hießigem Stadtreinigungspersonal mittels schwerer Technik und zusätzlichem Hilfspersonal der Strand vom Unrat  des gestrigen Loi Krathong Festival beräumt. Nach dem Frühstück ging es an den Hilton Strand. Das Hilton hatte eigenes Personal für die Reinigung ihres Strandabschnitts beauftragt. Die arbeiten jedoch etwas langsam, wissend dass irgendwann sowieso die Stadtreinigung kommt und sie sich dann wieder solch wichtigen Dingen wie Rasen pflegen oder Pool samt Drumherumliegende säubern. Das machte das Personal des Hilton wirklich gut, den meine tägliche Kontrolle des Pools ergab ein positives Ergebnis. Über das Baden im Meer gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Am Vortag hatten sich einige unserer Reisegruppe schwer misshandelt beim Aufprall auf eine Klippe.
Zum Mittag fanden wir einen guten Thailänder. Zwar gab es kein Blumengesteck, dafür gab es richtig Hühnerfleisch. Wir machten uns auf zum Busbahnhof. Nach etwas mühsamen Erfragen, wie wir nach Ratchaburi kommen können, wurden wir in einen Bus verfrachtet, der die richtige Richtung einschlug. Die Fahrt war nicht besonders, da das thailändische Bus und Bahnsystem voll auf unsere Reiserouten und Zeiten eingestellt schien. Der Bus wartet eigentlich nur auf uns, dann fährt er los.
An einer Kreuzung irgendwo wurden wir dann rausgeschmissen. Der nächste Bus kam jedoch bald. Angekommen in Ratchaburi, fuhr der nächste Bus gleich vor, als uns das Buspersonal sah. Die nächsten 5 km wie der Reiseführer beschrieb lagen ca 50 km in östlicher Richtung. Aber alles kein Problem, nur noch ein Umsteigestop und wir waren am schwererreichbarstem Ort unserer Reise. Unser Guesthouse war ein Hotel, welches 2 Sterne erhielt. Während der eine Teil der Reisegruppe im Internet Informationen über den Floating Market einholten, vertrieb sich der andere Teil die Zeit im Hotel. Übrigens, der Teil der Reisegruppe, der im Internetcafe´ hart arbeiten musste hatte wenigstens das Vergnügen, zwei Mädels aus Tschechien kennen zu lernen.


21.11. Bangkok (R )
Der Tag begann mit Aufstehn und gleich danach ging es los richtung Floating Market Disney Resort. Laut Reiseliteratur dem einzigen noch verbliebenen Markt seiner Art in Thailand. Das Angebot an offerierten Booten war groß. Noch waren die Touristenscharen aus Bangkok nicht im Anmarsch. Wir fußten jedoch. Der Floating Market konzentrierte sich auf ein Karree durch das die Hauptstraße führte. Von den Brücken hatte man den besten Blick, siehe auch Webcam www.sabuy.com . Die Boote verkauften hauptsächlich Gemüse und Food, die Buden an den Klongs Touristenbedarf. Mit der Zeit gewannen die Touristenboote die numerische Überlegenheit über die Verkaufsboote. Um dem entgegenzuwirken verließen wir das Areal. Der Bus nach Bangkok wartete schon auf uns. High noon erreichten wir die Metropole, lärmend, chaotisch wie ich sie noch in Erinnerung hatte. Unser Bangkoker Zuhause war schnell erreicht. Da war sie also, die Khaosan Road, kein reines Backpackerrevier mehr, mehr ein Mix aus Chams Elysee, Arenal, Reeeperbahn und dem was Khaosan mal war. Guesthouses und Restaurants gabs haufenweise, gehandelt wurde alles, von T-Shirts, Studentenausweisen bis Bin Laden Masken. Alles ist schrill und bunt wie das Volk was hier verkehrt, Locals, Hilltribewomen, Backpacker verschiedener Art und Anschauung und Touristen, denen man das hier als Sehenswürdigkeit verkauft. Wir checkten ein im Grand Guesthouse, 3 Sterne. Danach ging es in die City. Per Boot bis Orient Hotel, dann Silom Road mit Abstecher Patpong, der Kultur wegen. Wir waren am Nachmittag dort, da kann man das noch machen ohne gleich irgendwo hineingezogen zu werden. Zurück zum Chao Phraya Fluß gings per Sky Train, von dessen Plattformen aus man einen tollen blick auf die Skyline Bangkoks hatte. Der nächste Besichtigungspunkt führte uns nach Chinatown, was schon am Abbauen der Stände war, aber  trotzdem noch viel sehenswertes bot. Danach gings nach Little India. Eindrucksvoll hier der Sikh Tempel, ein modernes Gebäude, welches beim Betreten an ein Bürohaus erinnerte. Der Schuhe und Socken entledigt, das Haupthaar mit einem Tuch umschlungen gings per Lift hinauf in den Predigtsaal, wo ein Weißbart zu den Gläubigen sprach. Abendessen gabs anschließend in einem Gracelandrestaurant. Per Boot gings zurück nach hause. Khaosanroad hatte sich noch mehr in einen Rummel verwandelt. Unser Guesthouse warb mit dem Sonderangebot buy 3, get 1 free, welchem kaum zu widerstehen war. Weil die einzelne Flasche viel teurer war als anderswo, sparte man also allerhand. Serviert wurde die Bestellung in einem mit Eiswürfeln gefüllten Sekteimer, Khaosan Road hat halt Stil. Auf dem Großbildschirm flimmerte irgendein Premier League Spiel. Neueingeflogene Holländer fragten nach dem Ausgang des Freundschaftsspiels gegen Deutschland, ich wusste es nicht, was den Frieden an der bar nicht störte. Die Straße entlang zog ein buntes friedliches Volk, guten Nacht Bangkok


22.11. Bangkok (D)
Guten Morgen Bangkok. Die erste Nacht im Grand Hotel war überstanden, wir konnten also auch One night in Bangkok singen. Ein Frühstückslokal war schnell gefunden, übermäßig voll war die Khaosan Road zu dieser Zeit noch nicht, waren die meisten etwa schon auf dem Weg zu  den kulturellen Highlights der Stadt, sprich Tempel, Museen usw? Wir mussten uns also beeilen, denn wir wollten nicht die letzen sein. Mit der Fähre ging es ab zum Grand Palace und dem dazugehörigem wat. Schon weit vor den Palastmauern wurde uns gestikulierend deutlich gemacht, dass wir so wie wir rumliefen nicht eintreten dürften. Gleichzeitig wurden uns supergünstige Hosen zum Kauf angeboten. Wir zogen es jedoch vor den Paß des Reiseleiters am Eingang gegen zwei Hosen in Universalgröße einzutauschen. So durften wir passieren. Zum Glück mussten wir nur einen Paß als Pfand hinterlegen. Meinen brauchte ich um neben der Kasse Travelers cheques in Bath einzutauschen, dies war notwendig, denn der Eintritt für den Grand Palace sprengte unsere Kulturkasse. Dies war diese einmalige Sehenswürdigkeit jedoch auch wert. Innerhalb des Grand Palace und des Wat Phra Keo erwarteten uns neben zahlreichen Touristen, die meisten davon waren wohl japanischer Herkunft, ein überwältigender Anblick asiatischer Architektur und Kultur. Höhepunkt war der Smaragdbuddha, eigentlich ein kleines Exemplar und aus Jade und gar nicht so lustig wie wir schon andere in Thailand gesehen hatten. Wie in jedem Tempel ist es auch hier Pflicht, die Schuhe auszuziehen. Dies bereichert den Duft der Räucherstäbchen um natürliche Aromastoffe. Nicht alle Touristenmögen das und machen dies mit dem Zuhalten der Nase deutlich. Dazu werden auch noch backen aufgeblasen und die Augen verdreht. Vornweg wieder die Japaner, als ob es in deren Heimat anders zugehen würde. Auf ging es zum nächsten Tempel. Wat Pho stand als zweiter Tagesordnungspunkt an. Freundliche Tuk Tuk Fahrer erklärten uns, das  Wat Pho erst 13 Uhr öffnet. Das war sehr hilfsbereit und wir planten Wat Arun vorzuziehen. Leider wäre Wat Arun wegen Hochwasser geschlossen. Zum Glück konnte uns ein Tuk Tuk Fahrer aber sofort ein alternatives angebot machen. Da wäre noch ein Wat irgendwo, natürlich mit Buddha, welches nur heute geöffnet ist, welch ein Glück. Als Beweis dafür malte der freundliche Tuk Tuk Fahrer einen Buddha in den Stadtplan des Reiseleiters. Wir lehnten jedoch das Angebot ab, da der von ihm gemalte buddha aussah wie ein Haribo Goldbär und der Reiseleiter sehr von der Verunstaltung des Stadtplans enttäuscht war, außerdem kennt man ja solche Tipps. Wir gingen zum Wat Pho, dies war sperrangelweit geöffnet und man freute sich, dass auch wir den liegenden Buddha betrachten wollten. Obwohl man im Wat Pho viel mehr Platz hatte, nicht ganz so viele Japaner den Blick versperrten, der Buddha viel größer war, kostete der Eintritt nur ein Zehntel des Preises vom Grand Palace. Unsere Kulturkasse atmete auf, es mussten keine Umschichtungen im Reisehaushalt gemacht werden, keinem wurde das Essen gestrichen, im Gegenteil, es gab sogar ein Eis als Imbiß. Das Hochwasser war auch zurückgegangen, Wat Arun hatte nie geschlossen. Also setzten wir mit der Fähre über und kamen zu Punkt 3 unsere Kulturliste. Wat Arun oder auch Tempel of dawn genannt gilt als Wahrzeichen Bangkoks. Auch hier beeindruckten wieder Architektur und Ornamentik des steil aufragenden Tempels. Nahe Wat Aruns bog ein Klong richtung Westen. An der Anlegestelle hielten wir Ausschau nach einer Mitfahrgelegenheit, um ein bisschen durch die Klongs zu schippern. Da das boot als Verkehrsmittel in Bangkok fast ausgedient hat, machte es etwas Mühe voranzukommen. Die Passagierboote dienten hauptsächlich für pauschale Touristentouren. Ausgesetzt an einer ruhigen Ecke, beschlossen wir nach dem Mittagessen auf gebräuchlichere Verkehrsmittel umzuwechseln. Wir gingen also zur nächsten Hauptstraße, wo die Ruhe ein jähes Ende fand und fuhren per Bus durch dichtgedrängte Straßen zurück zum Fluß. Als Alternativkulturpunkt wurde ein vom Reiseführer vorgeschlagener Weg durchs alte Farangviertel eingeschlagen. Der in der Karte eingezeichnete weg war jedoch nicht begehbar, da einige den neuen Farang erbaute Hotels den alten Farangweg blockierten. Als es dunkelte und keine Sehenswürdigkeiten mehr zu erwarten waren gings per Tuk Tuk zurück nach hause, ins neue Farangviertel Khaosan Road. Der auch heute wieder einsetzende Trockenzeitschauer erleichterte die Auswahl der Dinnerlocation. Dort wo es anfing zu regnen gings hinein, eine gute Möglichkeit zur Wahl eines Restaurants. Und so endete der Abend wie er wohl für die meisten Gäste der Khaosan Road endet, essend, trinkend, plaudernd.    


23.11. Bangkok (R )
Weil ich zu den Frühaufstehern zähle. Macht es wenig Mühe alle zu zählen, die auch früh aufstehn. Zumindest trifft man auch früh auf Personal  unseres Guesthouses. Mit diesen freundlichen Wesen lässt sich immer ein freundliches Wort wechseln. Da ich zu den Jungen gezählt werde (siehe Kanadiererklärung vom 15.11.) verwundert es nicht, dass eine kleine Freundliche ein Auge neben mich geworfen hat, wer könnte es ihr verdenken. Der Tagesverlauf unserer Reisegruppe sah heute ein buntes Programm aus Kultur, Shopping und Entertainment vor. Zunächst ging es per Bus zum Vimamnek Mansion. Der Eintrittspreis war im Ticket vom Grand Palace enthalten. Somit wurde der Besuch zur Pflicht. Der weitläufige Komplex bestand aus mehreren Palästen und Museumsgebäuden. Hauptattraktion war der weltgrößte Teakholzpalast. Die Kleiderordnung für Besucher verlangte entweder lange Hosen oder Socken. Wer keins von beiden vorweisen konnte, wurde bis zur halben Höhe in ein Büßergewand gewickelt. Nachdem dies geschehen war und wir uns der Schuhe entledigt hatten, wurde uns der Eintritt zum Hauptgebäude verwehrt, mit der Begründung, dass man sich vorher die Tanzshow ansehen müsse. Die bis zum Start der Darbietungen verbleibende halbe Stunde reiche nicht aus, um sich den Teakholzpalast anzusehen. Nur die Japaner durften den Palast sofort betreten, weil die wohl schneller im Seightseing sind. Nachdem der Kulturteil abgehakt war gings per Bus zum Victory Monument, um das sich 5 Fahrbahnen wanden. In jede Richtung war dichter Verkehr zu entdecken. Sky Train und Skyline bildeten eine imposanten Hintergrund. Jubelnd kam uns Crocodile Dundee entgegen, ein Australier aus dem zweiten Touristenbezirk, der neu in Bangkok und noch etwa orientierungslos war. Wir nahmen ihn mit in den richtigen Zug und los gings zur Konsumtempelanlage Weekend Market. Der Markt bietet so alles was die Herzen der Locals und der Farangs höher schlagen lässt, Tiere lebend oder gebraten, Haushaltsartikel, Textilien und eine breite Palette an Souvenirs. Auch wir erlagen dem Kaufrausch, der nur durch flucht eingedämmt werden konnte. Zunächst ging es zum Skytrain Knotenpunkt Siam Center, einem Konsumtempel der anderen art und weiter zum Fluß. Es regnete mittlerweile stark, so dass die Boote mit einer Plane überdeckt waren und man sich an den Brücken orientieren musste. Der Abend sah Khaosan Road vor. Abendessen wurde auf der Straße eingenommen, das heißt an verschiedenen Grillständen, die abwechslungsreiche Kost anbieten. Das königliche Kulturverständnis vom Vormittag noch im Kopf und die Khaosan Road vor Augen drängte sich die Frage auf, weiß eigentlich der König was hier für ein Rummel los ist. Bestimmt nicht, vielleicht auch gut so. Unser Programm sah vor zuerst im Außenbezirk ein Shang Beer zu trinken, nicht wegen dem Geschmack, sondern wegen des Etiketts zum Sammeln. Danach ging es an die Volkbar, wo around the world auf der Getränkeliste ganz oben stand, ein Cocktail ohne kein Alkohol. Die Volkbar hatte sogar spezielle eigene Trinkbecher, die sich gut als Souvenir eigneten. Das Souvenirsammelprogramm sah dann noch Jeo Beer Etiketten vor. Diese gabs samt daran klebender voller Bierflasche in unserem Guesthouse. Auf den Leinwänden flimmerte wieder Premier League Fußball. Das letzte Bier des Abends servierte uns der gelbe Engel an der Eingangsbar, wo man den alltäglichen Khaosan Rummel vor Augen hat. Zu meinem Verabschiedungstreff mit der kleinen Guesthousebediensteten haben wir uns irgendwie verfehlt, so was soll öfters vorkommen. Es war aber erst Samstag und ich hatte noch keine Suizid fördernde Malariaprophylaxe genommen, so das ich insgesamt ein positives Fazit dieser Reise ziehen konnte.       

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