erkl�rte er mir mit einem Seitenblick auf Erik, der
sich mittlerweile seinen
zweiten Burger g�nnte. Noch mit vollem Mund nuschelte er etwas von, er h�tte
es auch gemacht, nur wollte er erstmal ein paar Kalorien tanken, um dann die
Fans frisch gest�rkt zu begr��en, aber sie waren ja nicht lang genug
geblieben. Mit einem Schulterzucken schob er sich noch ein paar Pommes
hinterher. �Und
was ist mit deiner Freundin?�, ich verstand nicht, wie diese vor lauter
Eifersucht, nicht schon l�ngst Schluss gemacht hatte. �Die akzeptiert das!
Sie
wei�, das ich niemals etwas mit einem Fan anfangen w�rde.� �Und was ist
mit
dir?�, frech blickte ich Erik ein. �Och, letzte Woche hab ich so ein s��es
Girl
gesehen, das war glaube ich in Frankfurt, aber die war leider erst 15 und mit
Kindern fang ich grunds�tzlich nicht an. Das verst��t gegen meine
Prinzipien!� �Und gegen die amerikanischen Gesetze!�, warf Mike Morin ein
und grinste.
�Ich sehe die Schlagzeile schon vor mir. O-Town-Member Erik Estrada vergreift
sich an wehrloser 15-j�hrigen! Das w�r gute Publicity und die k�nnten wir im
Moment echt gebrauchen, ihr wisst Boys bald kommt die neue Single raus, da
hei�t es wieder promoten bis zum Umfallen.� �Oh Mann, Mike, erinnere uns
nicht
da dran!�, st�hnten Dan und Erik gleichzeitig. �Nochmal wegen dem M�dchen
in
Frankfurt, war die wirklich so h�bsch?�, fragte ich diesmal aber nicht im
Scherz. �Sie sah schon nicht schlecht aus, war aber viel zu jung.�,
antwortete
er. �6 Jahre sind doch okay.�, meinte ich daraufhin. Okay, ich geb zu, ich
war eifers�chtig auf dieses M�dchen, ich kannte sie nicht einmal und sie war
ihm auch viel zu jung gewesen, aber trotzdem, versetzte es mir einen Stich,
wenn ich daran dachte, das Erik sie mit dem gleichen bewundernden Blick
angeschaut hatte, wie er es damals in der Disco in Orlando bei mir gemacht
hatte.
�Ich hab gesagt, das Girl war 15 und nicht 17.�, sagte Erik und blickte mich
ein
wenig verwirrt an. �Ich wei� dass sie 15 war, und ich kann wenigstens
z�hlen.�, antwortete ich daraufhin mit einem siegessicheren Grinsen, aber
irgendwie
hatte ich es mal wieder geschafft mich in die Nesseln zu setzen, eher
gesagt, ich war mal wieder in ein Fettn�pfchen getreten, das einen Durchmesser
von
mindestens 3 m hatte. Es wurde mir aber rst klar, als ich die
verst�ndnislosen Blicke von Mike und Dan sah und auch Erik schaute mich noch
seltsamer an
als vorher. Dann sagte er leise, aber so das es trotzdem jeder h�rte: �Tina,
ich werde demnn�chst 23.� BUMM!!! Das sa�! Mit offenem Mund starrte ich ihn
an
und machte wohl keinen sehr intelligenten Eindruck. Mich h�tte es nicht
gewundert, wenn er sich auf der Stelle von mir getrennt h�tte. Grund: Sie ist
so
schlau wie eine Blondine und dann noch nicht mal sch�n! Aber er tat es nicht,
stattdessen machte Dan eine nicht sehr nette Bemerkung, die zum Gl�ck nichts
mit mir zu tun hatte. �Klar, jetzt verstehe ich�s, deshalb musst du im Kino
immer deinen Ausweis zeigen, wenn du in Filme ab 12 willst, nicht Erik?� B�se
blitzte er Dan an. �Nicht wahr, Babyface!� Da sprang er auch schon auf und
umfasste mit einem ge�bten Griff Dan�s Hals und dr�ckte ihn leicht zu. Nach
kurzer Zeit lie� er von ihm ab und setzte sich wieder neben mich. �Und dabei
bist du der �lteste.�, grinste Dan und ging sofort in Deckung als Erik�s gr�ne
Kappe nach vorne flog. �Und sonst hast du in letzter Zeit keine gesehen?�,
fragte ich dazwischen. �Hmmm... da muss ich �berlegen..., doch gestern abend
beim Konzert, da war ein ganz bestimmtes M�dchen, die hatte wundersch�ne
braune
Haare (z�rtlich spielte er mit einer meiner braunen Haarstr�hnen), und
zartgraue Augen, die mich verzauberten (er blickte mir tief in meine grauen
Augen)
und dann diese vollen, kirschroten Lippen (so leicht wie eine Feder ber�hrten
seine Lippen die meinen, doch nur f�r eine Sekunde). Ja, ich muss schon
sagen, die war nicht �bel.� �Du!�, in gespielter Eifersucht gab ich ihm
einen
Stupser. �Achja, sie war unser Paintergirl gestern abend.� Ein
unwiderstehliches
L�cheln folgte auf diese Bemerkung und ich konnte nicht anders als ihm einen
Kuss auf diese wundersch�nen Lippen zu dr�cken, die so ein s��es Grinsen
formen konnten. Hemmungsloses Knutschen mit meinem Freund w�hrend andere uns zu
guckten, war sonst nicht meine Art, aber wenn ich Erik k�sste, versank der
Rest der Welt um mich herum und es gab nur noch ihn und mich. Ja, ich schwebte
wirklich auf Wolke 7 und in diesem Moment f�hlte ich, dass ich alles tun
w�rde um diese Beziehung, die mir alles bedeutete, bis in alle Ewigkeit zu
haben,
sogar meine Familie hier in Deutschland, alle meine Freunde, die ich seit
dem Kindergarten kannte, wollte ich f�r diesen jungen Mann aufgeben, den ich
noch nicht mal drei Tage kannte und der jeden Tag von h�bschen M�dchen umgeben
war und um die Welt reiste und ich wusste, das ich mit ihm �ber unsere
Zukunft reden musste. Vielleicht war ich f�r ihn nicht mehr als ein fl�chtiger
Flirt, da er ja schon mal hier in Deutschland war, konnte er auch gleich ein
paar
M�dchen aufrei�en, aber daf�r war er auf keinen Fall der Typ. Trotzdem,
heute abend wollte ich in aller Ruhe und wenn m�glich unter vier Augen mit ihm
sprechen. Doch als seine weichen Lippen meinen Hals ber�hrten und ich seinen
hei�en Atem auf einmal �berall sp�rte, wurde ich von einer Woge des Gl�cks
�berschwemmt und konnte mich auf nichts mehr konzentrieren als Erik�s K�sse,
die
meinen ganzen Hals und mein Dekollt� bedeckten. Nach einigen Minuten, er
machte sich gerade an den H�ckchen meines BH�s zu schaffen, h�rte ich wie aus
weiter Ferne Mike�s Stimme, der etwas �ber Sex in der �ffentlichkeit erz�hlte.
Mit einem Ruck setzte ich mich auf und Erik, der halb auf mir gelegen hatte,
knallte unsanft gegen die T�r. �Das mit dem Skandal hab mich vorhin nicht
ernst gemeint, Erik! Publicity kriegen wir auch anders und dann wenigstens
gute.�
Mit leicht ger�tetem Gesicht zupfte ich mein T-Shirt wieder gerade und
versuchte mit einem Blick in den R�ckspiegel mein Aussehen zu �berpr�fen.
Zerzauste Haare, gl�nzende Augen, verschmierter Lippenstift waren die Auskunft,
die
mir mein Spiegelbild bot und sofort f�rbte sich mein Gesicht noch einen Ton
dunkler. In der Zwischenzeit fuhr Mike fort mit seiner Moralpredigt. �Im Hotel
k�nnt ihr von mir aus machen was ihr wollt, aber ich erinnere euch daran,
dass ihr euch noch nicht lange kennt und vielleicht etwas un�berlegtes tut, was
ihr sp�ter bereuen werdet.� �Ich werde nie etwas bereuen, was mit Tina zu
tun, denn sie ist die Frau meines Lebens.�, widersprach Erik voller
Leidenschaft
und ich war so ger�hrt, dass ich ihn einfach nochmal k�ssen musste, aber
dieses Mal blieb es bei einem Kuss.
Als wir abends gegen 10 Uhr im Hotel ankamen, war ich hundem�de, obwohl ich
den ganzen Tag nichts geschafft hatte, im Gegensatz zu den Boys, sie hatten
den ganzen Tag �ber sehr konzentriert gearbeitet und waren trotzdem noch
putzmunter, wahrscheinlich waren sie das alles schon l�ngst gew�hnt. In der
Hotelsuite traf ich auch endlich die anderen Girls, Jacob�s Verlobte Janie,
Ashey�s
Freundin Shelli, Erin, die Freundin von Dan und Michelle, Trevor�s Girl.
Alle vier waren supernett zu mir und nahmen mich sehr herzlich in die
�Girlfriend-Clique�, wie ich sie heimlich nannte, auf. Am besten verstand
ich mich aber
mit Janie und Shelli, mit den beiden quatschte ich bis zwei Uhr nachts,
w�hrend Erin und Michelle schon gegen Mitternacht g�hnend in ihre Zimmer
verschwanden. Aber als mir immer wieder die Augen zufielen, verabschiedete ich
mich
auch mit einen lieben �Good night�, einer Umarmung und K�sschen bei den
beiden
und ich wusste, ich hatte zwei weitere Freundinnen f�r�s Leben gefunden. Es
war so unglaublich, diese Leute (ich meine Ashley, Dan, Jacob, Trevor und
ihre Freundinnen, die Manager und nat�rlich am wichtigsten von allen mein
Freund
Erik) waren in so kurzer Zeit zu Menschen geworden, denen ich blind mein
Leben anvertrauen konnte und mit denen ich �ber alles reden konnte und dieses
Gef�hl ist einfach unbeschreiblich toll. Als ich Erik�s Zimmer betrat, lag
dieser schon im Bett und schlief. Auf Zehenspitzen schlich ich ins Bad, zog
wieder die Klamotten, die ich gestern abend getragen hatte an, sie lagen noch
dort, wo ich sie am morgen achtlos auf den Boden geworfen hatte und ging dann
ebenso leise, zur�ck ins Schlafzimmer. Ich hatte grad die H�lfte des Raumes
durchquert als Erik die Augen aufschlug und sagte: �Du kannst ruhig Krach
machen,
mich st�rt das nicht! Ich wollte eh noch mit dir reden, falls du nicht zu
m�de bist.� Ich sch�ttelte den Kopf, obwohl ich mich jetzt am liebsten unter
der Decke an ihn gekuschelt und gepennt h�tte, stattdessen setzte ich mich
neben ihn auf die Bettkante und blickte ihn an. �Schie� los!�, sagte ich
mit
ruhiger Stimme, innerlich aber war ich v�llig aufgeregt. Was gab es so
Wichtiges,
dass er es nachts um zwei mit mir besprechen musste?
�Nun�, begann er dieses anscheinend so dringende Gespr�ch, �ich wollte
mit
dir �ber unsere Zukunft reden oder vielmehr, wie soll unsere Beziehung
weitergehen?� Erwartungsvoll blickte ich ihn an und er fuhr fort. �Unsere
Germany-Tour geht noch bis Freitag, da haben wir unseren letzten Gig in M�nchen
und
gleich danach geht unsere Flieger zur�ck in die USA. Ich habe schon mit Mike
&
Mike gesprochen, sie sind einverstanden, dass du uns bis Freitag begleitest,
nat�rlich nur, wenn du das m�chtest.� �Oh, Erik, nat�rlich m�chte ich
mitkommen! Wie dumm m�sste ich sein, um das abzulehnen?�, sagt ich und bekr�ftigte
meine Antwort mit einem Kuss. �So, jetzt wird es aber schwieriger und du hast
auf jeden Fall ein paar Tage Zeit dar�ber nachzudenken, aber ich w�rde mich
wirklich sehr freuen, wenn du mit mir in die Staaten zur�ckkehren w�rdest,
denn
ohne dich kann ich nicht richtig gl�cklich sein.� Bei diesem
Liebesgest�ndnis f�rbten sich meine Wangen erneut rot und ich sp�rte ein
seltsames Gef�hl in
mir, als ob ich innerlich vor Gl�ck zerspringen k�nnte. �Ich verstehe, dass
du darauf nicht jetzt eine Antwort geben kannst, denn du musst das bestimmt
auch mit deinen Eltern besprechen, oder?� �Meine El..., oh mist! Die wissen
ja
gar nicht wo ich bin. Die machen sich bestimmt voll Sorgen, �hm kann ich mal
schnell telefonieren?� �Klar!�, kaum hatte mir Erik die Erlaubnis gegeben,
schnappte ich mir schon das Telefon, das auf dem Nachtisch stand und tippte
hastig die Tasten. Es tutete! Nach dem ich es zehnmal hatte klingeln lassen,
wollte ich schon auflegen. War auch nicht verwunderlich, dass um diese Uhrzeit
niemand mehr ans Telefon ging, da meldete sich verschlafen eine Stimme am
anderen Ende der Leitung.
�Rohloff!�
�Hallo, Papa! Ich bin�s Tina.�
�Schatz, wir ham uns schon solche Sorgen um dich gemacht. Wo steckst du
denn?� Sofort klang seine Stimme hellwach.
�Entschuldige, dass ich mich nicht gemeldet habe, aber es ist so viel
passiert, da hab ich das v�llig vergessen. Ich bin im Moment im Hyatt Hotel und
mir
geht�s gut, braucht euch echt keine Sorgen mehr machen.�
�Was machst du denn im Hyatt?�, fragte er verst�ndnislos.
��hm, das ist etwas kompliziert zu erkl�ren.�, versuchte ich ihm
auszuweichen.
�Ich h�re, meine Liebe.�
�Also, du erinnerst dich doch noch, an meinen Urlaub vor anderthalb Jahre in
Orlando, nicht? Und das ich danach so fertig war, wegen dieses Jungen und
den hab ich jetzt wiedergetroffen. Er hei�t Erik und ist bei der Band
�O-Town�,
kennst du die?�
�Wie? Der Typ ist bei �ner Band?�
�Nicht bei irgendeiner Band, sondern bei der beliebtesten Boygroup und die
sind grad auf Deutschland-Tournee und hatten gestern ein Konzert in K�ln und
da hab ich ihn wiedergetroffen und wie soll ich sagen... wir sind jetzt
zusammen.�
�Oh mein Gott! Und ich hab gedacht alle Boygroup-Typen sind schwul!�
�Papa! Ach, da hab ich noch ne Frage, kann ich mit den Boys weiter durch
Deutschland touren? Bitte!�
�Jetzt h�rst du dich an wie ein kleines Kind, das unbedingt ein Bonbon haben
will. Aber nat�rlich kannst du mit ihnen mitgehen, unter einer Bedingung,
Kleines.�
�Ja?�
�Du rufst mindestens einmal am Tag an und du stellst uns die Knaben vor.
Schie�lich will ich wissen, mit wem meine Tochter durch Deutschland zieht.�
�Ist gebongt, Paps! Und da w�re noch etwas...�
�Und das w�re?�, fragte er leicht genervt.
�Die Tour geht nur noch bis Freitag und dann m�ssen sie zur�ck in die USA,
k�nnte ich vielleicht mit ihnen fliegen?�
�Was? Du willst auch noch mit in die USA?�
�Aber es sind doch grad Ferien und ich bin schlie�lich schon fast 19!�
�Das kann ich jetzt nicht entscheiden, au�erdem muss ich erst nochmal mit
deiner Mutter dar�ber reden. Am besten kl�ren wir das, wenn du morgen kommst
mit den Boys im Schlepptau. Ihr k�nnt zum Fr�hst�ck kommen, wenn ihr
wollt.�
�Mal gucken, kommt auf den Terminplan an, der ist n�mlich ziemlich
hektisch.�
�Okay, aber melde dich auf jeden Fall morgen bei uns, ist das klar?�
�Ja, nat�rlich.�, antwortet ich eifrig.
�Und noch was, bitte rufe etwas fr�her an. Gute Nacht, mein Sp�tzchen!�
�In Ordnung, Paps! Gute Nacht und nochmal sorry, weil ich dich geweckt
hab.�, damit legte ich auf.
�Und?� Erik-Michael blickte mich erwartungsvoll an.
�Also, mit auf die Tour hier darf ich 100 pro und das mit den USA bespricht
er noch mit meiner Mutter. Aber ich denke, dass d�rfte kein gro�es Problem
sein, denn ich hab ja im Moment Ferien. Ach, meine Familie w�rde dich und die
Band gerne kennen lernen, k�nnten wir sie vielleicht morgen kurz besuchen? Ich
muss eh noch Zeug packen f�r die Woche �ber.�
�Ich rede mal mit Mike & Mike, aber ich denke morgen fr�h haben wir ein
bi�chen Zeit bevor wir zum n�chsten Konzert m�ssen.�, sagte Erik und
bekam daf�r
eine fette Umarmung von mir.
�Mmmmh... wenn ich immer so belohnt werde, besuche ich deine Eltern
�fters.�, grinste er mich an.
�Hey, es sind vielleicht bald deine Schwiegereltern, also halt dich ein
wenig zur�ck!�, erwiderte ich in gespielter Wut.
�Wieso Schwiegereltern? Du bist doch f�r mich nur eine Aff�re hier in
Deutschland. In Wirklichkeit hab ich in Orlando eine Freundin, mit der ich mich
bald verloben werde.�, scherzte er weiter.
�Du!�, mit einem Kissen ging ich auf ihn los.
Es kam zu einer wilden Kissenschlacht, die mit einer noch wilderen
K�ssenschlacht endete. Doch auf einmal �berkam mich eine bet�ubende M�digkeit
und
schaffte es gerade noch �Godd night� in sein Ohr zu murmeln, bevor ich in
seinen
Armen, v�llig ersch�pft von den turbulenten Ereignissen der letzten 2 Tage,
einschlief.
Als ich am n�chsten Morgen um sechs Uhr geweckt wurde, hatte ich das Gef�hl
kein bi�chen geschlafen zu haben und drehte mich zur Seite um noch ein paar
Minuten Schlaf zu erhaschen. Doch Erik kannte kein Erbarmen und als er es
mit
liebevollen Guten-morgen-Gr��en und sanften K�ssen auf Haare, Stirn, Augen
und Mund nicht schaffte, griff er zu h�rteren Methoden.
Von sanftem R�tteln und Sch�tteln, �ber Decke wegziehen bis hin zu eiskaltem
Wasser ins Gesicht sprengen. Schlie�lich gab ich mich geschlagen und setzte
mich auf. Lieber Gott, mach das Erik sich nicht von mir trennt, wenn er mich
jetzt sieht, betete ich innerlich, denn meine verquollenen, m�den Augen,
meine zerknautschten, ungewaschenen Haare und meine rissigen, trockenen Lippen
waren garantiert kein sch�ner Anblick. Wie schaffte er es nur immer wieder,
aufzustehen und auszusehen wie ein Model, das v�llig ausgeschlafen und
entspannt
war, dabei hatte er ein anstrengenderes Leben als ich.
�Los komm, oder willst du nicht mehr zu deinen Eltern?�, fragend blickte er
mich an und zog mich dann mit einem Ruck hoch und schleifte mich ins Bad,
dr�ckte mir Waschlappen, Handtuch und B�rste in die Hand und dazu noch eine
frisch gewaschene Jeans und eine hellblaue Bluse, mit den Worten, �Die sind
von
Janie.� Dann zog er die Badezimmert�r hinter sich zu und ich begann mich zu
waschen. (Die Einzelheiten hierzu geh�ren zur Intimsph�hre und
da wir hier nicht bei �Big Brother� sind, werdet ihr auch nicht s dar�ber
erfahren.) Nach 10 Minuten �ffnete ich die T�r, immer noch ziemlich m�de,
aber
wenigstens sah ich nicht mehr so verschlafen aus und die Klamotten von Janie
passten mir wirklich gut.
�Na bitte! Jetzt kann man sich ja wieder mit dir sehen lassen.� Spielerisch
schlug ich nach ihm und merkte, dass ich immer noch ziemlich zerschlagen war.
Wir verlie�en die Suite und gingen nach unten in die Lobby. Wieder einmal
warteten alle auf uns, doch diesmal waren auch Janie, Shelli, Erin und Michelle
mit von der Partie, au�erdem ein riesiger Haufen aus Koffern, Reisetaschen
und verschieden gro�en Beuteln und Plastikt�ten.
�Was wird das denn?�, fragte ich ziemlich verwirrt.
�Nach was sieht es denn aus?�, fragte mich Trevor grinsend.
�Nach M�llkippe?�, fragte ich unschuldig guckend.
�Fast... aber wenn man so m�de ist wie du, kann man so etwas leicht
verwechseln. Hyatt-Lobby und die st�dtische M�llkippe sind sich auch sehr �hnlich.
Oder brauchst du �ne Brille?�, man konnte die Ironie in seinen Worten kaum
�berh�ren.
�Haha! Sehr witzig!�, beleidigt drehte ich mich weg und begr��te erst
einmal
die anderen Frauen. Nat�rlich verga� ich auch nicht, mich bei Janie f�r die
Jeans und die Bluse zu bedanken, aber sie winkte nur ab und sagte: �We are
friends, aren�t we?� Ich strahlte sie an und bedankte mich mit einer
spontanen
Umarmung, die genauso herzlich von ihr erwidert wurde.
�Also, jetzt m�ssen wir uns aber beeilen, wir m�ssen schlie�lich noch das
ganze Gep�ck verstauen.�, sagte in diesem Moment Mike Morin und schnappte
sich
zwei Koffer und eine Reisetasche von Adidas. �Irgendwie hab ich das Gef�hl
dass das Gep�ck jeden Tag mehr wird, besonders die T�ten aus den Modeh�usern
und sein Blick, der auf die vier jungen Frauen vielm war eindeutig. Nachdem wir
alles im Tourbus verladen hatten, setzten wir uns in die Mercedesbusse (sie
hatten heute noch einen dritten gemietet) und wir fuhren in Richtung
Vorstadt. Nanu, die Gegend kannte ich doch. Ja, klar, nur drei Stra�en weiter
stand
unser Haus und genau in diese Stra�e bogen wir wenige Augenblicke sp�ter ein.
�Was machen wir hier?�, fragte ich und wunderte mich, denn hier gab es keine
B�ros, Agenturen oder Fotostudios, wo die Boys einen Termin haben k�nnten.
�Na was wohl... wir besuchen deine Eltern, wie ich es dir versprochen
hatte.�
sagte Erik lachend. �Oh, du bist ein Schatz!�, rief ich und war v�llig aus
dem
H�uschen. Ich konnte es kaum erwarten bis wir endlich hielten und ich die
T�r aufrei�en konnte, dann �ffnete ich das unverschlossene Gartentor, lief
die
paar Meter bis zu Haus, sprang die drei Stufen zur Haust�r hinauf und
klingelte Sturm. In der Zwischenzeit waren schon die anderen aus dem Auto
gestiegen
und standen jetzt erwartungsvoll hinter mir. Endlich kam jemand um die T�r
zu �ffnen. Es war mein kleiner Bruder Tobi. �Guten Morgen, Tobi!�, sagte
ich
und beugte mich hinunter um ihn zu umarmen. Meine G�te, war es grade mal drei
Tage her, dass ich ihn das letzte Mal gesehen hatte? Mir schien es wie eine
Ewigkeit. Er zappelte wie wild und versuchte sich von mir loszurei�en, aber
erst als er begann mich zu treten, lie� ich ihn los, dr�ckte ihm aber noch
einen Schmatzer auf die Wange. Er rieb diese solange bis sie knallrot war und er
sicher ein konnte, dass kein bi�chen mehr von dem Kuss seiner �lteren
Schwester �brig geblieben war. �Mama und Papa warten schon. Sie haben hinten
im
Garten den Tisch f�r�s Fr�hst�ck gedeckt und zwar f�r ganz viele Leute.�,
erz�hlt
Tobi, w�hrend wir alle hereinkamen. Im Fl�sterton fragte er mich: �Oh, wer
sind denn das? Sind das deine neuen Freunde?� �Ja�, fl�sterte ich ebenso
leise
zur�ck, obwohl ich genau wusste, dass die anderen nichts verstanden, da wir
ja deutsch sprachen. �Und das sind auch die vielen Leute, die heute mit uns
fr�hst�cken.�, fuhr ich fort. �Ui, toll! Du, Tina, k�nnen deine Freunde
�fters
kommen? Mama hat n�mlich extra Butterh�rnchen, T�rtchen und so komische
runde Teile mit einem Loch in der Mitte gekauft und das schmeckt alles ganz
lecker.� Ich lachte, als mein Bruder, die Donuts beschrieb, ja meine Mutter
hatte
mal wieder an alles gedacht. Aber moment mal, woher wusste sie, dass das mit
dem Fr�hst�cken klappte, ich hatte ihr nicht Bescheid gesagt. Suchend schaute
ich mich nach meinem Freun um, der sich gerade mit Ashley unterhielt. Ich
quetschte mich zwichen Mike Cronin und Dan durch und fragte Erik: �Hast du mit
meinen Eltern gesprochen wegen dem Fr�hst�ck?� �Nee, aber ich hab Mike
& Mike
gebeten und die haben das dann ausgemacht, denke ich.� Ich nickte ungl�ubig,
anscheinend war ich immer noch nicht ganz wach, aber ich freute mich
wirklich wieder zuhause zu sein. Erst jetzt merkte ich, wie sehr ich all das
vermisst hatte.
Langsam folgte ich den anderen durch�s Wohnzimmer auf die Terrasse, wo meine
Mutter einen wundersch�n mit Sonnenblumen geschm�ckten Tisch und unserem
besten Geschirr gedeckt hatte, K�rbchen aus denen die Br�tchen, Croissants und
Donuts nur so herausquillten, kleine silberne Schalen, in denen Butter,
selbstgekochte Marmelade, und Nutella waren, au�erdem riesige Wurst- und
K�seplatten und neben jedem Teller stand ein frischgekochtes Ei, ein wenig
erinnerte
mich alles an das Catering im VIVA-Studio. Meine Mutter war einfach die beste
und beeindruckte die anderen mit ihren F�higkeiten als Gastgeberin, sofort
bat sie alle zu Tisch, schenkte Kaffee und Tee aus, reichte die Butter an Mike,
und goss Dan O-Saft nach und sorgte nebenbei noch daf�r, dass sich alle
prima unterhielten. Nun ja, mein Bruder quasselte mit Dan �ber irgendein
PC-Spiel, Jacob redete mit meinem Vater �ber Musik und Trevor mischte sich
andauernd
ein, meine Mutter verstand sich pr�chtig mit Ashley, der ja auch wie ein
braver Schwiegersohn aus und gab Erin das Rezept f�r die Erdbeermarmelade.
Shelli
quatschte mit Michelle �ber Klamotten und Erik und ich unterhielten uns mit
Janie �ber unsere Lieblingst�dte. Rundum zufrieden schnappte ich mir noch ein
Br�tchen und schmierte fingerdick Marmelade darauf. Gerade als ich
hineinbiss, klingelte es an der T�r, da die anderen offensichtlich zu besch�ftigt
waren, sprang ich rasch auf um zu gucken, wer das sein k�nnte.
Kaum hatte ich die Haust�r ge�ffnet, wurde ich von einer Person gegen die
Wand gedr�ckt und so fest umarmt, dass ich dachte, gleich zu ersticken. Blonde
Haarstr�hnen kitzelten meine Nase und ich musste niesen.
�Gesundheit!�, rief eine mir sehr bekannte Stimme fr�hlich. Endlich wurde
ich losgelassen und im Halbdunkel des Flurs erkannte ich Natalie, die mich
anstrahlte wie 20 Sonnen.
�Wo sind sie?�, ohne eine Antwort abzuwarten ging sie wie selbstverst�ndlich
auf die Terrasse und begr��te alle mit Umarmung und K�sschen auf die Wange
und ich stand sprachlos dabei und sah wie meine beste Freundin sich auf meinen
Platz neben meinen Freund setzte und anfing mit ihm zu quatschen.
�Tina, hol dir doch noch einen Stuhl!�, sagte meine Mutter du wandte sich
wieder Ashley zu.
Na, das konnte ja echt ein super Fr�hst�ck werden, dachte ich beleidigt und
schleppte einen schweren Stuhl aus dem Wohnzimmer heraus und setzte mich
dann, weil es nicht anders ging zwischen Jacob und meinen Vater, der inzwischen
in ein Gespr�ch mit beiden Mikes vertieft war, anscheinend verstanden sich
alle aus meiner Familie pr�chtig mit O-Town und ihren Managern, und meine beste
Freundin, die gerade mein Marmeladenbr�tchen a�, flirtete ohne Gewissensbisse
mit meinem Freund und fl�sterte ihm andauernd irgendetwas ins Ohr, worauf
beide lachten, eher gesagt, Erik lachte sein unwiderstehlich, s��es Lachen und
Natalie kicherte die Tonleiter hoch und runter.
�Hey, pass auf, dass du sie nicht umbringst!�, h�rte ich Jacob neben mir.
Langsam drehte ich mich zu ihm um. �Was?� �Wenn Blicke t�ten k�nntest, w�re
deine Freundin eben grad tot umgefallen.�, sagte er grinsend, aber in seinen
Augen las ich Verst�ndnis und Trost. �Ich finde, dass trotzdem voll fies von
mir, wie kann sie sich einfach an meinen Freund ranmachen?� �Wei�t du,
Tina, es
ist schwer f�r uns, nicht mit den anderen M�dchen zu flirten, auch wenn wir
eine Freundin haben und Erik hatte lange Zeit kein Girl und muss sich erst
noch daran gew�hnen, dass er gebunden ist und nicht einfach so flirten kann,
wie
und wann er will, wenn du ihm jetzt eine Szene machst, ist das f�r keinen
von euch beiden gut.� Ich nickte kurz, doch als ich wieder r�berguckte, zu
den
beiden �Turtelt�ubchen�, sch�ttelte ich nur fassungslos den Kopf. �Aber
sie
ist meine beste Freundin und der Freund der besten Freundin ist tabu, das wei�
sie und akzeptiert es normalerweise auch.�, sagte ich entt�uscht. �Wei�
sie
denn �berhaupt, dass du mit Erik zusammen bist?� Erstaunt schaute ich Jacob
an und erst jetzt begann ich nachzudenken. Ich hatte mit Natalie seit
Samstag
vor dem Konzert weder SMS geschrieben, noch telefoniert. Sie wusste gar
nichts von dieser unglaublichen Geschichte, aber trotzdem war sie heute
gekommen,
weil irgendjemand ihr von dem Fr�hst�ck erz�hlt hatte. Ich wandte mich an
meine Mutter, die mir schr�g gegen�ber sa�. �Mom, woher wei� Nat von dem
Fr�hst�ck?� �Ach, sie hat heut morgen angerufen und da hab ich ihr von
deinem Gl�ck
erz�hlt und sie spontan eingeladen, aber sie wusste nicht, ob sie kommen
konnte, weil sie noch einen Arzttermin hatte.�, sagte sie.
�Was hast du ihr denn alles erz�hlt?�, wollte ich nun wissen und kaute
nerv�s auf meinen Fingern�geln herum, da hielt mir Jacob einen Croissant unter
die
Nase und sagte: �Der schmeckt besser!� Ich warf ihm einen dankbaren Blick
zu, und biss hinein. �Also, eigentlich hab ich ihr gar nicht viel erz�hlen
k�nnen, weil sie gleich wegmusste, nur dass du O-Town kennen gelernt hast und
sie
heute zum Fr�hst�ck kommen.�, meinte meine Mutter nach kurzem �berlegen.
�Sonst nichts?�, hakte ich nach, da ich auf Nummer Sicher gehen wollte.
�Nicht,
dass ich mit Erik zusammen bin, oder so?� �Nein!�, sie sch�ttelte den
Kopf,
l�chelte mich freundlich an und schenkte Mike Morin Kaffee nach, das hie� so
viel wie, �War�s das jetzt? Ich habe noch andere Sachen zu erledigen.�
Erleichtert wandte ich mich wieder Jacob zu, und erkl�rte. �Sie wei� es
nicht,
deshalb.� �Hab ich doch gesagt.�, sagte er l�chelnd. In dem Moment legten
sich
zwei Arme z�rtlich um meinen Hals und Erik�s Lippen ber�hrten leicht meine
Wangen, damit war meine Welt wieder in Ordnung und als ich Natalies verbl�fftes
Gesicht sah, konnte ich mein Grinsen nicht mehr verbergen. :-)))
Doch schon kurz darauf hie� Abschied nehmen, denn heute abend wartete schon
der n�chste Auftritt in Frankfurt am Main und bis dorthin war es noch ein
St�ckchen Fahrt. 50 Umarmungen, 100 K�sschen, und 4 Tempopackungen sp�ter
(auch
Natalie war nicht zu kurz gekommen) und ich musste mir tats�chlich ein paar
Tr�nen aus den Augenwinkeln reiben, ich w�rde meine Familie ein paar Wochen
nicht sehen, dann sp�rte ich, dass mich jemand anschaute, suchend blickte ich
mich um und sah, dass mich Erik, der ein paar Meter entfernt stand, mich
fasziniert anstarrte, ein Gef�hl von W�rme und Geborgenheit, anders konnte man
das
Gef�hl nicht beschreiben, str�mte direkt von meinem Herzen in meinen K�rper
und ich musste einfach l�cheln, da fiel mir ein Wort ein, das meine Gef�hle
perfekt beschrieb: LIEBE! Endlich stiegen wir in den Tourbus, der
direkt vor
unserer Haust�r wartete. �ber die �berraschten und neugierigen Blicke der
Nachbarn lachte ich nur und als sich Natalie von Erik, nur noch mit einem
leichten H�ndedruck verabschiedete, w�hrend er mich mit einem Kuss, der ewig h�tte
dauern k�nnen, auf Wolke 7, besser gesagt in den Tourbus bef�rderte, dachte
ich der Tag k�nnte nicht mehr besser werden, aber er wurde noch besser, dass
verspreche ich euch, doch das ist eine andere Geschichte!