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<Vorgeschichte

Der Münzzähler

Es dauerte wieder ein paar Wochen, bis mir eine Amerikanerin den gesuchten Nibbler aus NY mitbrachte, welchen ich per Kreditkarte in einem Aircraft -Toolshop in Cleaveland bestellte. Doch oh weh, mir schmerzte Herz und Hand, als ich damit die ersten Bisse von 1,5 mm Stahlblech ausstanzte. Also blieb doch nichts anderes übrig, als das Langloch mit der Stichsäge auszusägen...
Die Elektronik, war soweit fertig und wartete auf den Einbau. Eine Mitarbeiterin aus meines Bruders Geschäft untersagte mir, den Mz an unserer Royal zu testen. Doch das war zweifellos ein guter Tip, denn so wie ich Murphys Gesetz kenne, funktioniert meine Entwicklung nicht. Prompt hatte die Kaffeemaschine bloss eine stabilisierte 5 V Speisung und der kleine Trafo ist nicht bemessen, um Zusatzgeräte zu füttern. Also musste ich nochmal eine Laborsitzung einleiten und eine eigene Speisung entwickeln. Doch da es in unserer Küche schon mal aussah wie in meinem Labor zu schlechten Zeiten, baute ich das Bedienfeld um, lötete Drähte an, machte Messungen nach dem Sprichwort "wer misst misst Mist" und installierte schliesslich das mehradrige Kabel. Dann machte ich mich also nochmal an die Arbeit. Ein Trafo wurde ins Board gesetzt, ein Operationsverstärker eingepflanzt und Brücken umgelötet. Es folgten grundsätzliche Überlegungen wie; Wozu eine Digitalanzeige, welche doch keine brauchbare Information vermittelt, aber zuviel Strom frisst? Also, ein Mail in die Schweiz: "He Boss, was meinst Du wenn ich..."
Dann korrespondierte ich mit Deutschland über eine vandalensichere LED-Lampe. In der Folge wurde das Display wegrationalisiert und durch eine pulsierende Bi-Leuchtanzeige ersetzt. Dann rauschten endlich die Datenblätter der Impulszähler herein. Die Leiterplatte musste ein viertes Mal geändert, Schema und die Projektpapiere umgezeichnet werden. Redesign nennt das der Profi und 240 V mussten simuliert werden, um auch extremsten Bedingungen zu genügen. Am Bildschirm und in meinen dicksten Katalogen suchte ich nach passenden Komponenten. Ein 4700µ -Fass, Flachkabelstecker und einen Überspannungshalbleiter. Aber Kabel nur in Rollen zu 100 m!?..
Dann wurde der Münzzähler zusammengestiefelt, in die Küche getragen und installiert. Letzte Messungen, eingeschaltet und Puff? Nein, ein diskretes rotes blinken mahnte: Münze einwerfen! Doch woher nehmen und nicht stehlen. Die inzwischen wertlos gewordenen 1 Bolivar Münzen sind zwar exakt gleich gross wie ein Schweizerfränkli, aber werden natürlich in unserem Qualitäts Münzprüfer von der magnetischen Weiche ausgeworfen...

Das ist eben wieder einmal Murphy: Es funktioniert alles, aber wir haben kein Geld zum Testen!...

 

 

 

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