�Moment, es fehlt noch ein kleines Accessoire!�, er wedelte mit einem schwarzen Schal vor meiner Nase herum.

�Was wird denn das?�, fragte ich verbl�fft als er mir die Augen verband, mich die Treppe hinunterf�hrte und ich auf dem Beifahrersitz seines BMW�s Platz nahm.

�Wie soll ich sagen? Eine Art kleine Entf�hrung.�, lautete seine geheimnisvolle Antwort.

Eine halbe Stunde sp�ter hielt er an, sprang aus dem Auto und �ffnete, ganz Kavalier, meine T�r und half mir heraus. (Kein Wunder, wie sollte ich mich, blind wie ich im Moment war, orientieren?) Dann f�hrte er mich ein paar Meter gerade aus, machte mich auf  drei Stufen aufmerksam, �ber die ich auch noch dr�ber stolperte, zum Gl�ck hielt er mich fest, so dass ich nicht st�rzte. Fl�stern, Papierrascheln, und leise Musik war das einzige, was ich h�rte.

�So, da w�ren wir!�, vorsichtig nahm er mir die Augenbinde ab. In einem gro�en Raum, der in grellen Gr�nt�nen gestrichen war, stand in der Mitte ein gro�er Tisch, auf dem ein riesiges Buffet aufgebaut war und drum herum standen die anderen vier und die Manager Mike �n Mike, Erik kam auf mich zu, umarmte mich z�rtlich und gab mir einen leidenschaftlichen Kuss. Dann nahm er meine Hand und f�hrte mich zum Tisch.

�Wir k�nnen anfangen, der Ehrengast des heutigen Abends ist endlich eingetroffen.�

�Sorry, Babyface! Hatten noch etwas zu erledigen.�, entschuldigte sich Dan und zwinkerte mir verschw�rerisch zu. Lautes St�hle scharren, als wir uns alle setzten und begannen die Platten mit Sandwiches, Muffins, Obst und Chips zu pl�ndern. Immer wieder blickte ich mich um, irgendwie kam mir die Bar da vorne bekannt vor und auch die bunte Tanzfl�che und die witzigen Spr�che, die an der Decke standen, hatte ich schon einmal gesehen, blo� wo?

�Sag mal, Erik. Wo sind wir eigentlich?�, fragte ich ihn schlie�lich neugierig.

�Erkennst du es nicht? Das ist das Blue Kiss.�, antwortete er verschmitzt.

�Du hast es extra gemietet?�, entgeistert blickte ich ihn an.

�Ja, denn hier hat unsere Liebe begonnen und hier soll sie auch weitergehen.�
Mein Gott, wie s��, dachte ich nur und gab ihm einen dicken Schmatzer. Auch der restliche Abend war wundersch�n. Mike Cronin bewies sich als erstklassiger Barkeeper. Er mixte die gleichen Cocktails, die Erik und ich in dieser Dezembernacht getrunken hatten und DJ Trev spielte dieselben Songs. Immer wieder erstaunte mich mein Freund auf�s Neue, er konnte sich noch an alles, was damals geschehen war, erinnern. Wir r�umten gerade ein wenig auf als die Sonne schon aufging und nur wenig sp�ter fuhren wir alle hundem�de, besser sch�ferhundm�de, nach Hause. Bis Sonntag waren es noch vier Tage, vier lange Tage, die ich mit meinem Erik verbringen konnte, denn �berraschenderweise hatte er trotz allem viel Zeit f�r mich und k�mmerte ich wirklich toll um mich. Diese Party im �Blue Kiss� zeigte mir einmal mehr, wie aufmerksam und liebevoll er war, mehr wie alle meine fr�heren Freunde, obwohl er von allen die wenigste Zeit hatte. Er war einfach der wunderbarste Mensch, den es gab und ich �rgerte mich, dass die Schule am Montag wieder begann, aber in acht Wochen waren zum Gl�ck Herbstferien, die ich nat�rlich wieder in Orlando verbringen wollte, wie sollte es auch anders sein?

Freitag nach dem Abendessen bat mich Mike Morin in sein B�ro.

�Wie gef�llt es dir in Orlando, Tina?�, erkundigte er sich freundlich.

�Klasse! Das Wetter ist super, die Stadt ist toll und das Haus ist echt geil!�, beantwortete ich seine Frage.

Er nickte und l�chelte mich fl�chtig an. Irgendwie war er mit seinen Gedanken ganz woanders.

�Und bist du gl�cklich?�, wollte er als n�chstes wissen.

�Ja, wie k�nnte ich es nicht sein? Ich lebe mit den Menschen zusammen, die ich liebe.�, sagte ich aus tiefster �berzeugung.

�Gut, das wollte ich blo� wissen.�, damit entlie� er mich zu den anderen, die im Wohnzimmer sa�en und sich Ashley�s neuesten Song anh�rten.

Den Samstag hatten O-Town frei und wir fuhren zu einer eher unbekannten Bucht, wo es schneewei�en Sand gab und das Wasser t�rkis glitzerte. Alles war wie im M�rchen, es gab lediglich keine b�se Hexe. Abends gingen wir noch in eine Disco und tanzten bis zur vollst�ndigen Ersch�pfung, wie damals�

Leider ging mein Flugzeug schon um11 Uhr morgens und ich w�rde auch erst um 2 Uhr nachts in Deutschland ankommen. Meine Eltern hatten sich aufgeregt, aber ich hatte ihnen geduldig erkl�rt, dass es keinen fr�heren Flug gab. (Das stimmte nicht so ganz, sondern war mehr eine Notl�ge, denn ich wollte jede, noch so erdenkliche Zeit mit Erik verbringen.) Trotz der nachtschlafenden Zeit hatten sie versprochen mich abzuholen. Dann war es soweit! Ich wachte trotz der durchgemachten Nacht sehr fr�h auf und lag noch zwei Stunden wach bis der Wecker klingelte. Ein superleckeres, typisch amerikanisches Fr�hst�ck mit Pancakes und Ahornsirup, Baked Beans, Donuts und Muffins war ein kleines Abschiedsgeschenk, danach mussten wir sofort zum Flughafen. Ein letzter Blick auf die Villa und schon verschwand sie hinter der Stra�enecke. S�� fand ich, das alle mitkamen um sich dort von mir zu verabschieden, wenigstens ein kleiner Trost. Bereits auf der Fahrt verbrauchte ich ein ganzes P�ckchen Taschent�cher und am Terminal drei, von wo mein Flieger startete, konnte ich gar nicht mehr aufh�ren zu weinen. Sie versuchten mich alle zu beruhigen, doch der Schmerz war einfach zu gro�. Alle liebevollen und tr�stenden Worte machten es nur schwieriger f�r mich. Schlie�lich, nachdem ich mich von Dan, Jacob, Trevor, Ashley und beiden Mikes verabschiedet hatte, stand mir das Schlimmste noch bevor. Ich hatte mich gerade wieder etwas gefasst, soweit, dass ich nicht mehr ununterbrochen weinen musste, da trat Erik vor mich und als ich in seine dunkelbraunen Augen blickte, kamen die Tr�nen von selbst. Er nahm mich fest in den Arm und murmelte in mein Ohr: �Schhhh!!! Du brauchst nicht weinen! Wir sind bald wieder zusammen, das verspreche ich dir, au�erdem k�nnen wir telefonieren und Emails schreiben und du wei�t, dass ich dich �ber alles liebe und nie aufh�ren werde, das schw�re ich.�

Liebevoll k�sste er mir die Tr�nen von den Wangen und blieb schlie�lich an meinen Lippen h�ngen, die er sanft liebkoste. Da bemerkte ich, dass auch er weinte und er sah so hilflos aus, ich konnte nicht anders und schluchzte laut los. Ich h�tte ewig hier stehen k�nnen, aber ohne jede Frage blieb die Zeit nicht stehen und irgendwann wurde mein Flug zum dritten und letzten Mal aufgerufen. Mir brach das Herz als ich mich von ihm l�ste, meine Reisetasche nahm und zum Check-in ging. Bevor ich zum Sammelraum lief, drehte ich mich allerdings noch einmal um und blickte durch die Glasscheibe. Erik stand unbeweglich genau dort, wo ich vor f�nf Minuten in seinen Armen gelegen hatte. Ich wollte gerade weitergehen, als er pl�tzlich direkt auf mich zu rannte, nat�rlich trennte uns das Panzerglas. Er legte seine Hand auf meine, und ich glaubte seine W�rme durch das Glas zu sp�ren, dann k�sste er die Scheibe und auch ich presste meinen Mund dagegen. Ungl�cklichere Menschen als ich konnte es nicht geben, davon war ich fest �berzeugt, w�hrend ich den Gang entlang lief. Vergessen waren meine Ideen von Gl�ck, ein tiefer Schmerz, der mich innerlich zerriss, war das einzige, was ich noch empfinden konnte. Von Trauer �berw�ltigt stieg ich in das wartende Flugzeug und suchte mir durch einen Tr�nenschleier meinen Platz. Die letzte Erinnerung, die ich an ihn hatte, waren die gro�en, dunklen Flecken auf seinem roten Pulli, die von meinen Tr�nen stammten.

Der Flug und auch der Rest dieser Nacht war ein einziges Fiasko aus Trauer, Herzschmerz und Sehnsucht. An Schlaf war gar nicht erst zu denken und wenn ich vor Ersch�pfung einmal einnickte, weckten mich furchteinfl��ende Alptr�ume aus meiner Kindheit. Morgens um sechs erwachte ich schwei�gebadet. Ich hatte von den Puppenr�ubern getr�umt. Diese Fantasiegestalt hatte mich als kleines Kind monatelang durch meine Tr�ume gejagt. Nachdem ich minutenlang geistesabwesend an die Decke gestarrt hatte, stand ich schlie�lich auf, schaltete meinen PC an und schrieb im ersten Morgenlicht eine Email an Erik. Ich wollte nicht, dass er ungl�cklich wurde, berichtete nur, dass ich gut angekommen war, erz�hlte etwas vom Flug und richtete sch�ne Gr��e von meiner Familie aus. Danach nahm ich eine eiskalte Dusche, f�hnte mir die Haare und machte einen ausgiebigen Spaziergang.Fast w�re ich zu sp�t zum Unterricht gekommen, da war heute sowieso nix los, nur Stundenplanverteilung, Kurssprecherwahl und so Zeug. Ich war froh als ich da wieder raus war. Zuhause war es totenstill, ich verzog mich in mein Zimmer, legte die O-Town CD, die sie mir (handsigniert) geschenkt hatten, ein und dachte an die letzten zwei Wochen, die, die sch�nsten meines Lebens gewesen waren und ich hoffte, dass noch viele solcher Wochen dazukamen. Gegen Abend rief  Nat an und fragte, ob ich Lust hatte mit der Clique noch in eine Kneipe zu gehen, doch ich sagte ab. Mir war nicht danach �ber irgendwelche Tussen abzul�stern und mit irgendwelchen Typen rumzuflirten.  Auch auf Abendessen mit der Familie hatte ich keinen Bock und Appetit sowieso nicht. Ich hatte heute Mittag eine trockene Brotscheibe und einen halben Apfel gegessen und zum Fr�hst�ck fehlte mir eigentlich immer die Zeit. Ein Vorteil den Liebeskummer hatte, ich tat endlich wieder etwas f�r meine Figur.

So wie an diesem Tag, verbrachte ich die n�chsten Wochen, lag auf meinem Bett, h�rte die CD und verschwand in meiner Tagtraumwelt. Von meinen Freunden und meiner Familie kapselte ich mich fast v�llig ab, auch die Schule lie� ich schleifen, nur die n�tigsten Aufgaben wurden erledigt und der Unterricht bedeutete f�r mich zus�tzliche Traumzeit. Erst als mein Klassenlehrer meine Eltern zu einer ernsten Unterredung bat, in der er sie �ber meinen, katastrophalen psychischen Zustand aufkl�rte, realisierten sie, dass es sich bei mir nicht um normalen Liebeskummer handelte und als auch noch Nat zu ihnen kam und ihnen erz�hlte, dass ich mich so gut wie nie mit ihr oder anderen Freunden traf, machten sie sich ernsthafte Sorgen und versuchten mich zu einem Termin bei einem Psychologen zu �berreden. Doch ich hatte andere Probleme; Erik meldete sich kaum. Ein, zweimal die Woche bekam ich eine Drei-Zeilen-Mail, in der er schrieb, dass es ihm gut ging und er mich vermisste, manchmal richtete er Gr��e von den anderen aus. Ich dagegen schrieb ihm jeden Tag einen halben Roman. �ber meine Gef�hle, meine Gedanken, �ber alles was mir in den Sinn kam und wenn ich ihn versuchte anzurufen, bekam ich fast immer nur seine Mailbox oder den Anrufbeantworter der Band zu h�ren. Ab und zu ging er selbst dran, hatte dann aber nie Zeit um l�nger als f�nf Minuten zu telefonieren. Mein Kummer und meine Verzweiflung wuchsen t�glich und es verging kein Abend, an dem ich mich nicht in den Schlaf weinte. Jetzt hatte ich die wichtigste Person meines Lebens verloren! Mir war es egal, dass Nat sich tierisch um mich sorgte und als sie vorschlug bei mir eine Pyjama-Party zu machen mit Videonight stimmte ich nur sehr widerwillig zu. Sie kaufte sogar Chips und Popcorn und besorgte die Getr�nke, nat�rlich dachte sie auch daran, dass ich Baileys �ber alles liebte. Obwohl diese Besorgungen meine Aufgabe als Gastgeberin gewesen w�ren und die Videos lieh sie auch aus. Zum gr��ten Teil irgendwelche Schnulzen! Am Tag der �gro�en Party� versprach sie mir morgens in der Schule, mir nachmittags bei den Vorbereitungen zu helfen. Schlecht gelaunt wie immer, kam ich nach Hause, auf dem K�chentisch lag ein kleines P�ckchen, dass an mich adressiert war, der Absender war ein Postfach. Neugierig riss ich das braune Packpapier auf und holte eine Videokassette heraus. Auf einem kleinen Schild stand �F�r Tina�. Ich ging in s Wohnzimmer und legte die Kassette ein. Da erschien Erik, der in seinem Zimmer sa�, auf dem Bildschirm.

�Hi Tina!�, sagte er und l�chelte mich an.

�Wie geht�s dir? Mir geht�s ganz gut, nur der ganze Stress, aber das kennst du ja� Ich hoffe, du freust dich �ber meine kleine Videobotschaft. Ich wollte endlich mal wieder ein L�cheln auf dein Gesicht zaubern, weil ich dir in letzter Zeit so viele Schmerzen zugef�gt habe und ich habe ein echt schlechtes Gewissen, dass ich dir nur ganz kurze Mails schicken kann, aber ich habe keinen eigenen Laptop, werde mir aber bald einen kaufen, versprochen!� Lachend kreuzte er die Finger.

�Au�erdem werde ich versuchen, dich mindestens einmal die Woche anzurufen, okay? So und nun gibt�s noch ein St�ndchen f�r dich.�, und er sang, nur f�r mich allein, den Refrain von All or Nothing, dann gab er mir noch ein K�sschen in die Kamera und sagte, dass er mich �ber alles liebte. Mit Tr�nen in den Augen sa� ich auf der Couch und blickte auf den schwarz gewordenen Fernseher, die Videobotschaft war zu Ende. Den ganzen Nachmittag schaute ich sie mir an, diesmal aber in meinem Zimmer, weil ich nicht gest�rt werden wollte. Wie s�� von ihm, dachte ich die ganze Zeit und konnte zum ersten Mal wieder richtig fr�hlich sein. Erst als es an der T�r Sturm klingelte und Nat atemlos hereinkam, um sich f�r ihre Versp�tung zu entschuldigen, fiel mir die Party wieder ein, die in einer Viertelstunde beginnen sollte und ich hatte rein gar nichts vorbereitet.

�Nat, sorry, aber ich hatte noch �berhaupt keine Zeit, etwas zu erledigen.�, erkl�rte ich ihr leise. Entgeistert blickte sie mich an, sch�ttelte kurz den Kopf und sagte: �Na dann, nichts wie ran an die Arbeit!�

In Windeseile r�umte ich mein Zimmer auf, in der Zwischenzeit bereitete Nat belegte Br�tchen zu und stellte die Getr�nke kalt.

�Such schon mal die Filme raus!�, t�nte aus der K�che ihre Stimme. Ich griff nach ihrem Rucksack, in dem mindestens zehn Kassetten lagen und hatte schon meinen Lieblingsfilm �Shakespeare in Love�  herausgezerrt, als es an der Haust�r l�utete. Schnell lief ich nach unten. Es waren Anja und Miriam, die mich herzlich umarmten und mir ein Fl�schchen meines Lieblingsparf�ms in die Hand dr�ckten. In diesem Augenblick rief mich Nat aus der K�che, sie konnte kein Tablett finden. Mich traf der Schlag, als ich die K�che betrat, ein f�rchterliches Chaos. Rasch schickte ich sie nach oben zu den anderen.

�Spul schon mal den Film zur�ck! Er ist, glaube ich, schon drin.�, rief ich ihr nach.

Ding, Dong! Veronika und Daniela! Jetzt fehlten nur noch Sandra und unser gro�es, silbernes Tablett. Mir fiel ein, dass wir es in den Ferien mal unseren Nachbarn Familie Meyer geliehen hatten, schnappte meine Jacke, sagte Natalie, die herunter gekommen war, um Gl�ser zu holen, dass sie schon mal anfangen konnten mit Video gucken und ging kurz r�ber zu Meyer�s. Wenig sp�ter kam ich zur�ck, legte die H�ppchen auf�s Tablett und balancierte es vorsichtig die Treppe hoch. Die T�r meines Zimmers war nur angelehtnt.

�So, hier kommt das Ess��, mir blieb das Wort im Hals stecken, denn alle sa�en wie gebannt vor dem Fernseher, in dem das Bild von Erik flimmerte. Ich Dummerchen hatte vergessen die Kassette herauszunehmen.

�Ups, das ist das falsche Band. Da hab ich mal �nen Beitrag �ber diese Boygroup O-Town aufgenommen, kennt ihr die?�, versuchte ich es herunterzuspielen und suchte nach der Fernbedienung, doch ich fand sie nicht, deshalb schaltete ich kurzerhand den Fernseher aus.

�L�g uns nicht an!�, sagte Daniela ernst.

�Was hat das zu bedeuten, Tina? Ist der Typ wirklich in dich verknallt? Erik hei�t er, nicht?, wollte nun auch Anja wissen.

�Es tut mir leid! Aber nachdem ich zur�ckgespult hatte, war das nicht �Shakespeare in Love�, sondern dieses Video und wir haben es dann angeguckt, und danach noch mal, weil die anderen es nicht glauben konnten und da bist du reingekommen.�, versuchte Nat alles zu erkl�ren.

�Du hast es gewusst?�, schaltete sich Mirjam ein.

Nat nickt und schaute mich an. Schlie�lich gab ich mir einen Ruck, ich konnte nun eh nichts

mehr �ndern.

�Also gut, ich bin mit ihm zusammen!�, gab ich zu.

�Was? Wie geil! Wieso? Unglaublich! Seit wann?�, br�llten sie durcheinander.

�Beruhigt euch wieder! Ich erz�hl euch ja alles. Wo fang ich am besten an? Erinnert ihr euch noch, als ich vor fast zwei Jahren nach meinem Orlando-Urlaub so fertig war wegen eines Typen? Das war Erik und�� So erz�hlte ich ihnen die ganze Geschichte, bis sp�t in die Nacht waren wir noch wach, quatschten, schauten uns sein Video noch mal an und h�rten die CD. Die ausgeliehenen Videos blieben in Nat�s Tasche. Nach dem Spruch �Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!�, lie� ich sie sp�ter alle schw�ren, niemandem von meinem kleinen Geheimnis, welches keines mehr war, zu erz�hlen und trotz tausend Meineide hatte ich Angst, doch es tat gut mit meinen Problemen nicht mehr alleine zu sein. An diesem Abend war vieles wie fr�her, aber ich konnte meine Sehnsucht einfach nicht vergessen und auch wenn es nicht mehr so schlimm war wie fr�her, richtig gl�cklich war ich trotzdem nie. Dann, nach schier unendlichen Wochen des Leidens, kam der letzte Schultag vor den Herbstferien. Nat war erstaunt, als sie mich fr�hlich pfeifend morgens im Klassenzimmer entdeckte, trotz dass ich sie immer abgewiesen hatte, war sie meine beste Freundin geblieben und hatte mich, so oft sie konnte, versucht aufzumuntern. Nat�rlich war ihr klar, wieso ich auf einmal so happy war und sie freute sich mit mir, fuhr sogar mittags nach der Schule mit an den Flughafen K�ln-Bonn, umarmte mich ganz doll und bat mich, ihr Autogramme mitzubringen. Meine Aufregung stieg von Minute zu Minute, der Flug wollte nicht enden, so kam es mir jedenfalls vor. Aber nach neun Stunden �ffneten sich schlie�lich die T�ren und ich betrat amerikanischen Boden. Ich k�nnte heulen vor Freude, dachte ich, w�hrend ich an der Gep�ckausgabe ewig auf meinen Koffer warten musste, danach betrat ich die Empfangshalle und blickte mich suchend um, doch von Erik & Co fehlte jede Spur, obwohl ich in der letzten Mail geschrieben hatte, wann der Flieger landete und er mir fest versprochen hatte, zu kommen. Nach kurzem �berlegen setzte ich mich in ein kleines Caf�, von wo man einen guten �berblick hatte und bestellte einen Kaffee. Vier Kaffees, drei Colas und zwei Apfelsaftschorlen sp�ter, nahm ich meinen Koffer, ging zum Ausgang und stieg ins n�chstbeste Taxi, das mich zu ihrem Haus fuhr. Nat�rlich hatte ich vorher probiert, alle auf ihren Handy zu erreichen. Fehlanzeige, die Handys waren aus und ich hatte mir nur mal wieder diese verfluchten Mailboxspr�che anh�ren m�ssen. Trotz h�ufigem Sturmklingeln, �ffnete niemand. Es war anscheinend keiner zuhause. Ver�rgert setzte ich mich auf meinen Koffer und wartete, wartete, wartete� Erik musste mindestens tausend Anrufe in Abwesenheit haben, dachte ich beleidigt, als meine Armbanduhr neun Uhr anzeigte. Ich wollte gerade ein Taxi rufen und in ei Hotel fahren, als zwei Mercedes-Busse um die Kurve bogen. Wie von Geisterhand �ffneten sich die Tore und die Autos wollten die Auffahrt hinauffahren, erst als ich wie eine Verr�ckte winkte, hielten sie an. Die hintere T�r �ffnete sich und Erik sprang heraus. Sein Gesicht strahlte, w�hrend er mich durch die Luft wirbelte und ich verga� meinen Frust sofort. Endlich hatte ich meinen Schatz wieder!

Doch ich hatte mich zu fr�h gefreut, denn ich sah ihn in den n�chsten Tagen ziemlich selten, an manchen sogar erst abends, weil er morgens zu fr�h aufstand.

Das ist ja genauso, wie die letzten Wochen in Deutschland, �berlegte ich oft entt�uscht und ich lie� nichts unversucht ihn �berallhin zu begleiten, doch meistens sagten Mike �n Mike nein, weil es bei Interviews, Meet �n Greets, etc� nicht gut aussah, wenn ein Mitglied der Band, seine Freundin mitbrachte, besonders da es nicht bekannt war, dass er eine hatte. Erik-Michael galt bei den Fans als Herzensbrecher, der sich nie verliebte und war f�r die meisten die einzige Hoffnung, denn die anderen waren alle schon vergeben. Ich wei� nicht genau, ob es in den Sommerferien genauso war, aber ich hatte es auf jeden Fall anders in Erinnerung. Die erste Woche war vorbei und meine Laune unter den Gefrierpunkt gesunken. Eines Mittags, ich war mal wieder alleine zuhause und zappte mich durch alle 800 Kan�le des Breitbildfernsehers, da klingelte pl�tzlich das Telefon. Eigentlich hatte ich gar keine Lust dran zugehen, erst als es nach mehreren Minuten nicht aufh�rte und es mir begann auf die nerven zu gehen, stand ich schlie�lich auf und suchte das schnurlose Ger�t. Wie soll ich mich melden? Hier bei O-Town?, fragte ich mich als ich unter einem Berg Klamotten, der sich auf einem Sessel t�rmte, herausfischte.

�Hallo?�, entschied ich mich f�r eine neutrale Version.

�Hi, wer ist denn am Apparat?�, fragte eine Frauenstimme.

�Tina!�, ich biss mir auf die Zunge. Hatte ich das jetzt sagen d�rfen?

�Oh, wie geht es dir? Ich bin�s Janie!�

�Ganz gut und dir?�, erleichtert, dass es kein Journalist war.

�Auch, ich wusste gar nicht, dass du zur Zeit in Orlando bist. Ist Jacob zuf�llig da?�, erkundigte sie sich.

�Nein, aber das w�re ja auch ein Wunder, so selten, wie die sich hier blicken lassen.�

�Hey, sie haben halt viel zu tun!�, verteidigte Janie sie.

�Toll! Und was ist mit mir?�, fragte ich verletzt.

�Hey, so war das nicht gemeint. Ich verstehe dich ja! Am Anfang ging es mir �hnlich wie dir. Moment, wart mal kurz, ich ruf gleich noch mal an.�, ohne Abzuwarten h�ngte sie ein.

Keine zehn Minuten sp�ter klingelte es erneut. Diesmal nahm ich gleich ab.

�Ja?�, fragte ich aufgeregt in den H�rer.

�Ich bin�s wieder!�, h�rte ich Janie�s Stimme. �Ich hab gute Neuigkeiten! Ich hab f�nf Tage frei bekommen und k�nnte heute Mittag mit einem Flieger kommen.�

�Oh cool!�, freute ich mich.

�Es soll eine �berraschung f�r Jacob sein. Bitte erz�hl ihm nichts und kannst du mich vielleicht abholen?�, bat sie mich.

�Klar, kein Problem. Wann?�

Wir quatschten noch ein bisschen, dann musste Janie auflegen, um ihre Klamotten zu packen. Ich schnappte mir Erik�s Ersatzautoschl�ssel (Er hatte mir angeboten, dass ich sein Auto jederzeit benutzen konnte.) und fuhr zum n�chsten Einkaufszentrum, um Steaksund Pommes zu besorgen. Heute Abend w�rde ein Begr��ungs-Barbecue stattfinden. Mit prall gef�llten Einkaufst�ten und leerem Portemonnaie fuhr ich eine Stunde sp�ter zur�ck. Ein bisschen konnte ich noch vorbereiten, bevor ich zum Flughafen musste und den Rest konnte ich dann mit Janie machen. Mit einer halben Stunde Versp�tung landete der Flieger aus dem sonnigen Kalifornien und endlich kam Janie in die Ankunftshalle. Als sie mich entdeckte, winkte sie mir fr�hlich zu, umarmte mich und dr�ckte mir ein K�sschen auf jede Wange. Auf der Heimfahrt erz�hlte sie mir von dem Theater ihrer Eltern, in dem sie im Moment arbeitete und verriet mir auch, dass sich Jacob und sie vor Jahren dort kennen gelernt hatten und so manches St�ck zusammen gespielt haben.

�Romeo und Julia?�, scherzte ich.

Klar, und es war ihm peinlich, mich bei den Auff�hrungen vor allen Leuten zu k�ssen, obwohl wir damals schon zusammen waren.�, erz�hlte sie lachend.

Wir verstanden uns wie immer super und sie war sprachlos als ich ihr von meiner Idee mit dem Barbecue berichtete.

�Das ist echt lieb von dir!�, bedankte sie sich, w�hrend sie Zwiebeln sch�lte.

�Hey, deshalb musst du nicht gleich weinen.�, neckte ich sie.

Die Vorbereitungen machten sehr viel Spa� und ich f�hlte mich endlich wieder wohl in Orlando. Kaum hatten wir den Grill aus dem Keller geholt und etwas ges�ubert, h�rten wir Stimmen und das Ger�usch der sich �ffnenden Haust�r. Rasch verschwand Janie hinter dem Gartenhaus und ich ging hinein um alle zu begr��en.

�Was riecht hier denn so lecker, Schatz?�, begr��te mich Erik und gab mir einen Kuss.

�Och, nichts besonderes, hab vorhin �nen Hot Dog gegessen.�, erfand ich eine kleine Notl�ge und h�tte fast laut losgeprustet als ich sein entt�uschtes Gesicht sah.

�Habt ihr heute abend irgendwas geplant?�, fragte ich nun.

�N�, vielleicht fahren wir kurz zum Burger King und holen was zum Essen. Ich hab echt Kohldampf! K�nnte glatt �nen Elefanten verdr�cken.�, antwortete Dan.

�Reicht dir auch ein Steak?�, wollte ich wissen und konnte mir das Grinsen nicht verkneifen.

�Ein saftiges Steak, dazu Pommes und eisgek�hlte Pepsi, das w�re wie im Paradies.�, schw�rmte er.

�Okay, dann ist euer Haus heute abend das Paradies.�, mit diesen Worten �ffnete ich die T�r zum Hintergarten und die Boys staunten Baukl�tze als sie den gedeckten Tisch, die Salatsch�sseln, die Minibar und den Grill entdeckten.

�Wow, die �berraschung ist dir echt gelungen, Tina!�, lobten mich alle und Erik gab mir einen extralangen Kuss.

�Und f�r dich, Jacob, hab ich noch eine spezielle �berraschung!�, grinste ich ihn an.

�Was denn?�, fragte er erstaunt.

�Es ist supers�� und du kannst es zum Nachtisch vernaschen.�, erkl�rte ich frech.

In dem Moment trat Janie hervor und keine Sekunde sp�ter lagen sich die beiden in den Armen.

�Knabber sie nicht an!�, lachte Trevor.

�Das Grillen �berlasst ihr besser uns, sonst k�nnen wir sp�ter die Feuerwehr rufen.�, scherzte Ash. Der Rest des Abends verlief besser als ich es erwartet h�tte.

Trevor spielte Chefkoch (er trug eine Sch�rze mit der Aufschrift Mommy is the best), aber grillen konnte er, das musste man ihm lassen. Mike Morin holte irgendwann von drinnen einen Ghettoblaster und schaltete die Au�enbeleuchtung an, denn langsam wurde es dunkel. Schlie�lich forderte mich Erik zum Tanzen auf. Eng an ihn geschmiegt bewegte ich mich zu den langsamen Kl�ngen eines alten Lovesongs und auch Jake und Janie hielt es nicht lange auf ihren Pl�tzen. Janie zwinkerte mir kurz zu, unser Plan war perfekt gewesen! Trevor, Dan und Ashley �rgerten sich ein wenig, weil ihre Freundinnen nicht da waren. Wir versprachen ein solches Barbecue wieder zu machen, wenn wir alle mal zusammen waren. Auf einmal kam Mike Cronin in einem meiner Minikleider, mit Lippenstift und Make-up im Gesicht und meterhohen Pumps aus dem Haus und begann mit Ashley zu flirten. Nach einer Weile begannen die beiden sogar eng umschlungen zu tanzen, dass sie sich dabei dem Swimming Pool n�herten, fiel niemandem auf. Erst als Mike mit seinen Pfennigabs�tzen h�ngen blieb, nach hinten taumelte, das Gleichgewicht verlor und mit Ash zusammen in den Pool fiel. Wir br�llten vor Lachen und Trevor, der Ashley seine Hand hinstreckte, auch noch hineingezogen wurde, bekamen wir kaum noch Luft. Eine richtige Wasserschlacht entbrannte und am Ende lagen wir alle lachend im Pool. Allm�hlich beruhigten wir uns wieder und ich beobachtete die Sterne, die wie kleine, funkelnde Diamanten am pechschwarzen Himmel prangten und der Mond, der wie eine leuchtende Sichel aussah. Da sp�rte ich wie Erik neben mich trat, meinem Blick folgte und �Das ist wundersch�n!� hauchte.

�Aber nichts und niemand, noch nicht einmal die Sterne k�nnen es mit deiner Sch�nheit aufnehmen!�, machte er mir wieder Komplimente.

�Und nicht einmal die Ewigkeit des Universums kann es mit unserer Liebe aufnehmen.�, antwortete ich.

�Ganz genau! Und eines sollst du wissen, egal, was passieren wird, ich werde dich immer lieben.�, er blickte mir tief in die Augen und durch sie hindurch in meine Seele.

�Ach, Erik!�, ich nahm seine Hand und dr�ckte sie.

�Und noch was, Tina! Du bist die bewundernswerteste Frau der Welt. Wie du es schaffst, uns alle zu �berraschen und gl�cklich zu machen, ist wirklich erstaunlich.�

�Das mach ich doch gerne und au�erdem hat Janie mir geholfen.�, meinte ich bescheiden.

�Es ist nicht nur das Barbecue, sondern ich will damit sagen, dass du super damit umgehst, dass wir uns so selten sehen und ich so wenig Zeit f�r dich habe. Bei anderen Frauen h�tte ich sp�testens nach zwei Wochen Schluss gemacht, weil��

�Weil sie dich die ganze Zeit mit ihrem Liebeskummer und ihrer Sehnsucht genervt haben.�, fiel ich ihm ins Wort, doch er sch�ttelte entgeistert den Kopf und sagte dann: �Wie kommst du denn darauf? Wie k�nnte ich jemandem Vorw�rfe machen, dass ich keine Zeit f�r sie habe. Ich hab gemeint, dass ich ein schlechtes Gewissen h�tte, weil ich genau wei�, dass ich der Grund daf�r bin, dass sie nicht gl�cklich sein kann und deshalb w�rde ich diese Beziehung beenden. Aber du bist da ja ganz anders!�

�Stimmt!�, sagte ich mit heiserer Stimme und nahm ihn schnell in den Arm, damit er meine Tr�nen nicht sah. Wie konnte ich ihm nach diesem Gest�ndnis die Wahrheit sagen?

Die n�chsten Tage waren pr�chtig, wenn die Jungs zu viel tun hatten, gingen Janie und ich einfach in die Stadt bummeln oder machten einen Ausflug, doch immer wieder musste ich an dieses Gespr�ch im Pool denken. Bald war es wieder Zeit f�r Janie nach Hause zu fliegen und am Abend vor ihrer Abreise erfuhr ich von Mike C., dass O-Town die n�chsten drei Tage eine Promotiontour in S�damerika hatten und ich leider nicht mitkommen konnte. Was sollte ich nur tun? Janie flog morgen fr�h nach Hause, die Boys waren in S�damerika, ich war ganz allein! V�llig down zog ich mich zum Abschiedsessen f�r Janie in einem Nobelrestaurant um und als ich mich im Bad schminkte, streckte sie kurz den Kopf herein und fragte, ob sie vom meiner Mascara haben konnte, da ihre leer war,

�Klar, bedien dich!�, sagte ich tonlos, noch geschockt von den Neuigkeiten.

Sie kam herein und begann sich zu schminken.

�Hey, was ist denn los?�, fragte sie pl�tzlich.

�Nichts!, antwortete ich etwas zu schnell.

�Und warum tr�gst du deinen Lippenstift auf den Augenlidern auf?�, wollte sie besorgt wissen.

�Oh!�, sagte ich nur und lie� ihn ins Waschbecken fallen, wo die Spitze abbrach.

�Du bist ja v�llig neben der Spur!�, sie legte einen Arm um meine Schultern.

Ich begann zu weinen und erz�hlte ihr stockend, was ich eben von Mike erfahren hatte.

�Du �rmste! Das ist wirklich furchtbar!�, tr�stete sie mich.

Nach einer Weile hatte ich mich beruhigt, aber die Tr�nen hatten mein Make-up verschmiert und ich musste mich neu schminken. Das Essen war wundersch�n und in manchen Momenten verga� ich sogar, dass ich ab morgen einsam sein w�rde. Zwischendurch verschwand Janie nach drau�en um zu telefonieren. Schlie�lich kam sie strahlend wieder herein und bat mich, kurz mit hinauszukommen.

�Ich hab tolle Nachrichten f�r dich! Wenn du magst, kannst du die drei Tage bei mir bleiben.�, strahlte sie mich an.

�Wow! Das ist echt lieb von dir, Janie. Dank!�, sie war eine wahre Freundin und ich wusste, dass ich mich immer auf sie verlassen konnte. Auch die anderen fanden die Idee gut und Erik sagte mir sp�ter im Bett noch, wie erleichtert er war, dass ich mit zu Janie flog.

Die drei Tage, die ich bei ihr und ihrer Familie, die ich bereits am ersten Abend tief in mein Herz geschlossen hatte, verbrachte, vergingen wie im Flug. Kein Wunder, San Diego war eine Weltstadt und Janie brachte mir das Surfen bei, eher, versuchte es, denn leider war ich in dieser Sportart, wie in den meisten anderen auch, eine Niete. Am letzten Nachmittag, sie war kurz etwas zu trinken holen, surfte ich ein wenig im seichten Wasser und musste mich sehr konzentrieren einigerma�en das Gleichgewicht zu halten, so bemerkte ich nicht, wie ich schon nach wenigen Minuten von der Str�mung weit auf�s Meer hinaus getrieben. Eine Windb� riss mir das Segel aus der Hand und ich glitt auf dem rutschigen Brett aus und fiel mit einem lauten Platsch ins Wasser. Verzweifelt bem�hte ich wieder hoch zu kommen, aber es gelang mir nicht.

�Soll ich dir helfen?�, h�rte ich auf einmal eine Stimme hinter mir.

Ein junger Mann mit einem neongr�nen Surfbrett l�chelte mich an und bevor ich antworten konnte, rutschte er neben mich ins Wasser.

�Ich halte dein Brett fest.�, sagte er.

Ich versuchte mich erneut hoch zu ziehen, aber es war einfach zu glitschig. Einmal hatte ich es fast geschafft, ich kniete bereits darauf, doch als ich aufstand, verlor ich das Gleichgewicht und kippte nach hinten.

�Hoppla!�, rief er und fing mich auf.

�Danke!�, mir wurde es langsam peinlich, dass ich es einfach nicht schaffte, auf diesem verdammten Brett stehen zu bleiben. Irgendwie schaffte ich es dann und wir surften langsam zur�ck. Er achtete darauf, dass ich die Balance hielt und sprach mir andauernd Mut zu. Schlie�lich wir waren fast wieder am Strand, bot er mir Surfunterricht an, den ich freudestrahlend annahm. Nichts gegen Janie, aber dieser junge Typ war der geborene Lehrmeister, von dem konnte ich mir noch etwas mehr erkl�ren lassen, au�er Surfen� Da fiel mir ein, dass mir mein unbekannter Retter noch gar nicht seinen Namen verraten hatte. Irgendwie schien er Gedanken zu lesen und sagte genau in diesem Augenblick: �Ich bin �brigens Bryan und du?�

�Ich hei�e Tina!�, antwortete ich und w�re fast wieder hingefallen.

�Tina! Tina! Wo warst du? Ich habe dich gesucht!�, Janie stand am Strand und fuchtelte mit zwei Pepsi-Dosen in der Hand herum.

�Sorry, Janie! Ich bin zu weit rausgetrieben und w�re er hier nicht gewesen, w�re ich wahrscheinlich in Japan angekommen oder Haifutter geworden.�, berichtete ich alles ein wenig au�er Atem.

�Oh, hi Bryan! Lange nicht gesehen!�, begr��te sie ihn wie einen alten Freund.

�Ihr kennt euch?�, fragte ich erstaunt.

�Klar, das ist Jacob�s kleiner Bruder, Bryan Underwood.�, erkl�rte sie lachend.

�Mittlerweile bin ich gr��er als er, Janie!�, sagte er grinsend.

In dem Moment klingelte Janie�s Handy, sie dr�ckte Bryan die Dosen in die H�nde und suchte in ihrer Handtasche danach.

�Ja?�, meldete sie sich, nachdem sie es endlich herausgekramt hatte.

�Was? Oh nein, ich komme sofort!�, ihre Stimme klang aufgeregt.

�Ich muss ins Theater. Da ist was schief gelaufen und morgen ist Premiere. Bryan k�nntest du dich ein wenig um Tina k�mmern und sie sp�ter bei mir vorbeibringen?�, bat sie ihn.

�Klar, hatte ich eh vor.�, erkl�rte er sich einverstanden.

�Ist das auch f�r dich okay?�, fragend blickte sie mich an.

�Null problemo!�, strahlte ich.

�Na dann! Ciao, ihr beiden! Bis sp�ter, Tina!�, verabschiedete sie sich von uns und hastete zu ihrem Auto.

�Jetzt k�nnen wir uns ganz dem Surfen widmen.�, l�chelte er mich an und begann mir Schritt f�r Schritt zu erkl�ren, wie ich am besten die Balance hielt und wie ich mich ohne fremde Hilfe wieder auf�s Brett hievte, dabei kamen wir uns ziemlich nahe und meine Haut kribbelte, dort, wo er sie zuvor ber�hrt hatte immer so komisch, lag wohl am Salzwasser, auch wenn ich mir eingestehen musste, dass ich dieses Gef�hl mochte, ja sogar genoss. Er war ein ziemlich guter Lehrer, �u�erst geduldig und das bei mir, die Stunden brauchte, um die einfachsten Dinge zu verstehen. Trotzdem machte ich Fortschritte und am sp�ten Nachmittag machten wir unsere erste kleine Tour auf dem offenen Meer (die Tour von heute morgen z�hle ich nicht mit). Wir verstanden uns echt super, Bryan war ein netter Typ und er hatte einen Wahnsinnsbody, ein Sixpack, perfekter ging es nicht, bei dem alle meine Freundinnen in Ohnmacht gefallen w�ren, kam wohl alles vom Surfen, vielleicht sollte ich Erik einen Anf�ngerkurs schenken� Nein, ich mochte seinen K�rper auch ohne stahlharte Muskeln.

Nach einer Weile taten mir die Arme weh und wir beschlossen zur�ckzusurfen. Er lud mich noch zu einem Eis ein, aus dem wurden zwei, dann drei, zum Schluss hatten wir jeder f�nf Eisbecher gegessen und ich hatte ihm meine halbe Lebensgeschichte erz�hlt, im Gegenzug hatte ich von ihm auch eine Menge erfahren. Es d�mmerte bereits, als er mich in seinem Jeep zu Janie fuhr, diese hatte sich schon ernsthaft Gedanken um mich gemacht.

�Da seid ihr ja endlich!�, begr��te sie uns auf der Terrasse.

�Habt ihr schon zu abend gegessen? Ich hab grad einen Tisch bei Enzo reserviert.�, sagte sie.

Zu dritt fuhren wir zum Restaurant und bestellten drei Riesenpizzen. Bryan und ich mochten die gleiche Pizza. Mozzarella, Salami und Oliven, mmmmhhhhh, auch so verstanden wir beiden uns wieder klasse und merkten gar nicht, dass Janie zur Au�enseiterin wurde. Nach dem Essen wollten wir noch ein wenig um die H�user ziehen und in einem Club namens �Electro� gefiel es uns ganz gut. Irgendwann forderte er mich zum Tanzen auf und ich erkannte, dass er nicht nur sehr gut surfen und Unterhaltungen f�hren konnte, nein, er war auch der beste T�nzer in San Diego, wie er sich selbst bezeichnete.

�Aber erst seit Jacob weg ist!�, fl�sterte er mir ins Ohr.

Um Mitternacht begann ein Tanzwettbewerb und Janie, die fand, dass wir beide super zusammen tanzten, �berredete uns zur Teilnahme. Es gab drei Vorrunden, die wir souver�n meisterten, dann ein Halbfinale, auch dort setzten wir uns durch und schlie�lich das Finale. Unsere Gegner waren Berufst�nzer, die schon mehrer Preise gewonnen hatten, deshalb glaubte ich nicht, dass wir gro�e Chancen hatten, f�r uns war es nur Spa� gewesen, nie h�tte ich erwartet, dass wir �berhaupt ins Finale kommen. Die Runde begann und erstaunt stellte ich fest, dass das eins meiner Lieblingslieder war und auch Bryan murmelte etwas von �Der Song ist richtig cool!�. Ich nahm die Musik in mich auf, schloss die Augen und lie� mich von seiner Hand f�hren, passte mich seinen Bewegungen an. Wir waren eins mit der Musik! So etwas Wunderbares hatte ich noch nie erlebt, mehrere Minuten hineingezogen in eine Welt voller Energie, voller Rhythmik, voller Hingabe! Der Song endete und donnernder Applaus empfing uns. Die Jury zog sich zur Beratung zur�ck und wir gingen zu Janie, die mit zwei Cocktails auf uns wartete.

�Ihr ward einsame Spitze! Alle fanden, dass ihr eindeutig das beste Paar heute abend seid.�, plauderte sie fr�hlich los.

Ich l�chelte ihr zu und trank hastig ein, zwei Schlucke, des eisgek�hlten Getr�nks, da kam die Jury wieder auf die B�hne.

�Wir haben eine Entscheidung getroffen.�, sprach der eine, ein junger Mann mit dunklen Haaren und Hawaiihemd.

�Gewonnen hat mit Abstand Paar Nr. 33 Bryan und Tina!�, schrie er gegen das jubelnde Pulk an.

Wir wurden auf die B�hne gebeten, Bryan wurde eine goldfarbene, mit roten Glaskristallen besetzte Blechkrone aufgesetzt und ich bekam eine silberne, etwas kleinere, mit funkelnden Glassteinen, dazu noch Blumen und eine Urkunde. Au�erdem einen �berraschungspreis: ein Wochenende f�r zwei in Las Vegas!

�Ich hoffe, ihr beiden Verliebten genie�t die Zeit.�, er zwinkerte uns verschw�rerisch zu.

 

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