Den nächsten Tag nahmen wir uns Zeit für einen Ausflug in das Boyne Valley. Diese Gegend liegt etwa 50 km nördlich von Dublin. Dort steuerten wir das "Bru na Boinne"-Besucherzentrum an. Dort hatten wir dann die Qual der Wahl: Möchten wir nur das Besucherzentrum sehen? Oder ebenfalls Newgrange oder Knowth? Oder gar alles?
Wir entschlossen uns Newgrange zu besichtigen - und lagen mit der Wahl goldrichtig. Der Eintrittspreis beinhaltete die Besichtigung des Besucherzentrums inklusive einer "audio visual show", also einer Videoaufführung, sowie die Fahrt nach Newgrange mit einem Pendelbus und die Führung durch einen erfahrenen Guide.
Also schauten wir uns den Film an, gingen dann zum Bus und fuhren nach Newgrange.
Doch was ist Newgrange jetzt eigentlich? Laut Reiseführer eine keltische Grabstätte... Nun, eigentlich weiß das niemand so genau. Es scheint vielmehr eine Art Observatorium zu sein. Ob die Stätte zugleich als Tempel oder Grabstätte diente, ist einfach nicht bekannt. Zu alt ist das Gebilde schon, über 5000 Jahre alt. Und somit etwa 1000 Jahre älter als die Pyramiden in Ägypten und 500 Jahre älter als Stonehenge in England. Eine Besonderheit hat der Bau, die ihn so faszinierend macht:
Nur einmal im Jahr fällt durch das "Fenster" oberhalb des Eingangs die Sonne - und zwar genau zur Wintersonnenwende, kurz nach Sonnenaufgang. Sprich am 22. Dezember oder bis zu 2 Tage vorher bzw. nachher kann man das Spektakel live erleben - wenn man einer der Gewinner der Lotterie ist.
Da dieses Ereignis so beliebt ist und nur 15 Leute Platz im Inneren finden können, wird jährlich verlost, wer daran teilnehmen darf. Früher ging es nach Wartelisten, die dann aber schnell bis zu 10 Jahre lang wurden...
Bei unserer Besichtigung demonstrierte unserer Touristenführer Kevin, wie das im Dezember dann wirkt. Eine faszinierende Beobachtung und das "nur" mit künstlichem Licht... für die Touristen eben. Wie muss es erst im Winter-Tageslicht wirken...?
Mehr über die Faszination Newgrange könnt ihr bei Mike lesen. Wir haben ihn im Bus getroffen und er erzählte, dass er ganz aus der Nähe stammt. Er hat es sich zum Hobby gemacht, Fotos von Newgrange und dem anderen Gebilde Knowth zu machen und veröffentlicht diese mit vielen Erläuterungen auf seiner Internetseite über Newgrange.
Am Nachmittag nahmen wir uns dann Zeit für etwas ganz Anderes, dem Wetter angemessen. Dazu erfahrt ihr auf der nächsten Seite mehr...