Teil 8

"Setzen sie doch." sagte Dr. Heek zu mir.
"Danke."
"Was liegt ihnen denn auf dem Herzen?" fragte sie mich. Ich erz�hlte ihr das ich einen Test gemacht hatte und ich jetzt gerne hundertprozentige Sicherheit haben wollte.
"Wollen sie draussen aufs Ergebnis warten oder soll ich sie sp�ter anrufen?" fragte sie mich nach der Untersuchung.
"Ich warte draussen." Dr. Heek nickte und bat mich im Wartezimmer Platz zu nehmen.
Nach ca. 2 Stunden endlosem warten, rief Dr. Heek mich wieder zu sich.
"Ich habe eine gute Nachricht f�r Sie." sie schaute mich gl�cklich an.
"Sie sind tats�chlich schwanger!" Das triff mich wie eine Faust ins Gesicht. Obwohl ich ja eigentlich wusste das es so sein w�rde, traf es mich trotzdem. Doch ich freute mich aufs Baby. Ich wollte es unbedingt bekommen. "Oh." brachte ich nur raus. Sie sah mich an.
"Wenn sie ein Problem haben, dann melden sie sich einfach bei mir, ok?" Sie begleitete mich aus der Praxis und ich stieg ins Auto. �bermorgen war schon der Tag unserer Abreise und ich musste es noch Dan beibringen. Als ich zu Hause ankam, sa�en die Jungs vor der Playstation. "Hey S��e!" Dan kam auf mich zu und begr��te mich. "Wo warst du denn?"
"Spazieren." log ich ihn an.
"Dan nu komm endlich! Du bist dran!" rief Erik ihn. Anne sa� in der K�che. Ich setzte mich zu ihr. "Und?"
"Ich bin schwanger." Sagte ich traurig.
"Und nun?"
"Keine Ahnung. Wenn ich nur w�sste, wie Dan �ber das Thema denkt."
"Glaubst du etwa, er w�rde dich verlassen?!"
"Wei� nicht." sagte ich, "Ich geh ins Bett." Ich stand auf und ging nach oben. Ich konnte nicht schlafen, weil ich zwischendurch immer wieder aufs Klo rennen musste. Kurze Zeit sp�ter kam Dan und legte sich mit ins Bett. Ich schlief in seinen Armen ein. Als wir am n�chsten Morgen aufwachten, lagen wir uns immernoch in den Armen. "Mandy?" fragte er mich. "Mhh?"
"Ich hab nachgedacht." Er sah mich nicht an.
"Aha und wor�ber?"
"Ich denke, es w�re besser wenn....ich meine wenn du soweit weg wohnst...�hm...ich glaube es ist besser wenn wir....uns dann....trennen w�rden..." stotterte er.
"WAS?" ich war jetzt hellwach. Ich begann zu weinen.
"Du willst Schlu� machen?" fragte ich mit Tr�nen in den Augen. Ich dachte an unser Baby. Sollte ich es ihm sagen? Nein, lieber nicht.
"Das meinst du nicht ernst!" schrie ich ihn an. Ich stand auf und knallte die T�r hinter mir zu. Dann schloss ich mich im Badezimmer ein. Mir schwirrten soviele Gedanken im Kopf herum. Was wird aus dem Baby? Was wird aus mir? Wieso will er sich von mir trennen? Hat er eine andere? Was soll ich jetzt nur tun? Da Anne mit Trevor und Ash einkaufen war, wusste ich nicht mit wem ich dar�ber reden sollte. Sie war immerhin die Einzigste, die von dem Baby wusste. Dann klopfte es an der T�r. "Mandy, ich hab es nicht so gemeint! Bitte mach die T�r auf!" bat mich Dan.
"Lass mich doch einfach in Ruhe!!" schrie ich aus voller Kehle.
"Was ist denn hier los?" h�rte ich Erik drau�en dazu kommen. Dan sagte etwas zu ihm, was ich aber nicht verstand. Dann waren sie beide weg und ich war mit meiner Verzweiflung allein. Sollte ich jetzt einfach wieder rausgehen und so tun als w�re nichts gewesen? Nein, das konnte ich nicht. Das schaffte ich nicht. Ich hatte keine Lust und auch nicht den Mut dazu mich zu verstellen. Mein Leben war von einer zur anderen Sekunde sinnlos geworden.
Mein Blick wanderte zu dem kleinen Medizinschrank in der Ecke des Zimmers. Mir fiel ein, dass die Jungs ein R�hrchen mit Schlaftabletten darin aufbewahrten. Ein Gedanke schoss mir durch den Kopf. Das war`s. Einschlafen und nicht mehr aufwachen. Kein Probleme, kein Streit. Ganz einfach. Ich stand auf, �ffnete mit zitternden Fingern den Medizinschrank und untersuchte den Inhalt. Kopfschmerztabletten, Hustentropfen. Ich suchte weiter, bis ich das R�hrchen fand. Es war zeimlich leicht. Ich �ffnete es und sch�ttete die Tabletten auf meine Hand. F�nf St�ck, nicht mehr. Wieviele braucht man um nie mehr aufzuwachen? Sicherlich mehr. Ich behielt das R�hrchen in der Hand, hockte mich wieder auf die Klobrille und ging in Gedanken andere M�glichkeiten durch. Die Pulsadern aufschneiden? Mich ekelte der Gedanke an das viele Blut. Au�erdem w�rde der Schnitt wehtun. Von einem Hochhaus springen? Sich erh�ngen? In meiner Hilflosigkeit fing ich wieder an zu heulen. Gab es ein Leben nach dem Tod? W�rde mich ein Engel empfangen, wie ich es in vielen Berichten gelesen oder in Filmen gesehen hatte? Doch was war mit Selbstm�rdern? Ich schob den Gedanken beiseite. Ich hatte mir noch nie den Kopf dar�ber zerbrochen, was der Sinn des Leben war oder so. Auch jetzt wollte ich nicht dar�ber nachdenken. Auch nicht �ber Tod und Sterben. Ich f�hlte mich nur �berfordert. Ich will doch leben! Ich streichelte meinen Bauch und begann zu l�cheln. Das Baby bekomme ich auch allein aufgezogen, sagte ich zu mir. Doch dann stieg wieder diese Trauer in mir hoch...

Ich hielt noch immer das R�hrchen in der Hand, lie� die Tabletten hinein- und wieder hinausgleiten. Ich sah zu dem Zahnputzbecher. Schlucken und mit Wasser nachsp�len.
Tu es, Mandy! Los! Was bot mir dieses Leben denn noch? Nichts! Doch f�nf St�ck waren zu wenig. Ich wollte ja nicht wieder aufwachen. Ich wollte auch nicht im Krankenhaus landen. Leben, leben, leben! Meine Familie, das Baby. Ob es noch mehr M�dchen gab wie mich? Bestimmt. Ich schloss die Augen und sa� eine Zeit lang nur so da. Doch dann machte ich die Augen wieder auf, sah die Kacheln vor mir und war sofort ern�chtert. Tr�ume. Wie lange hatte ich von so einem Freund getr�umt? Mein ganzes Leben lang? Leere Hoffnungen. Was n�tzte es, den Zorn in die Welt zu schreien? Wieder betrachtete ich die das R�hrchen mit den Schlaftabletten. Ich konnte es nicht tun. Ich hatte Angst das die Tabletten nicht ausreichen w�rden. Ich f�rchtete mich aber auch vor dem Sterben, vor dem Tod und was vielleicht danach kam. Ich h�rte Schritte n�her kommen. Dann fiel der Schl�ssel aus der T�r und sie ging auf. Vor mir standen Dan und Erik. Sie sahen abwechslend von den Tabletten zu mir. "Was machst du da?!" schrie Dan aufgebracht und nahm mir die Tabletten weg. Ich begann wieder zu weinen. Er nahm mich in den Arm. "Mandy, ich will dich nicht verlieren! Ich liebe dich doch!" sagte er zu mir. Ich sah, wie Erik`s Augen feucht wurden. Ich vergrub mich in Dans Armen. "Und wieso hast du denn gesagt, das wir uns trennen wollen?" fragte ich ihn leise. "Weil ich denke, das ich nicht ohne dich leben kann. Wenn ich wei� du bist so weit weg von mir. Ich will dich bei mir haben!" seufzte er und fing jetzt auch an zu heulen. "Aber ich kann doch herziehen." Schlug ich ihm vor und dachte wieder an das Baby. Es w�re besser, wenn es hier aufw�chst.
"Ja, das w�re super." lachte er mich an und gab mir einen langen Kuss. Er nahm mich in den Arm und trug mich in sein Zimmer. Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, schlief ich ein. Ich wachte auf, als Dan mit einem Tablett hereinkam.
"Ich hab dir was zu Essen gemacht."
"Danke." l�chelte ich ihn lieb an.
"Versprichst du mir was?" fragte ich ihn.
"Na?"
"Erz�hl bitte Anne nix davon, ja?"
"Ist doch klar." sagte er. Dann schaute er auf den Boden.
"Es tut mir �brigens.." Ich unterbrach ihn, indem ich meinen Finger auf seine Lippen legte. "Psst.." Ich zog ihn zu mir und k�sste ihn leidenschaftlich.
"Du fliegst morgen also nicht zur�ck?" fragte er.
"Nein, wenn ich noch bleiben darf."
"Nat�rlich." Er umarmte mich.
"Dan?" Ich wollte es ihm jetzt sagen.
"Ja?"
"Ich muss dir noch was sagen." Er sah mich erstaunt an.

 

zur�ck   vor

1
Hosted by www.Geocities.ws