Das Lied ist zu Ende und Dan stürmt ohne ein Wort zu sagen von der Bühne. Die Jungs und die Fans schauen ihm verwirrt nach. Er sieht, dass die Türe von dem Hintereingang offen steht und läuft darauf zu. Dan geht nach draußen und sieht mich im Regen stehen.

„Jen?“ er schaut ängstlich in meine Richtung.

Ich schaue auf, wische mit die Tränen weg und streiche mir meine nassen Haare aus meinem Gesicht.

„Würdest du mir einen Gefallen tun?“ frage ich ihn leise.

Er sieht mich fragend an.

„Kannst du mich vielleicht in den Arm nehmen?“ schluchze ich.
Er kommt ohne ein Wort zu sagen auf mich zu und im nächsten Moment liege ich in seinen Armen. Ich halte ihn fest und lasse meinen Tränen freien Lauf. Dan streicht mir vorsichtig über meinen Rücken.

„Versprich mir, dass du mir nie wieder so wehtun wirst!“ sage ich mit tränenerstickender Stimme.

Er löst die Umarmung ein wenig und hebt mein Kinn, so dass ich ihm in sein Gesicht schauen muss.

„Versprich es mir!“ wiederhole ich meine Worte, „Bitte!“
“Es tut mir so leid, Jen! Bitte gib uns eine zweite Chance!“

Ich weiß nicht ob Dan weint oder ob es nur die Regentropfen sind, die sein Gesicht herunterlaufen.

„Ich brauche dich!“
Ich senke meinen Blick.

„Bitte!“ meint er eindringlich, „Schau mich an, Jen!“

Langsam hebe ich meinen Kopf und sehe in seine traurigen Augen.

Er nimmt mein Gesicht in seine Hände und wischt mir meine Tränen weg.

Ich nicke leicht.

Sein Gesicht kommt näher...er schließt seine Augen...und schon spüre ich seine weichen Lippen auf meinen. Ich schließe meine Augen ebenfalls und erwidere seinen Kuss. Er zieht mich noch näher an sich heran.

Als wir den Kuss lösen, sieht er mich an und umarmt mich erneut.

„Ich liebe dich so...das musst du mir glauben!“ flüstert er.

Ich versuche mich aus der Umarmung zu lösen und laufe drei Schritte nach hinten.

Er sieht mich irritiert an.

„Und warum hast du dich dann von mir getrennt?“ frage ich ihn leise.

Dan vergrabt seine Hände in seinen Hosentaschen.

„Erkläre es mir bitte! Warum kamst du an diesem einen Abend zu mir und meintest, dass es besser für uns wäre, wenn wir uns trennen würden, da ich an der Beziehung kaputt gehen würde?“
“Ich...ich...“ stottert er.

Er sieht mich an.

„Ich habe geglaubt, dass es besser für dich wäre, wenn du einen Freund hättest, der immer bei dir sein kann. Der für dich da ist, wenn es dir mal schlecht geht, der dich in den Arm nehmen kann wenn du es gerade brauchst. Und nicht einer der dir übers Telefon tröstende Worte zuspricht, der ständig unterwegs ist und...“
“Und das fällt dir nach 2 Jahren plötzlich ein?“ unterbreche ich ihn traurig.
“Ich weiß nicht, warum es mir an diesem Abend eingefallen ist. Aber ich dachte, es wäre einfach das Beste für dich...frag mich nicht wieso? Du kannst dir nicht vorstellen wie schwer es mir gefallen ist, dir diese Worte ins Gesicht zusagen. Deinem enttäuschten Blick stand zuhalten als ich dir das alles gesagt habe. Als ich wieder vor deiner Haustür stand, wäre ich am liebsten wieder umgekehrt und hätte dich in den Arm genommen und gesagt, dass ich der größte Idiot bin und ich das alles gar nicht so gemeint habe.“ antwortet er mir leise.

Er kommt erneut auf mich zu.

„Es tut mir leid...“ flüstert er mit tränenerstickender Stimme.

„Dan! Dan wir müssen!“ ruft Trev plötzlich, er steht an der Tür und schaut uns beide an.

„Ja, ich...warte!“
Dan blickt abwechselnd zu Trevor und mir.

„Lass uns reingehen, eure Fans!!“ meine ich zu ihm und streichle ihm über sein Arm.

„Ich wollte euch echt nicht stören, aber Mike hat wieder rumgestresst!“ entschuldigt sich Trev.

Dan läuft an ihm vorbei und Trev sieht mich mit großen Augen an.

„Alles ok, Jen?“ fragt er vorsichtig.

Ich nicke nur und gehe ebenfalls an ihm vorbei.

Trev sieht mir nach, stößt sich von der Wand ab und folgt uns zur Garderobe.

Schnell wische ich mir mit meinem nassen Ärmel übers Gesicht, man wird mir sowieso ansehen, dass ich geweint habe...

Dan öffnet die Türe. Die Meet & Greet Gewinner sind zum Glück noch nicht da. Als ich ebenfalls den Raum betrete verstummen die Gespräche der Anderen und die Blicke sind auf Dan und mich gerichtet.

Es herrscht eine unangenehme Stille, keiner traut sich irgendetwas zu sagen.

Dan und ich stehen in unseren durchnässten Sachen mitten im Raum.

„Ich werde dann mal gehen!“ unterbreche ich das Schweigen, worauf mich Dan unsicher ansieht.

„Kommst du nicht mit?“ fragt mich Erik vorsichtig.

„Wohin denn?“
“Wir wollten nach dem Treffen noch in einen Club gehen!“ antwortet er mir und ich schüttle den Kopf.

„Nee, bin nicht in Stimmung!“ erwidere ich leise.

„Warte ich komm mit!“ wirft Elke in den Raum.

„Nein, geh ruhig mit den Anderen mit. Ich mag lieber allein sein!“

Sie sieht mich mit ihrem Bist-du-dir-sicher-Blick an und ich nicke leicht.

„Soll ich dich fahren?“
“Ich nehme mir ein Taxi!“ antworte ich Elke.

„Viel Spaß noch und...wir sehen uns!“ verabschiede ich mich.

Ich werde von allen, bis auf Dan, umarmt.

„Meldest du dich?“ frage ich ihn leise.

Er nickt und sieht mir tief in die Augen.

Langsam gehe ich auf ihn zu und umarme ihn. Er erwidert die Umarmung und gibt mir einen vorsichtigen Kuss auf die Stirn.

„I need u!“ flüstert er leise und streichelt mir über meinen Arm.

Ich drehe mich um, doch er umfasst mein Handgelenk und hält mich fest.

„Jen, ich...sag bitte etwas!“
Die Tür wird geöffnet, Dan lässt mich abrupt los und Mike kommt mit 2 Mädels in die Garderobe.

Ich beweg meine Lippen zu einem „I love u!“ und laufe dann aus dem Zimmer.

 

Erneut stehe ich im Regen und warte auf mein gerade bestelltes Taxi.

„Ja ja in 10 Minuten!“ rege ich mich laut auf und laufe die Straße hoch und runter.

Die Regentropfen laufen mir ins Gesicht und ich versuche gerade meine Gedanken zu ordnen.

Sind wir jetzt wieder zusammen oder entgültig auseinander? Trev hat uns ja unbeabsichtigt gestört! Meint er seine Entschuldigungen ernst? Kann ich ihm denn überhaut wieder so vertrauen, wie es mal der Fall war?

Die Hupe des Taxis lässt mich zusammenzucken.

„N’ Abend!“ begrüßt mich die Taxifahrerin.

„Hallo!“ ich steige ins Taxi und wir fahren los.

„Wohin soll es gehen?“
“In die Schmidtlinstrasse!“ antworte ich und starre aus dem Fenster.

„Alles ok bei ihnen?“ fragt mich die Dame mit besorgtem Gesicht.

„Nicht so wirklich...momentan habe ich mit meinem Freund oder Ex-Freund Probleme...“ sprudelt es aus mir heraus.

Ich erzähle ihr die ganze Geschichte, lasse aber den Punkt, dass er in einer bekannten Band ist, weg.

„Wenn sie ihn wirklich lieben, dann sollten sie ihm verzeihen. Es scheint, als wenn er sein Verhalten wirklich bereuen würde!“ antwortet sie mir.

Ich nicke.

„Tut mir leid, dass ich sie jetzt mit meinen Problemen belästigt habe!“ entschuldige ich mich.

„Das macht doch nichts!“ erwidert die Dame freundlich und grinst mich an.

„Danke!“

 

Endlich wieder zu Hause! Ich streife mir meine nassen Sachen vom Körper und laufe direkt ins Bad. Das heiße Wasser läuft über mein Gesicht und ich versuche mich endlich zu entspannen. Nach der viel zu langen Dusche, Elke hätte längst an die Tür geklopft und sich beschwert, laufe ich in mein Zimmer und hole mir neue Unterwäsche und ein kurzes Shirt.

Ich binde mir meine nassen Haare zusammen und laufe währenddessen in die Küche. Gerade als ich den Kühlschrank öffnen will, klingelt es.

Leise gehe ich zur Tür und schaue durch den Spion. Wer sollte denn jetzt noch kommen?

Meine Frage beantwortet sich von selbst...Dan steht vor der Tür und knetet sich sichtlich nervös die Hände.

Langsam mache ich die Türe auf.

„Hey!“ meint er leise und sieht mich unsicher an.

„Hi!“ antworte ich ihm, laufe einen Schritt zur Seite, so das er hereinkommen kann.

Sein Blick wandert an mir herunter.

„Komm grad aus der Dusche!“ erkläre ich schnell, schließe die Türe und laufe direkt in mein Zimmer, um mir eine kurze Hose zu holen.

„Was machst du hier?“ frage ich ihn, „Ihr wolltet doch in einen Club gehen?!“
“Ja, die Anderen sind auch gegangen, aber mir war nicht so nach Party zumute. Ich hoffe es ist ok, dass ich da bin. Falls ich dich störe, dann gehe ich...“
“Du störst nicht, Dan! Und das weißt du...“ unterbreche ich ihn und setze mich zu ihm aufs Sofa.

„Ok!“ erwidert er und zieht seine Jacke und Mütze aus.

Stille.

„Magst du was trinken?“ will ich von ihm wissen und er schaut auf.

„Gerne!“ antwortet er und ich erhebe mich von der Couch.

„Warte ich komm mit!“ meint er schnell und folgt mir in die Küche.

„Magst du einen Tee?“
Er nickt und ich krame im Schrank nach den Teebeuteln.

Dan hat sich währenddessen direkt hinter mich gestellt und ich spüre seinen warmen Atem auf meiner Haut. Verwirrt drehe ich mich um.

„Dan...bitte!?“ meine ich irritiert..

„Ich, ich...sorry!“ stottert er herum und ich befreie mich aus seiner körperlichen Nähe.

Schnell drücke ich ihm beide Tassen in die Hand.

„Du kannst ja schon ins Wohnzimmer gehen, ich komme gleich nach!“ nuschle ich vor mir her, er nickt.

Wieso benehme ich mich wie ein kleines Kind? Unsicher, verstört und...ach, keine Ahnung.

 

„Danke!“ er sieht auf und ich grinse ihn ein bisschen an.

„Kein Problem!“ ich setze mich wieder zu ihm hin.

„Jen, sind wir...“ er stockt, „...sind wir jetzt eigentlich wieder zusammen?“ stellt er die unvermeidliche Frage. Und ich bin froh, dass er es gerade getan hat.

„Ich habe mich das vorhin auch schon gefragt...“ antworte ich ihm.

Und schon wieder diese Stille.

„Ähm, heißt das du bist dir nicht sicher?“ fragt er vorsichtig.

„Nein das nicht, ich liebe dich Dan und will dich nicht verlieren.“ Sprudelt er aus mir heraus, als ich gerade unsere Tassen vom Tisch räume.

Ein wenig verlegen schaue ich auf und sehe in sein strahlendes Gesicht.

„Ich liebe dich auch!“ erwidert er, steht auf, folgt mir und nimmt mich in den Arm.

Er nimmt mein Gesicht in seine Hände und kommt näher...ich wende meinen Kopf ab.

Ich kann ihn einfach nicht küssen...irgendetwas wehrt sich dagegen. Vielleicht meine Angst, wieder von ihm verletzt zu werden!

„Es tut mir leid!“ meine ich leise zu ihm, „Aber...!“
Er legt seinen Zeigefinger auf meine Lippen.

„Ist ok, du brauchst dich doch nicht zu rechtfertigen!“ antwortet er und ich nicke.

„Ich geh glaub ich schlafen!“ werfe ich plötzlich in die Runde.

„Oh ok, dann gehe ich mal!“

„Dan!“ ich schaue ihn ernst an, „Du kannst doch auch hier bleiben!“

Er sieht mich unsicher an.

„Wirklich?“ fragt er nach.

„Natürlich, wäre ja nicht das erste Mal das du über Nacht bei mir bleibst!“ erwidere ich und er grinst.

Ich schlendere ins Badezimmer und schnappe mir meine Zahnbürste. Dan bleibt am Türrahmen stehen.

„Hier!“ brabble ich und strecke ihm seine Zahnbürste entgegen.

„Du hast sie noch?“ fragt er mich und ich nicke heftigst.

Wieso sollte ich sie denn nicht mehr haben? Denkt er ich hätte alles von ihm bereits weggeschmissen?

Er nimmt sie, drückt sich Zahnpasta drauf und stellt sich hinter mich.

Wie früher...

 

...ich kann mich erinnern, dass wir Beide einmal, auch wie jetzt im Bad standen und uns die Zähne geputzt haben. Dan fing plötzlich an, mir mit seinem Zahnpastamund den Nacken zu küssen. Natürlich habe ich mir das nicht gefallen lassen und so habe ich mir mit einem Grinsen, nicht zu vergessen, dass die Zahnpasta bereits vor sich her tropfte, sein Gesicht vorgenommen. Einen Kuss auf die Wange, einen auf die Nasenspitze und zu letzt einen feuchten Zahnpastakuss auf den Mund.

„Ihh!“ hat er damals laut geschrieen, hat meine Taille umfasst und mich zu sich gezogen.

„Das gibt Rache!“ tropfte er sich sein Shirt voll.

Er beugte sich leicht nach vorne, so dass ich ein bisschen nach hinten fiel.

Sein Gesicht kam näher...näher und plötzlich fing er an meinen Hals Stück für Stück mit seinem Zahnpastamund zu küssen.

Ich habe natürlich lauthals vor mir her gequiekt, musste aber gleichzeitig auch schrecklich lachen,  was nicht wirklich zu etwas geführt hat...

 

„An was denkst du?“ holt mich Dan mit seiner Frage aus meinen Gedanken.

„Kannst du dich noch an die Situation im Bad erinnern, als wir uns mit dem Mund voller  Zahnpasta immer wieder geküsst haben!?“ frage ich ihn und er nickt.

„Daran habe ich grad gedacht!“ ich wasche mir mein Gesicht und greife nach dem Handtuch.

„Es ist noch gar nicht so lange her!“ bemerkt er und ich nicke.

„Du weißt wo die Handtücher sind, Dan!“
“Ja, danke!“
Ich schaue ihn an. Er sieht müde aus, fällt mir auf. Dunkle Augenringe sind zu erkennen.

„Was?“ fragt er mich plötzlich und kommt auf mich zu gelaufen.

„Du siehst müde aus Dan!“ ich streichle ihm zärtlich über seine Wange und er schließt seine Augen. Ich nehme seine Hand und schleife ihn mit in mein Zimmer.

„Deine Sachen sind immer noch an der selben Stelle!“ meine ich zu ihm und zeige auf meinen Schrank.

Er lächelt mich an und macht die erste Schranktür auf und holt sich ein anderes Shirt heraus.

„Ist es echt ok, wenn ich mit im Bett schlafe? Ich kann auch auf die Couch gehen!“ fragt er vorsichtig.

„Hör auf jetzt!“ erwidere ich, ziehe mir meine Shorts aus und schlüpfe unter die Decke.

Er zieht sich ein anderes Shirt an, macht das Licht aus und kommt ebenfalls ins Bett.

Wir liegen beide ein wenig verkrampft nebeneinander und wissen nicht was wir sagen sollen.

Ich suche nach seiner Hand.

„Dan...?“
“Ja?“ antwortet er.

„Ich...ich liebe dich!“

Er nimmt meine Hand und drückt sie.

„Ich dich auch!“
Gerade als ich antworten will, entweicht mir ein lautes „Hatschi“!
“Bless u!“ meint er, „Nicht das du noch krank wirst!“

Ich kuschle mich in die Decke.

„Bestimmt nicht. Schlaf gut!“

„Du auch Jen!“ antwortet er mir.

 

Wir liegen jetzt schon eine Weile im Bett und ich höre ihn neben mir ruhig atmen. Wahrscheinlich, schläft er schon, denke ich mir. Vorsichtig drehe ich mich um, so dass ich jetzt mit dem Rücken zu ihm liege.

Ich bin froh, dass er heute Abend gekommen ist...

„Jen?“ kommt es leise von ihm und ich zucke zusammen.

Er ist noch wach, schießt es mir durch den Kopf.

„Ja!?“ flüstere ich.

„Du schläfst auch noch nicht!?“ stellt er fest.

„Nein!“

Ich drehe mich um. Das Licht der Straßenlaterne strahlt in mein Zimmer und ich kann die Umrisse seines Gesichts erkennen.

„Glaubst du, es wird jemals wieder so werden wie vorher?“

„Ich weiß es nicht...!“ antworte ich ihm ehrlich, „...wir müssen es probieren!“

„Ich habe nur Angst, dass die ganze Sache ewig zwischen uns stehen wird...!“
Langsam rutsche ich näher an ihn heran. Er legt seinen Arm um meine Taille und fährt mir über den Rücken.

„Wir werden das schaffen!“ mache ich uns Beiden Mut, schließe meine Augen und genieße seine Nähe.

 

Ich werde am nächsten Morgen von den Sonnenstrahlen geweckt und taste erst mal auf den Platz neben mir.

Er ist leer...

 

Ich bin plötzlich hellwach.

Verwirrt blicke ich mich in meinem Zimmer um, in der Hoffnung irgendein Hinweis von Dan zu finden, dass er nicht schon gegangen ist.

Aber nichts!
Langsam stehe ich auf und gehe in die Küche.

„Morgen!“ ertönt es von Dan und Elke, die gerade gemütlich frühstücken.

„Morgen!“ antworte ich erleichtert und fahre mir übers Gesicht.

„Alles ok?“ will Dan wissen.

„Ja, jetzt wieder! Ich dachte du wärst einfach so gegangen!“ antworte ich ihm.

„Ich wollte dich nur nicht wecken! Sahst so süß aus beim schlafen!“ grinst er, ich setze mich hin und er streicht mir zärtlich über meinen Arm.

„Habt ihr heute frei?“ will Elke wissen und sieht Dan fragend an.

„Nein, wir müssen später noch ein paar Termine erledigen!“ er sieht auf seine Uhr, „Und dann geht es heute Abend nach München!“
“Heute Abend schon?“

Er nickt langsam.

„Ich lass euch dann mal allein, die Uni schreit schon sehnsüchtig nach mir!“ grinst Elke, nimmt einen letzen Schluck von ihrem Kaffee und geht aus der Küche.

„Hast du gut geschlafen?“ fragt er mich.

„Es geht, ich bin öfters wachgeworden weil meine Nase zu war!“ lache ich.

„Also ich habe seit langem wieder sehr gut geschlafen!“

Er sieht dabei in meine Richtung.

Das letzte Mal, dass wir zwei in der Küche saßen, war an dem Abend als er sich von mir getrennt hatte, schießt es mir durch den Kopf und ich schaue in meine Tasse.

„Was?“ will er von mir wissen.

„Ähm, nichts. Ich musste nur gerade an diesen einen Abend denken...!“

Ich stehe auf, räume das Geschirr weg und höre die Schritte von Dan hinter mir.

Vorsichtig umarmt er mich von hinten und ich drehe mich um, so dass unsere Gesichter nah beieinander sind.

„Wann musst du heute denn los?“
“Ich muss in einer Stunde am Hotel sein!“ antwortet er, „Magst du mitkommen oder musst du zur Uni?“
“Eigentlich müsste ich arbeiten...aber ich kann mich ja krank melden! Zur Uni muss ich erst um 4!“ erwidere ich und grinse ihn an.

„Echt? Nicht das du noch Ärger mit deinem Chef bekommst!“

Ich zucke, so gut es geht, mit den Schultern.

„Ist ja nur ein Tag! Aber so bin ich noch ein bisschen bei dir!“

Er nickt grinsend und ich ziehe ihn im nächsten Moment zu mir um ihn zu küssen.

Wir stellen uns irgendwie an, als wenn wir das erste Mal überhaupt küssen würden, denn als ich den Kuss löse, fangen wir beide mit lachen an.

„Sind wohl ein bisschen aus der Übung!“ grinse ich.

„Das geht eindeutig besser!“ antwortet er mir und zieht mich zu sich.

„Du machst mich so glücklich!“ flüstert er mir zu, als unsere Lippen kurz davor sind sich zu berühren.

Ich muss ein wenig grinsen und spüre im nächsten Augenblick seine weichen Lippen auf meinen.

Unser zuerst vorsichtiger Kuss wird immer intensiver und leidenschaftlicher.

„Dan?“

„Hmm?“, ertönt es zufrieden von ihm als wir den Kuss gelöst haben, ich muss grinsen, er ist so süß.

„Ich muss, glaube ich mal meinen Chef anrufen!“

Er nickt und greift nach dem Telefon um es mir keine Sekunde später in die Hand zu drücken.

Ich wähle die Nummer von dem Laden und warte...

„Ja, Still ill was kann ich für sie tun?“ nimmt eine mir bekannte Stimme ab.

„Hallo Anja, ich bin es Jen. Ist der Chef da?“ krächze ich ins Telefon.

„Nein, der ist grad unterwegs. Scheiße du hörst dich ja schlimm an. Krank?“
“Jop, hab mir wohl ne tolle Grippe eingefangen. Kannst du ihm sagen, dass ich heut nicht kommen kann!“
“Auf jeden, kurier dich aus und meld dich wenn es dir wieder besser geht, ok?“
“Ja, mache ich. Tschau Anja!“ und noch ein unechtes Husten....aufgelegt.

„Ok, ich komm mit!“ grinse ich Dan an.

„Schön!“ antwortet er mir und beißt mir übermütig in die Wange.

„Ich geh mich fertig machen!“

Nur widerwillig löse ich mich aus seinen Armen und laufe dann ins Bad.

 

Pünktlich erreichen wir das Hotel. Es stehen diesmal keine Fans draußen, was mich wirklich sehr wundert. Die restlichen Jungs, Janie und die beiden Mikes stehen schon in der Lobby und empfangen uns Beide mit einem Strahlen.
“Alles wieder in Ordnung?“ will der eine Mike wissen.

Dan schaut ein wenig unsicher in meine Richtung.

„Jop!“ antworte ich für uns beide und Dan verstärkt den Griff um meine Taille.

„Freut uns!“ grinst Trev und umarmt mich erst mal.

„Ist doch ok, wenn Jen dabei ist oder?“ fragt Dan.

„Klar!“
“Natürlich!“ antworten Jake und Ash.

Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.

„Ja, ist sowieso nur ein Phototermin!“ erklärt Mike und wir nicken.

„Dann langweile ich mich zum Glück nicht alleine!“ freut sich Janie.

„Haaatschi!“ niese ich als Antwort erst mal das halbe Hotel zusammen.

„Bless u!“ ertönt es von den Anderen.

Nicht, das ich wirklich noch krank werde, überlege ich mir und Dan nimmt meine Hand um zu den Vans zu laufen.

 

„Komisch, dass heute keine Fans da sind!“ stelle ich im Auto verwundert fest.

„Denken bestimmt, wir wären schon abgereist!“ antwortet mir Jake und ich nicke.

Janie, die neben mir sitzt, drückt unauffällig meine Hand.

Ich schaue zu ihr und sie lächelt.

„Ich freu mich für euch! Hab doch gesagt ihr bekommt das wieder hin!“ flüstert sie.

„Lieb von dir!“ erwidere ich und drücke sie eine Runde.

 

Keine 30 Minuten später kommen wir alle an diesem Gebäude an, wo der Phototermin stattfinden soll.

Die Crew steht schon in den Startlöchern, als wir mit den Jungs reinspazieren.

„Wunderbar, wir fangen mit den Gruppenphotos an. Schnell, schnell ab in die Maske und umziehen!“ ruft uns ein etwas seltsames männliches Wesen zu, als wir die große Halle betreten.

Die Jungs werden von 2 weiblichen Assistentinnen von uns weg gescheucht.

Dan und Jake blicken sich hilfesuchend nach uns um.

„Sieht nach einer Lagerhalle aus!“ bemerke ich, Janie nickt und hakt sich bei mir ein.

„Also wenn der Photograph nicht schwul ist, dann weiß ich auch nicht!“ grinst sie.

„Und wer seit ihr 2 Hübschen!“ spricht uns der, bereits erwähnte, Photograph an.

„Ich bin Janie und das ist Jen!“ stellt uns Janie vor. Ich glaube, wenn ich jetzt was sagen müsste, würde ich ihm eiskalt ins Gesicht lachen.

„Oh, hallo. Schön euch kennen zulernen! Ich bin Claude!“ er nimmt meine Hand, hebt sie hoch und verpasst mir doch tatsächlich einen Handkuss. Bei Janie dieselbe Prozedur.

„Die Freude liegt ganz auf unserer Seite!“ antworte ich mit einem breiten Grinsen auf den Lippen.

„So, ich muss auch schon wieder an die Arbeit!“
Mit einer sehr dramatischen Bewegung dreht sich dieser Claude um und läuft mit einem Mörderhüftschwung zu seiner Assistentin.

Janie fängt leise an zu kichern.

„Eindeutig, dazu habe ich kein Kommentar!“ lache ich und blicke mich ein wenig in dieser Halle um.

Mike und Mike stehen ein paar Meter von uns entfernt und grinsen sich gerade einen ab, haben sicherlich unsere tolle Bekanntschaft mitbekommen. Ich grinse sie an und spitze übertrieben meine Lippen, was Janie laut loslachen lässt.

„Heijeijei, wo bleibt denn bitteschön die Gruppe?“ ruft der Photograph hysterisch.

Janie und ich setzen uns auf 2 Stühle, die am Rand des Sets stehen.

Keine 5 Minuten später kommen die 5 fertig gestylt aus der Maske.

Janie zieht eine Augenbraue hoch.

„Sehen süß aus!“ grinst sie und ich nicke.

 

Janie und ich sind fast 3 Stunden einfach nur auf unseren Stühlen gesessen und haben geredet. Ein Glück war sie da, sonst hätte ich mich eindeutig zu Tode gelangweilt.

„Wie spät haben wir es?“ frage ich, als die Jungs gerade eine kleine Pause haben und wir in der Maske sitzen.

 „10 vor 4!“ antwortet mir Ash.

„Shit! Ich muss jetzt los!“ werfe ich in die Runde und Dan steht traurig auf.

„Schon?“ will er wissen.

„Ja, ich komme eh schon zu spät zu meiner Vorlesung!“ erwidere ich und er nimmt mich in den Arm.

„Wir sind 4 Tage in München, davon müssen wir aber nur 3 Tage arbeiten!“ erklärt er mir, „Ich komme dann wenn wir den einen Tag frei haben zu dir, ok?“
“Da fragst du noch?“ antworte ich ihm gespielt böse und er grinst.

„Viel Spaß und ich liebe dich!“ grinse ich und küsse ihn zärtlich.

„Pass auf dich auf! I love u, too!“ antwortet er mir.

Ash und Trevor seufzen neben uns auf.

Ich verabschiede mich auch von den Anderen mit einer herzlichen Umarmung.

„Lasst es......krachen! Wir hören von uns Janie, ok?“ winke ich den Jungs und Janie unter einem Hustanfall zu und laufe aus der Maske.

„Schön euch wieder glücklich zu sehen!“ bemerkt Erik, als die Türe zu ist.

„Glaub mir ich bin so froh, dass wir die Kurve bekommen haben und sie uns noch eine Chance gegeben hat!“ antwortet Dan erleichtert.

„Verbock es diesmal nicht!“ tadelt ihn Janie und Jake unterstützt die Aussage seiner Freundin mit einem heftigen Kopfnicken.

 

Nach meinen Vorlesungen komme ich erschöpft nach Hause. Elke steht gerade in der Küche und kocht.

„Du kochst?“ frage ich sie irritiert, „Was haben wir denn für einen Anlass!?“
“Bäh!“ sie streckt mir beleidigt die Zunge raus.

Ich lasse meine Tasche auf den Boden sinken, ziehe mir meine Jacke aus und setze mich an den Tisch.

„Wie war es heute?“ fragt sie mich.

„Schön, ich bin mit Dan und den Anderen noch bei einem Phototermin gewesen und danach halt zur Uni gestresst!“ erzähle ich ihr.

„Ich freu mich für dich! Du wirkst auch entspannter, jetzt wo die Sache zwischen euch so gut wie geklärt ist! Hier probier mal!“ antwortet sie und streckt mir den Kochlöffel unter die Nase.

„Heeiiiß!“ quicke ich, als sie mir den Löffel in den Mund schiebt, „....Aber schmeckt gut!“
Als Antwort erhalte ich ein breites Grinsen von ihr.

 

Nachdem Elke und ich die Küche auf Vordermann gebracht haben, gehe ich ohne Umwege direkt in mein Zimmer um schlafen zu gehen.

Obwohl der Tag nicht anstrengend war, bin ich total fertig.

 

„Jen, alles ok?“ kommt es besorgt von der Tür.

Wir haben mitten in der Nacht und ich habe gerade ein starken Hustanfall.

Schon der 5.te heut Nacht!

„Mmh!“ bringe ich heraus und setze mich hin.

Elke macht das Licht an und wir beide kneifen unsere Augen verpennt zusammen.

„Hört sich schlimm an, Süße!“ bemerkt sie, „Wirst wohl krank!“

Nicht auch noch das!

Sie klopft mir auf den Rücken. Aber da ich mich ja nicht verschluckt habe, bringt es nicht wirklich etwas.

„Ich mach dir nen Tee!“ meint sie nachdem sie eingesehen hat, dass ihr Geklopfe nichts bringt, steht auf und läuft in die Küche.

 

„Hallo!?“ krächze ich am nächsten Morgen in den Hörer.

„Ja, was kann ich für sie tun? Na ja, wenn ich sie so höre, hat sich die Frage eigentlich erübrigt!“ antwortet die Arzthelferin.

Oh, sie hat mich verstanden! Elke hatte heut morgen so ihre Schwierigkeiten damit.

„Da haben sie Recht, ich hätte so schnell wie nur möglich einen Termin!“ erwidere ich.

„Ähm...kleinen Moment....heute Abend um halb 6?“

„Ok, wunderbar.“
“Und ihr Name war noch mal?“
“Schwarz!“ antworte ich, na ja bessergesagt brumme und krächze ich in den Hörer.

„Ist notiert. Auf Wiederhören!“
Ich schmeiße das Telefon in die nächste Ecke und mache mich fertig für die Uni.

Da ich schon 3 Wochen gefehlt habe, kann ich nicht schon wieder daheim bleiben, ärgere ich mich und gehe notgedrungen in mein Zimmer um mich fertig zu machen.

 

Etliche anstrengende Stunden später sitze ich völlig fertig im Wartezimmer des Arztes. Mittlerweile habe ich wohl Fieber und mir geht es wirklich schlecht.

Mein Handy klingelt.

„Ja?“ gehe ich ran.

„Hallo? Jen, bist du es?“ fragt mich die Person an der anderen Leitung.

„Ja Dan!“ antworte ich trotzig.
Höre ich mich wirklich so schlimm an!?!
“Du bist  also doch krank geworden!“ bemerkt er besserwisserisch.

„Ja, aber bevor du wieder anfängst, ich sitze gerade beim Arzt!“
“Gut so, du hörst wirklich nicht gut an cutie!“

„Und wie geht es dir?“ will ich wissen.

„Ganz gut! Sitzen gerade im Auto und fahren zum Konzert!“ antwortet er.

„Kommst du jetzt an deinem freien Tag?“
“Habe ich doch gesagt. Du wirst mich also in 2 Tagen ob du willst oder nicht wiedersehen!“ grinst er.

„Ich glaube damit kann ich leben!“ krächze ich.

„Schön, ich sag dir aber noch Bescheid, wann ich genau komme, ok?“
“Ok, grüß mir die Anderen lieb und viel Spaß heute!“
“Mache ich. Ich rufe dich später noch mal an, ich will wissen was der Arzt gesagt hat...und Jen I love u!“
“Ich dich auch. Bye!“
Gerade als ich aufgelegt habe, kommt die Arzthelferin ins Wartezimmer.

„Frau Schwarz, bitte!“

 

Eine halbe Stunde später und nach endlosen „Einatmen.....und jetzt ausatmen“ und „Husten sie bitte mal“ sitze ich jetzt in meinem Auto und fahre zur nächsten Apotheke.

Ich habe eine starke Bronchitis und wenn ich nicht aufpasse, könnte es sich zu einer Lungenentzündung weiterentwickeln! Wunderbar! Und Antibiotika darf ich zu allem Übel auch noch einnehmen!

Nachdem ich meinen Apothekengang hinter mich gebracht habe, fahre ich entgültig nach Hause. Und nichts und niemand wird mich daran noch hindern.

Ich will einfach in mein Bett und endlich schlafen.

 

„Hallo? Jemand daaaa!?“ schreie ich, als ich die Haustüre aufschließe und keine Stimmen höre.

Keine Antwort, also bin ich allein, schlussfolgere ich und gehe direkt in mein Zimmer.
Schuhe ausziehen, aus der Jacke rausquälen, Haare zusammen und ab ins Bett.

 

„Ja?!“ gehe ich verschlafen ans Handy.
Wer weckt mich denn jetzt, denke ich leicht sauer.

„Ich bin es Dan, hab ich dich geweckt?“ will er wissen.

„Jop!“ antworte ich.

„Sorry honey! Ich hab leider nicht viel Zeit, was hat der Arzt gesagt?“ will er hektisch wissen.

„Es ist eine Bronchitis!“ antworte ich.
“Oh, fuck. Hast du Medikamente?“
“Ja, Papa die habe ich! So schlimm ist es nicht!“ versuche ich ihn zu beruhigen und gerade jetzt muss ich wieder einen Hustenanfall bekommen.

Toll, ging wohl daneben!

„Ja ja, so schlimm ist es nicht. Du bleibst schön in deinem Bett und kurierst dich aus! Ich werde dich dann übermorgen gesund pflegen!“
“Dan, komm jetzt!“ höre ich Mike im Hintergrund nach ihm rufen.

„Ich melde mich Dan.“
“Ok, love ya!“ und aufgelegt.

Handy in die Ecke und weiterschlafen.

 

Seit 2 Tagen liege ich jetzt tagein und tagaus in meinem Bett oder auf der Couch und warte, dass es mir ein bisschen geht. Dan kommt heute gegen Mittag an und ich kann ihn nicht mal von Flughafen abholen! Aber er meinte, dass ihn das nicht stören würde, er kann sich ja ein Taxi nehmen. Weder zur Uni noch zur Arbeit konnte ich in den letzten Tagen gehen, aber dafür wurde ich von Elke und den Anderen so richtig schön gepflegt.

 

„Ich gehe dann!“ ruft mir Elke vom Flur entgegen.

„Wieso gehen? Wohin gehst du?“ frage ich sie verwirrt und hieve mich von der Couch hoch.

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